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Bürgerinformationsveranstaltung zu geplanten Biebertaler Windrädern findet statt – wie vorgesehen, am 20. März 2015!

Fotos: geplante Windräder auf dem Helfholz/ Hungerberg, NO-Richtung über den Ort Frankenbach – symbolische Darstellung.
Fotos: geplante Windräder auf dem Helfholz/ Hungerberg, NO-Richtung über den Ort Frankenbach – symbolische Darstellung.
Gießen | Eine persönliche Einschätzung von Ulrich Grüger

Der Parlamentsvorsitzende der Gemeinde Biebertal hatte geladen. Mit der Organisation der Veranstaltung und den einzuladenden Referenten, wurde die Firma IFOK (Bürgerforum Energieland Hessen) beauftragt, die gleichermaßen die Gemeinde bezüglich der Thematik berät.
Wer glaubte, dass dies eine faire Pro und Contra Veranstaltung, im Sinne einer objektiv beiderseitigen Information für die Bürger werden würde, sah sich bald getäuscht. Bereits im Vorfeld kamen erneut Unregelmäßigkeiten zu Tage, wie sie ähnlich vor der Podiumsveranstaltung vom Dünsbergverein e.V. im Bürgerhaus Bieber stattfanden. Mit der Wahl des vorgesehenen Moderators, einen Mitarbeiter der Firma IFOK zu beauftragen, um die vielbeschworene „Neutralität“ zu wahren, war die Gemeinde äußerst schlecht beraten. So legte IFOK in der ursprüngliche Besetzung des Podiums fest, keinen einzigen Vertreter der Bürgerinitiative KÖNIGSBERGER GEGENWIND aufzustellen. Der Protest der BI folgte prompt: Die Bürger nur einseitig zu informieren, als Pro-Windkraft-Veranstaltung, sei undemokratisch. Die BI fordere daher eine paritätische Besetzung des Podiums. Erst nachträglich lenkte IFOK zähneknirschend ein.
Firma IFOK, in „unabhängiger“ Vermittlerrolle unterwegs, beauftragt und bezahlt vom Land Hessen, hat u.a. einen Sitz in Boston USA. Für mich persönlich eine Firma mit nicht unbedeutende Nähe zur „Atlantik Brücke“, zu TTIP, CETA und anderen aktuell heiß diskutierten Themen, wo europaweite Bürgerinitiativen für demokratische Transparenz kämpfen. Jeder Leser kann sich zu den erwähnten Projekten sein eigenes Bild machen. Verschwörungstheorien? Fehlanzeige. Dies ist harte, ernstzunehmende Realität.

Das gefürchtete Gegengewicht

Als der IFOK-Berater im Gespräch mit einer Vertreterin der BI erfuhr, wen die BI mit großem Aufwand bzgl. gefüllten Terminkalenders, als Referenten gewinnen konnte, bekam dieser offenbar kalte Füße. Zunächst forderte er, die beiden genannten Referenten auf einen zu reduzieren. Später wollte er auch diesen übriggebliebenen Referenten nicht mehr akzeptieren. Soll heißen: Der IFOK-Berater, als Moderator der geplanten Veranstaltung, hatte der Gemeindespitze empfohlen, nur einen, aber einen anderen, und keine weiteren Referenten auf der BI-Seite im Podium zuzulassen. Daher schien es auch kaum verwunderlich die geplante Bürgerversammlung von Seiten des Parlamentsvorsitzenden der Gemeinde Biebertal in Abstimmung mit dem Gemeindevorstand abzusagen. Der Grund liegt für mich klar auf der Hand:
Der überaus kompetente Technologieexperte Dr. Ing. D. Ahlborn vom hessischen Landesverband VERNUFTKRAFT e.V. hat mit seinen Vorträgen bereits vielen Menschen die Augen über die wahren Fakten der „hochgelobten Windkraftanlagen“ geöffnet. VERNUFTKRAFT-Link: http://www.vernunftkraft.de/
Ferner sollte als zweiter Referent, ein Mediziner von VERNUFTKRAFT zu der (ebenso vom Bürgerforum Energieland Hessen) politisch heruntergespielten Infraschall-Problematik referieren. Für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass die Pro-Seite mit Projektierungsfirma Volkswind, Regierungspräsidium und IFOK bei den Biebertaler Bürgern wenig Verständnis für das geplante Vorhaben wecken hätte können.
Also entschloss sich der Parlamentsvorsitzende der Gemeinde Biebertal, gewiss auch aus formalen Gründen und noch offenen Sachfragen (wie die ‚Gießener Allgemeine’ am 12. März berichtete), die zuvor anberaumte Veranstaltung kurzerhand abzusagen. Ein Affront gerichtet an die BI, die den VERNUFTKRAFT-Experten Dr. Ing. Ahlborn nur mit großer Mühe zu diesem Termin einladen konnte.

Werden Windkraftanlagen tatsächlich durch die Bürger geduldet?

Dass solche Maßnahmen der Energiewende dienen sollen, dies aus übergeordneter Gesamtbetrachtung einer zuverlässigen Strombereitstellung, lässt sich kaum noch als haltbare Tatsache erklären. Trotzdem versuchen das die politisch Verantwortlichen immer wieder in öffentlichen Veranstaltungen den Bürgern zu vermitteln. Jüngst geschehen auf dem 11. Mittelhessischen Klimaschutzforum des Regierungspräsidium (RP) Gießen. Dort hieß es sinngemäß: „Die Energiewende werde – auch im Hinblick auf die finanziellen Lasten – wesentlich durch die Bürgerinnen und Bürger getragen“.
Bedeutet, bezogen auf das geplante Biebertaler WKA-Vorhaben, dass alle Biebertaler Bürger in Falle eines Scheiterns für die gemeindeeigenen Anlagen steuerlich zur Kasse gebeten werden.
„Die Menschen in Deutschland sind bereit, sich auch persönlich für eine Energiewende einzusetzen. So nimmt jeder Zweite höhere Stromkosten in Kauf.“, äußerte sich ein Mitarbeiter vom Meinungs- und Forschungsinstitut „dimap“, auf dieser Veranstaltung. Umfrage? Jeder Zweite? Wie seriös ist das denn, oder wurden Sie befragt? Ich und viele meines Umfeldes jedenfalls nicht!
Den I-Punkt bei diesem Klimaschutztreffen zu dem auch kommunale Verantwortungsträger geladen waren, setzte das bereit zuvor erwähnte Bürgerforum Energieland Hessen. Man habe in einer von der Uni Gießen im Sommer 2014 durchgeführten Studie belegen können, dass die „Akzeptanz von Windkraftanlagen (WKA) nur eine Frage der Zeit ist“. Befragte Touristen im Vogelsberg hätten die zunehmenden WKA für das Landschaftsbild zwar als störend empfunden, dennoch würden die Beeinträchtigung des „notwendigen Übels“ (so der Referent) sie nicht davon abhalten, ihren Urlaubsort erneut dort zu wählen.
Für mich persönlich stellt sich weniger die Frage nach der Seriosität einer solchen Studie, vielmehr empfinde ich einen tiefen inneren Schmerz darüber, mit welcher hinterlistigen Taktik die Menschen auf die sich ausweitende verwerfliche Technologie eingeschläfert werden. Im Film „Matrix“ hieße das: schluckst du die blaue oder die rote Pille?

Trotzdem informiert KÖNIGSBERGER GEGENWIND, wie vorgesehen, am 20. März die Bürger

Die Bürgerinitiative hat auf einer Sondersitzung am 11. März, wie vorgesehen, die Durchführung einer Konferenz beschlossen. So findet am 20. März eine Bürgerinformationsveranstaltung mit Diskussion statt. Im Kernpunkt stehen die Verschandelung einer touristischen Naturlandschaft, die bewusste Zerstörung einzigartigen keltischen Kulturgutes und einer bedrohten Flora und Fauna, die Gesundheitsbelastung der Bürger sowie der damit verbundene Immobilienwertverlust.
Ab 19 Uhr können in der Mehrzweckhalle Königsberg die Bürger dem Referenten Dr. Ing. Detlef Ahlborn Live erleben und darüber hinaus viele weitere Informationsfakten zu dem widersinnigen Windkraftvorhaben erfahren. Thema des Referenten: „Woran die Windkraft scheitern wird“.
Auch Besucher aus Gießen und Umgebung dürfen sich gern an dieser Bürgerinteressengerichteten Info-Veranstaltung beteiligen. Ich persönlich freue mich schon jetzt, einen so hochkarätigen Referenten aus nächster Nähe erleben zu dürfen.

Ulrich Grüger

Fotos: geplante Windräder auf dem Helfholz/ Hungerberg, NO-Richtung über den Ort Frankenbach – symbolische Darstellung.
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von:  Ulrich Grüger

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