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„Pakt für den Nachmittag“ startet im neuen Schuljahr

Gießen | In ausgewählten Grundschulen im Landkreis Gießen wird die Ganztagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr neu geregelt. Hierzu unterschrieb die Landkreisverwaltung einen Kooperationsvertrag mit der Landesregierung, der die Pilotphase für das Projekt „Pakt für den Nachmittag“ einführt.
Als einer von insgesamt sechs Schulträgern wurde der Landkreis als Modellregion ausgewählt. In 20 Schulen, die bereits weitestgehend eine Ganztagesbetreuung über einen Elternverein oder externe Dienstleister anbieten, wird das Projekt erprobt. Die Auswahl der Einrichtungen „geschah in enger Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt“, erklärte die zuständige Schuldezernentin beim Landkreis Gießen, Dr. Christiane Schmahl. Derzeit werden die Eltern bei Informationsveranstaltungen an den einzelnen Schulen über die beschlossenen Änderungen informiert.
Der „Pakt für den Nachmittag“ schaffe mit zwei Angeboten
eine verlässliche Struktur für
Eltern und Schüler. Demnach liegen den Erziehungsberechtigten zwei Betreuungsangebote vor: An fünf Betreuungstagen bis 14.30 Uhr oder bis 17 Uhr sowie sechs Wochen Ferienbetreuung. Dr. Schmahl betonte, dass die Schulen in Absprache mit den Elternvertretern ein weiterführendes Konzept vorlegen müssten, so dass zum Beispiel örtliche Gegebenheiten und damit zeitliche und organisatorische Abweichungen berücksichtigt würden.
Durch den Einsatz qualifizierter Pädagogen würde das Betreuungsangebot aufgewertet. Für die Anstellung oder Qualifizierung von zusätzlichem Personal oder Materialien erhalten die Schulen einen Förderzuschuss aus Landesmitteln. Zusätzlich bezuschusst der Landkreis jedes vertraglich angemeldete Kind mit einem Zuschuss von 110 Euro pro Schuljahr. Durch die finanzielle Förderung müssten Eltern einen Eigenbeitrag von 50 bzw. 100 Euro leisten.
Die Pilotschulen rechnen mit einer Entlastung der Eltern und einer Verbesserung des Nachmittagsangebots für die Kinder. Ausstehende Baumaßnahmen, die eine adäquate Versorgung mit Mittagsmahlzeiten und der Bereitstellung zusätzlicher Räume gewährleisten sollen, werden von mehreren Schulen derzeit umgesetzt.
Vereinzelte Kritik bei der praktischen Umsetzung des „Pakts für den Nachmittag“ gab es mitunter an der Kirschbergschule in Reiskirchen. Hier kritisierten Eltern die Schulleitung wegen der Einführung von festen Abholzeiten. Sie fürchten eine Bevormundung ihres Alltags durch die Schulleitung sowie eine unverhältnismäßige Belastung der Erstklässler, die fortan rund drei Stunden Nachmittagsbetreuung „absitzen“ müssten. Andererseits freuten sich vor allem alleinerziehende oder berufstätige Eltern über das erweiterte Nachmittagsangebot und verwiesen, ebenso wie die Schulleitung, auf die Freiwilligkeit der Teilnahme.

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von:  Michael Nudelmann - Mitarbeiter der GZ-Redaktion

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