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Reichtum-Armut, wo stehst Du wirklich. Nicht in Euro, sondern im Herzen
Reichtum-Armut, wo stehst Du wirklich. Nicht in Euro, sondern im Herzen
Gießen | Ein Experiment, so kündigte Pfarrer Axel Zeiler-Held diesen sehr ungewöhnlichen Gottesdienst an. Experimente können auch schief gehen, dieses hier war ein Erfolg.
Ungewöhnlich stach schon die Message heraus:
Ein Gottesdienst für Suchende, Zweifler und andere gute Christen. Will sagen:
Auch Du kannst kommen: Vielleicht suchst du noch einen Glauben, deine Ziele, deinen Lebensinhalt. Vielleicht zweifelst du alles an, was sich in der Kirche und der Bibel so abspielt. Kein Problem, nur dann, wenn du mit deinen Gedanken alleine im Nebel verschwindest.
Frau Pfarrerin Edith Höll, Pfarrer Axel Zeiler-Held und das Team der Stadtmission Linden stellten den Psalm 23 als Inhaltsvorgabe in den Vordergrund.
Psalm: „Watt`n faden Kram“. Aber ne, der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln (weiterer Text in der Bibel) Hirte, Schafe, hier kam alles auf den Prüfstand. Um was geht es hier wirklich, wie hätte ich als Schaf reagiert, in der Dunkelheit, orientierungslos. Hier beginnt das Ungewöhnliche dieses Gottesdienstes.
Nachdem die Begrüßung durch die Gruppe: Orgel, Flöten & Co. Sowie eine spontan geborene Band (exclusiv
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Thomas-Messe (1)Psalm 23 (2)
für dieses Event) mit Querflöte, Gesang, Gitarre und Keyboard einen Ohrenschmaus bot, las Pfarrer Zeiler Held den Psalm in einzelnen Sätzen vor und lies gezielt Lücken, wobei die Anwesenden aktiv die Frage beantworten konnten: Was würde ich jetzt tun, erwarten, wie weiter vorgehen. Der Psalm bekam Leben eingehaucht, als wenn die Schafe in den Wiesen zwischen Leihgestern und Großen Linden herumirren würden.
Mit sehr viel Aufwand und Engagement waren einzelne Stationen aufgebaut, die die Kirchenbesucher dazu animierten, selbst tätig zu werden und damit ein Teil des Gottesdienstes. Wo stehe ich auf der Treppe von Armut zu Reichtum, was ist Reichtum. Mit übergroßen Kunststoffhütchen konnte jeder seine „Position“ markieren und überdenken. Mit Knete(nicht Geld) bekam man die Möglichkeit, kreativ seine Gedanken und Ängste, Hoffnungen und Erwartungen in Gegenständen darzustellen. Selbst an die Gummihandschuhe hatten die kirchlichen Vorarbeiter gedacht, damit man nicht beim Verabschieden aneinanderklebt. (auch nicht immer schlecht)
Ein guter Einfall und nette Überraschung war eine Station mit einem Schokoladenbrunnen. Nach dem Psalm-Satz „mir wird nichts mangeln“ konnte der Kirchenbesucher ein Stückchen Ananas, Banane und andere kleine köstliche Häppchen in einen rotierenden Schokoladestrahl halten. Jedes Kind würde jetzt sagen: „Mutti, lass uns in die Kirche gehen, da gibt es Schokolade, die vom Himmel auf was Süßes fällt.“
Der ganze Gottesdienst wurde übrigens Thomas-Messe genannt. Bereichernd ist die Information, dass es unter den Jüngern Jesu einen Thomas gab, der anders war, nicht immer der allgemeinen Meinung folgte, eine Art Opposition darstellte. Er war im Kreise der Jünger ungewöhnlich, so ungewöhnlich wie dieser Gottesdienst.
Man darf wirklich gespannt sein, was denen von der Kirche und Stadtmission noch alles Tolles einfällt.
Die Tür ist offen, wenn sie nicht gerade abgeschlossen ist.

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Machen, nicht nur da sein 2
Machen, nicht nur da sein 

Kommentare zum Beitrag

Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.02.2015 um 20:03 Uhr
In manchen führt die Spur mit Schokolade direkt hinter bzw. unter den Altar, in den Beichtstuhl oder die Sakristei.
"Mir wird nichts mangeln" finde ich gut, dazu ein Schokoladenbrunnen. Es gibt viele Regionen der Erde da bräuchte aus dem Brunnen nicht einmal Schokolade fliessen. Schnödes Wasser würde reichen. Aber so lange man lieber auf goldene Kerzenleuchter schaut wird es vielen Menschen doch weiter mangeln.
H. Peter Herold
29.016
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 01.03.2015 um 00:34 Uhr
Ja Dieter, ein guter Beitrag. Ich las ihn heute in der Printausgabe. Der Psalm 23 leitete mich durch mein ganzes Leben. In ihm ist soviel Leben und Trost enthalten.

Der Titel zu Deinem Beitrag könnte nicht besser formuliert sein.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 01.03.2015 um 01:08 Uhr
Unser Florian. Herr Schmidt, leider haben sie damit recht, was die Schokolade in den hinteren Räumen betrifft. Es ist nur die falsche Firma. Hier geht es um Ev.! Katholisch sind die mit dem Zölibat und den...genau die. Wenn die endlich mal mitgekriegt haben, dass Gott uns den ganzen Kram mit Frau und Sexualität absichtlich mitgegeben hat, würden einige Menschen von schlimmen Dingen verschont bleiben. Dem Papst ist noch gar nicht aufgefallen, dass er durch den Geschlechtsverkehr seiner Eltern entstanden ist. Er ist eigentlich gar nicht schlecht mit seinen Reformen. Wenn er sie jetzt noch mache, anstatt nur träumen würde, wären wir wirklich weiter. Ich sage wiederholt. Wir haben 2015, aber nicht vor, sondern nach Christi!
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 01.03.2015 um 11:43 Uhr
Herr Petersen, damit haben sie recht und die evangelische Kirche ist was diesen Punkt betrifft wesentlich entspannter. Nur muss ich ihre Erwartungen leider dämpfen. Prügel Pope Franzl hatte zwar eine Familiensynode abgehalten, aber diese verlief weitgehend ergebnislos. Auch wurden einige strittige Punkte aus den abschliessenden Papieren gestrichen. Auch wurde bei einigen themen "nicht so genau ausgewertet" wenn die angegebene Lebensrealität der Gläubign nicht mit dem katholischen Vereinskodex deckte.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 01.03.2015 um 12:32 Uhr
Richtig. Die Vorhaben sind groß. Die Ergebnisse und Taten bisher Null. Die Sache wäre so einfach. Ein kath. Pfarrer darf heiraten, Kinder zeugen usw. und Frauen dürfen auch den Job machen. Eine Verbesserung von 80 %. So einfach geht das. Und wenn dann jetzt noch die schwerreiche kath. Kirche ihr Geld für die Bedürftigen ausgibt, ist die Welt ein Stück weiter.
Florian Schmidt
4.879
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 01.03.2015 um 12:40 Uhr
Meinen sie etwa die lächerlichen 3,3 Milliarden alleine des Bistum Köln reichen für mehr als gerade die kosten zu decken?
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 02.03.2015 um 00:46 Uhr
Gute Info. Da möchte man gar nicht über das Ges.Vermögen nachdenken. Also wäre diese Kirche in der Lage, vor Ort z.B. in den Herkunftsländern der Mittelmeer-Italien-Bootsflüchtlingen die Not etwas zu lindern und damit den Gängstern den Boden weg zu ziehen bzw. die Gründe für die Flucht schmälern. Je weniger Flüchtlinge nach Europa kommen, desto besser kann man sich um die vorhandenen kümmern und der Schwelbrand in der Bevölkerung würde abnehmen
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von:  Dieter Petersen

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Dieter Petersen
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