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Erlebnis unbekanntes Ostkreta IV - Strände an der Südküste

Die Bucht von Agia Fotia rund 12 Kilometer östlich der Stadt Ierapetra
Die Bucht von Agia Fotia rund 12 Kilometer östlich der Stadt Ierapetra
Gießen | Es gibt sie wirklich – kaum besuchte, kaum bekannte Strände und kleine, schwer zugängliche, abgelegene Buchten im landschaftlich sehr reizvollen, touristisch wenig erschlossenen Osten und Südosten Kretas. Auch wenn es bei der ostkretischen Region Lasithi um eine geographisch eher kleine Fläche von wenig mehr als 1.800 Quadratkilometern geht, mit einer Einwohnerzahl von etwas über 75.000 (Daten v. 2012), so hat die Region doch eine beeindruckend lange Küstenlinie im Norden, Osten und Süden. Deshalb ist die Liste der Strände auch sehr lang und die einzelnen Badestellen, Buchten und Strände sind von sehr unterschiedlicher Beschaffenheit in Bezug auf Wellen, Wind, Wassertemperatur und Sand, Kies oder Felsen. Da es wohl mehr als 100 Strände, Buchten und Badestellen in der Ostkretischen Region Lasithi sind, kann ich hier nur auf wenige eingehen, die natürlich meinen Vorlieben entsprechen. Wer sich darüber hinaus informieren möchte findet auf der Internetseite von Alexandros Roniotis www.cretanbeaches.com in englischer Sprache nahezu alle kretischen Strände.
Die Bucht der Agia Fotia hinter dem Ort Ferma Richtung Osten
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habe ich bereits an anderer Stelle erwähnt (Erlebnis unbekanntes Ostkreta I – Agia Fotia), sie gehört sicherlich zu den schönsten Stränden Kretas und ist sogar für Urlauber mit dem Bus erreichbar. Zum kretischen Nah- und Fernverkehrssystem ist zu bemerken, dass es ausgezeichnet funktioniert. Die Fahrpreise sind sehr preiswert und die Busse sind oft überpünktlich, deshalb wird allgemein empfohlen, zehn Minuten vor der Abfahrtszeit an der Bushaltestelle zu sein.
Und wem die Agia Fotia schon zu bekannt ist, der bracht nur ca. drei Bushaltestellen, oder drei Kurven weiter zu fahren und erreicht die Bucht von Achlia. Man kann sie nicht verfehlen, denn sie ist von der Küstenstraße gut einsehbar und man kann über zwei Zugänge Parkplätze erreichen. Am Strand gibt es eine Taverne und mittlerweile werden auch Sonnenschirme und Liegen angeboten. Die kleine Strandkantina hatte allerdings im Herbst 2014 geschlossen. Direkt an der Straße in der Kurve befindet sich eine weitere sehr empfehlenswerte Taverne (Taverna Achlia), die allerdings erst abends ab ca. 20 Uhr – aber dafür auch im Winter – geöffnet hat. Dort verkehren hauptsächlich Einheimische und einige Deutsche Hausbesitzer, die in dieser Gegend Häuser gebaut oder gekauft haben. Ein Hotel
Blick auf die Libysche See direkt aus einer Taverne unter Tamarisken
Blick auf die Libysche See direkt aus einer Taverne unter Tamarisken
gibt es in der Nähe dieser Bucht nicht aber einige sehr schöne Appartements. Die Bucht empfiehlt sich sehr zum Sonnenbaden, Schnorcheln und Schwimmen, da sie durch Felsen sehr geschützt liegt. Das Wasser ist türkis/blau und kristallklar, der Strand ist aus dem typischen grobkörnigen grauen Sand und feinem Kies, der im Sommer so heiß werden kann, dass man barfuß kaum noch darüber laufen kann.
Zwei kleine kaum bekannte Strände, die fast ausschließlich von Einheimischen genutzt werden findet man rund 500 Meter hinter dem Ort Mavros Kolimpos Richtung Makri Gialos an der Küstenstraße. Der Strand liegt in einem Wiederaufforstungsgebiet und es führt eine Schotterpiste hinunter. Da die kleinen Buchten nicht ausgeschildert und von der Küstenstraße nicht einsehbar sind, findet sie auch praktisch niemand. Man muss ein wenig klettern um sie zu erreichen, wird aber dann mit grobem grauen Sand, türkisfarbenem Wasser mit geringen Wellen belohnt.
Die ostkretische Südküste bietet zwei außergewöhnliche Besonderheiten: man kann mit Ausflugsbooten von Ierapetra aus zur rund 15 Kilometer vorgelagerten Insel Chrissi mit ihren weißen Sandstränden fahren und vom kleinen Hafen in Makri Gialos zur rund 17 Kilometer entfernten Insel Koufonisi, die der
Makri Gialos Promenade und Strand sind in der Hochsaison gut besucht
Makri Gialos Promenade und Strand sind in der Hochsaison gut besucht
Südostspitze Kretas vorgelagert ist. Chrissi ist sehr bekannt und täglich fahren während der Saison mehrere Ausflugsboote die Insel an. Die weißen Strände sind bemerkenswert und das Wasser ist türkisblau. Auf Chrissi finden die zahlreichen Besucher auch eine Taverne und Strandbar sowie Liegen und Sonnenschirme, denn Schatten ist knapp.
Wer nach einem Besuch von Chrissi schon meint die schönsten Strände Ostkretas gesehen zu haben, der kennt Koufonisi nicht. Um es vorweg zu nehmen, Koufonisi erhält in meinem persönlichen Ranking für Schönheit und Unberührtheit von fünf möglichen Sternen sieben Sterne mit Ausrufezeichen, denn die nur etwa 2,5 Kilometer lange (ost/west) und 2,1 Kilometer breite (nord/süd) Insel ist eines der letzten unberührten und schützenswerten Naturparadiese Griechenlands. Einheimische berichten von über 30 völlig naturbelassenen Sandstränden, Buchten und Badestellen mit türkisblauem, kristallklarem Wasser und wenig Wellen. Schwimmen und Schnorcheln absolut empfohlen. Allerdings ist die Insel nicht so leicht zu erreichen wie Chrissi Island. Vom Hafen Makri Gialos fährt während der Saison nur ein kleineres Ausflugsboot und auch nur dann wenn Wind und Wellen es zulassen und sich genug Interessenten finden, die mitfahren
Exkursion nach Koufonisi, ein unvergessliches Erlebnis
Exkursion nach Koufonisi, ein unvergessliches Erlebnis
wollen. So kommen selten mehr als 30 Besucher zusammen, die sich schnell auf der Insel verteilen. Koufonisi ist geprägt von sehr vielen Thymiansträuchern, im Zentrum der Insel gibt es die kleine Kapelle Agios Nikolaos, zu der eine Art Fußweg führt, dem man auch weiter folgen kann bis man die Südküste mit ihren Stränden erreicht. Dorthin allerdings kommt kaum ein Besucher. Ansonsten gibt es noch die Grundmauern einer antiken römischen Siedlung, einen Bretterverschlag an einem der Strände, wo die Bootsbesatzung bei Interesse Getränke ausschenkt oder sogar Souvlaki grillt. Auch hier gilt: Schatten ist Mangelware und man sollte bei einem Besuch der Insel entsprechend ausgerüstet sein. Bemerkenswert sind noch die spektakulären weißen Kalkstein-Schichtformationen an der Südküste, die neben zahlreichen Fossilien den Kretern als magischer Ort gelten. Dem Gestein wird heilende Wirkung zugesprochen und in den Felsen haben frühere Besucher aus römischer und venezianischer Zeit Datum und Namen hinterlassen, um zu belegen, dass sie diesen magischen Ort besucht haben. Das ist natürlich mit Rücksicht auf die Natur heute streng untersagt, genauso wie Camping. Im Frühjahr und Herbst kann man in den Dünen von Koufonisi eine blühende, weiße Lilienart in großer Zahl sehen.
Weiße Lilien in den Dünen von Koufonisi im Hintergrund die Südküste Kretas
Weiße Lilien in den Dünen von Koufonisi im Hintergrund die Südküste Kretas
Makri Gialos ist nur noch deswegen erwähnenswert, weil es der letzte Ort vor der Südostspitze ist, der noch etwas touristische Infrastruktur hat wie Bankautomat, Arzt, Souvenirshops und Supermärkte sowie eine sehr schöne Promenade mit Tavernen und Bars und einem Sandstrand, der allerdings wegen der zahlreichen Appartements und Hotels während der Saison sehr gut frequentiert ist. Doch schon direkt hinter Makri Gialos/Analipsis, wenn man der Küstenstraße weiter Richtung Goudouras folgt sind die Strände wieder kaum bis gar nicht besucht. Zu nennen ist der Diaskari Strand mit Taverne am Westende des Strandes und ein wenig östlicher der Lagada Strand sowie die sehr kleinen Buchten Spilia und Spalidi. Die Strände hier sind bedeckt mit feinem, sandigem Kies, das Wasser ist kristallklar bei geringen Wellen. Diese Strände sind je weiter man nach Osten kommt immer weniger besucht. Bei Goudouras macht die Straße schließlich einen scharfen Knick nach links und verlässt die Südküste.

Die Bucht von Agia Fotia rund 12 Kilometer östlich der Stadt Ierapetra
Die Bucht von Agia Fotia... 
Blick auf die Libysche See direkt aus einer Taverne unter Tamarisken
Blick auf die Libysche... 
Makri Gialos Promenade und Strand sind in der Hochsaison gut besucht
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Weiße Lilien in den Dünen von Koufonisi im Hintergrund die Südküste Kretas
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Die Bucht von Achlia, feiner Kies und kristallklares Wasser
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Kaum bekannt: kleine Bucht kurz hinter Mavros Kolimpos unweit der Küstenstraße
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von:  Ralf Semmler

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