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Einkaufsbusse nutzen nicht nur Senioren

Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald und Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald und Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Gießen | Bereits zum fünften Mal trafen sich Akteure aus der Seniorenarbeit und Pflege, um unter dem Dach des „Seniorennetzwerkes Gleiberger Land“ neue Impulse zu setzen und sich über Neuigkeiten auszutauschen.

Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald und Wettenbergs Bürgermeister Thomas Brunner begrüßten im Seniorenwohnhaus Heuchelheim Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Gleiberger Land. Oßwald sagte: „Mittlerweile laufen die Treffen routinierter ab, weil sich die Akteure im westlichen Kreisgebiet jetzt schon kennen. Das war ein Ziel der Teilraumkonferenzen, die wir vor gut zwei Jahren in Leben gerufen haben.“

Wie immer wurde dabei Neues aus der Region berichtet. In Heuchelheim hat der Ehrenamtsverein der Gemeinde Demenzbetreuer ausgebildet, die seit Anfang des Jahres im Einsatz sind. Außerdem unterstützt der Ehrenamtsverein Senioren mit Fahrdiensten zum Beispiel zu Fachärzten. Weiterhin hat die AWO Gießen Land mit dem Bau einer Wohnanlage für betreutes Wohnen begonnen.

In Biebertal wurde die Seniorenwerkstatt in den Räumlichkeiten der Evenius GmbH angesiedelt und baut derzeit zehn Bänke für den drei Kilometer langen „Rodheimer Entschleunigungsweg“.

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Der Förderverein Sozialstation Biebertal bietet einen Kurs zur Sturzprävention an. Der VdK Wettenberg bietet für seine Mitglieder einen Besuchs- und Einkaufsdienst an. Die Seniorenwerkstatt hat neue Räume in der Gesamtschule Gleiberger Land bezogen, wodurch ein generationenübergreifendes Miteinander gefördert wird.

Auch der Blick über den Tellerrand hinaus gehört zu den üblichen Tagesordnungspunkten. So stellte Iskender Schütte vom Gesundheitsamt des Landkreises Gießen die Projekte „Lokale Gesundheitskonferenzen“ und „regionale Gesundheitsnetze in Hessen“ vor.

Er berichtete von den ersten Erfolgen der ‚Lokalen Gesundheitskonferenzen‘, die das Ziel verfolgen, dem drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken.

Politiker und Mediziner sowie Vertreter des Rettungsdiensts, Krankenhäusern, Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sowie Akteuren aus der Selbsthilfe haben erste Lösungsoptionen entwickelt. Im Lumdatal plant zum Beispiel ein Projektteam ein Ärztehaus.

Unter dem Dach der ‚Lokalen Gesundheitskonferenzen‘ haben sich zudem weitere Projektgruppen gegründet. Sie beleuchten die Themen Demenz und Mundgesundheit bei Senioren. Aufgabe ist für die Akteure aus Medizin, Pflege und Ehrenamt, Lösungsmöglichkeiten und konkrete Ansätze zu erarbeiten.

Mit regionalen Gesundheitsreporten haben sich die Konferenz-Mitglieder ebenfalls auseinandergesetzt. „Das Aufgabenfeld Gesundheitsberichterstattung wird uns weiter begleiten. Der Landkreis Gießen hat sich nämlich als Modellregion für das Förderprogramm des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ‚Auf- und Ausbau regionaler Gesundheitsnetze in Hessen‘ beworben und wurde ausgewählt“, erläuterte Iskender Schütte.

Der Landkreis Gießen soll nun im Rahmen dieses Projekts mit Unterstützung des Institutes für Allgemeinmedizin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main modellhaft für ganz Hessen ein Indikatorenset für eine einheitliche Gesundheitsberichterstattung erstellen.

Weiterhin berichteten verschiedene Redner über das Angebot von Bürger- und Einkaufsbussen in den Gemeinden. Günter Leicht und Lothar Stamm berichteten für Biebertal, dass 2015 mit bis zu 1400 Fahrgästen jährlich gerechnet werde.

Interessierte Nutzer müssen sich bis 9 Uhr des jeweiligen Tages angemeldet haben, für einen Einkauf stehen ca. 45-60 Minuten zur Verfügung. Das Angebot würde nicht nur von Senioren, sondern auch von jungen Müttern ohne eigenen PKW genutzt.

Für Heuchelheim erklärte Michael Rack, dass der von der AWO betriebene Bus nicht nur für Einkaufsfahrten, sondern auch für Fahrten zu kulturellen Veranstaltungen, zu Fachärzten oder Kliniken genutzt würde. Zudem sei einer der Busse rollstuhlgerecht ausgestattet. Die Anmeldung für die Fahrten muss zwei Tage im Vorfeld erfolgen.

Thomas Brunner und Tanja Meyer berichten für Wettenberg. Dort wird der Bus vom RMV betrieben. Es gibt einen festen Busfahrplan und feste Haltestellen. Allerdings sei die Nutzung mit ca. 42 Fahrgästen täglich so gering, dass von Seiten des RMV kein Interesse an der Aufrechterhaltung des Betriebes bestünde.

Insofern wird ein ergänzendes, bedarfsgerechtes Angebot gesucht.
Für die Seniorenarbeit im Landkreis Gießen ist Altenhilfeplanerin Ruth Hoffmann Ansprechpartnerin. Sie ist zu erreichen unter Telefon: 0641 9390-9703, E-Mail: ruth.hoffmann@lkgi.de

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