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Gesundheitsamt informiert über Masernfall aus dem Lahn-Dill-Kreis

Gießen | Ein 18 Monate altes Kind aus dem Lahn-Dill-Kreis ist bei dem Gesundheitsamt des Landkreises Gießen als laborbestätigter Fall gemeldet worden. Das Kind ist zuvor in einer Gießener Kinderarztpraxis und in der Kinderklinik behandelt worden. Das Gesundheitsamt hat sofort reagiert und informierte noch am Freitag telefonisch die Eltern, deren Kinder in der ansteckungsfähigen Zeit ebenfalls dort gewesen sind. Zugleich informiert der Landkreis Gießen darüber, was bei einem Masernverdacht – auch unabhängig von dem vorliegenden Fall – zu tun ist. Denn was viele Menschen verunsichert: Masern- und Grippeerkrankungen ähneln sich in den ersten Tagen.

„Bei einem Verdacht sollten Sie direkt zum Kinderarzt gehen und auf keinen Fall das Kind in den Kindergarten oder die Schule schicken“, sagt der Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald. „Da das betroffene Kind Kontakt zu einem großen Personenkreis hatte, halten wir es auch im Landkreis Gießen für sehr wahrscheinlich, dass weitere Kinder und Erwachsene ohne Immunität gegen Masern angesteckt wurden.“ Das erkrankte Kind war zwischen dem 12. und 23. Februar ansteckungsfähig. Masern haben eine Inkubationszeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit von durchschnittlich zehn Tagen. Die zeitliche Spanne beträgt sieben bis 18 Tage.

„Besonders bei Schwangeren, Neugeborenen und jungen Erwachsen kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen. Überprüfen Sie deshalb Ihren Impfschutz und nutzen Sie die Möglichkeit, Impflücken zu schließen“, rät die stellvertretende Gesundheitsamtsleiterin Christine Jung mit Sitz am Riversplatz. Für einen kompletten Schutz sind zwei Impfungen gegen Masern notwendig. „Wenn es schon eine Impfung gab, kann der Schutz jetzt möglicherweise komplettiert werden.“ Vier Wochen sollten mindestens seit der ersten Impfung vergangen sein.

„Wenn es Kontakt zu einem an Masern erkrankten Kind gegeben hat, ist auch noch eine nachträgliche Impfung innerhalb von drei Tagen möglich.“ Von einer sicheren Immunität ist auszugehen: bei zwei nachgewiesenen Masernimpfungen, Masernerkrankungen bei Personen, die vor 1970 geboren sind, sowie bei einer durch Laborwerte bestätigten durchgemachten Masernerkrankung.

„In diesem Zuge sollten Sie sensibel für die ersten Symptome der Masernerkrankung sein“, lautet der medizinische Rat von Christine Jung. Dies sind grippeähnliche Symptomen wie mäßiges Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und trockener Husten, der sehr schmerzhaft sein kann. Hinzu kommen Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen. „Ein typisches Anzeichen ist Lichtempfindlichkeit verbunden mit einer Bindehautentzündung, die sich vor allem durch tränende Augen bemerkbar macht“, erklärt sie weiter. Das Gesicht ist in dieser Phase aufgedunsen.

Ab dem zweiten oder dritten Tag treten an der Wangenschleimhaut die charakteristischen Koplik-Flecken auf. Hierbei handelt es sich um weiße rot umrandete Beläge. Dazu steigt das Fieber stark an und die gesamte Mund- und Rachenschleimhaut ist gerötet. Gegen Ende des Vorstadiums zwischen dem dritten und fünften Tag sinkt das Fieber wieder.

„Im Anschluss folgt der typische Hautausschlag – zuerst hinter den Ohren – und das Fieber steigt wieder steil an“, sagt Christine Jung. Von dort breitet sich der Ausschlag über das Gesicht und den Körper aus. Nur Handflächen und Fußsohlen bleiben verschont. Die Flecken werden nach einigen Tagen bräunlich bis violett. Nach vier bis sieben Tagen verblassen sie schließlich in der gleichen Reihenfolge mit einhergehender Hautschuppung. Zeitgleich gehen die anderen Beschwerden zurück. Erst wenn der Ausschlag restlos verschwunden ist, gilt der Patient nicht mehr als ansteckend.

Weitere Informationen sind bei dem Gesundheitsamt Landkreis Gießen unter Telefon 0641 9390-1412 erhältlich sowie auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html).

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Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.986
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 27.02.2015 um 17:03 Uhr
Kann man erfahren wo das Kind wohnt? Ein paar Kekse und Kakao und ab zur Masernparty.
Nicole Freeman
11.086
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 28.02.2015 um 07:45 Uhr
bei windpocken und ziegenpeter hab ich nichts gegen die party aber bei masern schon. zu gefaehrlich im kleinkindalter.
Ralf Praschak
979
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 28.02.2015 um 14:01 Uhr
Da "Masernparties" den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllen (können), könnte man den Aufruf zur selbigen als Öffentliche Aufforderung zu einer Straftat betrachten!
https://de.wikipedia.org/wiki/Masernparty
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_Aufforderung_zu_Straftaten

Hinzu kommt noch der Schutz der Privatsphäre des betroffenen Kindes und seiner Familie.

Und gar nicht lustig wird es, wenn man selbst zufälligerweise in der gleichen Kinderarzt-Praxis an Fasching war, die zudem noch proppevoll war und Masern eben einen Kontagionsindex von fast 1 haben.
Florian Schmidt
4.986
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 28.02.2015 um 17:28 Uhr
Oh die Party war schon?
Hallo Lieber Leser
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