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Förderung der Solarenergie in Gießen

Gießen | In der Politik ist es so ähnlich wie im Supermarkt: Wer sich darauf verläßt, das ,was auf der Packung und im Etikett angegeben wird, müsse auch im Produkt enthalten sein, der kann eine herbe Enttäuschung erleben. Vielen Bürgern, die bei der letzten Kommunalwahl den Grünen ihre Stimme gaben, ist es so ergangen.Die Dezimierung des Baumbestandes, Umweltsünden bei der Gestaltung der Gartenschau, und zuletzt die brachial durchgesetzte Stadtentwicklungspolitik haben deutlich gemacht:
Nachhaltigkeit und Respekt vor der Natur, originäre Ziele der grünen Partei, sind unseren Gießener Grünen herzlich egal.
Und wie steht es mit der Förderung der alternativen Energien, ebenfalls eine klassische Forderung der Grünen? Im Energiebericht 2008 hatte der Magistrat (damals schwarz-grün) angekündigt, den Ausbau der Solarenergie voranzutreiben, unter Anderem durch
Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude, beispielsweise Schulen.
Und was geschah dann in Gießen? Ach richtig, wir waren ja mit der Landesgartenschau beschäftigt !
In der Zwischenzeit hat sich unsere Nachbarstadt Marburg der Solarbundesliga angeschlossen, und ist durch konsequente Fördeung der Solarenergie in diesem Zusammenschluß von Städten bundesweit auf Rang 17, in Hessen sogar auf Rang 1.
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Als nun in der letzten Sitzung des Gießener Bauausschusses der Antrag gestellt wurde,diesem Beispiel zu folgen, und auch in Gießen wieder die Solarenergie durch Zuschüsse zu fördern, wurde der Antrag von den Grünen und ihrem Anhängsel, der SPD, abgewiesen. Die Baudezernentin und Bürgermeisterin nannte eine Reihe von Gründen für diese Ablehnung, ernst nehmen konnte man jedoch nur einen : Die Stadt
fürchtet eine Konkurrenz für die von den Stadtwerken, also ihr selbst, vertriebene Fernwärme.
Nun ist Fernwärme nicht unumstritten. Zum Einen fällt die Ökobilanz sehr unterschiedlich aus, je nachdem, wie die Fernwärme gewonnen wird. Zum Anderen gibt es nicht unerhebliche Nachteile für den Verbraucher, der keine Möglichkeit zum Wechsel hat,wenn er sich einmal für Fernwärme entschieden hat. Er hat auch nicht die Möglichkeit, zu einem anderen Fernwärmeanbieter zu wechseln, denn die regionalen Anbieter, sprich die Stadtwerke, haben in diesem Bereich ein Monopol. Die Preisgestaltung der Fernwärmemonopole war bundesweit so häufig Gegenstand von Verbraucherbeschwerden, dass sich das Bundeskartellamt in einer Sektoruntersuchung damit befaßt hat. Fazit : Je weniger Alternativen zur Fernwärme es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit überhöhter Preise.
Das sollte Grund genug sein,beim Ausbau alternativer Energien nicht allein auf Fernwärme zu setzen, sondern im Interesse der Bürger und ihrer freien Entscheidungsmöglichkeit die Konkurrenz anderer Energieformen nicht nur zuzulassen, sondern auch zu fördern.
Aber hier wie in anderen Bereichen geht es primär um finanzielle Interessen, um Gewinnmaximierung, in diesem Fall der Stadtwerke, und die Interessen der Bürger spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Kommentare zum Beitrag

Christoph Schäfer
785
Christoph Schäfer aus Gießen schrieb am 13.02.2015 um 13:42 Uhr
Traurig, aber wahr!
Michael Beltz
7.760
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 13.02.2015 um 18:58 Uhr
Wer verdient an der Fernwärme? Die Frage ist schon beantwortet und verweist auf die sog. Bürgernähe - oder besser - auf die Profitabhängigkeit.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Gertraud Barthel

von:  Gertraud Barthel

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