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Gedankenlosigkeit oder Egoismus?

Gießen | Ich gehe durch die Frankfurter Straße in Großen Linden. Vom Schwimmbad kommend, ist kurz vor dem Abzweig der Bahnhofstrasse eine Kita. Der Gehsteig gegenüber ist für Altbebauung normal eng. Drei Autos parken so auf dem Gehweg, das man als Fußgänger am Spiegel hängen bleibt und dieses Mal kam ein älterer Herr mit Rollator. Seine Frau musste hinter ihm gehen und konnte nicht helfen. Der stark gehbehinderte Mann musste den Rollator mit hohem Kraftaufwand über ein kleines Mäuerchen, in der Luft haltend, nach vorne tragen. Ich war so entsetzt und selber noch gehbehindert, dass ich nicht helfen konnte. Erschwerend kommt hinzu, das die Besatzung des einen Autos gerade mit dem Kind aus der Kita kam und eine weitere Frau mit Kind. Sie überquerten ganz ruhig und ohne Beachtung der sichtbaren Situation die Straße und registrierten die Bedingung taten-und wortlos, die sie selber geschaffen hatten. Es hat die jungen Eltern NICHT INTERESSIERT.
Vor Wochen war ich noch mit Krücken an der gleichen Stelle unterwegs und dort stand eines der heutigen Autos auch an der gleichen Stelle. Ich musste die Krücken ebenfalls über die Mauer
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Blockieren von Gehwegen (1)
schleifen und mich unter Beschwerden am Auto vorbeiangeln. Das Ausweichen über die Fahrbahn war in beiden Fällen wegen hohem Verkehrsaufkommen nicht gefahrlos möglich. Das nächste Mal werde ich absolut sicher, Bilder machen oder ein Video drehen, wobei die Nummernschilder und Gesichter erkennbar sein werden. Eine Anzeige ist dann ebenfalls selbstverständlich. Ein kleine Randbemerkung: In Linden ist das Parken auf Gehsteigen grundsätzlich verboten, was aber an manchen Stellen unrealistisch ist. Dann müsste man dort ein Halteverbot verhängen oder der Verkehr käme zum Erliegen. Allerdings würde der Personenkreis ganz sicher auch im Halteverbot stehen!
Die angesprochenen Fahrzeugführer sind sicher keine schlechten Menschen, sollten aber nicht nur an ihre Kinder denken. Wach gerüttelt können sie natürlich nur werden, wenn diese Zeilen auch abgedruckt werden. Auf eine Ansprache der "Täter" habe ich verzichtet, um mich nicht auch noch anpöpeln zu lassen.

Kommentare zum Beitrag

Christine Stapf
8.211
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 16.02.2015 um 16:56 Uhr
Wenn ich sehe, an welchen Stellen Autofahrer ihr Fahrzeug abstellen, tippe ich auch hier auf Egoismus. Oft ist der Bürgersteig so zugeparkt, dass ich mit dem Rollstuhl auch auf die Straße muss.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.02.2015 um 17:07 Uhr
Nur ein paar Meter Richtung Langgöns wäre halten/parken ohne Behinderung möglich.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 16.02.2015 um 17:18 Uhr
Da sind sogar Parkspuren. Aber man kann natürlich das Tonnenschwere Kind nicht tragen. Untragbar.
Jutta Skroch
13.688
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 16.02.2015 um 18:42 Uhr
Junge Mütter sind doch im Dauerstress !!! Ich würde mal versuchen, mit der Kitaleitung zu sprechen, ob die vielleicht bereit wären, einen entsprechenden Hinweis am schwarzen Brett auszuhängen. Alternativ mal einen nett geschriebenen Zettel unter den Scheibenwischer klemmen. Die parken sicher täglich so, wenn auch nur für kurze Zeit. Viel Glück, die meisten sind leider sehr resistent.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 16.02.2015 um 18:43 Uhr
Ja denken ist Schwerstarbeit. Nur nicht an andere denken;-(
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 16.02.2015 um 19:25 Uhr
In der Fahrschule lernt es jeder : Der Bürgersteig muss für Mütter mit Kinderwagen stets ausreichend Platz bieten.
Dazu könnte ich leider auch von so einigen regelwidrigen Erfahrungen berichten, denn manchmal muss man auch als Fußgänger ohne Rollator auf die Strasse ausweichen :-( - bzw. die Strassenseite wechseln.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 16.02.2015 um 22:01 Uhr
Herr Petersen, Sie geben sich die Antwort in Ihrem Beitrag schon selbst. Ein Ausweichen auf die Fahrbahn ist wegen dem hohen Verkehrsaufkommen nicht Möglich schreiben Sie. Wie sollen dann die Mütter oder Väter ihre Kinder Gefahrlos abholen oder einladen? Ein bisschen Rücksicht von allen Seiten und es wird klappen. Die Anzeigen Keule auspacken finde ich egoistisch und in diesem Fall völlig überzogen. Solche Probleme gibt es nicht nur in Linden sondern vieler Orts. Aber man ist sich halt immer selbst am nächsten. Leider ist das immer mehr zu beobachten. Ich habe ein Recht also muss das auch umgesetzt werden zur Not mir einer Anzeige. Das die Probleme anders liegen können egal. Sollen doch die Mütter sehen wie sich klar kommen.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 17.02.2015 um 00:08 Uhr
Danke für Ihre ehrliche Meinung, Herr Büttel. Mit Ausweichen meinte ich allerdings, das dies für die Fußgänger nicht möglich war, nicht für die Autos. Die würden nur den Verkehrsfluß empfindlich stören, wie überall bei Engpässen. Wenn Sie allerdings den alten Mann beobachtet hätten, wie der sich abgequält hat, kämen Sie zu einem anderen Urteil. Um einen Kinderwagen vorbei zu lassen, was dann auf dem Gehsteig gar nicht mehr möglich war, hätte ich die Fahrbahn halbseitig sprerren müssen oder den Verkehr anhalten. Das ist kein Scherz.
Solche Menschen handeln garantiert nicht "mal so", sondern jeden Tag überall. Einer unserer Kollegen in der GZ hat auf der Autobahn den Kofferraum fast eingefahren bekommen, weil er sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten hat. Das sind Menschen mit einem bestimmten "Gendefekt". Grundsätzlich, mal nicht nach dem Gesetz, hört die persönliche Freiheit dort auf, wo ich die eines anderen beschneide oder einen Mitmenschen in Gefahr bringe. Trotzdem, wie gesagt, danke für Ihren Beitrag.
Andrea Mey
10.947
Andrea Mey aus Lollar schrieb am 17.02.2015 um 00:19 Uhr
Denke, sowohl als auch.
Diesen Müttern ist einfach nicht bewusst, dass sie durch ihr Verhalten auch andere Personen gefährden. Egal ob gehbehinderte Menschen oder auch andere Kinder.
Ich wohne in der Nähe eines Kindergartens und einer Schule, kann dies täglich beobachten. Autos ohne Ende.
Komisch, früher sind wir gelaufen, können das die Kinder heutzutage nicht mehr?
Oder ist der Heimweg zu gefährlich geworden wegen der vielen Mütter, die ihre Kinder mit dem Auto abholen wollen?
Nicole Freeman
10.762
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 17.02.2015 um 07:30 Uhr
Der letzte Satz Andrea,, Oder ist der Heimweg zu gefährlich geworden wegen der vielen Mütter, die ihre Kinder mit dem Auto abholen wollen?,,
Dieser Satz wurde bereits von Polizei , Schulen und Kindrgaerten gesprochen. Ja keinen Meter zu viel laufen, Das Auto einfach mal kurz abstellen. Diese Schulkindtaxen machen den Schulweg fuer die Kinder gefaehrlich. Sie stehen meist an unuebersichtlichen Stellen. Die Kinder die zu Fuss kommen mussen durch die eng Parkenden Autos. Unsere Autos sind mitlerweile hoch und ueber die Motorhaube gucken ist fuer viele Grundschulkinder kaum moeglich. Ebenso sehen die Kindertaxifahrer, die meist unter Zeitmangel stehen oft genau die Fussgaengerkinder zu spaet.
An vielen Schulen gibt es jetzt schon Halteverbote an die sich niemand haelt. DAs gschrei ist aber gross wenn dann das eigene kind durch so geparkte autos unsicher zur schule gehen muss.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.02.2015 um 08:48 Uhr
Lieber Herr Büttel, ist Ihnen entgangen, dass wir d.h. Herr Petersen und ich als Personen mit Ortskenntnis feststellten, das gefahrlos ein paar Meter weiter gehalten werden kann.
Ich glaube die paar Meter zu gehen, ist jedem zuzumuten. Keiner macht sich strafbar und keiner kommt in Gefahr. Im Gegenteil.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.02.2015 um 11:17 Uhr
Das ist mir entgangen. Ich hatte die Beiden Kommentare nicht gelesen.
Aber wegen ein paar Minuten der Behinderung durch die Abholung der Kinder würde ich mich trotzdem nicht aufregen.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 17.02.2015 um 11:49 Uhr
Sie wollen also, nehmen wir wieder den Opa, jetzt wie einen Trottel 15 Minuten auf den Bürgersteig stellen, bis alles vorbei ist. Soviel Mitleid mit Verkehrsregelverstoßer. Schon seltsam. Ab 80 heißt es zurücktreten, bis alles Junge vom Hof ist, oder?
Jutta Skroch
13.688
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 17.02.2015 um 12:11 Uhr
@Herr Büttel, auch sie werden einmal älter und vielleicht auch gebrechlicher, was ich ihnen nicht wünsche, dann wird sich ihre Sichtweise garantiert ändern, davon bin ich überzeugt.
Ihrer Argumentation, es sind ja nur ein paar Minuten kann ich mich nicht anschließen oder stellen sie sich z. B. auf einen Behindertenparkplatz nach dem Motto, es wird jetzt schon keiner kommen und wenn, soll er/sie bitteschön warten?
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.02.2015 um 12:23 Uhr
Es geht nur um gegenseitige Rücksichtsnahme um nicht mehr und nicht weniger.Und 15 Minuten scheint mir eine sehr lange Zeit. Wenn es so ist was ich bezweifle dann haben Sie Recht das wäre nicht zumutbar, in der Regel ist das Einladen unter 5 Minuten vorbei und diese Zeit hat man auch im Alter.
Auf einen Behindertenparkplatz würde ich mich nicht stellen. Aber das eine hat ja auch mit den anderen nichts zu tun.
Dieter Petersen
1.446
Dieter Petersen aus Gießen schrieb am 17.02.2015 um 13:20 Uhr
Klar und deutlich. Hier wird nicht kurz geparkt, um die Kinder einsteigen zu lassen. Sondern die Eltern, Mütter gehen rein. "Ach ist die Kleine heute wieder süß, hat sie auch gegessen, war sei brav." Hier wird nicht abgeholt, sondern zelebriert, was ja auch völlig okay ist.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.02.2015 um 13:27 Uhr
Dann haben die da nichts zu suchen sondern sich auf den öffentlichen Parkraum zu begeben.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 17.02.2015 um 13:53 Uhr
... und das an einer sehr schmalen Stelle und in einer Kurve dazu.
Jutta Skroch
13.688
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 17.02.2015 um 13:54 Uhr
@Herr Büttel, für mich schon und zwar in der Denkweise, deshalb habe ich dieses Beispiel angeführt. Wenn ich körperlich in meiner Bewegung eingeschränkt bin, dann überschlage ich mich bestimmt vor Begeisterung, wenn ich vor so einem vermeidbaren Hindernis, und in diesem Falle auch noch in der Kälte stehen muss, im Sommer bei Hitze genau so, ohne zu wissen, wann nun der betreffende Elternteil mit seinem Sprössling erscheint.
Warum verlangen sie nun ausgerechnet von den Älteren die Rücksichtnahme, und nicht von den Jungen, die körperlich fit sind und auch ein paar Schritte laufen könnten.
In ihrem letzten Kommentar haben sie ja die richtige Antwort gegeben, ich wollte trotzdem noch einmal darauf eingehen.

@Dieter, so ähnlich wird es wohl ablaufen.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 17.02.2015 um 14:46 Uhr
Ich verlange nur gegenseitige Rücksichtsnahme nicht mehr und nicht weniger. Wenn eine Muter/Vater nur kurz steht um den Sprössling einzuladen dann wartet man die paar Minuten. Wenn die Eltern das aber zum tratschen nutzen dann ist das was anderes.
H. Peter Herold
29.023
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 18.02.2015 um 17:17 Uhr
Es kann aber nicht sein dass dann verkehrsgefährdent gehalten, geparkt wird. Da hört Rücksichtnahme auf.
Karl-Ludwig Büttel
3.855
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 18.02.2015 um 17:44 Uhr
Das Wort Rücksicht ist für die Meisten so wieso ein Fremdwort.
Birgit Hofmann-Scharf
10.362
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 18.02.2015 um 19:30 Uhr
Ich darf ein klein wenig abschweifen - aber Thema unbegehbare Bürgersteige nicht verlassen :
In unserer Ortsmitte gibt es recht schmale Bürgersteige, die zusätzlich zum o. g. Problem oft auch noch mit vollen Mülleimern zugestellt werden, wenn Abfuhr stattfindet.
Kinder und Berufstätige haben dann ein Problem - sie MÜSSEN auf die Straße ausweichen. Im Dunkeln "etwas" gefährlich, denn die ist ja für andere Verkehrsteilnehmer gedacht.
Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 19.02.2015 um 20:26 Uhr
Frau Mey hat es schon auf den Punkt gebracht: Es gab Zeiten, da gingen KInder noch mit ihren Müttern/Vätern zu Fuß! -> Es gab noch nie so viele fettleibige Kinder wie heute!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Dieter Petersen

von:  Dieter Petersen

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