Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

Veranstaltungs-Arena im Landschaftsschutzgebiet?

Gießen | Will die Stadt in Zusammenarbeit mit dem »Förderverein Landesgartenschau Gießen e.V.« aus dem
Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiet heimlich einen Stadtpark unter Missachtung des Naturschutz- und Landschaftsschutzrechts machen?


Mit den Arbeiten zur Landesgartenschau wurden unbestritten die Weichen für das Schicksal der Wieseckaue um die beiden Teiche gestellt.
Und die Dreistigkeiten haben kein Ende – jetzt wird weiter gegen bestehende Verordnungen verstoßen.

Damit dies der Gießener Bevölkerung nicht weiter auffällt, wird sie befragt, wo die favorisierten "Ruhezonen" in Gießen zu finden sind. Wenn es also genügend Ruhezonen im Stadtgebiet gibt und man somit ausreichende Alternativen hat, benötigt man doch das ehemalige Gartenschaugelände nicht mehr als innenstadtnahes Erholungsgebiet und kann dies schrittweise im Sinne des Fördervereins in eine Veranstaltungs-Arena verwandeln?
Die Frage ergibt für die BI keinen anderen gewinnbringenden Sinn.


Am 2.5. ist die geschickte Herangehensweise der Stadt und des Fördervereins durch beide örtlichen Tageszeitungen wunderbar widergespiegelt worden. Die Taufe des "Stadtparks" war im Stadtcocktail (GAZ) und im Stadtgespräch (GA) Thema. Die Gießener Allgemeine Zeitung referiert im Sinne der Stadtregierung gewohnt scharf und unsachlich, während der Gießener Anzeiger unparteiisch und kritisch bleibt.

Am 2. Mai in der Gießener Allgemeinen Zeitung (S. 26):

"…Gekommen war auch der harte Kern der Bürgerinitiative "Stoppt diese Landesgartenschau", die nicht nur tapfer an ihrem Namen festhält, sondern auch an ihrer Überzeugung, dieses Naherholungs- sei zugleich ein Schutzgebiet..."

Dagegen im Gießener Anzeiger (S. 14) folgender Wortlaut:

"…Gleichwohl werden auch die Kritiker nicht verstummen. Die Bürgerinitiative "Stoppt diese Landes-gartenschau" verteilte etwa Flugblätter und prangerte an, das Naherholungsgebiet verkomme zum »Event-Park«. Auch manche Gießener Bürger, die positiv angetan waren, schränkten zumindest ein, keinen dauerhaften »Rummelplatz« zu wollen.

Besonders verärgert und "zutiefst enttäuscht" reagierte Matthias Korn von der Hessischen Gesell-schaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Der nämlich findet es "eine echte Sauerei", dass direkt am Wasser die Blasmusiker spielten.
"Falls das direkt nebenan brütende gefährdete Teichhuhn mit schlechtem Erhaltungszustand in Hes-sen nun seinen Brutplatz verlassen hat, wird die HGON sich weitere rechtliche Schritte vorbehalten."
Obendrein moniert Matthias Korn, der Naturschutzbeirat sei in seiner letzten Sitzung "wissentlich belogen" worden, weil Musikveranstaltungen direkt am Teich auf Nachfrage verneint worden sein. Zumal es dafür gemäß Landschaftsschutzgebietsverordnung einer Ausnahmegenehmigung bedurft hätte.
Den Vorwurf der Lüge wiederum weist Bürgermeisterin Gerda Weigel-GreiIich entschieden zurück, räumt aber ein, dass die Blasmusik - erst recht nicht mit Verstärker - nicht unmittelbar am Wasser hätte positioniert werden sollen: "Das bedauere ich, denn das war so nicht vorgesehen."

Da stellen sich (nicht nur) der BI die folgenden Fragen:

Die Blasmusik war am See nicht vorgesehen?

Es war auf allen Einladungs-Flyern zum Stadtparkfest deutlich erkennbar, dass auf der Uferplattform am Neuen Teich musikalische Darbietungen offeriert werden sollten:
12:00 14:00 Musikverein AllendorfLahn
14:00 15:00 Der singende Postbote und Gesangverein Harmonie
15:00 17:00 BierbämbelBläser

Wer war der Veranstalter?

Förderverein Landesgartenschau 2014 Gießen e.V.!

Wer sitzt im VEREINSVORSTAND (als 2. stellvertretende Vorsitzende)?

Frau BM Weigel-Greilich!

Wer ist für die Einhaltung der Landschaftsschutzgebiets-Verordnung verantwortlich?

Frau BM Weigel-Greilich!

Frage an den Stadtredakteur der GAZ:

Wieso sollte M. Korn als Vertreter der HGON und Vors. des städt. Naturschutzbeirats eine »Ausnahmegenehmigung gemäß Landschaftsschutzgebietsverordnung« fordern, wenn es sich nicht um ein solches handeln würde???

Wer benötigt also demnach Nachhilfe?

Mit etwas mehr und profunder Recherche sowie weniger Häme könnte der Stadtredakteur der GAZ evtl. punkten!

1
 
 
1
 

Dies könnte Sie zum Thema auch interessieren

Gänsenachwuchs in der Wieseckaue und die Unbelehrbaren
Die Wieseckaue am Ostersonntag: Gleich zwei Graugansfamilien, 5...
Der Bergwerkswald
Urlaub in ferne Länder nicht möglich? Eine gute Gelegenheit, bei...
Der eingezäunte Staudamm von dieser Hochwasser Staustufe in Damm
Beweidete Grünpflege eines Staudammes bei Damm
Eine erfreuliche Entwicklung hat die Grünpflege an der Hochwasser...
Walderdbeere
Neues von der wilden Ecke- Die Walderdbeere steht in voller Blüte
Die letzten warmen Tage haben den Pflanzen recht zugesetzt und doch...
Neues von der wilden Ecke- die Walderdbeere ist reif
Kleine rote Früchte leuchten im Grün der wilden Ecke. Durch die viele...
Hornisse am Holunder.
Neues von der wilden Ecke- Hornissen haben ihr Zuhause gefunden
In der Brombeerhecke versteckt steht noch ein alter, toter...
In der wilden Ecke sind jetzt viele gelbe Blüten zu sehen
Neues von der wilden Ecke- Wo sind all die Schmetterlinge hin?
Wenn man sich über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Bereich...

Kommentare zum Beitrag

H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 16:44 Uhr
Man könnte sich ja jetzt fragen(wird langsam Zeit) ob die ehemals grüne(ist sie in meinen Augen schon lange nicht mehr) für die Gießener Bürger, sofern sie denn beriet wären sich zu äußern, nicht die BM um ihren Rücktritt bitten sollten.

Es wird doch nur noch getäuscht und vertuscht und dann wird lapidar gesagt, so war es nicht gewollt.

Ja wer trägt den hier die Verantwortung?
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 16:44 Uhr
Wer die Verantwortung trägt, der sollte auch die Konsequenzen ziehen.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 18:55 Uhr
Leider kann ich hier nicht so schreiben, wie ich es gerne möchte. Die Etikette verbietet es mir.

Müssen wir denn diese ständigen (albernen) Ausreden und Unaufrichtigkeiten weiter hinnehmen ?
Noch ein weiteres Jahr !!! ???
Für mich ist die, von Martina erwähnte, länger (!) geplante Wieseckau-Nutzung auf jeden Fall fakt - und das gehört in die Schublade " List und Tricks " !

Aus der Tatsache, dass z. B. der NABU es ablehnt, sich mit der Stadtverwaltung an einen Tisch zu setzen, zieht das Rathaus m. E. ihren Nutzen.
( Oder hat sich das inzwischen wieder geändert ? )
Dann eben Strafanzeige !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich bitte Herrn Matthias Korn inständig, hier Stirn zu zeigen !!!
Klaus Schindler
8
Klaus Schindler aus Buseck schrieb am 05.05.2015 um 19:55 Uhr
Auch ich schlucke besser runter was ich schreiben möchte.

Bitte bitte liebe Wähler, vergesst auch das nicht...
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 20:00 Uhr
Wenn von 12 bis 17 Uhr auf der besagten Uferplattform (die schon während der LaGa-Planung in der Kritik stand) ein Musik-Repertoire mit wechselnden Interpreten (aus meiner Sicht alles keine Unbekannten im heimischen Raum) präsentiert wird, kann man wohl kaum davon reden, "dies sei so nicht vorgesehen gewesen."
???
Und damit ist genau dies eingetreten, was schon in der Planungsphase die Kritik an dieser Plattform hervorrief. Veranstaltungen im sensiblen Uferbereich - völlig ungeachtet der Schutzfristen während der Brut- und Setzzeit vieler, zum Teil geschützter Wasservögel.
Dies macht erneut deutlich, welche Szenarien bei künftigen Veranstaltungen uns noch geboten werden.
Das nächste steht schon im Raum - denn der Vizepräsident des Landesturnerbundes ließ kürzlich über die Presse verkünden, während des Landesturnfestes werde interessierten Besuchern die Gelegenheit geboten, eine neue Trendsportart, das sogen. >STEHPADDELN< auszuprobieren.
Ich hoffe inständig, man besinnt sich an verantwortlicher Stelle und untersagt dies.
NOCH IST ZEIT!
Bernd Zeun
11.650
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 21:16 Uhr
Mit der Umbenennung des Geländes in Stadtpark hat man sich vertan, Vergnügungspark wäre der richtige Name.
Christian Momberger
11.270
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 05.05.2015 um 22:32 Uhr
Eine sehr gute PM wie ich finde und gute Kommentare. Es wäre schön, wenn das Handeln von Frau GWG Konsequenzen zeitigen würde, sowohl rechtliche als auch bei den nächsten Wahlen. Aber leider habe ich da so meine Zweifel. :-(
338
Ruth Schewietzek aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 06:46 Uhr
Nun, ganz offensichtlich soll der Park 'vermarktet' werden - als Erholungsgebiet fällt er dann aus.
Man sollte diesem Verein mal finanziell auf die Finger schauen, es würde mich nicht wundern, wenn an solchen Veranstaltungen verdient werden soll.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 08:57 Uhr
aus Nächstenliebe werden die Veranstaltungen doch sicher nicht über die Bühne am See gehen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.05.2015 um 09:01 Uhr
Sie scheinen nicht zu Wissen oder absichtlich den Lesern vermitteln wollen, dass gegen eine Verordnung verstoßen wird. Es wird gegen nichts verstoßen. Ob einem die Nutzung gefällt oder nicht muss man im rechtlichen Sinne fair bleiben. Das tun Sie zum wiederholten Male nicht. Die Stadt Gießen verstößt mit den geplanten Veranstaltungen im Sinne eines Landschaftschutzgebietes gegen nichts. Moralisch ist dies etwas anders.
Ein Landschaftsschutzgebiet hat meistens gar keine bis sehr geringen Auflagen bezüglich des Naturschutzes. Landschaftsschutzgebiete können speziell auch für Tourismus ausgewiesen werden.
Landschaftsschutzgebiete sind bei Bauleitverfahren zu berücksichtigen. Die Bebauung im Außenbereich kann erschwert werden, ist aber nicht grundsätzlich verboten. 28% der Fläche in Deutschland sind Landschaftsschutzgebiete. Dieser werden sogar von Autobahnen durchzogen.
Auch der Englische Garten in München mit seinen Biergärten, mit den Surfern auf dem Eisbach ist ein Landschaftsschutzgebiet.
„Chinesischer Turm, Seehaus und die Surfer am Eisbach - das ist für viele Touristen der Englische Garten in München. Jetzt im Sommer sind die Wiesen von Vergnügungssüchtigen übervölkert. Der größere Teil im Norden ist ruhiger, viel weitläufiger, naturbelassener. Und wer sich Zeit nimmt, entdeckt die eine oder andere Kuriosität.“
Und das geht in einem Landschaftsschutzgebiet, warum auch nicht. Der Landschaft passiert auch nichts. In der Landschaftsschutzordnung der Stadt München wird ausdrücklich auf die Bereiche zum feiern hingewiesen.
Dies ist nur ein Beispiel.
Herr Momberger was für rechtliche Konsequenzen erwarten Sie und wegen was?
Vielleicht ist mir etwas entgangen.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 09:06 Uhr
Lieber Herr Büttel, es kommt immer auf so ein Gebiet an. Im Englischen Garten habe ich z.B. nie ein Teichhuhn gesehen.
Bald in Gießen auch nicht mehr. Bei Dem Schutz wird, wie von Ihnen ja auch geschrieben, immer nur an die Landschaft gedacht und nicht an die Tiere die dort leben.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.05.2015 um 10:26 Uhr
Landschaftsschutzgebiet ob mit oder ohne Teichhuhn bleibt ein Landschaftschutzgebiet.
Christian Momberger
11.270
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 12:48 Uhr
Naja, wenn hier wirklich gegen die Auflagen des LSG Auenverbund Lahn-Dill verstoßen worden sein sollte und es keine ggf. benötigten entsprechenden Sondergenehmigungen gegeben haben sollte, finde ich, sollte dies schon rechtlich geahndet werden. Ich beziehe mich da auf die im Artikel zitierten Vorwürfe des Herrn Korn, der denke ich wissen sollte, was dort zulässig ist oder nicht. Wie sie ja schon schreiben, ist LSG nicht gleich LSG.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 17:46 Uhr
hätte, hätte, Fahrrad-Kette...
Herr Büttel, hier interessiert nicht die Landschaftschutzordnung Münchens.
Ich gebe Ihnen insofern recht, dass LSG nicht gleich LSG ist.
Daraus folgt aber, dass die lokalen wie regionalen Belange hinsichtlich Nutzung und Schutzkriterien bei jedem LSG abweichen.
Ich kann mir kein Urteil über die im Umland von Hungen angesiedelten LSGs erlauben, da mir die jeweiligen Verordnungen nicht bekannt sind.
Dies steht auch hier nicht zur Debatte.
Im obigen Beitrag ist einzig und allein die "Verordnung über das
Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Lahn-Dill“
vom 06.12.1996" heranzuziehen!
Hier wurden die unterschiedlichen Schutz- und
Nutzungsansprüche innerhalb der Grenzen des LSGs verankert.
Dort sind z.Bsp. unter §5 Abs. 1 mehrere Punkte aufgelistet, die während des Stadtparkfestes fahrlässig od. vorsätzlich vom Veranstalter ignoriert wurden.
(https://www.giessen.de/PDF/Landschaftsschutzverordnung_Auenverbund_Lahn_Dill_.PDF?ObjSvrID=684&ObjID=2033&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1194428869)
Christian Momberger
11.270
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 18:04 Uhr
Danke für die interessanten Erläuterungen Uli.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.05.2015 um 18:08 Uhr
Davon schreibt auch keiner Herr Kraft.
Damit wollte ich lediglich aufzeigen welchen Charakter ein solches Gebiet haben kann. Das dies nichts mit Naturschutz oder Artenschutz zu tun haben muss wie gerne suggeriert wird. Welche Dinge rund um Hungen irgendwo stehen weiß ich nicht bei uns gibt es sehr viele reine Naturschutzgebiete was ich persönlich auch nicht nur gut finde.
Ob sich das Teichhuhn durch die Blasmusik belästigt gefühlt hat gilt es auch noch zu beweisen. Auf der Flucht sind die Teichhühner wohl nicht. Mir scheinen diese Tiere verständlicher zu sein wie die Menschen.
Oder hat es jetzt seinen Brutplatz verlassen? Dann war es aber ein paar Tage nach der Musik.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 19:29 Uhr
...nichts zu tun haben muss...
...haben kann...
Halten wir uns doch einfach daran, was Fakt ist.
Es geht nicht um 'das Teichhuhn', sondern um die gesamte - noch vorhandene - Population, die schon durch die LGS massive Einbußen zu verzeichnen hatte.
Der Rückgang der Bestandszahlen ist hier (http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/88066/wieseckaue-bestandsentwicklung-des-teichhuhns-gallinula-chloropus/) dokumentiert.
Ungeachtet dessen setzt man erneut den gesamten Wasservogel-Bestand (besonders in der aktuell anhaltenden Brut- und Setzzeit) ohne jedwede Rücksichtnahme unnötigem Streß aus, sodass befürchtet werden muss, dass einige Nistplätze zwischenzeitlich verwaist sind!
Die Beschränkungen für dieses LSG können sie der im voherigen Kommentar verlinkten Schutz-VO entnehmen.
Es wurde über die gesamte Dauer des "Stadtpark"-Festes dort Blasmusik und Gesang mit akustischen Verstärkern aufgeboten! Darüber hinaus wurden Privat-KFZ bis in den Uferstreifen gefahren und außerhalb der befestigten Wege od. evtl. ausgewiesener Parkplätze abgestellt.
Suggerieren will hier nur einer, der Förderverein:
mit der symbolischen Taufe zum "Stadtpark" (basierend auf dem fragwürdigen Ergebnis einer Zeitungsumfrage) glaubt er offensichtlich die Bevölkerung dahingehend zu überzeugen, dass man nun in dem Gelände Veranstaltungen jedweder Art und zu jeder Zeit ohne Einschränkungen durchführen könne.
Schade, dass unser Stadtoberhaupt sich vor den Karren spannen lässt - aber was tut man nicht alles in Wahlkampf-Zeiten!
Ich konnte in vielen Jahren häufig Familien mit Kindern beobachten, deren Augen leuchteten, wenn sie den Haubentaucher, ein Teichhuhn mit Küken, Graugänse, Schwäne oder etwa Kormorane uvm. entdeckten. Und dies nicht in irgendeinem beengten Zoo-Gehege, sondern völlig uneingeschränkt direkt am Rande der Innenstadt in einem weitgehend intakten Biotop. Das gilt es zu schützen und zu bewahren.
Für einen Rummelplatz gibt es genügend andere - wesentlich qualifiziertere - Örtlichkeiten!
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 06.05.2015 um 21:20 Uhr
Oder hat es jetzt seinen Brutplatz verlassen? Dann war es aber ein paar Tage nach der Musik.

Jetzt kann ich Sie Herr Büttel nicht mehr ernst nehmen. Tiere und deren Wohlergehen scheinen Ihnen demnach egal zu sein.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.05.2015 um 22:45 Uhr
Das ist mir nicht egal...wo steht das Herr Herold. Ich setze mich schon immer für Tiere ein. Wo haben Sie diese Weisheit jetzt wieder her?
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 08:18 Uhr
Ob sich das Teichhuhn durch die Blasmusik belästigt gefühlt hat gilt es auch noch zu beweisen. Auf der Flucht sind die Teichhühner wohl nicht. Mir scheinen diese Tiere verständlicher zu sein wie die Menschen.
Oder hat es jetzt seinen Brutplatz verlassen? Dann war es aber ein paar Tage nach der Musik.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 07.05.2015 um 09:17 Uhr
Ja und Herr Herold, was hat das mit Ihrer Aussage zu tun? Woher nehmen Sie das Recht daraus abzuleiten die Tiere seien mir egal. Es ist doch daraus deutlich zu lesen und zu verstehen,dass genau das Gegenteil der Fall ist.
Desweiteren handelt es sich um ein Festsellung um nicht mehr und nicht weniger.
Sie sind schon sehr seltsam mit Ihren Weisheiten.
Dietmar Jürgens
1.258
Dietmar Jürgens aus Gießen schrieb am 07.05.2015 um 22:13 Uhr
Frau Back - extra für Sie - noch ein Auszug aus der Verordnung (Allgemeinverfügung zur Landschaftsschutzgebietsverordnung „Auenverbund Lahn-Dill“ S. 7): ...Zweck der Unterschutzstellung ist auch die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Raum zur ruhigen Erholung.
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 09:03 Uhr
ich habe es allenfalls als Satire aufgefasst, insbesondere das "...Oder hat es jetzt seinen Brutplatz verlassen? Dann war es aber ein paar Tage nach der Musik.

Im übrigen muss sich jeder hier gefallen lassen, dass ein anderer sich das Recht heraus nimmt, zu denken, schlussfolgern und Meinung äußeren.
Das Recht haben alle und auch Sie nehmen es sich doch heraus, oder etwa nicht?
Ach liebe Frau Back, ein Spruch extra für Sie:
" Musik wird oft nicht schön gefunden,
Weil sie stets mit Geräusch verbunden."
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.05.2015 um 10:17 Uhr
Ja Herr Herold in Ausreden und Auslegungen sind Sie Aufgrund Ihrer enormen Weisheit nicht verlegen. Leider ist es keine Satire sondern immer noch eine Feststellung. Ein paar Tage nach der Musik/Veranstaltungen war das Nest noch belegt. Ich war seit dem nicht mehr dort. Sollten die Tiere das Nest jetzt verlassen haben dann hat dies ursächlich ja wohl nichts mehr mit der Veranstaltung zu tun....jetzt verstanden? Es hat außerdem noch keiner darauf geantwortet ob die Nester verlassen wurden. Muss ich mich wohl am Sonntag selber überzeugen.

Des Weiteren verweise ich mal auf den § 3 der Landschaftsschutzverordnung Auenverbund Lahn Dill ebenso auf den Bebauungsplan zur LGS aus 2012. Hier werden die Träger der öffentlichen Belange herangezogen dazu gehört auch die UNB. Der Rest ist aus dem Text zu entnehmen.

Was wiederum nicht bedeutet, das ich das Ganze richtig finde. Bevor die Deuter wieder tätig werden.
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 13:32 Uhr
Dessen ungeachtet gelingt es einem menschlichen "alten Huhn", dass auf dem jährlichen Gießener Stadtfest die Musik stets um 22 Uhr abgeschaltet werden muss! Lächerlich! Dem gegenüber schallt die "Musi" des Pohlheimer Wiesenfestes von der Mockswiese bis weit in dei Nacht "dörferweit" wochenlang! Hier passen die Verhältnismäßigkeiten in keiner Weise mehr.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 13:36 Uhr
Hr. Büttel, erneut muss ich Sie korrigieren, es gibt keinen Bebauungsplan zur LGS!
Es gibt lediglich einen Bebauungsplan GI 01/34 Wieseckaue. Dieser jedoch deckt lediglich einen Bruchteil des Gewässers am Neuen Teich ab und wurde im Grunde nur für die Errichtung des Cafés und des Multifunktionsgebäudes aufgelegt.
Sie sind doch so sehr dafür, dass hier keine falschen Eindrücke vermittelt werden.
Dort heißt es u.a. auch:
Befristete Festsetzungen (§ 9 Abs. 2 Nr. l BauGB)
Innerhalb der öffentlichen Grünflächen und der Fläche für Sportanlagen sind im Rahmen der 5. Hessischen Landesgartenschau Gießen ab Januar 2014 bis einschließlich Dezember 2014 temporäre Ausstellungsflächen und Veranstaltungsbühnen sowie sonstige zweckgebundene bauliche Anlagen zulässig.

Auch dies ist ein Beleg dafür, dass entsprechende Ausnahmen von den Beschränkungen lediglich für die Dauer der Gartenschau galten und sich nun hieraus in keinster Weise ableiten ließe, dass man dies dauerhaft so fortführen und ein Event das nächste ablösen könne!
Darüber hinaus finden Sie dort auch unter >Hinweise und nachrichtliche Übernahmen< folgenden Text:
Der räumliche Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich teilweise innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Auenverbund Lahn-Dill“. Die Schutzbestimmungen der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet,,Auenverbund Lahn-Dill"vom 06.12.1996 sind zu beachten.

Ach ja, sollten Sie am Sonntag selbst Ausschau nach evtl. verlassenen Brut-Gelegen halten, werfen sie vielleicht auch einmal einen Blick auf das Gelände des neuen Gießener Ballermanns. Auch hierzu gab es im Bebauungsplan entspr. Festlegungen (Innerhalb der im Bebauungsplan mit Ausflugslokal bezeichneten Fläche sind mindestens 8 heimische Bäume mit gebietseigener Herkunft anzupflanzen)
Ich glaube kaum, dass südländische Palmen die obigen Kriterien erfüllen können!!!
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 13:41 Uhr
Frau Back, ich hätte es nicht treffender und vor allen Dingen nicht so präzise formulieren können.
Vor allem » ... durchs Gelände geblasen... «
Daher greife ich gerne ihre Wortwahl auf: »Aber die Musik, die durchs Gelände geblasen wird - die ist dann der Aufreger.«
GENAU!
Es wäre gewiss möglich gewesen, sich mit dem Naturschutzbeirat im Vorfeld der Veranstaltung auf ein für alle akzeptables Konzept zu verständigen, wenn man den Beirat und seine Mitglieder vollumfänglich über das geplante Programm informiert hätte. Ich könnte mir vorstellen, die Beiratsmitglieder, die auch tlw. die Naturschutzverbände repräsentieren, wären an der einen oder anderen Stelle konzessionsbereit gewesen.
Aber den Beirat nur lückenhaft zu informieren oder ihm evtl. sogar Informationen vorzuenthalten – um dann hinterher (nur wenig glaubhaft) zu beteuern, es sei ja so gar nicht vorgesehen gewesen, das hat schon ein gewisses »Geschmäckle« !
Auch wenn man im Vorfeld von Veranstalter-Seite den normalen Weg gegangen wäre und eine erforderliche Ausnahme-Genehmigung eingeholt hätte, wäre es erst gar nicht zum >Aufreger< gekommen.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 14:52 Uhr
Da halt ichs wie Frau BM: Die Lüge weise ich entschieden zurück!
Den Handlungsspielraum zeigt der Förderverein doch auf.

Kurze Nachfrage: Besteht eigentlich eine engere verwandtschaftliche Bindung zwischen Ihnen und dem oben zitierten Stadtredakteur der GAZ? War nur so ne Mutmaßung, ich dachte, die Häme und Unkenntnis sei genetisch bedingt.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 08.05.2015 um 15:24 Uhr
Danke Herr Kraft.
"Am 01.09.2011 beschloss die
Stadtverordnetenversammlung den Entwurfsplan zur La
ndesgartenschau 2014 im Bereich der Wieseckaue
für die Landesgartenschau, der die Grundlage des Bebauungsplanes darstellt. Der Bebauungsplan bezieht
sich dabei ausschließlich auf den zur Freizeit und
Erholung intensiv genutzten Parkbereich. Innerhalb
dieses Parkbereiches mit den Schwerpunkten Freizeit, Sport
, Spiel und Veranstaltung sollen sich langfristig die
intensiven Freizeitnutzungen konzentrieren, während
der übrige Parkbereich überwiegend der ruhigen Er-
holungsnutzung dienen wird. Im Zuge der landschafts
architektonischen Umgestaltung werden die intensiven
Nutzungen harmonisch weiterentwickelt und miteinand
er verbunden, sodass im Rahmen der Aufstellung des
Bebauungsplanes Nr. GI 01/34 „Wieseckaue“ vorrangig
das Erfordernis besteht, diese langfristig zu si-
chern und mit der Schaffung von weiteren Baurechten
umweltverträglich zu ergänzen. Mit der Herstellung
und langfristigen Sicherung von zwei neuen zentrale
n Zugangsachsen wird dem überordneten Ziel der
besseren Vernetzung der angrenzenden Stadtquartiere
mit den innerstädtischen Frei- und Grünanlagen."

Nur ein kleiner Auszug. Wie soll der Betrachter das mit den Freizeitaktiviteten langfristig denn verstehen? Vielleicht können Sie auch hierzu aufkläung geben. Danke.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 08.05.2015 um 17:06 Uhr
Ich fürchte, dies wissen ein Großteil der Parlamentarier selbst nicht. Ich war bei der angeführten Sitzung als Besucher anwesend.
Abgesehen davon, dass auch der dort beschlossene Grundlagenplan viele Details 'verschluckte', wie z.B. die wenige Wochen danach angekündigten Baumfällungen, war zu beobachten, dass viele so sehr in andere Beschäftigungen vertieft waren, dass sie von der eigentlichen Aussprache lediglich Fragmente mitbekommen haben dürften.
Als dann noch mehrere von ihrem Sitznachbarn angestupst werden mussten, um überhaupt ihr Votum bei der Abstimmung zu geben, reichte dies, um sich als Beobachter ein Bild davon zu machen, was es heißt, 'Volksvertreter' zu sein. :-(

Zu den Freizeitaktivitäten: meine Einschätzung dazu ist die, dass man bewusst das Ganze recht 'schwammig' formuliert hat, um langfristig dieser Grünanlage den Status des LSG zu entziehen, um es dann kommerziellen Nutzungen zuzuführen.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Martina Lennartz

von:  Martina Lennartz

offline
Interessensgebiet: Gießen
Martina Lennartz
6.285
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Zum Charakter der „Hygienedemos“
Nach Wochen der Einschränkungen werden immer mehr Regeln gelockert,...
Einladung zum Antikriegstag
Seit 1957 wird am 1. September an die Schrecken des Ersten und...

Veröffentlicht in der Gruppe

Bürgerinitiative "Wieseckaue" - vorher BI"Stoppt diese Landesgartenschau"

Bürgerinitiative
Mitglieder: 34
Aktuellste Beiträge der Gruppe:
Zum Charakter der „Hygienedemos“
Nach Wochen der Einschränkungen werden immer mehr Regeln gelockert,...
Buchvorstellung- Entdecke die Lahnaue
"Entdecke die Lahnaue- Ein Rundgang" von Nicole Freeman beschreibt...
Weitere Gruppen des Beitrags:

Weitere Beiträge aus der Region

Einbruch und Vandalismus auf DLRG-Baustelle im Uferweg
Nicht die erste Tat - Kabeltrommel entwendet, Benzin geklaut, Kabel...
Bergung "Alter Schwede"
Wie der "Alte Schwede" aus der Elbe gefischt wurde
Der "Alte Schwede" ist ein Findling am Elbuferwanderweg in Hamburg,...
Lebenshilfe Gießen fordert Corona-Prämie auch für Mitarbeitende der Behindertenhilfe
Pohlheim (-). Die Corona-Pandemie ist eine riesige Herausforderung...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.