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Uwe Lennartz

Kommentare zu: Weg mit § 219 a- für ein Recht auf Information zum Schwangerschaftsabbruch

14 Kommentare letzter Kommentar von Uwe Lennartz (31.01.2019 11:47 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 31.01.2019 um 11:47 Uhr
Die Rede von Kristina Hänel am 26.01. auf dem Kirchenplatz in Gießen ist hier zu sehen:
http://youtu.be/5F-eGYSZYA0

Kommentare zu: Irreführende Begrifflichkeiten in den bürgerlichen Medien – Teil 3

12 Kommentare letzter Kommentar von H. Peter Herold (09.06.2017 09:43 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 02.06.2017 um 13:42 Uhr
Bürgerliche Medien möchte ich wie folgt definieren:

Medien sind institutionalisierte Systeme um Kommunikation zu organisieren. Sie haben ein spezifisches Leistungsvermögen und eine gesellschaftliche Dominanz, können also Menschen beeinflussen.

Der bürgerliche Staat (oder das Bürgertum) repräsentiert politisch die Lebensbedingungen in der Marktwirtschaft, gründet also auf dem Privateigentum und den Besitzverhältnissen der Bürger.

Bürgerliche Medien übernehmen somit in unserer kapitalistischen Gesellschaft zentrale Aufgaben der Herrschaftssicherung und Meinungsbildung des Bürgertums.

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 04.06.2017 um 22:36 Uhr
Sehr geehrte Frau Barthel, wie konnte das nur passieren, dass Sie auf meinen Kommentar vom 02.06. fast 48 Stunden benötigt haben, um darauf zu antworten? … Ich hatte ja schon mal an anderer Stelle angemerkt, dass ich leider die Regel bezüglich der Reaktionszeit zum Antworten hier in der GZ noch nicht gefunden hatte. Habe ich übrigens immer noch nicht.

Ich wollte nun in meiner Bibel (was Sie auch immer damit meinen mögen) nachlesen, aber Sie haben heute zu einem anderen Artikel einige Kommentare geschrieben, in denen Sie die Grundhaltung der bürgerlichen Medien wie Verfälschung von Wahrheiten, Verschweigen von Fakten und Manipulation von Meinungen sehr treffend beschreiben: „Mich stören vor allem die irreführenden und schönfärberischen Aussagen. Mich stören die hohlen Phrasen.“ „Die Presse hat sich auch recht wenig dafür interessiert.“ „Aber in den Nachrichtensendungen? Nein, dort, und auch in den meisten Zeitungen wurde kaum etwas, und das Wenige auch nur sehr oberflächlich, berichtet.“

Also haben Sie meinen Beitrag mit dem Kommentar sehr wohl verstanden. Was ist nun Ihre Kritik an diesem?

Kommentare zu: OB Grabe-Bolz verweigert Grußwort für das Jubiläumsheft des Traditionskreis einer Gießener Bundeswehr-Einheit

10 Kommentare letzter Kommentar von H. Peter Herold (15.05.2017 14:23 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 11.05.2017 um 09:41 Uhr
Die Freien Wähler setzen noch einen drauf. Siehe Artikel im Gießener Anzeiger vom 10.05.2017 „Grußwort“: Freie Wähler kritisieren OB (siehe auch: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/grusswort-freie-waehler-kritisieren-ob_17877958.htm ).

In diesem Artikel steht im Auszug: Die Weigerung der OB, ein Grußwort zu schreiben, sei ein Affront gegenüber allen ehemaligen und aktiven Soldaten der Bundeswehr. Politiker aller Parteien haben bei allen möglichen Anlässen gerne die Einladung als Gast bei Bundeswehrveranstaltungen angenommen und die Hilfe durch die Bundeswehr immer gerne in Anspruch genommen. Von einer OB hätte man erwarten können, dass sie das ehemalige Engagement von Bundeswehrsoldaten in Gießen zu würdigen weiß. Auch die heutige Bundeswehr benötige nach wie vor die Unterstützung der Öffentlichkeit und der politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen. Soweit der Artikel.

Herr Zippel von den Freien Wählern und viele andere vergessen sehr schnell das wahre Ziel und den wahren Charakter der Bundeswehr, wenn es um die Bedeutung der Bundeswehr für die heimische Wirtschaft geht. Anders ausgedrückt: Der eigene Profit rechtfertigt demnach nicht nur die Existenz dieser Kriegsarmee, sondern sie soll auch noch hofiert, geehrt und verherrlicht werden. Das halte ich für eine überhebliche und unreflektierte Sichtweise besonders gegenüber allen Opfern der Bundeswehr, die übrigens auch in ihren eigenen Reihen zu finden sind.

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 15.05.2017 um 12:26 Uhr
Zum Artikel „Grabe-Bolz möchte Traditionskreis kennenlernen“ im Gießener Anzeiger vom 13.05.2017 (siehe auch http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/grabe-bolz-moechte-traditionskreis-kennenlernen_17884969.htm):

Zusammenfassung der Situation: Frau Grabe-Bolz wird gebeten ein Grußwort für den Traditionskreis zu schreiben. Sie lehnt es ab, weil ihre Vorgänger dies auch nie gemacht hätten. Dies wird besonders von Seiten des Traditionskreises und deren Befürworter heftig kritisiert. Nun stellt sie klar, dass sie grundsätzlich nichts gegen diesen Traditionskreis hat, aber kein Grußwort schreiben kann, weil sie diesen nicht persönlich kennt. Deshalb möchte sie sie nun persönlich kennenlernen.

Ist dies wieder ein vorgeschobenes Argument? Vielleicht sogar eine Ausrede? Hat Frau Grabe-Bolz nicht eine grundsätzliche Meinung und/oder Einstellung gegenüber der Bundeswehr und ihren Traditionskreisen? Oder hat sie eine Meinung, traut sie aber nicht öffentlich zu äußern? Und wurde sie vielleicht sogar von ihren Parteifreunden aufgrund ihrer Unklarheit zu diesem Thema „zurückgepfiffen“?

Ist die Bewertung eines solchen Traditionskreises davon abhängig, ob man (frau) deren Mitglieder persönlich kennt? Und was bedeutet übrigens in diesem Zusammenhang „persönlich“? Welchen Erkenntniszuwachs erwartet Frau Grabe-Bolz von einem persönlichen Kennenlernen? Wird sie in einem Treffen mehr über den Sinn und Zweck und deren Ziele erfahren? Mehr als sie jetzt schon weiß? Wird sie alle persönlich kennenlernen, sie sogar zu Hause besuchen? Oder reicht ein Smalltalk mit ein oder zwei Mitgliedern, um ihre Einstellung zum diesem Kreis anders zu bewerten? Oder ist ihre Bewertung von den einzelnen Personen in diesem Traditionskreis abhängig, ist also abhängig von Sympathie oder ggf. auch Antipathie gegenüber einigen Vertretern dieses Kreises?

Ich lehne einen solchen Traditionskreis einer ehemaligen Bundeswehreinheit aufgrund der schon oben geschriebenen Argumente grundsätzlich ab. Eine damit verbundene Verherrlichung und/oder Ehrenerweisung halte ich für völlig deplatziert. Eine eindeutige Stellungnahme diesbezüglich von unserer OB würde ihr ganz bestimmt mehr Respekt und Anerkennung einbringen als diese unklaren Äußerungen von ihr.

Kommentare zu: Irreführende Begrifflichkeiten in den bürgerlichen Medien – Teil 1

33 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (03.05.2017 08:43 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 30.04.2017 um 23:03 Uhr
Ooh, ich wusste nicht (oder wo kann ich das nachlesen?), dass ich mein Leben neben dem Leben in der GZ nach dem Einstellen eines Artikels entsprechend organisieren, planen und einschränken muss, damit meine Reaktionszeit auf abgegebene Kommentare möglichst gering bleibt und ich nicht den Unmut der mit Ungeduld und Hochspannung Wartenden provoziere. Ich entschuldige mich aufrichtig für die von mir verursachten Unannehmlichkeiten und verspreche Besserung. (Ich verfolge seit geraumer Zeit ähnliche Diskussionen hier in der GZ und habe dabei die Erkenntnis gewonnen, dass man Ironie und/oder Sarkasmus als solche oder solchen kennzeichnet. Das möchte ich hiermit tun).

Jetzt aber zu den Kommentaren: Um Missstände in unserer Gesellschaft zu ändern, muss man sie an ihrem Ursprung bekämpfen, nicht an ihrem Erscheinungsbild. Denn (wie Hegel sagt) was bekannt ist, ist noch nicht erkannt. Also muss danach gefragt werden, was an der Organisationsform dieser Gesellschaft falsch ist und wie die Ursachen des Übels abgeschafft werden können.

Unsere Gesellschaft befriedigt ihre Lebensbedürfnisse durch Produktion. Neue Bedürfnisse bewirkt eine fortschreitende Entwicklung der Produktivkräfte mit Arbeitsteilung, die zur Herausbildung von Privateigentum an Produktionsmitteln führt und damit die Gesellschaft in Klassen gespaltet wird, die in ungleichem Maße am Gesellschaftsprodukt, am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben. Klasse – ich meine hier Gesellschaftsklasse – ist primär ein ökonomischer Begriff.

Unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen sind alle Formen der Produktion dem Kapital unterworfen. Das Eigentum an Produktionsmitteln ist vermittelt durch das Kapital, d.h. die Investitionen von Kapital, welches sich wiederum erhalten und vermehren (verzinsen) muss. So entsteht im Kapitalismus die Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der es nur noch Eigentümer von Produktionsmitteln (ich nenne sie die „Herrschenden“ oder die „herrschende Klasse“) und die Lohnarbeiter (die nur Eigentümer ihrer bloßen Arbeitskraft sind) gibt, die durch ihre Arbeit den Mehrwert hervorbringen, der die Verzinsung des Kapitals garantiert (Und hier ist es egal, ob Arbeiter oder Angestellter).

Das Gesetz des Kapitals ist es, sich vermehren zu müssen, ausbeuten zu müssen, um neue Investitionen tätigen zu können. Die Akkumulation des Kapitals ist der Selbstzweck des Kapitalismus. Es sind die Sonderinteressen einer kleinen Gruppe von Menschen (der herrschenden Klasse), die den Prozess der Kapitalverwertung in Gang halten. Die Arbeiterklasse dagegen hat nur das Interesse, dass alle Menschen in gleicher Weise in vollem Sinne freie Menschen sind, die ihre Interessen in Abstimmung auf und Übereinstimmung mit den Interessen aller anderen nachgehen können. Das Interesse der Arbeiterklasse ist das Menschheitsinteresse: Frieden, Freiheit von Not, Bildung, individuelle Lebensgestaltung und Bedürfnisbefriedigung, Teilhabe an der politischen Planung und Lenkung des gesellschaftlichen Lebens – für jeden und nicht nur für wenige Kapitaleigentümer.

Sobald die ökonomischen Klassen notwendig miteinander in einer gemeinsamen, jedoch widerspruchsvollen Gesellschaft verknüpft, aufeinander wirken, bekommen sie einen politischen Charakter. Ein Großteil der Handlungen der herrschenden Klasse dient dem Zweck, das Herrschaftssystem, das ihre Macht garantiert, zu erhalten und auszubauen. Konzentration politischer Macht, Bildungsprivileg, die Sicherung einer klassenformen Justiz, die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Kontrolle der Medien. Dies führt auch dazu, dass sich derjenige, der objektiv zur Klasse der Lohnarbeiter gehört, sich doch subjektiv mit der Kapitalistenklasse solidarisch fühlt. Ein Problem, das die Überzeugung des Lohnabhängigen bezüglich seines Klassenbewusstseins sehr erschwert.

Aus der Einsicht in den Zwei-Klassen-Gegensatz der kapitalistischen Gesellschaft folgt, dass die Beseitigung der Herrschaft der Sonderinteressen zur Aufhebung des Klassencharakters der Gesellschaft führen muss, weil es dann nur noch eine Klasse (also keine Klasse) mehr geben wird.

Kommentare zu: Deutschland geht es doch gut!

66 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (24.03.2017 12:19 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 17.03.2017 um 17:31 Uhr
@ Herr Büttel: Sie fragen, warum sich 70 Mio. in unserem Land, denen es doch gut geht, selbst beschneiden sollen? Ich finde die Frage seltsam, denn darum geht es doch überhaupt nicht. Das Geld haben nicht die 70 Mio. Menschen, warum es den Armen schlecht geht, sondern u.a. die über 1 Mio. Millionäre, die zu besteuern sind.

„Beschneide“ ich mich, wenn ich an meine Mitmenschen denke? Sie haben mich meines Erachtens falsch verstanden, denn es sollen nicht die 70 Mio. Menschen auf irgendwas verzichten oder teilen, es muss die Eigentumsfrage gestellt werden. Haben Sie evtl. Angst etwas hergeben zu müssen?

Auch von den 70 Mio. Menschen wünschen sich die meisten ein konsequentes und kompromissloses Vorgehen gegen Krieg.
Auch von den 70 Mio Menschen wünschen sich die meisten wahre soziale Gerechtigkeit und Fairness.

Auch wenn sich viele Menschen im Moment finanziell zufrieden fühlen, können und wollen sie nicht ihre Augen vor den Ungerechtigkeiten in diesem Land und auf dieser Welt verschließen, die sie heute schon genauso bedrohen und morgen betreffen können. Wenn man nicht nur nach seinem eigenen Wohlergehen schaut und nicht nur aus Egoismus handelt, nennt man das Verhalten übrigens "sozial".

Und somit gibt es für mich eine erstrebenswerte und lebbare Alternative zu dem hier herrschenden Kapitalismus, der einzig und allein die Profitmaximierung mit den Mitteln der Ausbeutung der Lohnabhängigen als Ziel hat: eine sozialistische Gesellschaftsordnung, die die Widersprüche in unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft auflöst und Ausbeutersysteme abschafft.

@ Herr Herold: Die Frage nach den Militärausgaben ist ja schon von Herr Büttel beantwortet wurden. Das Hochrüstungsprogramm der NATO soll Deutschland 130 Mrd. Euro in den kommenden 14 Jahren kosten. Dies zu streichen, ergibt eine Ersparnis von ca. 9 Mrd. pro Jahr.
Sie schreiben in ihrem Kommentar, dass "die Kanzlerin momentan die Agenda 2010 so lobt, als ob sie selber diese gemacht hätte. Dabei hat sie sich nur anschließend deren Erfolge auf ihre Fahnen geschrieben". Welche Erfolge hat ihrer Meinung nach die Agenda 2010? Und besonders für wen?

@ Herr Arnheiter: Eine andere bessere Welt ist möglich! Es gab und gibt viele gute Ansätze, die dies beweisen: das Gesundheits- und Bildungswesen, sowie Wohnraumkonzepte z.B. in Kuba. Trotz Embargos und kapitalistischer Hetze wird jedem Bürger kostenlose medizinische Versorgung und Bildung garantiert. Auch in der DDR gab es viele positive Errungenschaften. Warum sind die meisten davon nach der Übernahme durch die BRD nicht beibehalten wurden? Und dass es dem "Volk" im Kapitalismus nicht gut, im Gegenteil sogar immer schlechter geht, ist hier wohl unbestritten. Und ich bin fest davon überzeugt: Eine bessere Welt ist möglich!

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 20.03.2017 um 12:17 Uhr
Dem kann ich mich nicht anschließen. Diese "Lösungsansätze" oder "Wünsche" hören sich teilweise gut an (wobei ich persönlich besonders die Verantwortung Deutschlands in der NATO und die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland völlig widersprüchlich mit den anderen Zielen sehe), aber sie sind halbherzig und der Weg dahin ist immer noch nicht beschrieben. Hier wurde gesagt, er soll am besten ohne Gewalt vollzogen werden. Auch ich lehne Gewalt als Mittel ab. Aber wie erreichen wir nun die Umsetzung der genannten „Wünsche“? Wie Stefan Walther meiner Meinung nach völlig richtig ausführte: „Kein einziges grundlegendes Problem ist heute noch innerhalb des kapitalistischen Systems zu lösen, ... ein anderes Beispiel wäre die akute Gefahr eines 3. Weltkrieges...“ Es stellen sich für mich grundlegende Fragen: wird es eine soziale Gerechtigkeit (wie wir sie uns wünschen) innerhalb diesem existierenden Kapitalismus geben? Wie wird sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren verändern? Werden wir durch mehr außerparlamentarische politische Partizipation oder durch die Entwicklung von gerechteren Modellen zu mehr Gerechtigkeit gelangen? Wie werden wir diese Welt (Natur, Klima, Krieg/Frieden, soziale Gerechtigkeit...) unseren Kindern und den nächsten Generationen überlassen?
Um diesen Prozess, den ich in meinem Artikel beschrieben habe, aufzuhalten und ihn in eine gänzlich andere Richtung zu lenken, wird es nur einen Lösungsansatz geben: Kampf.
Keine Errungenschaft bei den sozialen Grundrechten ist den Lohnabhängigen und Unterdrückten jemals geschenkt wurden. Verbesserungen der Arbeitszeiten, Verbesserungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz, das Recht auf Bildung und Chancengleichheit – alles musste erkämpft werden. Der Kampf beginnt dabei mit dem Hinterfragen von gegebenen Zuständen, zu informieren, Bewusstsein zu schaffen, zu diskutieren, zu überzeugen, Bündnisse zu suchen, sich mit Gleichgesinnten zu solidarisieren, sich nicht spalten zu lassen und sich nicht von faulen Kompromissen und halbherzigen Reformen und Zugeständnissen blenden zu lassen. Und es geht um den Kampf gegen den Kapitalismus und seinen eskalierenden Auswüchsen. Ja, es geht um die Abschaffung des Kapitalismus. Und wir müssen uns bewusst sein: dieser Kampf wird im Kapitalismus von den Herrschenden mit allen erdenklichen Mitteln geführt, um ihre Macht und ihr Profit zu bewahren und zu verteidigen.
Es wird nicht nur weitere Kriege geben, sondern wir befinden uns schon lange im Krieg: Im Inneren wird Krieg gegen die eigene Bevölkerung in Form von Ausbeutung und Unterdrückung geführt. Völlige „Flexibilität“ ist angesagt, ständige Verfügbarkeit der Arbeitskräfte entsprechend der Nachfrage – möglichst mit hochqualifizierten, vielfältig einsetzbaren, unterbezahlten und ständig abrufbaren „Freiberuflern“, Teilzeit- und Leiharbeitern. Arbeitszeiten, Arbeitsrhythmus und Bezahlung werden immer weiter an die Bedingungen des „Marktes“ angepasst.
Und nach außen wird inzwischen in der ganzen Welt Krieg mit deutscher Beteiligung geführt. Kriegseinsätze sind die Folge des politischen Willens der herrschenden Klasse in der Bundesrepublik, ihrer Regierung und der sie tragenden politischen Parteien. Sie werden zielgerichtet begangen. Nach der Aggression gegen Jugoslawien in den 1990er Jahren, dem Afghanistankrieg seit 2001 ist die Beteiligung an der Seite der andern imperialistischen Mächte am Krieg gegen Syrien schon der dritte militärische Einsatz der Bundesrepublik Deutschland gegen das Selbstbestimmungsrecht der jeweiligen Völker entsprechend der Charta der Vereinten Nationen. Hinzu kommt der subversive Einsatz politischer und ökonomischer Mittel gegen die Ukraine, gegen Libyen, Ägypten, in Afrika, die Waffenlieferungen an destabilisierende Kräfte in aller Welt usw. Und wenn es vielen nicht bewusst sein sollte: Es werden weitere Kriege, nach innen wie nach außen, folgen. Und wenn wir dabei den Blick von Deutschland auf die ganze Welt erweitern, können wir nicht abstreiten, dass der weltweite herrschende Kapitalismus diese Welt in eine bedrohlich eskalierende Phase gebracht hat.
Mit diesem Bewusstsein und dem Wissen, dass sich nichts Grundlegendes ohne Kampf ändern wird, müssen wir jetzt aufstehen, unseren (vorgegaukelten) Komfortbereich verlassen und etwas tun: nämlich kämpfen. Die eigene Angst vor Veränderungen überwinden und den Kampf um gemeinsame Ziele auf die Straße bringen, demonstrieren, streiken, die Stimme erheben, laut und unnachgiebig. Und das können wir nur zusammen. Umso mehr umso besser. Die Ausgebeuteten des Kapitalismus sind in der Mehrzahl und haben somit eine sehr große Macht.
Lasst uns dabei nicht von rechtspopulistischen Marktschreiern oder irgendwelchen halbherzigen Wahlversprechen in die Irre führen. Frei nach Ernst Thälmann: „Wir sagen nicht: Wählt eine bestimmte Partei, dann habt ihr Brot und Freiheit. Wir sagen, um Brot und Freiheit müsst ihr kämpfen!“

Kommentare zu: Gute Entscheidung- aber entscheiden kann jeder selbst

4 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (10.10.2016 23:23 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 10.10.2016 um 15:16 Uhr
Die Aussage auf dem Plakat behauptet nicht, dass alle, die nicht für den Weltfrieden demonstrieren, Arschlöcher sind. Meiner Meinung nach gibt es viele Kategorien von politischen Verhalten: Menschen, die für den Weltfrieden sind und politisch aktiv sind, solche die zum Demonstrieren auf die Straße gehen, solche die in Foren wie hier ihre Meinung kund tun, einige sitzen in den Parlamenten und versuchen dort politischen Einfluss zu nehmen, andere engagieren sich in politischen Vereinigungen. Aber es gibt auch viele, die trotz der vielfältigen medialen Informationsangeboten die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Kriege, die Krisen unserer Zeit, die Bedrohung durch Aufrüstung, die Ursachen für Flucht und Vertreibung nicht sehen oder nicht sehen wollen. Viel zu viele erkennen immer noch nicht den Zusammenhang zwischen dem Profitstreben und der Ausbeutung der Menschen weltweit auf der einen Seite und dem Elend, der Armut und letztendlich auch der Kriege auf der anderen Seite. Und immer noch sehr viele belächeln diejenigen, die für Frieden kämpfen und nicht aufhören, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Viele betiteln sie mit „Spinner“ oder zucken frustriert oder auch aus Ignoranz nur mit den Schultern und sagen „da kann man doch sowieso nichts machen“ oder „die da oben kann man sowieso nicht ändern“. Und es gibt immer noch viel zu viele, die nichts tun, „weil einem das Hemd näher ist als die Jacke“. Aber wer sich genau aus diesem Egoismus und feiger Bequemlichkeit aus allem raushalten möchte, werde ich auch weiterhin gerne und laut mit „Arschloch“ betiteln und provozieren. Wer durch sein Nichtstun und mit seinem Schweigen keinen Widerstand leistet, akzeptiert auch letztendlich, dass es immer weiter Kriege geben wird und ignoriert, dass wir uns hier nicht nur in Deutschland schon lange in einem ökonomischen, aber auch militärischen Krieg befinden. Natürlich gilt es diese Menschen mit guten Argumenten aufzuklären, kontrovers, aber auch konstruktiv mit ihnen zu diskutieren, sie zu informieren und ihre Not und ihren Leidensdruck sichtbar und fühlbar zu machen. Aber sie auch zu provozieren. Wie mit einem solchen Plakat. Um sie endlich aus ihrer vermeintlich sicheren Komfortzone heraus zu locken und sie zu überzeugen, Verantwortung für sich und unsere Gesellschaft übernehmen zu können und zu müssen. Indem sie sich mit Menschen zusammen tun und sich organisieren, um eine immer lauter werdende Stimme dadurch zu erhalten. Und es liegt an uns, an jedem Einzelnen, dass sich bald mehr Menschen für die richtige Sache, für Frieden und gegen Krieg und deren Ursachen und Verursacher solidarisieren.

Kommentare zu: Zum Artikel „Sicherheitsdienst im Hallenbad“ in der Gießener Allgemeinen Zeitung vom 24.02.2015

9 Kommentare letzter Kommentar von Uwe Lennartz (09.03.2015 13:48 Uhr)

Uwe Lennartz
Uwe Lennartz schrieb am 09.03.2015 um 13:48 Uhr
Am 24.02. erschien der Artikel von Herr Tamme. Der Artikel ist nicht online gestellt wurden. Am 25.02. habe ich einen Leserbrief an die Gießener Allgemeine geschrieben, auf den bis heute weder jemand von der Allgemeinen noch Herr Tamme selbst geantwortet hat. Anfang letzter Woche wurde mein Artikel von der GZ zweimal wieder herausgenommen, weil die von mir verwendeten Zitate nicht ganz eindeutig Herr Tamme bzw. den zitierten Stammgästen zuzuordnen wären.

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