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Jugendmedienschutz an Francke-Schule

Oberstufenschüler beim Medienschutz-Vortrag
Oberstufenschüler beim Medienschutz-Vortrag
Gießen | Kindern und Jugendlichen eine Orientierung für den Weg durch das geben – das war die Zielsetzung des Projekttages Jugendmedienschutz an der August-Hermann-Francke-Schule. Im Klassenverband informierten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 12 über Chancen und Risiken der Neuen Medien.
Dieser besondere Unterricht stieß auf großes Interesse, will doch – laut einer jüngst durchgeführten Studie des Branchenverbandes Bitkom – die große Mehrheit der deutschen Schüler mehr über das Internet erfahren. Dabei interessieren sich Kinder und Jugendliche besonders für den Schutz der Privatsphäre. So waren an der Francke-Schule Hilfen bei der Selbstdarstellung im Netz und die verschiedenen sozialen Netzwerke Thema in den Klassen 6 und 7. Größere Schüler sprachen im Klassenverband über Cybermobbing. Dabei kamen sowohl Kurzfilme als auch von der Polizei zur Verfügung gestellte Arbeitsblätter zum Einsatz.
Die Oberstufenschüler wurden in einem Vortrag über Internetsucht informiert. Der dazu eingeladene Mediziner Frank Schönbach (Marburg) referiert als Experte zu diesem Thema auch vor Erwachsenengruppen und ist selbst dreifacher Vater. Nach einleitenden Definitionen erklärte er, dass das Verhalten im Internet sich von demjenigen im normalen Leben dadurch unterscheide, wie man durch die Annahme eines Nicknames (eines Pseudonyms im Computernetz) in Rollen schlüpfen könne und zu Handlungen komme, welche weniger peinlich erscheinen und einer geringeren Kontrolle unterliegen. Der Drang zur Wiederholung des Erlebten und die im Alltag gelebte Verheimlichung führten bei Jugendlichen zu Isolation und zu Verlust des Selbstwertgefühls. Medizinische Fakten erläuterte der Arzt so: „Bei Internetsüchtigen werden die gleichen Hirnstrukturen angeregt wie bei Drogenabhängigen, z. B. Heroinsucht. Die einschlägigen Hirnveränderungen als Ergebnis einer Internetsucht sind objektiv durch Magnetresonanzuntersuchungen nachweisbar. Der Überschuss von Dopamin, welches im Gehirn als Botenstoff wirkt, hat einen zunehmenden Kontrollverlust zur Folge.“ Mit einfühlsamen Worten ging der Referent auch auf die Nutzung pornografischer Inhalte im Netz ein und legte die hier zur Sucht führende Gefährdung dar. Dabei ging er auch auf die menschenverachtende Praxis der Pornofilmindustrie und auf Einzelschicksale von ehemaligen Darstellerinnen ein.
Bevor Schönbach am Ende seines Vortrages persönliche Beratung anbot, beschrieb er noch Ansätze zum Ausstieg aus der Internetsucht, empfahl hilfreiche Literatur und Webseiten sowie Rechenschaftsprogramme und gute Filter.
Alle Schüler bekamen im Rahmen des Medienschutztages auch altersgerechte Flyer von diesbezüglichen Institutionen und hilfreiche Adressen wie klicksafe.de oder medien-sicher.de ausgehändigt.

Oberstufenschüler beim Medienschutz-Vortrag
Oberstufenschüler beim... 
Dr. Frank Schönbach
Dr. Frank Schönbach 
Vortrag in der Aula
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Kommentare zum Beitrag

Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 14.03.2015 um 10:02 Uhr
Auch für Erwachsene ein interessantes und nützliches Thema!
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von:  August-Hermann-Francke-Schule Gießen

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