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Kein Gedenkstein für Ria Deeg

von Michael Beltzam 10.02.20151663 mal gelesen5 Kommentare
Gießen | Vier Jahre nach dem letzten Antrag zur Ehrung von Ria Deeg durch die Aufstellung einer Stele in der Plockstraße wurde auch am Donnerstag, dem 5. Februar, im Schul- und Kulturausschuss noch keine positive Entscheidung getroffen. Auch wenn es der Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz peinlich war, die zugesagte Einberufung des entsprechenden Ausschusses verbaselt zu haben, änderte dies nichts an einer weiteren Verschiebung der Angelegenheit.
Frau Wagener (CDU) hatte damals gemeint, die Gedenksteingruppe in der Plockstraße sei für sich abgeschlossen und andere Überlegungen sollten in einem Gesamtkonzept erarbeitet werden.
Diesmal aber wurde der Ton schärfer. Frau Deeg sei eine glühende Stalinanhängerin gewesen, wie das in einem Interview 1991 im Fernsehen zum Ausdruck kam. Damals hatte sie noch zum Antragsteller gesagt:
"Sie rennen im Grunde offene Türen ein" (Gießener Allgemeine vom 5.2.2011)
Daran konnte sie sich nicht erinnern. Da liegt der Schluss nahe: Sie hat Anweisung von oben bekommen. Da half auch der Hinweis auf die damalige Rede des kürzlich verstorbenen Bundespräsidenten von Weizäcker nichts. Der hatte neben der Erkenntnis, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung sei und Widerstandskämpfer aus den Reihen der Sozialdemokratie, der Kommunisten und Christen zu würdigen seien.

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Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.761
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 10.02.2015 um 19:09 Uhr
Michael B. ich hatte noch das Glück Ende der 70er Jahre Ria Deeg in öffentlichen Veranstaltungen "live" zu erleben. Sie hat mir mit ihrer Gradlinigkeit und den offenen Wort damals "schwer imponiert".

Sie war ein anderes Kaliber, als die heutigen Politiker, welche bevor sie den Mund aufmachen, offensichtlich immer überlegen, ob das was sie sagen wollen eventuell ihrer Karriere schaden könnte.

Ria Deeg sagte was sie dachte und scheute sich auch nicht den oder diejenige als Büttel der Kapitalisten zu bezeichen, die oder den sie dafür hielt. Na klar, solche Menschen werden gerne in die Schublade "glühende Stalinanhängerin" reinsortiert. Das "spart" ja bekantlich die inhaltliche Auseinandersetzung.

Michael B. hart bleiben und die Bürgerlichen an dieser Frage vorführen. Mache deutlich, dass deren Reden vom Antifaschismus öfters nicht mehr als schöne Sonntagsreden sind.

Zur OB schreibe ich jetzt mal Nichts - mein Hausarzt sagt eh ich hätte ein zu hohen Blutdruck.
H. Peter Herold
29.485
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 10.02.2015 um 20:07 Uhr
Da haben wir ja noch Glück gehabt mit dem Stolperstein für einen Kommunisten
Wolfgang Seibt
64
Wolfgang Seibt aus Wettenberg schrieb am 12.02.2015 um 10:54 Uhr
Dann lieber BW-Kasernen nach Nazi-Stars benennen.
Die haben wenigstens ihrem Staat gehuldigt.
Ach ja, Schulen sind ja immer noch nach dem SS-Mann Wernher von Braun benannt.
Schade, Giessen hatte die Chance etwas anders zu sein.
Kurt Wirth
3.480
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 12.02.2015 um 23:07 Uhr
@Herr Seibt: Immerhin mit abnehmender Tendenz. Kasernenumbenennungen siehe:
http://www.asfrab.de/fundgrube/kasernennamen-der-bundeswehr.html
Hier hat sich ein gewisser Jakob Knab mit seiner "Initiative wider die falsche Glorie" verdient gemacht.
Im vorigen Jahr wurden das Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg bei Augsburg und die Wernher-von-Braun-Str. in Memmingen umbenannt.
Michael Beltz
7.779
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 21.02.2015 um 13:08 Uhr
Die Sitzung des Stadtparlamentes am 19. Februar ergab nichts Neues.
Hallo Lieber Leser
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