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Transparenz oder Scheintransparenz?

Gießen | In der letzten Zeit habe ich des Öfteren von
TTIP-Befürwortern den Vorwurf gehört, die Gegner von
TTIP argumentierten mit falschen Behauptungen
von Intransparenz und Verhandlungen unter strikter Geheimhaltung- dabei würden doch seit drei Monaten schon regelmäßig Verhandlungstexte im Internet veröffentlicht, die jedermann auf der offiziellen Homepage der EU nachlesen könne.
Über diese Aussage habe ich mich sehr gewundert,
habe ich doch aus anderen Quellen erfahren, dass
als Reaktion auf den öffentlichen Protest zwar EU-
Abgeordnete Zugang zu den Verhandlungsdokumenten
bekommen haben, aber zu sehr restriktiven Bedingungen : Sie dürfen die Dokumente nur in einem
besonderen Raum einsehen, in dem das Mitnehmen eines Handys streng untersagt ist, ebenso wie das
Anfertigen von Kopien. Und das, obwohl viele
Passagen der Schriftstücke so geschwärzt sind, dass
ein inhaltlicher Zusammenhang kaum noch herstellbar ist. Und selbst unter diesen Auflagen ist nur ein kleiner
Teil der Verhandlungstexte zur Einsicht freigegeben.
Vor Allem die Verhandlungsunterlagen der Amerikaner
bleiben weiterhin streng geheim.
Wie passt das zusammen mit der Behauptung, wer
wolle, könne doch alles Wesentliche im Internet nachlesen?
Ich habe mir diese Homepage der EU angesehen und
gelesen, was dort zu einzelnen Themen der Verhandlungen veröffentlicht ist.
Verhandlungstexte sind das nicht , sondern Zusammenfassungen und Rechtfertigungen, verfasst nach dem Muster :"Wie sag ichs meinem Kinde",
und natürlich ist, wenn man diesen Texten glauben will, Alles gut, und man kann den freundlichen Erwachsenen und Mutti schon vertrauen.
Mein Mißtrauen allerdings ist durch diese Art der
Aufklärung noch gewachsen.
Probieren Sie´s doch selbst. Sehr interessant: Auf der
Homepage der EU- für den mündigen Bürger.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.705
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 18.04.2015 um 07:51 Uhr
Danke Frau Barthel für ihren sehr gut geschriebenen Artikel.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gertraud Barthel

von:  Gertraud Barthel

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Interessensgebiet: Gießen
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