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Zum Artikel „Sicherheitsdienst im Hallenbad“ in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 24.02.2015

von Uwe Lennartzam 05.03.20155682 mal gelesen9 Kommentare
Gießen | Herr Tamme schreibt, dass seit dem Wochenende am 21.02.2015 von den "Stadtwerken im Badezentrum Ringallee erstmals ein Sicherheitsdienst eingesetzt wird, der die Schwimmmeister entlasten und für ein angemessenes Verhalten der Badegäste in und neben dem Becken sorgen soll. Außerdem wurden neben dem Eingang Plakate aufgehängt, die verdeutlichen sollen, dass das Schwimmen nur in Badebekleidung erlaubt ist und nicht in Unterhosen. Ein weiterer Aushang ermahnt in (englischem) Wort und Bild, das Spucken in diesem Gebäude zu unterlassen."
Ich bin erstaunt und bestürzt wie Herr Tamme versucht mit diesem weiter unprofessionell geschriebenen Bericht Stimmung gegen Ausländer und Asylbewerber zu machen. Aufgrund einer (in Zahlen 1!) Beschwerde von zwei Stammgästen des Badezentrums Ringallee stellt er eine Reihe von Mutmaßungen und Vermutungen an:
Die „störenden“ Badegäste, die sich nicht an die hiesigen Gepflogenheiten halten und der „Stadtwerke ein wenig Kummer“ machen, wären „Neukunden“. Weiter schreibt er, dass sich laut der beschwerenden Stammgäste „im Schwimmbecken ... zahlreiche Flüchtlinge aufgehalten“ hätten. Wie kann man Neukunden und Flüchtlinge erkennen?
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Diese hätten „provokant waagerechte Bahnen geschwommen, ohne Rücksicht zu nehmen“. Wie kann ein Schwimmer provokant schwimmen?
Diese Schwimmer hätten „Badegäste belästigt und betatscht“. Haben die beiden sich beschwerenden Stammgäste dies gesehen? Warum sind sie da nicht eingeschritten? Haben sich die, die dort angeblich belästigt wurden, ebenfalls beschwert? Wurde der Bademeister oder sogar die Polizei informiert?
In der Beschwerde der beiden Stammgäste heißt es weiter, dass sie sich "bei der Badeaufsicht beschwerten", diese aber nichts tun könne, "da es Verständigungsprobleme gebe“. Niemand möchte doch der Badeaufsicht unterstellen, dass diese nicht in der Lage sei, Schwimmer auf Fehlverhalten hinzuweisen? Und wenn sprachliche Probleme auftreten, gibt es noch weitere Möglichkeiten, Badegäste zu informieren und aufzuklären.
Herr Tamme gibt außerdem zu, dass die „jungen Männer“, die „da unangenehm aufgefallen waren“ sich nicht ermitteln ließen. Aber er schreibt: „Asylbewerber waren es vermutlich nicht“. Wie kommt er zu diesem Schluss? Wie kann man das erkennen? Die Stammgäste, die sich beschwert haben, hatten wohl die Fähigkeit Menschen bestimmter Herkunft zuzuordnen. Wie kann man Einheimische, Deutsche, Ausländer, Flüchtlinge, Asylbewerber voneinander unterscheiden? Waren es Afrikaner, Asiaten, Amerikaner oder sogar Menschen aus Frankreich oder Großbritannien? Vielleicht waren es auch deutsche Mitbürger aus Gießen oder aus Bayern? Die wichtigste Frage dabei ist aber, warum sollte man die Menschen aufgrund ihrer Herkunft kategorisieren?
Die Pressesprecherin der SWG sagt im Artikel von Herr Tamme aus, dass es „in letzter Zeit … wiederholt unliebsame Vorkommnisse gegeben“ habe. Welche meint sie damit und haben diese mit der aktuellen Beschwerde etwas zu tun?
Und Herr Tamme schreibt weiter, dass die Anwesenheit des Sicherheitsdienstes "offenkundig erfolgreich" war, weil keine weiteren Beschwerden eingegangen sind. Ob es nun einen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit der Uniformierten im Vorraum (!) des Badezentrums und dem Ausbleiben von Beschwerden gibt, erscheint auch sehr spekulativ.
Zusammenfassend kann ich feststellen, dass Herr Tamme in seinem Artikel die Notwendigkeit der SWG einen Sicherheitsdienst im Hallenbad einzusetzen ohne Beweise und Fakten mit Ausländern und Asylbewerbern in Verbindung bringt. Ist dies nicht der schlechte Stil von rechtspopulistischen Gruppierungen, denen wir auch in unserer Stadt mit vereinten Kräften entgegen treten sollten?
So verwundert es mich nicht, dass die einzige Stelle im Internet, an der auf diesen Artikel von Herr Tamme verwiesen wird, die Facebook-Seite des AfD Kreisverband Gießen ist.

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.881
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 03.03.2015 um 04:10 Uhr
Scheinbar ist die Versuchung immer sehr verlockend nach Fremdenfeindlichkeit zu schreien.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 03.03.2015 um 07:59 Uhr
Herr Schmidt da haben Sie Recht. Ein billiger Versuch jemanden ín die rechte Ecke zu stellen. Aber die Vorgeschichte dürfte ja auch Ihnen bekannt sein. Herr Tamme ist ja der "Pressefreund" der Familie.
Uli Kraft
2.183
Uli Kraft aus Gießen schrieb am 03.03.2015 um 18:47 Uhr
Die etwas 'einspurige' Sichtweise des Lokalredakteurs ist kein Einzelfall. Leider muss man häufig in den mit den Initialen (ta) versehenen Artikeln feststellen, dass dahinter eine nur oberflächliche, wenn nicht sogar stark fehlerhafte Recherche steckt.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.03.2015 um 09:11 Uhr
Das kommt auf die Richtung an aus der man die Artikel und Berichte dieses Journalisten lesen mag.
Ich finde es aber insgesamt ein Unding, dass hier in diesem Forum namentlich über einen Journalisten billigst hergezogen wird. Der Verfasser dieses Beitrages hat die Möglichkeit einen Lesebrief zu verfassen. Dort kann er Bezug auf den hier angesprochen Artikel nehmen. Ohne den Ursprungsartikel zu verlinken oder zu veröffentlichen machen die Vorwürfe hier in der GZ Null Sinn und sind einfach nur unterste Schublade. Wenn ich es richtig beobachtet habe war der Artikel/Beitrag doch auch einige Zeit hier verschwunden. Jetzt ist er wieder da….
Ingrid Wittich
20.937
Ingrid Wittich aus Mücke schrieb am 06.03.2015 um 09:36 Uhr
Genau, Herr Büttel: rein, raus, rein, raus - das Ganze 3 x - was soll das?
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 06.03.2015 um 09:47 Uhr
Genau Frau Wittich, was soll das?
Jörg Jungbluth
5.108
Jörg Jungbluth aus Lollar schrieb am 06.03.2015 um 11:05 Uhr
Die einfachste Methode einen Artikel aktuell zu halten.
Andrea Mey
10.947
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 06.03.2015 um 23:11 Uhr
Mir stellte sich ebenfalls als erstes die Frage, ob der Verfasser des obigen Artikels sich auch direkt an Herrn Tamme bzw. an die Allgemeine gewendet hat, z.B. per Leserbrief oder E-Mail. Herr Tamme sollte die Gelegenheit haben, sich zu dem Artikel zu äußern, aber nicht einfach in der GZ darüber herziehen.
Insofern gebe ich Herrn Büttel völlig recht!
Das "rein-raus Spiel" habe ich nicht mitbekommen, aber sollte ein Artikel nich von vorner herein interessant genug sein, als daß man ihn ständig wieder hochpushen muß?
Vielleicht ist mir hier einiges entgangen, aber das waren die ersten Gedanken, die mir beim Lesen des obigen Artikels kamen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Herr Tamme, dessen Artikel ich selber gelesen habe, das einfach alles so aus der Luft gegriffen haben sollte.
Uwe Lennartz
197
Uwe Lennartz aus Gießen schrieb am 09.03.2015 um 13:48 Uhr
Am 24.02. erschien der Artikel von Herr Tamme. Der Artikel ist nicht online gestellt wurden. Am 25.02. habe ich einen Leserbrief an die Gießener Allgemeine geschrieben, auf den bis heute weder jemand von der Allgemeinen noch Herr Tamme selbst geantwortet hat. Anfang letzter Woche wurde mein Artikel von der GZ zweimal wieder herausgenommen, weil die von mir verwendeten Zitate nicht ganz eindeutig Herr Tamme bzw. den zitierten Stammgästen zuzuordnen wären.
Hallo Lieber Leser
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