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Erlebnis unbekanntes Ostkreta I - Agia Fotia

Im Tal in der Nähe der kleinen Kapelle Agia Fotia zwischen Hibiskus, Bougainvillea und Platanen stehen einige typische ältere Häuser.
Im Tal in der Nähe der kleinen Kapelle Agia Fotia zwischen Hibiskus, Bougainvillea und Platanen stehen einige typische ältere Häuser.
Gießen | Bis heute findet sich kaum einen Platz in Europa, der schon seit dem Altertum so stark polarisiert und fasziniert wie die Wiege der europäischen Kultur - Kreta. Die größte griechische Insel bietet den Reisenden eine außergewöhnliche Vielfalt an Urlaubsmöglichkeiten. Für fast jeden ist etwas dabei, sei es Badeurlaub, Kultur- und Naturreisen, Wanderurlaub und Sportreisen sowie viele andere Urlaubsmöglichkeiten. Pauschal- und Individualtourismus scheinen ohne größere Reibung nebeneinander zu existieren. Mein Ziel im Herbst, die Agia Fotia, ca. 14 Kilometer östlich der Stadt Ierapetra und ca.109 Kilometer vom Flughafen Nikos Katzanzakis (Heraklion) im Südosten Kretas. Bei der Recherche über diese Region fällt auf: die Angebote und Informationen über den Osten Kretas (Bezirk Lassithi) und besonders den Südosten sind weniger zahlreich als für die anderen drei Regionen der Insel.
Die kleine geschützte Bucht Agia Fotia mit kristallklarem Wasser, seinen Olivenhainen, Obstbäumen und Gemüsegärten ist der Endpunkt eines Tales, das sich vom höchsten Berg der Gegend, dem Afentis Stavromenos (1476 Meter), südlich bis an die Libysche See zieht. Man kann die Bucht aus Richtung Ierapetra (Südküstenstraße Richtung Sitia) kaum verfehlen, denn gegenüber dem einzigen Hotel (Eden Rock Hotel mit Wasserfall) geht es in die Bucht hinunter ca. 400 Meter Fußweg oder mit dem Auto. Die Bushaltestellen (Richtung Ierapetra und Sitia) liegen ebenfalls unmittelbar an der Hoteleinfahrt. Die Parkmöglichkeiten direkt am Strand sind begrenzt, deshalb empfiehlt es sich den Weg zu Fuß in Angriff zu nehmen. Besonders beeindruckend sind die außergewöhnlichen Felsformationen (Eden Rock und andere) in denen nicht nur Einheimische Tiere, Fabelwesen und Götter zu erkennen glauben. Diese Bucht ist in den letzten Jahren immer wieder mit der „Blauen Flagge“, einem Gütesiegel im nachhaltigen Tourismus, ausgezeichnet worden z. B. für gute Wasserqualität.
Schon zu Zeiten der Flower-Power-Kultur war dieser Strand mit seinem grünen Tal ein Geheimtipp und seit diesen Zeiten hat sich wenig verändert, zumindest in der Vor- und Nachsaison hält sich die Urlauberzahl in Grenzen. Allerdings ist der Strand vor allem an den Wochenenden bei den Einheimischen sehr beliebt. Direkt am Strand, der mit feinem grauen Sand und Kies aufwartet, gibt es eine Strandbar und eine Taverne sowie einige Appartements.
Die Agia Fotia: Kristallklares Wasser und beschauliche Tavernen abseits des Massentourismus.
Die Agia Fotia: Kristallklares Wasser und beschauliche Tavernen abseits des Massentourismus.
Etwas weiter zurück liegt, über eine lange Treppe von der Straße oder über das trockene Flussbett direkt vom Strand erreichbar, die malerische Taverne „The River“ in einem wunderschönen Garten. Wem die Angebote am Strand schon zu touristisch sind, der wird sich hier sehr wohl fühlen, was im Übrigen auch daran erkennbar ist, dass man in dieser Taverne Leute trifft, die seit vielen Jahren dorthin kommen. Läuft man durch das trockene Flussbett findet man neben alten Platanen auch die versteckt liegenden Häuser bei der alten Kapelle Agia Fotia (Heiliges Feuer).
Ein Tipp: morgens präsentiert sich die Libysche See meist ruhig und die Bucht praktisch menschenleer, das ist für mich immer die Einladung zu einer ausgedehnten Schwimmtour noch vor dem Frühstück.
Wer in der Agia Fotia Quartier sucht kann sich zunächst im Internet oder im Reisebüro über das Hotel und Appartements informieren. Man kann allerdings auch direkt im Hotel, den Appartements oder Tavernen nach Unterkunft fragen. In der Vor- und Nachsaison gibt es keine Engpässe, in der Hochsaison empfiehlt sich die langfristige Reservierung. Urlauber, die voll erschlossene touristische Regionen mit ihrem umfangreichen Angebot schätzen kommen hier nicht auf ihre Kosten, ebenso wenig Touristen die Luxus suchen. Menschen, die Abgeschiedenheit, Ruhe und das ursprüngliche Kreta suchen, werden aber begeistert sein. Es ist also eher ein Ort für Individualisten, die an den Menschen, ihrer Lebensart, Kultur und der Natur interessiert sind.
Diejenigen, die sich für Flora und Landschaft dieser abgelegenen Region begeistern können, die finden hier außergewöhnliche Angebote, die im Osten Kretas (aber auch sonst auf Kreta) kaum oder gar nicht zu finden sind. Schon das Tal bietet sich für kleine Wanderungen und Spaziergänge an. Allerdings sind die Wege meist nicht markiert. So kann man in der scharfen Rechtskurve vor der Abfahrt in die Agia Fotia von Ierapetra kommend links in einen Wirtschaftsweg einbiegen und ihm etwa einen Kilometer folgen. Wenn man sich dann weiter links hält und dem Weg folgt erreicht man nach etwas mehr als einem weiteren Kilometer den Eden Rock Felsen. Von ihm hat man einen wunderschönen Blick über das ganze Tal und die Bucht. Folgt man dem Weg weiter, erreicht man nach rund 800 Metern wieder die Küstenstraße. Von dort kann zur Agia Fotia zurückwandern. Die Küstenstraße hat allerdings keinen Fußweg oder man geht den Weg einfach zurück.
Eine weitere kleine Tour in der Nähe führt zum Wasserfall von Mylonas. In der scharfen Rechtskurve der Küstenstraße hinter Koutsounari Richtung Ferma biegt man links ab auf eine Schotterpiste und folgt ca. zwei Kilometer dem Weg (es gibt in der Kurve ein Hinweisschild). Nach einer scharfen Rechtskurve fährt man durch das Bachbett, begleitet vom Geruch von Olivenmaische. Hinter der Rechtskurve links befindet sich eine betonierte Wasserrinne, dahinter findet man ein Hinweisschild, das den Beginn des Fußweges nach links zum Wasserfall markiert. Die Entfernungsangabe von 750 Metern stimmt jedoch kaum, eher ist es doppelt so lang. Entlang des Weges gibt es gelegentlich rote Pfeile, die den Weg markieren.
Der letzte Teil des Weges führt durch eine alte betonierte Wasserrinne. Am Ziel lockt der spektakuläre Anblick des wunderschönen Wasserfalls mit kleinem Teich. Ab Ende Juni kann es sein, dass dort aber kein Wasser mehr fließt.

Im Tal in der Nähe der kleinen Kapelle Agia Fotia zwischen Hibiskus, Bougainvillea und Platanen stehen einige typische ältere Häuser.
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von:  Ralf Semmler

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