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Was geht . . . ?

Gießen | Die BND Affäre weitet sich aus . . .
Nach Art ala' Salamitaktik kommen immer weitere Internas und Erkenntnisse über das partnerschaftliche Spitzeln der NSA und den Schlapphütten aus Pulach ans Tageslicht. Dabei ist die Tatsache, dass der BND ein Eigenleben führt und sich dem Grundgesetz in keiner Weise verpflichtet fühlt, nichts neues!
In der Adenauer Zeit deckte z.B. der Nachfolger der Organisation Gehlen, die größtenteils aus Naziverbrechern bestand, den Aufenthaltsort des Massenmörders Adolf Eichmann. Ebenso klaute der BND komplette technologische Blaupausen aus der DDR und warb massenweise die dazu gehörigen Fachleute ab, damit das BRD "Wirtschaftswunder" ins rollen kommt. Wer es nicht glaubt, den verweise ich mal auf das Beispiel Audi aus der Automobilindustrie . . . Der Vorgänger von Audi hieß nämlich mal NSU ( nicht die Nazi Mörderbande ) und stammt eigentlich aus Zwickau. Des weiteren waren BND Geheimkommandos bis 1988 in Afghanistan unterwegs, um gegen die Rote Armee zu kämpfen. Vermutlich wurde schon damals die bundesdeutsche Freiheit am Hindukusch verteidigt . . .

Merke: Moral ist immer die Moral einer bestimmten Klasse!
Ebenso wie die Auffassung von der Freiheit tragen die Auffassungen vom moralischen Verhalten Klassencharakter.

Wie sagte doch Frau Merkel vor gut einem Jahr . . .
"Ausspähen unter Freunden geht gar nicht."
Um im Slang bzw. der Analogie von Frau Merkel zu bleiben, stellt sich für mich grundsätzlich die Frage, "Was geht . . . ?"

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Kommentare zum Beitrag

Kurt Wirth
3.095
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 11:07 Uhr
Mit der Auto-Historie bin ich nicht ganz einverstanden: Die NSU-AG (NSU ist abgeleitet von Neckarsulm, dem Sitz des Werkes seit 1880) befand sich immer in Neckarsulm, produzierte Fahrräder, Motorräder, Nähmaschinen und eben auch Autos und hatte mit Zwickau nie etwas zu tun. Verflochten war das Unternehmen zeitweilig mit FIAT. Die NSU-AG fusionierte erst 1969 mit der in Ingolstadt sitzenden Auto-Union (die den DKW produzierte) zur Audi AG.

Vorgänger der alten Audi-Firma vor 1945 war die Firma Horch in Zwickau. Nach Streitigkeiten im Vorstand der Fa. Horch machte sich einer der Manager mit eigener Firma selbständig und übersetzte den Namen von "Horch" ins lateinische "Audi". Noch vor 1945 wurde aus Horch und Audi und anderen Firmen im sächsischen Raum (Zwickau, Zschopau, Chemnitz) die "Auto-Union" gegründet. Deren Management und Personal wanderte dann nach Gründung der DDR - dies ist insofern richtig - zu großen Teilen in die Neugründung der Auto-Union in Ingolstadt ab.
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 11:19 Uhr
Okay!
Danke, für diesen sehr detailierten Hinweis. Das habe ich so nicht im Detail gewusst. Aber an der historischen Tatsache, dass die BRD viele Fachleute auch und gerade nach der Gründung der DDR abgeworben hat, ändert das ja nichts. Der BND ist seit seiner Gründung in verschiedene Widersprüche verwickelt. Es ist also kein Zufall, dass er z.Z. negative Schlagzeilen macht.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.05.2015 um 11:37 Uhr
Das war doch auch gut so für die BRD Herr Düsterdieck und ist doch Marktorientiert. Das wird doch heute auch noch so praktiziert. Das sehe ich nicht als Problem an.
Abwerben von Fachkräften wird es immer geben, sogar innerhalb eines Landes.
Mirko Düsterdieck
338
Mirko Düsterdieck aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 11:45 Uhr
Hallo Herr Büttel,

deswegen habe ich ja auf die Moral verwiesen. Moral ist beliebig . . .
Und das Abwerben von Menschen mit bestimmten Fähigkeiten ist auch legitim. Das findet ja auch im Sport statt. Ich finde es aber trotzdem wichtig, diese historische Tatsache zu erwähnen, weil sie diesbezüglich im Zusammenhang mit dem BND steht.
Kurt Wirth
3.095
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 11:50 Uhr
In wieweit bei solchen Absetzbewegungen aus der DDR der BND überhaupt nötig war und tatsächlich mitwirkte ist für mich fraglich. Ich kenne da ja auch einige Beispiele (Zeiss von Jena nach Kochem in Baden-Württemberg, Schott-Glas ebenfalls von Jena nach Mainz, Im Verlagsbereich Reclam, Rütten & Loening, Bibliografisches Institut mit dem Duden und seinen Lexikas, die es 35 Jahre lang alle je einmal in der DDR und BRD gab, wie auch die "Krone der Arbeiterbewegung", den Dietz-Verlag, einmal in Berlin und einmal in SPD-Eigentum in Bonn.

Die Vorgänge waren eigentlich immer ziemlich dieselben: die Unternehmen wurden enteignet und zu VEB's verstaatlicht (nur der Dietz-Verlag war SED-Eigentum), die vorherigen Eigentümer setzten sich in die BRD ab bzw. waren in den meisten Fällen schon vor dem Heranrücken der Roten Armee in den Einflußbereich der Westalliierten geflohen, unter Mitnahme von möglichst viel Know-How und materiellen Mitteln. Es war nicht allzu schwierig für sie, die früheren leitenden Angestellten und danach weiteres Fachpersonal zum Umzug zu bewegen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.05.2015 um 13:10 Uhr
Das sehe ich wie Herr Wirth.
Ich denke der BND hat den ein oder anderen eher durchleuchtet ob er auch Westtauglich ist.
Kurt Wirth
3.095
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 20:50 Uhr
Aber mal abgesehen von dem Exkurs über Absetzbewegungen aus der SBZ bzw. danach DDR sehe ich im BND doch auch eine beängstigende Kontinuität vom Nationalsozialismus in die junge BRD. Seine Entstehungsgeschichte über die Organisation Gehlen ist hinlänglich bekannt und seine Verwicklung in das Untertauchen von maßgeblichen NS-Verbrechern ebenfalls, so weit diese nicht ohnehin für den eigenen Dienst requiriert wurden. Das alles unter der Protektion der US-Besatzungsmacht.
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von:  Mirko Düsterdieck

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Mirko Düsterdieck
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