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Wo Tote zu Fuß in die Aufbahrungshalle gehen: Barmherzige Geschwister, Kondome und weibliche Herrenbikes

Da ist es wieder, das „Binnen-I“. Aber wenn man schon so viel Wert darauf legt, dass sich sowohl Männlein, als auch Weiblein von der Einbahnregelung angesprochen fühlen, warum dann nur ein Herrenrad als symbolische Abbildung?
Da ist es wieder, das „Binnen-I“. Aber wenn man schon so viel Wert darauf legt, dass sich sowohl Männlein, als auch Weiblein von der Einbahnregelung angesprochen fühlen, warum dann nur ein Herrenrad als symbolische Abbildung?
Gießen | Ein klein wenig lassen es unsere österreichischen Freunde ja hier an der finalen Konsequenz fehlen. Wenn schon, dann richtig. Die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache wird auch im Land der Berge und Schluchten geführt, mal mehr, mal weniger heftig. In Linz, der an der Donau gelegenen Landeshauptstadt Oberösterreichs, ist man/frau da schon weiter als in anderen Teilen der rot-weißen Alpenrepublik. Vielleicht auch deshalb, weil sich die Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2009 nicht nur eine Frauenstadträtin leistet, sondern natürlich auch eine engagierte Frauenbeauftragte. Und den entsprechend feminin orientierten Netzwerken, deren Fäden sich wie die von Spinnweben über der Stadt ausbreiten, entkommt sowieso kein potentielles Opfer.
Lange Rede, kurzer Sinn: Straßenschilder wie dieses sind in Linz keine Seltenheit. Da behaupte noch einmal einer, dieses “ Binnen-I“ sei tot. Ist es nicht. Aber das Majuskel-I, wie es auch genannt wird, ist nur ein probates Mittel unter vielen, dem „Generischen (geschlechterübergreifenden) Maskulinum“, dem sprachlichen Unterdrückungsinstrument einer Macho-dominierten
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Welt, Stirn und Buchstaben zu bieten. In diesem Fall aber wirkt es nicht nur angestrengt-bemüht, sondern auch halbherzig. Denn: Wenn, wie das Zeichen signalisieren soll, es neben Radfahrern eben auch RadfahrerInnen gibt, die hier ausgenommen werden, dann müsste frau eigentlich auch darauf bestehen, ihren eigenen Drahtesel, ähm, ihre eigene Drahteselin zu bekommen. Das auf dem Schild angedeutet-dargestellte Gefährt ist aber, wie an dann der Stange ersichtlich, eindeutig ein Herrenbike. Und der stilisierte Bursche auf dem Fußgängerzonenschild weiter oben ist auch als solcher zu erkennen und alles andere als geschlechtsneutral. Hier, liebe FrauenrechtlerInnen, müssen wir aber noch mal nachbessern!
Und mein Kollege Roland Schmitt hat von seinem Kurzbesuch in Linz noch weitere Beispiele mitgebracht, die den kreativen Einfallsreichtum der hiesigen Schildbürger unterstreichen, oder doch zumindest Raum für Interpretationsversuche bieten. Da gibt es die Aufbahrungshalle der Pöstlingberg-Pfarre, ein atmosphärisch dichter und gediegener Ort, an und in dem die lieben Verstorbenen ausgestellt werden, damit die Zurückgebliebenen Tschüß sagen können. Der pietätschwangere Ort ist aber nur fußläufig zu erreichen, für die Lebenden wie die Toten. Und Winterdienst gibt es hier auch keinen. Geschweige denn übernehmen die Betreiber irgendwelche Haftung. Für was und für wen wäre noch zu hinterfragen…
Nach Verhütungsmitteln wird man /frau hier wohl vergebens fragen. Sonst kriegen die Jungs Ärger mit dem Chefe, weil das gegen die streng-katholischen Vereinsstatuten verstoßen würde und schlecht für’s Geschäft wäre.
Nach Verhütungsmitteln wird man /frau hier wohl vergebens fragen. Sonst kriegen die Jungs Ärger mit dem Chefe, weil das gegen die streng-katholischen Vereinsstatuten verstoßen würde und schlecht für’s Geschäft wäre.
Apropos schwanger: Ob der um Verhütung Galan in der Pharmazie der ja fest im katholischen Glauben verwurzelten „Barmherzigen Brüder“ Kondome bekommt, oder „Sie“ die Pille, wage ich zu bezweifeln. Der Fotograf hat sich aber auch nicht getraut, explizit danach zu fragen. Außerdem wäre der Verkauf solcher Produkte auch geschäftsschädigend und kontraproduktiv. Die Brüder betreiben an der Linzer Seilerstätte nämlich eine eigene (ziemlich große) Klinik mit angeschlossener Geburtshilfe. Und für die Versorgung der Neugeborenen sind dann, „Cobra, übernehmen sie“, ihre genauso barmherzigen Schwestern nebenan zuständig. Letztere unterhalten ein Klinikum in unmittelbarer Nachbarschaft
Man/frau ergänzt sich kongenial und optimal. Während die Damen den Durchblick haben bzw. selbigen in ihrer ophthalmologischen Abteilung wieder herstellen, ist die Neurologie ein Joint-Venture. Dazu gehört auch eine Abteilung für Akutgeriatrie. Und wenn hier und anderswo wirklich alle medizinische Kunst versagt, gibt’s ja da die wieder die Aufbewahrungshalle (siehe oben). Aber da kommt man immer so schlecht hin….

Da ist es wieder, das „Binnen-I“. Aber wenn man schon so viel Wert darauf legt, dass sich sowohl Männlein, als auch Weiblein von der Einbahnregelung angesprochen fühlen, warum dann nur ein Herrenrad als symbolische Abbildung?
Da ist es wieder, das... 
Nach Verhütungsmitteln wird man /frau hier wohl vergebens fragen. Sonst kriegen die Jungs Ärger mit dem Chefe, weil das gegen die streng-katholischen Vereinsstatuten verstoßen würde und schlecht für’s Geschäft wäre.
Nach Verhütungsmitteln... 
Willkommen im Club: Für Lebende und Tote aber nur fußläufig zu erreichen.
Willkommen im Club: Für... 
Ein kleines „H“ hätten die Brothers & Sisters, barmherzig wie sie sind, ruhig noch dranhängen können. Dann wäre der Fall klar gewesen. Aber in Linz weiß man/frau: Gemeint sind weder die „Basket Academy Rhein-Main“, noch die Barmer
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von:  Jürgen Heimann

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Jürgen Heimann
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