Bürgerreporter berichten aus: Gießen | Überall | Ort wählen...

"Willkommen zwischen Limes und Vulkan!" - Eine Resolution zu Flüchtlings- und Asylfragen. - Evangelische Dekanate: "Asylsuchenden mit Achtung und Respekt begegnen."

Gut 1000 m vom Ortsrand des Gießener Stadtteils Rödgen entfernt, dazwischen saftige Wiesen, ein befestigter Feldweg, die L 3126, die Eisenbahnschienen und ein hoher Drahtzaun: Die Erstaufnahmeeinrichtung im früheren US-Depot
Gut 1000 m vom Ortsrand des Gießener Stadtteils Rödgen entfernt, dazwischen saftige Wiesen, ein befestigter Feldweg, die L 3126, die Eisenbahnschienen und ein hoher Drahtzaun: Die Erstaufnahmeeinrichtung im früheren US-Depot
Gießen | Bei einer Enthaltung haben die 107 Synodalen der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg kürzlich folgende Resolution beschlossen:
"Es werden kommen von Osten und Westen, von Norden und von Süden, die zu Tische sitzen werden im Reiche Gottes." (Lukas 13, 29)
"Unsere Region erlebt den größten Zuzug an hilfesuchenden Menschen seit den 90er-Jahren. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für alle gesellschaftlichen und politischen Akteure dar. Auch die evangelische Kirche in der Region sieht sich hier in der Verantwortung.
Die gemeinsame Synode der evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg tritt dafür ein, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft, Kultur und Religion in Würde leben kann. Sie unterstützt die politisch Verantwortlichen in der Region in ihren Bemühungen, Flüchtlinge am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben zu lassen. Dazu gehören das Recht auf eine menschenwürdige Unterkunft und das Recht, einer bezahlten Arbeit nachgehen zu können.
Unabhängig davon, dass dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung einer europäischen Einwanderungspolitik gesehen wird, appelliert die Synode an die Menschen in der Region, Asylsuchenden mit Achtung und Respekt zu begegnen, ihnen Hilfe und Unterstützung zu gewähren.
Mehr über...
Hungen und Kirchberg. (1)"Willkommen zwischen Limes und Vulkan!"- Resolution der Dekanate (1)
Die Dekanats-AG ist bereit, hier weiterhin gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Synode ermutigt deshalb die Kirchengemeinden und die Diakonie, die ehrenamtlich tätigen Flüchtlingsinitiativen weiter zu unterstützen und die Gründung neuer Helferkreise zu fördern.
Sie appelliert an die Kirchengemeinden, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Asylsuchenden zu öffnen, zu ihren Veranstaltungen einzuladen und/oder ihnen Begegnungsräume zur Verfügung zu stellen. Sie bittet zugleich darum, zu prüfen, ob kircheneigene Gebäude als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden könnten. Die Synode fordert die Menschen in der Region dazu auf, mit den Asylsuchenden in Kontakt zu treten, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören und ein öffentliches Zeichen dafür zu setzen, dass uns ihr Schicksal berührt.
Wer Migranten willkommen heißt und ihnen hilft, in unseren Dörfern und Städten eine neue Heimat zu finden, handelt nicht nur im Sinne des Bibelwortes von Lukas. Die Synode ist vielmehr überzeugt: Wer sich für neue Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Fremde öffnet, eröffnet unserer Region auch eine neue Zukunft."

Gut 1000 m vom Ortsrand des Gießener Stadtteils Rödgen entfernt, dazwischen saftige Wiesen, ein befestigter Feldweg, die L 3126, die Eisenbahnschienen und ein hoher Drahtzaun: Die Erstaufnahmeeinrichtung im früheren US-Depot
Gut 1000 m vom Ortsrand... 
Gelegentliche Besucher des Stadtteils Rödgen: Auf dem befestigten Weg zwischen Canon und Rödgen wandern drei Asylbewerberinnen und ein Asylbewerber.
Gelegentliche Besucher... 
HR 3: 3500 Asylbewerber  i n  einem Ort mit 1800 Einwohnern. Haben die Fernsehleute die Kühe und Schafe zwischen Rödgen und der HEAE im ehemaligen US-Depot vergessen?
HR 3: 3500 Asylbewerber ... 

Kommentare zum Beitrag

361
Harry Weiß aus Gießen schrieb am 24.04.2015 um 13:53 Uhr
Amen dazu.
Martin Wagner
2.742
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 25.04.2015 um 08:09 Uhr
Der Artikeleinsteller schrieb: (...) "Unabhängig davon, dass dringender Handlungsbedarf bei der Entwicklung einer europäischen Einwanderungspolitik gesehen wird, ....." (....)

Hoppla da geht etwas in meinen Augen zu schnell: Die BRD ist nach in seiner zur Zeit gültigen Fassung keinesfalls ein Einwanderungsland. Unabhängig, ob sie es faktisch ist, muss der Souverein erst einmal entscheiden, ob das Grundgesetz in diesem Punkt geändert werden soll.

Da das eine sehr schwerwiegende Entscheidung darstellt wäre es meiner Meinung nach angebracht das ganze Volk zu fragen und nicht nur die Parlamentarier.

Ja Asylbewerber muss stärker geholfen werden - überhaupt kein Widerspruch. Aber es sind Asylbewerber die in verstärktem Maße Schutz in der BRD suchen und welche nach (ich finde viel zu langer Bearbeitungszeit) diesen Schutz erhalten oder auch nicht.

Abgelehnte Bewerber haben keinerlei Rechtsanspruch in der BRD sich Arbeit zu suchen - anerkannte Bewerber sollten schneller in die Arbeitswelt integriert werden.

Sollte Frau Merkel - das kann ich ja nicht wissen - bei den laufenden Gespräche auf europäischer Ebene so tun, als wäre die BRD ein Einwanderungsland dann verstösst sie eindeutig gegen die Verfassung.

Eine in diesem Zusammenhang nicht unwichtige Tatsache ist aber auch, dass der Katalog der zu einer Anerkennung als Asylant führt dringend mit weiteren berechtigten Gründen erweitert werden muss.

Ich lehne aber grundsätzlich die Nutzung des Asylrechtes zur verdeckten Einwanderung ab.

Ich bin zwar Katholik (also von der anderen Fraktion ...), also auch so etwas wie "kirchlich gebunden", und als religiöser Mensch sehe ich die Notwendigkeit "in der Welt zu wirken".

Aber hier in der BRD eine klitzekleine Minderheit der von dem Kapitalismus zum Verhungern bestimmten Menschen aus den ausgebeuteten Regionen der Welt aufzunehmen, das kann doch kein Weg sein. Aber - und da bitte ich mich nicht falsch zu verstehen - dass tagtäglich Tausende von Menschen in der so genannten Dritten Welt verhungern, weil wir hier in der "1. Welt" nicht in der Lage sind den Kapitalismus abzuschaffen, das ist "schon heftig" . Deswegen kämpfe ich - übrigens im Einklang mit einer kleinen Gruppe von Linken in den Amtskirchen - für die sofortige weltweite Beseitigung dieses Wirtschaftssystems namens "freie Marktwirtschaft".

(Was für ein Hohn / religiös ausgedrückt gottloses Denken: Ich bin dann mal so frei mich zu bereichern, während du so "frei" bist zu verhungern .......! Ich kann garnicht so viel essen, wie ich da kotzen muss .....!)

Sollten die Amtskirche ihre "heiligen Schriften" wirklich einmal ernst nehmen (und nicht als Handlanger dieses Systems und deren Hampelfrauen und -männer in der aktuellen Regierung agieren), dann müßten sie mit der säkulären Linken aktiv an der Abschaffung dieses Wirtschaftstypes mitwirken.

Natürlich warte ich was den neuen Papst betrifft erstmal ab, ob dessen antikapitalistischen Äußerungen nicht nur "Schönwetterpolitik" darstellt, aber sollte es sich zeigen, dass die katholische Amtskirche auf einen strengen antikapitalistischen Kurs einschwenkt, könnte das sicher auch für die "andere Fraktion" vorbildlich sein.

Mir steht nicht zu Empfehlungen abzugeben, aber ich finde die überall sichtbare Staatsnähe der evangelischen Amtskirche bedarf der Überdenkung.
Karl-Ludwig Büttel
3.879
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.04.2015 um 12:13 Uhr
Hallo Herr Wagner, habe Sie sich in Bezug auf die evangelische Amtskirche als Katholik nicht ein Eigentor geschossen? Wer zahlt den Prunk die Bischöfe und Kardinäle? Wer hat das größte Vermögen gehortet? Alleine nach der Offenlegung des Vermögens des Bistums Köln muss man davon ausgehen, dass die Kirche in der Lage ist das von Ihnen beschriebene Elend zu mindern ja sogar zu lösen. Der Christliche Glauben würde das sogar gebieten. Aber das Gegenteil ist der Fall die katholische Kirche vermehrt nur ihr Vermögen. Nicht Geben nur Nehmen so sieht es doch aus. Ob der neue Papst gegen den Filz im Vatikan etwas ändern kann, mag ich zu bezweifeln.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Werner Döring

von:  Werner Döring

offline
Interessensgebiet: Gießen
Werner Döring
2.425
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Zwei Gruppen bildeten..........
VHC Hoherodskopf zu Besuch im Kloster Arnsburg - Hauptversammlung wird am Jahresende fortgesetzt
Nach dem Ausfall coronabedingter Veranstaltungen des Vogelsberger...
von rechts die beiden Geehrten Lisa Walldorf und Hugo Walldorf und Frank-Tilo Becher und Jürgen Becker
Jahreshauptversammlung der SPD Rödgen - Vorsitzender Jürgen Becker wiedergewählt - Geschlossenheit bei geheimen Wahlen
Geheime Vorstands und Delegiertenwahlen sowie Ehrungen und Berichte...

Weitere Beiträge aus der Region

Frau Christine Krüger zeigt in schwierigen Zeiten ein starkes Engagement und unterstützt unter anderem den Lebenshilfe-Reiseveranstalter proMundio mit selbstgenähten Masken.
Nähen für die gute Sache - Christine Krüger ist „heimliche Masken-Heldin“ des Lebenshilfe-Reiseveranstalters proMundio
Pohlheim (-). Christine Krüger ist zur Stelle, wenn Hilfe benötigt...
Braucht etwas Zeit zum Kennenlernen - LORD
Lord ist fremden Menschen gegenüber zunächst eher etwas misstrauisch...
Eine Kabinettsorder, der sog. Spitzbubenerlass, von 1726.
Friedrich der I. (der Soldatenkönig): „Wir ordnen und befehlen...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.