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In diesem Jahr ist es der 125 Tag der Arbeit

Gießen | Im Jahr 1890 gab es am 1. Mai den ersten Kampftag der Arbeiterbewegung. Da mit staatlichen Repressionen durch den Reichskanzler Otto von Bismarck gerechnet werden musste, waren die Arbeiter eher zögerlich. Den Beschluss, den 1. Mai als Feiertag der Arbeiter zu begehen, fassten im Oktober 1889 die Sozialdemokraten.

Wie sollte der 1. Mai gefeiert, darüber war man sich in der Arbeiterbewegung nicht ganz einig. Trotz Demonstrationsverbot rief die KPD am 1. Mai 1929 zu einer Demonstration auf, die als „Blutmai“ in die Geschichte einging. Es kam zu Schießereien und mehr als 30 Menschen kamen ums Leben.

Im Westen des Landes standen für die Gewerkschaften, nach der Befreiung Deutschlands arbeits- und friedenspolitische Schwerpunkte im Vordergrund. In Ostdeutschland gab es vom Staat inszenierte Militärparaden.

Hauptsächlich in Berlin und Hamburg etablierten sich in den 80er Jahren in der radikalen autonomen Szene gewaltsame Maikrawalle, die heute leider immer noch das Bild von einem Maifeiertag prägen.

Die Geschichte zeigt, dass es immer schon Menschen gab, die auch unter Einsatz ihres Lebens wichtige
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Ziele verfolgten. Der Mut aller führte zu dem was wir heute wohl Arbeitsrecht nennen dürfen. Der 1. Mai bleibt auch weiterhin ein wichtiger Tag für die Arbeitnehmer/innen und die Gewerkschaften, das Ziel auf gute Arbeitsbedingungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich gehöre noch zu der Generation, die von den Vertrauensleuten der Gewerkschaft zum 1. Mai eine rote Nelke kauften. 1889 wurde die Nelke zur Arbeiterblume. Ihren Ursprung hat diese Blume schon in der französischen Revolution. Aristokraten, die verurteilt waren, trugen auf dem Weg zur Guillotine eine rote Nelke. Somit ist diese Blume das Symbol der Unerschrockenheit geworden.

In Berichten ist zu lesen, dass heute noch die Gräber von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mit roten Nelken geschmückt sind.

In der heutigen Zeit hat der 1. Mai nicht mehr den Stellenwert der vergangenen Zeiten. Wanderungen, Familientreffen, einfach den Tag genießen, so wird heute meist der gesetzliche Feiertag, der 1. Mai begannen. Harmonisch und friedlich, jedoch sollten die Rechte der Arbeitnehmer nicht aus den Augen verloren werden !

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 01.05.2015 um 09:21 Uhr
Danke Frau Stapf für ihre Gedanken zum 1. Mai.

Schön, dass sie so persönlich gehalten sind.

Mein Kurzkommentar:

"Tag der Arbeit" - was für eine Verschleierung!

Tag der Arbeiter! Und sonst Nichts. Denn ... wie heisst es so schön in einem alten Arbeiterlied:

" ..... Es kann die Befreiung der Arbeiter
Nur das Werk der Arbeiter sein. ...."

((Einheitsfrontlied; Eissler/Brecht))
H. Peter Herold
29.027
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.05.2016 um 21:49 Uhr
Lieber Martin und alle die immer nur von ARBEITER reden. Sind nicht auch Angestellte Mitglieder in Gewerkschaften. Es sollte immer nur von abhängig Beschäftigten gesprochen werden.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Christine Stapf

von:  Christine Stapf

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Interessensgebiet: Gießen
Christine Stapf
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