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70 Jahre nach Kriegsende - Gedenkrede im Bundestag

Prof. Heinrich August Winkler
Prof. Heinrich August Winkler
Gießen | Heute vor 70 Jahren endete der zweite Weltkrieg. Mit einer rund 40-minütigen Rede im deutschen Bundestag gedachte der Historiker Heinrich August Winkler den Ereignissen vom 8. Mai 1945.

(sbe) Erinnert wurde vor allem an die Folgen der nationalsozialistischen Diktatur. Die Ereignisse seien "nur langsam aufgearbeitet worden", so Winkler. Nicht alle hätten die Befreiung als Solche auch wahrgenommen und die Aufarbeitung der NS-Zeit sei selbst 70 Jahre danach noch "nicht abgeschlossen", erklärt der Professor für Neuere und Neueste Geschichte mit Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität.

Auch habe es die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nur geben können, weil das Land glaubhaft mit "den dunklen Teilen seiner Geschichte gebrochen hätte", so der Professor, der eindringlich davor warnt, die Aufarbeitung zu vernachlässigen. Was von Deutschen damals begangen wurde, wirke heute noch nach und genau daraus ergebe sich "eine moralische Verantwortung für den Schutz der Völkergemeinschaft".

Die Rede des 76-Jährigen wurde mehrfach durch tosenden Beifall unterbrochen.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.05.2015 um 18:53 Uhr
Der 8. Mai wird in der Bevölkerung bekanntlich sehr unterschiedlich benannt.

Sicherlich möchte ich dem Herrn Professor keine Vorschriften machen, aber ich gebe zu bedenken, dass es auch ihm gut anstehen würde den Tag als das zu benennen was er nun einmal in Wirklichkeit war.

"Befreiung vom Hitlerfaschismus"

Gut im Artikel steht:

(....) "Nicht alle hätten die Befreiung als Solche auch wahrgenommen und die Aufarbeitung der NS-Zeit sei selbst 70 Jahre danach noch "nicht abgeschlossen", erklärt der Professor für Neuere und Neueste Geschichte mit Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität." (...)

Mit etwas Wohlwollen kann da schon heraus gelesen werden, was wirklich geschah: Die Eliten der Nazis sind fast ohne Abstriche in die BRD eingegliedert worden. Kaum ein niederer oder hoher Nazis verlor seine Position in Verwaltung, Rechtsprechung und sehr viele aktive Nazis saßen in allen möglichen Parlamenten. Klar, dass bei dieser Ausgangsposition sich die korrekte Bezeichnung "Tag der Befreiung" nicht durchsetzen konnte. Denn würde mann / frau den 8. Mai korrekt bezeichnen, dann käme ja sofort die Frage auf: Von wem wurden wir befreit und wo sind die Nazis eigentlich geblieben. Das war (und ist heutzutage teilweise immer noch) politisch nicht erwünscht.

Gut, dass es Menschen in unserem Lande gibt, die das etwas anders als der Herr Professor sehen.

http://www.giessener-zeitung.de/linden/beitrag/102983/70-jahrestag-der-befreiung-vom-faschismus/
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Sandra Bender
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