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„Sind auf einem richtig guten Weg“ - Zwei Jahre Kooperationsvereinbarung der Volkshochschulen in Stadt und Landkreis

Zwei Jahre kooperieren die Volkshochschulen in Stadt und Landkreis Gießen. Der erste Bericht hierzu fällt  sehr positiv aus (v.l.): Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Anita Schneider, Maria Veith und Astrid Eibelshäuser sind sehr zufrieden mit der Entwicklung.
Zwei Jahre kooperieren die Volkshochschulen in Stadt und Landkreis Gießen. Der erste Bericht hierzu fällt sehr positiv aus (v.l.): Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Anita Schneider, Maria Veith und Astrid Eibelshäuser sind sehr zufrieden mit der Entwicklung.
Gießen | Das ist der erste, aber nicht der letzte Bericht“, sagt Landrätin Anita Schneider. Die Erfahrungen nach den ersten zwei Jahren der Kooperation zwischen den Volkshochschulen (VHS) von Stadt und Landkreis Gießen sind positiv. Was sich seitdem geändert hat, darüber berichten zusammen mit der Landrätin auch Astrid Eibelshäuser (Stadträtin Gießen) sowie die VHS-Leiterinnen Maria Veith (Stadt Gießen) und Dr. Marieanne Ebsen-Lenz (Landkreis Gießen).

Der Kooperationsvertrag ist auch ein Ergebnis dafür, dass beide Volkshochschulen an ihren jeweiligen Standorten erhalten bleiben. „Dies ist auch notwendig, um den unterschiedlichen Bedarfen von Stadt und Landkreis gerecht zu werden“, sagt Astrid Eibelshäuser. Stattdessen arbeiten die zwei VHS-Einrichtungen stärker als bislang zusammen. Qualität sichern, Ressourcen bündeln und zusätzliche Attraktivität schaffen: Unter diesen Aspekten wurde vor zwei Jahren eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung geschlossen. Die Inhalte hierfür sind in vielen Planungsrunden erarbeitet worden.

Bei Kursen mit geringer Beteiligung werden zum Beispiel Dopplungen vermieden. Bis vor zwei Jahren
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Volkshochschule (25)Stadt Gießen (240)Marieanne Ebsen-Lenz (1)Maria Veith (1)Landkreis Gießen (1829)Kreis-Volkshochschule (7)Astrid Eibelshäuser (14)Anita Schneider (535)
organisierten die zwei Volkshochschulen ihre Prüfungen jeweils selbst, etwa für die vielen Sprachkurse. Und das mit einem hohen Aufwand. Mittlerweile gibt es, wo immer möglich, gemeinsame Prüfungen und auch Zertifikatsübergaben. Als mittelfristiges Ziel soll ein mittelhessisches Prüfungszentrum aufgebaut werden.

Die für die Kreisvolkshochschule zuständige Landrätin Anita Schneider listet weitere Überschneidungen auf: „Es können auch Anmeldungen für die VHS der Stadt bei uns abgegeben werden und umgekehrt.“ Außerdem bewerben die Volkshochschulen in ihren Programmheften gegenseitig ergänzende Angebote. Trotzdem bleiben für beide Volkshochschulen unterschiedliche Herausforderungen.

Die Herausforderung der Kreisvolkshochschule sei es, in der Fläche präsent zu sein. „Das wird bei den strukturellen Veränderungen zunehmend schwieriger und ist eine wichtige Aufgabe der Zukunft.“ Denn Volkshochschulen sind, so Anita Schneider, „der Garant für Bildungsangebote im ländlichen Raum“. Besonders wichtig ist ihr: Volkshochschulen sind keine Wirtschaftsunternehmen.

„Ihre Aufgabe ist es vielmehr, dass Bildung vor Ort angeboten wird.“ Bildung sei ein maßgebliches Element für die Lebensqualität im ländlichen Raum, wie auch das Beispiel der musikalischen Früherziehung deutlich mache. Wenn Eltern erst zehn Kilometer fahren müssen, dann lernt das Kind kein Instrument.

Stadträtin Astrid Eibelshäuser: „Die Zugänge für die Bildungsangebote müssen gleichzeitig möglichst niedrigschwellig sein.“ Sprich: für jeden Geldbeutel erschwinglich und für alle etwas dabei – ob jung oder alt, Mann oder Frau, bildungsfern oder akademisch. „Die Ergebnisse sind beachtlich, wir werden diesen Weg auf jeden Fall weitergehen“, sagt Astrid Eibelshäuser.

Schnittmengen gibt es noch viele. Eine Weiterentwicklung sieht Anita Schneider etwa in einem Standort unabhängigen E-Lernen über das Internet. „Hier arbeiten wir bereits mit der Volkshochschule Frankfurt zusammen.“ Ein weiteres Aufgabenfeld ist die zunehmende Beratungsleistung, wie Marieanne Ebsen-Lenz erklärt: „Die Erwerbs- und Lebensbiografien verändern sich deutlich.“ Und damit steigt auch die Nachfrage für Orientierung, Weiterbildung und ergänzende Qualifizierungen. Stichwort: lebenslanges Lernen.

Sie sieht in der Kooperation auch die Chance, um dem – demografisch bedingt – drohenden Fachkräftemangel auch bei Kursleitern gemeinschaftlich etwas entgegenzusetzen.
Manchmal entsteht aus gemeinsamer Planung auch mehr, dann wird aus eins und eins eben drei. So gibt es zum Beispiel gut besuchte Salsa-Tanzkurse, in der Stadt und im Landkreis. Gemeinsam feiern sie seit der engen Zusammenarbeit jetzt ein Salsa-Fest, einfach deshalb, weil bei gemeinsamen Planungen die Idee aufkam. „Mit dieser Kooperation sind wir auf einem richtig guten Weg, nicht nur um Dopplungen zu vermeiden, sondern auch etwas Zusätzliches zu organisieren“, sagt Maria Veith. Sie selbst sieht diese Entwicklung mit großer Freude. Auch ihre Kreiskollegin Marieanne Ebsen-Lenz ist von der Zusammenarbeit überzeugt: „Sie wirkte sich, nicht nur in den vergangenen zwei Jahren positiv aus, sondern das wird es auch in der Zukunft so sein. Die Volkshochschulen werden weiterhin voneinander profitieren, da bin ich mir sicher.“

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