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Tatorte des unfairen Handels: Im Einsatz für Menschenrechte - Aktion auf dem Kirchenplatz zum Europäischen Weltladentag am 09. Mai 2015

Gießen | Warum werden am Samstag, den 9. Mai zwischen 11 und 13 Uhr auf dem Kirchenplatz zwei Tatorte abgesperrt? Wieso liegen dort Bananen und ein Pullover auf dem Boden? Welches Verbrechen wurde dort begangen und wer wird mit Haftbefehl gesucht?

Hinter der Aktion steckt der Weltladen Gießen.
Zeitgleich mit hunderten Weltläden in ganz Deutschland macht der Weltladen Gießen mit fiktiven Tatorten und Haftbefehlen in der Giessener Innenstadt auf Missstände bei der Herstellung unserer Alltagsprodukte aufmerksam. Immer wieder kommt es bei der Produktion von Südfrüchten, Textilien oder auch elektronischen Geräten zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Auch deutsche Unternehmen sind direkt oder indirekt daran beteiligt oder profitieren davon. Denn bislang gibt es keine verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen und es ist kaum möglich, sie bei Menschenrechtsverstößen oder Umweltschäden haftbar zu machen. Doch 2016 könnte die Bundesregierung – mit der Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland – einen verbindlichen menschenrechtlichen Rahmen festlegen.
Der Gießener
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Weltladen hat die MdB Dr. Helge Braun (CDU), Tom Koenigs (Bündnis 90/Die Grünen) und Rüdiger Veit (SPD) um eine Stellungnahme gebeten und aufgefordert, sich bei den anstehenden Debatten im Bundestag im Sinne der Kampagnen einzusetzen. „Solidarität und der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus werden in unserer globalisierten Welt nötiger denn je“, schreibt Rüdiger Veit und verweist neben der individuellen Verantwortung der Konsumentinnen und Konsumenten auch auf die Pflicht der Politik, die internationalen Rahmenbedingungen des Handels „klar und transparent“ zu gestalten. Die Positionen der Politiker können am 9. Mai bei der Aktion auf dem Kirchenplatz von interessierten Bürgerinnen und Bürgern gelesen werden.

Im Rahmen der Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ fordert der Weltladen Gießen daher die Bundesregierung auf, eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen gesetzlich einzuführen. Fast 500 Weltläden bundesweit beteiligen sich an der Kampagne und sammeln gemeinsam mit dem Giessener Weltladen vom Weltladentag im Mai bis zur Fairen Woche im September Unterschriften. „Der Faire Handel zeigt seit mehr als 40 Jahren, dass partnerschaftliche und transparente Handelsbeziehungen möglich sind. Die Politik muss endlich alle Unternehmen zu fairen Handelsregeln verpflichten,“ so Frau Ilse Staude vom Weltladen Gießen.

Die Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair.“ wird getragen vom Weltladen-Dachverband und Forum Fairer Handel. Der Weltladentag ist der politische Aktionstag der Weltläden und findet zeitgleich mit dem World Fair Trade Day/Internationalen Tag des Fairen Handels statt – 2015 bereits zum 20. Mal! Als Fachgeschäfte für Fairen Handel tragen Weltläden zu mehr Gerechtigkeit im Handel mit den Ländern des Südens bei und setzen sich seit 40 Jahren für bessere Rahmenbedingungen von Kleinbäuerinnen und -produzent/innen ein.

Kontakt: Katrin Schlechtriemen (Sprecherin Kampagnen), Weltladen Gießen, Tel: 0641-791064

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