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Thomas Schmidt

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Kommentare zu: Männergesundheit - ein Aufbruch?

31 Kommentare letzter Kommentar von Marion Wallenfels (22.10.2008 15:08 Uhr)

Thomas Schmidt schrieb am 15.10.2008 um 11:12 Uhr
Was wären wir doch hierzulande ohne unsere benachteiligten Opferfrauen. Mir kommen die Tränen über die so schrecklich große Belastung durch Haushalt/Kinder etc. Bei einer Frau in einem Bergdorf in Kamerun könnte ich das Wehklagen ja verstehen, aber seit in den westeuropäuschen und nordamerikanischen Regionen Männer die Waschmaschine erfunden hatten – eigentlich um ihren Frauen nochmehr Komfort zu bieten – kann man im Buch „Das Ende der Dressur“ von Esther Vilar nachlesen was ein Haushalt wirklich an Zeit und Mühe kostet.

Ich als glücklicher, emanzipierter Single benötige täglich nur einen sehr kleinen und nebenbei erledigungsfähigen Zeitaufwand für die so schlimme Hausarbeit.

Wenn Frauen trotz aller offenstehenden Möglichkeiten und Förderprogramme immer noch so wenig in Vorstandsetagen, naturwissenschaftlichen Studiengängen, mittlerem Management, Bergbau oder unter den Wehrpflichtigen vertreten sind kann ich nur feststellen : Selber Schuld.

Zum Thema Verhütung bin ich recht fachkompetent : Ich kenne einige einkommenssichere Männer die mithilfe einer Vasektomie 100% Verhütungsverantwortung übernommen haben. Die wollten nicht darauf „vertrauen“ ob die Pille nun 99% oder 99,5% o.a. sicher ist.

Dadurch daß immer mehr Männer wie ich Ehe/Familie tunlichst vermeiden, sollte auch das Benachteiligungsmonopol von doppel-belasteten Frauen erheblich zurückgehen und keine Frau in Ihrem beruflichen Werdegang und Selbstverwirklichung behindert werden. Für mich absolut unverständlich sind allerdings Erfahrungsberichte vieler Männer wie viele Partnerinnen trotz massiver Gefährdungen und Benachteiligungen durch Ehe/Kinder/Haushalt/Doppelbelastung zu Beziehungsverfestigungsstrategien – letztendlich der begehrte Trauschein – neigen.

Ich denke, in den letzten Jahren sind feministische Forderungen und „Ausgleichsansprüche“ für „Benachteiligungen“ so ausgeufert, daß diese mehr und mehr Menschen auffallen. Viele haben gehörig genug von feministischen „Wahrheiten“, lassen sich nicht mehr ein männliches Schuldmonopol angesichts real existierender Männer-Diskriminierungen wie die Wehrpflicht einreden und analysieren die realen Verhältnisse mit Scharfsinn und Sachverstand.

Das ist auch gut so.

Die femifocale Lastigkeit der Medien und der Politik haben m.E. einige meist weibliche Menschen hierzulande die letzten Jahre natürlich sehr lieb gewonnen. Vor diesem Hintergrund ist beobachbar daß männerspezifische Themen und Berichte verständlicherweise nicht gerade mit großem Wohlwollen angenommen werden.

Thomas Schmidt schrieb am 15.10.2008 um 13:53 Uhr
Sehr geehrte Fr. Wallenfels,

als nichtehelicher Vater einer begabten zehnjährigen Tochter bin ich für Gleichberechtigung und trat dafür öffentlich ein. Daher bin ich am Rande etwas im Frauen-Männerthema engagiert und dadurch bedingt auch manchmal überfokussiert. Über meine literarischen Exkurse über gender kam ich auch zum Thema Feminismus. Insbesondere die menschenverachtende Komponente wie Gesellschaft zur Vernichtung der Männer sowie offen medial ausgelebter Männerhass haben mich zutiefst schockiert.

Ganz abgesehen davon haben die letzten 30 Jahre nichts bewirkt außer einem drohenden flash-back.

Meine Bemühungen zielen dahin diese Negativ-Phänome aus der Welt zu schaffen. Gleichberechtigung besteht, sie wird nur zuwenig genutzt und stattdessen immer noch Jammertäler kultiviert.

Ich würde mir ein Klima gegenseitiger Wertschätzung wünschen wo Frauen sowie Männer Rollenstereotype auch mal selbstkritisch reflektieren um dann eine gleichberechtigte Gesellschaft zu gestalten die keine Feindbilder nötig hat. Eine interessante Buchempfehlung von FrauTV war z.B. „Männerseelen“ von Björn Süfke. Die Vorgehensweise von FrauTV fand ich angenehm. Ich fand im Buch Betrachtungsweisen an die ich selbst bisher nicht einmal im Entferntesten gedacht habe, weil mich niemand bisher darauf aufmerksam gemacht hat. Dazu gehören auch die von Ihnen beschriebenen Effekte.

Hieran gilt es m.E. zu arbeiten.

Ich denke u.a. war es auch Ambition des Autors, Aufklärung in verschiedene Richtungen zu betreiben. In unserer Firma z.B. wurde dieses Jahr von unserer Betriebsratsvorsitzenden ein Gesundheitstag mitgestaltet wo auch das Thema Männergesundheit Bestandteil war.

Es tut sich etwas.

Thomas Schmidt schrieb am 15.10.2008 um 17:19 Uhr
Vielen Dank für Ihre Anteilnahme, Frau Wallenfels. Es gibt viele gute Ansätze, über die ich mich freue.

Ich sehe schonmal sehr gerne FrauTV oder auch andere Beiträge, weil mich frauenspezifische Belange ebenfalls interessieren. Ich denke manchmal es gibt viele gegenseitige Verständnislücken zwischen den Geschlechtern.

Thomas Schmidt schrieb am 16.10.2008 um 10:15 Uhr
Sehr geehrter Herr Biedermann,

danke für Ihre Hinweise, insbesondere die französische Vorgehensweise wurde kürzlich von Fr. Astrid von Friesen im MDR erwähnt. Ich halte sehr viel davon.

Die öffentliche Äußerung der besagten Redakteurin kenne ich und halte nichts davon. Im Zusammenhang mit Ihrer Sache als Chefredakteurin bei EMMA hat sie m.E. einen guten Eindruck hintzerlassen. Ich sprach in meinem Beitrag oben auch von der neuen Moderatorin Fr. Angela Maas:
http://www.monstersandcritics.de/artikel/200815/article_73089.php/Angela-Maas-%C3%BCbernimmt-frau-TV
Das Thema Verhütung ist mir bestens bekannt. Vielleicht reicht Ihnen mein o.g. Hinweis zur Vasektomie, die die Gefährdung durch eine Kindesunterschiebung, die mich „zu meinem Glück zwingen soll“ mitlöst.

Ich habe mir auf o.g. Weise selbst zu meinem Glück verholfen….

Thomas Schmidt schrieb am 20.10.2008 um 16:01 Uhr
Sehr geehrter Herr Herold,
die Argumentation verstehe ich nicht mehr. Was steht gegen einen Männergesundheitsbericht? Was gibt es gegen Aufklärung einzuwenden wenn bekannt ist daß Männer eher dazu neigen Vorsorgemuffel zu sein.
Für mich gab es hier viele neue Aspekte. Was ist an dem o.g. Bericht Schlimmes wenn man auch für Männer nach Aufklärung anfragt? Warum gibt es da sofort Protest?
Wir leben wirklich in einer Umgebung wo auf Katzengesundheit eher eingegangen wird als auf berechtigte menschliche Anliegen. Hier Emphatie aufzubringen wird sofort kritisiert und das "Mannseindenken" setzt wieder ein. Oder geht es darum "Recht" zu behalten?
Wenn wir Eigeninitiative fordern dann sollten wir dies für alle fordern, d.h. für beide Geschlechter und auch für Katzen.

Thomas Schmidt schrieb am 21.10.2008 um 08:45 Uhr
Ich bin so froh und glücklich daß es sie noch gibt : Richtige Männer!

Es zeigt sich immer wieder deutlich wie Männer untereinander ihr Wertesystem verfestigen. Ich liebe auch Frauen und als Kampfsportler und Privatpilot mit nicht dickem Bauch in meinem jung gebliebenen Alter (gute Vorsorge da privatversichert) würde einfach mal behaupten Frauen mögen mich mindestens so gern wie manchen „richtigen Mann“.

Spricht jemand nicht richtig nach was man über die Billig-Popular-Medien kommt, also mal über die Norm hinausdenkt, geht’s in Richtung KO-Argumentation „frauenfeindlich“ oder „ungeliebter Mann“.

Manche Frauen sind ja auch nicht gerade ungeschickt dieses Phänomen zu nutzen…

Manchmal ist es sicher nicht von Nachteil ein gutes Buch zur Hand zu nehmen und darin zu lesen.

Auf das Thema Männergesundheit bin ich aufmerksam geworden als ich in Fachliteratur etwas über männliche Depression las, die von den Betroffenen meist selbst nicht richtig wahrgenommen wird. Schlüsselerlebnis war als ich vor ein paar Jahren einem Kollegen eine SMS schickte ob es abends bei dem Treffen bleiben würde und mich dann der Vater zurückrief daß er nicht kommt : Suizid.

Ich will soetwas nie wieder erleben.

Manche Männer funktionieren auch so lange richtig in dem ihnen zugewiesenen Hamsterrad bis der erste Herzinfarkt kommt, dann werden die etwas nachdenklicher. So einen Fall kenne ich auch.

Thomas Schmidt schrieb am 21.10.2008 um 16:38 Uhr
Fr. Esther Vilar, 1971, „Der dressierte Mann“ lässt grüßen. Ich finde es manchmal erschreckend wie diese Mechanismen immer wieder erfolgreich greifen. Dieses Syndrom hat den damaligen Misandrie-und Revanchismus-Feminismus erst ermöglicht weil der männliche Part unserer Gesellschaft von der besagten „Aufkündigung“ überfahren wurde und mit m.E. falschem Kavaliersdenken reagierte. Die gesellschaftspolitischen Resultate sind denen bekannt die seit Jahren akribische und äußerst unpopuläre Aufbauarbeit geleistet haben. Mich betrifft keine „männliche Krise“, jedoch hat Hr. Prof. Dr. Hollstein in seinem Buch interessante Wahrnehmungen publiziert.

Ich denke das Geschlechtergerechtigkeitsthema wäre sicherlich wesentlich weiter so wie in Schweden, Neuseeland oder auch Frankreich, hätte Fr. Ester Vilar seinerzeit nicht das Land verlassen müssen.

Wie ich in einem alphafeministischen Blog – deren Standpunkte ich als sehr weit und reif empfinde - vor einiger Zeit postete : Einige sind weit, andere weiter, andere eben noch nicht so ganz. Daher macht es auch nicht unbedingt Sinn auf jede Äußerung „männlicher Beschützer“ detailliert einzugehen weil sie teilweise gar nicht erfassen wovon man überhaupt spricht und sich in ihrer Rolle sehr männlich und wohl fühlen.

Soll jeder auf seine Weise glücklich werden. Wir leben in einem freien Land.

Ich las kürzlich eine interessante Information daß die liberale amerikanische Feministin Wendy McElroy seit einigen Jahren erfolgreich mit dafür offenen Männerrechtlern zusammenarbeitet. Eine Geschlechterpolitik, die die Bedürfnisse BEIDER Geschlechter ernst nimmt, wäre das Sinnvollste und macht früher oder später Benachteiligungsmonopole überflüssig.

Es wird sicherlich nicht einfach und sehr unpopulär hier die Aufmerksamkeiten auf verschiedene Facetten der Lebenswirklichkeit zu lenken. Jedoch sind die ersten entscheidenden Schritte hierfür getan und die moderne Politik sowie die Medien beginnen div. Schieflagen wahrzunehmen und erste Maßnahmen daraus abzuleiten.

Das Thema Männergesundheit ist eine davon.

Das besser „Unter-uns-ausmachen“ habe ich auch schon mehrmals gehört. Es gibt auch da gute Ansätze. Es wird sicherlich Widerstände geben da ein sich daraus resultierender Einflußverlust subjektiv von einigen Frauen als schmerzlich wahrgenommen werden wird.

Alpha-Frauen ist dieser manipulative Einfluß unwichtig. Ich fand es beeindruckend daß in dem o.g. Blog Frauen Männer zu ihrer eigenen Emanzipation ermutigen und sie als legitim bezeichnen. Diese männliche Emanzipation wurde auch schon von Katharina Rutschky beschrieben.

Ich für meinen Teil möchte im Gegensatz zu 1975 niemandem Unrecht tuen. Daher ist m.E. das Thema Feminismus sehr differenziert zu analysieren und ich habe persönlich teilweise gleiche Standpunkte moderner liberaler Feministinnen und Männer/Väterrechtlern ausgemacht.

Ich bin vielleicht doch jetzt etwas vom Thema des Autors abgekommen. Ich bitte um Entschuldigung.

Thomas Schmidt

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