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Thorsten Lux

Kommentare zu: "FOR THE YOUNG GENERATION" An die Nachgeborenen - nach B.Brecht

16 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (26.08.2010 18:28 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 24.08.2010 um 23:15 Uhr
Immer wieder gerne gelesen. :)

Kommentare zu: Apropos Philosophie: Körperkult und Sinnlichkeit.

8 Kommentare letzter Kommentar von Dr. Manfred Klein (05.08.2010 10:22 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 05.08.2010 um 02:39 Uhr
Wie Schopenhauer bereits anmerkte: Das Leben besteht aus dem regen Leben von Körper UND Geist. Und - um es mal aus persönlicher Sicht darzustellen - es nervt mich permanent mit Menschen konfrontiert zu sein, die bloß auf Äußerlichkeiten sehen. Klar (zumindest aus meiner Perspektive) dass ich nicht Sexfeindlich bin, aber ich empfinde es als gruselig ständig wieder mit Menschen konkrontiert zu sein, die nicht mehr als Körperlichkeit und Oberflächlichkeit sehen und mit meiner Seele gänzlich überfordert sind; mehr noch: Sich nicht einmal die Mühe machen mich als ganzheitliches Lebewesen begreifen und anerkennen zu wollen. Aber das führt hier wohl zu weit, zu schildern, inwiefern mich so etwas immer wieder neu anödet.

Und ja: Wissenschaftlich, oder gar philosophisch ist mein Textbeitrag sicherlich nicht, aber er ist - wie ich denke - dem Thema nicht gänzlich unverwandt und findet sich hier derart dargebracht, wie er empfunden ist. Der Leib als "Gefängnis der Seele" mag insofern eine treffliche Formulierung sein. Aber auch der Leib gehört dazu - womit ich wieder bei Schopenhauer anlange.

Kommentare zu: "KOPFLOS 2010 ? "...........(Kopflos)ein Gedicht von Hermann Hesse 1947

26 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (11.07.2010 15:03 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 07.07.2010 um 19:56 Uhr
Man fühlt sich irgendwie ins antike Rom versetzt: Solange Leben in der Arena ist, schweigt der Geist, oder wird als Störenfried gebranntmarkt und ausgegrenzt.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 08.07.2010 um 02:49 Uhr
' (...) jetzt könnt Ihr alle auf mich "einschlagen"' - eigentlich habe ich ja andere Hobbies, aber wenns der Motivation dient... *fg*

Wie dem auch sei: Eine Arena war ein Ort an dem man weit vor dem Fernsehzeitalter Menschen von der Realität ablenkte - mitunter dadurch, dass man einige Menschen opferte. Dass das heute in anderer Art und Weise geschieht als in der Antike, ist ein anderes Thema...

Dass selbst während der Fußball-WM Demos möglich waren macht sicherlich Mut. Dennoch kann man im täglichen Gespräch immer wieder feststellen, dass viele sich gerne Feindbilder einreden lassen, (gezielte?) Fehlinformationen zu ihrem persönlichen Weltbild zusammenschustern und ihnen meist das kurzfristige scheinbare Wohl ihrer selbst wichtiger ist, als sich darum zu bemühen, dass es auch ihren Mitmenschen gut geht und diese in Würde und Frieden leben können.

"wer kein Vertrauen in das Volk hat, der hat auch das Vertrauen des Volkes nicht verdient"

Das Volk besteht aus jeder Menge Einzelindividuen, mit einzigartigen Erfahrnissen, Talenten, aber auch Schwächen. Vertraue ich ihnen? Zum Teil: Ich vertraue in die Vernunftbegabung eines jeden - die Frage ist ob jeder Einzelne seine Vernunftbegabung nutzt. Die Frage ist aber auch was dabei herauskommt und was hieraus wiederum für mich resultiert (würde ich das anders sehen, müsste ich DIE Wahrheit zu kennen glauben, oder ein Monopol darauf erheben).

Eine weitaus wichtigere Frage ist jedoch ob ich das Vertrauen des Volkes wollen kann. Inwiefern und wozu? Soll mir das Volk vertrauen damit ich es an irgendeiner Stelle in irgendeiner Form vertrete? - das ist wohl eher nicht die Rolle in der ich mich sehe. Sollte mir das Volk wie einem Guru, einem Hohepriester, einem Führer vertrauen? - nein danke!

Wenn mir ein Teil des Volkes mit dem ich Umgang pflege insofern vertraut, dass ich ihm Perspektiven aufzeige, wie ich diese Gesellschaft sehe und sich selbst soweit vertraut, dass sie darüber nachdenken, inwiefern meine Perspektive für sie Bedeutung haben kann und was das für sie bedeutet, soll mir das ausreichend sein...

Und das klingt vielleicht nicht nach viel. Aber es ist deutlich mehr als es zunächst erscheint.

Da wir hier aber eigentlich gerade auf ein Gedicht reagieren, möchte ich noch ein Erich Kästner-Gedicht für die Diskussion stiften:

Keiner blickt dir hinter das Gesicht
(Fassung für Beherzte)

Niemand weiß, wie arm du bist...
Deine Nachbarn haben selbst zu klagen.
Und sie haben keine Zeit zu fragen,
wie denn dir zumute ist.
Außerdem, - würdest du es ihnen sagen?

Lächelnd legst du Leid und Last
um sie nicht zu sehen, auf den Rücken.
Doch sie drücken, und du mußt dich bücken,
bis du ausgelächelt hast.
Und das Beste wären ein Paar Krücken.

Manchmal schaut dich einer an,
bis du glaubst, daß er dich trösten werde.
Doch dann senkt er seinen Kopf zur Erde,
weil er dich nicht trösten kann.
Und läuft weiter mit der großen Herde.

Sei trotzdem kein Pessimist,
sondern lächle wenn man mit dir spricht.
Keiner blickt dir hinter das Gesicht.
Keiner weiß, wie arm du bist...
(Und zum Glück weißt du es selber nicht).



Keiner blickt dir hinter das Gesicht
(Fassung für Kleinmütige)

Niemand weiß wie reich du bist...
Freilich mein ich keine Wertpapiere,
keine Villen, Autos und Klaviere
und was sonst sehr teuer ist,
wenn ich hier von Reichtum referiere.

Nicht den Reichtum, den man sieht
und versteuert, will ich jetzt empfehlen.
Es gibt Werte, die kann keiner zählen,
selbst wenn er die Wurzel zieht.
Und kein Dieb kann diesen Reichtum stehlen.

Die Geduld ist so ein Schatz,
oder der Humor und auch die Güte
und das ganze übrige Gemüte.
Denn im Herzen ist viel Platz,
und es ist wie eine Wundertüte.

Arm ist nur, wer ganz vergißt,
welchen Reichtum das Gefühl verspricht.
Keiner blickt dir hinter das Gesicht.
Keiner weiß wie reich du bist...
(Und du weißt es manchmal selber nicht.)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 09.07.2010 um 00:43 Uhr
Doch bin ich, wie ich bin,
Und nimm mich nur hin!
Willst du bessre besitzen,
So laß dir sie schnitzen.
Ich bin nun, wie ich bin;
So nimm mich nur hin!

(Joh Wolf Goethe)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 10.07.2010 um 20:17 Uhr
Also was eigenes? - damit kann ich dienen - auch wenn ich mich dann der Schleichwerbung verdächtig mache:

SO-NETT

Seuchen, Elend, Qual und Not
wie schön, dass es vorbei
Geschichte scheint uns leer und tot
längst ists uns einerlei.

Schmerz, Hunger, Pein und Neid
damit ists längst genug
Das paßt nicht mehr in unsre Zeit
zum Glück sind wir jetzt klug.

Um zu vergessen, was mal war
auch das Heute, ist ja klar
schaun wir halt lieber weg.

Menschen sind jetzt Eigentum
oft müssen sie als Abfall ruhn
unsre Zeit sie ist So-nett.

(aus: "Das Kuckucksnest", 2000)
(aus: "Ein Wort, das eine Brücke schlägt" 2001)

So und nun können mich alle gerne als (un-) menschen interpretieren, oder mich der unsachgemäßen Werbung bezichtigen. ;o)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 10.07.2010 um 20:22 Uhr
Lieber Herr Herold,

abgesehen davon schreibt ein Mensch natürlich immer um Menschen zu inspirieren und/oder zu motivieren. Menschen abzuschrecken oder als "zu dumm" zu stempeln überlassen wir doch lieber jenen Literaturprofessoren, die ihren Beruf nicht begriffen haben, oder? :D

"Das nennt ihr gerecht. Gerecht geht anders" lautete das Motto der Demonstration am 12. Juni 2010

Kommentare zu: 12. Juni 2010 in Berlin und Stuttgart

12 Kommentare letzter Kommentar von Thorsten Lux (05.07.2010 20:48 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 16.06.2010 um 21:35 Uhr
Hallo Stefan,

damit leben muss ich und kann ich. Aber ich muss es mir nicht zwingend anhören und ich muss ihnen schon gar nicht glauben, dass sie tatsächlich an den Gesetzen etwas anderes auszusetzen haben, als dass sie sie nicht selbst auf den Weg brachten.

Das meint für mich: Ich kann mir selbst zwar eine Mitverantwortung vorwerfen, dass rot-grün 1998 an die Regierung kamen und die Agenda 2010 mitsamt Hartz-Gesetzgebung, Praxisgebühren, Gesundheitsreform, Rentenreform, usw. usf. auf unsere Gesellschaft niederprasselten; ich kann mir selbst aber nicht vorwerfen, dass ich nichts daraus gelernt hätte... nämlich insbesondere dass "die da oben" nicht für uns tun und man schon froh sein kann wenn sie gegen uns nicht allzu aktiv sind. Aber auch, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Insofern ließ ich mir von sämtlichen Parteien die mir namentlich einfielen Programm und Statut kommen (okay, von denen die für mich gar nicht in Frage kamen und die nicht zwingend meine Adresse haben müssen, habe ich es mir übers Internet besorgt) und studierte diese erstmal sorgfältig. Das dauerte eine Weile, der tatsächliche Schritt in eine Partei dauerte dann noch eine Weile... und schon bald habe ich noch sehr viel mehr über Politik gelernt. Zum Beispiel: Was ist eine Partei, wozu soll sie dienen, wozu darf sie nicht verkommen, was gibt es noch für gesellschaftliche Organisationsformen, welchen Einfluss hat es auf das Ergebnis politischer Arbeit, wenn man sich überall dort einbringt, wo es einem sinnvoll und richtig erscheint - und letztlich sogar mich an einigen Stellen zurückzunehmen um anderes besser machen zu können...aber das führt hier zu weit.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 16.06.2010 um 22:37 Uhr
Ich hab hier noch nen Textauszug aus der aktuellen Rundmail des ABSP:

"Die Hetze gegen Erwerbslose und verschiedene Ideen, wie sie zu jämmerlichen Löhnen oder auch unentgeltlicher Arbeit verdonnert werden könnten, sind gerade in den letzten Monaten nicht abgerissen. Als wenn in mangelnder Arbeitsmoral der Erwerbslosen die Ursache der Weltwirtschaftskrise liegen würde! Und als wenn der Zwang zu unentgeltlicher Arbeit die Arbeitslöhne insgesamt steigen lassen würde! Insbesondere infam ist das neue Sparpaket der Bundesregierung, das als Einstieg in drastische Kürzungen bei Hartz IV solche Positionen herausgreift, die der Öffentlichkeit als angemessen verkauft werden können sollen und den Eindruck vermitteln sollen, dass diese eigentlich nicht weh tun. Salamitaktik also! Dabei geht die Bundesregierung davon aus, dass die Fußballweltmeisterschaft die Öffentlichkeit ausreichend von den Sparbeschlüssen ablenken wird."

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 17.06.2010 um 00:09 Uhr
Na das ist auf jeden Fall mal etwas ganz anderes:

Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe
http://www.appell-vermoegensabgabe.de/index.php5?show=start

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 05.07.2010 um 10:52 Uhr
Hallo Stefan, hallo Christian,

ich glaube da kann ich ein wenig beruhigen: Das sieht nicht so aus als würden sich die Menschen von Medienhetze verängstigen lassen auf die Straße zu gehen:

http://gimode.wordpress.com/

Dass das jedoch nicht für alle Menschen gelten muss, und dass auf den Straßen noch viel Platz ist für jede Menge richtige und wichtige Demonstrationen, ist ein anderes Thema, das man sicherlich auch nicht vernachlässigen darf.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 05.07.2010 um 20:48 Uhr
In der Tat steht die Gefahr, dass der Grund der Demo dabei verloren geht - das darf man nicht aus dem Auge verlieren. Sicherlich ist es aber ein interessantes Mittel um den Menschen demokratische Kultur als zum gesellschaftlichen Leben zugehörig zu vermitteln. Es ist ja auch bedenklich, dass wesentlich weniger Menschen auf die Straße gehen, wenn ihnen irgendein Politiker mit einem neuen Gesetz "den Kühlschrank leerräumt" als wenn irgendwer beispielsweise zum gemeinsamen Inline-Skaten einlädt. In dem Moment jedoch wenn man Demos nicht als gefährlich oder als bloßes "Gesicht zeigen" begreift, sondern als kulturelle Veranstaltung die Freude macht und im Kreise netter Zeitgenossen zelebiert wird, gehen vielleicht auch wieder mehr Menschen auf die Straße und wägen nicht zuvor ab, wie die Chancen stehen, dass sich dadurch tatsächlich etwas ändert. Denn soviel ist klar: Mit "Stillhalten und Schnute halten" ändert niemand etwas.

Kommentare zu: Wulff vs, Gauck vs. Jochimsen

4 Kommentare letzter Kommentar von Thorsten Lux (01.07.2010 23:33 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 01.07.2010 um 23:33 Uhr
Hallo Stefan,

ICH muss mir darum sicherlich keine Gedanken machen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich zum BundesPräsi gewählt werde...

Aber genau das war doch die Argumentation, weshalb es so ungeheuerlich gewesen sei, dem Bundespräsidenten seine Aussagen zur Last legen zu wollen und sie - wie bei den meisten anderen Menschen auch - auch noch zu interpretierenund zu verdrehen bis sie ins das Bild dessen passt, das man berichten will, weil dies dem Ansehen des Amtes schade.

Kommentare zu: Holz- und Polsterklassenstaat ?

25 Kommentare letzter Kommentar von Gisela Dapper (03.07.2010 19:17 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 09.06.2010 um 22:49 Uhr
Ja, Kästner ist meiner Ansicht der meistunterschätzte deutschsprachige Dichter. :)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 10.06.2010 um 10:00 Uhr
Übrigens habe ich ein paar aufschlussreiche Links zum Thema geschickt bekommen, die ich gerne weiter bekanntgebe:

http://www.tagesschau.de/sparbeschluesse100.html

http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZiB-2/episodes/1443286-ZIB-2/1443290-Deutschland-schnuert-Sparpaket

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 11.06.2010 um 00:24 Uhr
Womit sich ein Mensch belasten mag, oder nicht, bleibt ihm natürlich in hohem Maße selbst überlassen - worauf man welche Priorität setzt, oder was für einen selbst welchen Wert hat. Natürlich muss man sich hierbei vermutlich fragen ob und inwiefern man sich hierbei selbst ohnmächtig macht, bzw. anderen Menschen und Kräften die Macht gibt über das eigene Leben, dessen Rahmenbedingungen und letztlich auch auf die Gesellschaft in der man lebt zu entscheiden.

Dass die großpolitische Wetterlage einen wachen Verstand frustieren kann - gerade wenn man an die Demokratie als erstrebenswerten Wert glaubt - ist natürlich ein ganz anderes Thema...

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 11.06.2010 um 13:04 Uhr
Liebe Ilse,

ich verstehe völlig, dass man ab und an frustriert fragt was das alles bringt und gebracht hat. Aber ob die Antwort auf diese Frage tatsächlich frustriert ist meiner Erfahrung zufolge eine Perspektivfrage. Natürlich ist es oftmals so, dass sich Politker als zu klug oder als zu bedeutsam empfinden um auf Interessen, Sorgen und Nöte des "gemeinen Volkes" zu reagieren. Mitunter brüsten sie sich gar damit, dass sie ihren Willen gegen den Widerstand großer Teile der Bevölkerung durchgepeitscht haben.

Aber: Sind die Adressaten des Protestes tatsächlich Politiker, die oftmals gerade durch ihre Politik den Protest erst notwendig machten? Wie oft haben wir denn von irgendeinem Politiker mal gehört, dass er einen Fehler begangen hätte und diesen zurücknimmt?

Dennoch hat Protest in meinen Augen einen Sinn. Zum einen natürlich weil Politiker nicht über den Dingen stehen. Man denke nur daran was sich gerade in den letzten Jahren geändert hat: Plötzlich diskutieren unsere "lieben" Politiker wieder öffentlich über soziale Gerechtigkeit - wir erinnern uns, dass es noch nicht lange her ist, dass man diesen Wert in der historischen Mottenkiste verschwinden lassen wollte. Was dabei herauskommt wird sich freilich zeigen.

Denken wir an die Medien, von denen in den letzten Jahren durchaus einige bemerkt haben, dass nicht "Ruhe, Ordnung und Opportunismus" oberstes Gebot der Pressefreiheit ist. Da haben mittlerweile durchaus einige die kritische Berichterstattung wiederentdeckt und sind von der "Hofberichterstattung" ein stückweit abgerückt.

Denken wir an politisch engagierte Menschen, die auch das Gefühl gebrauchen können, dass sie nicht ein "paar wenige Spinner" sind, sondern Menschen die durch ihr Engagement zur Gestaltung unserer Gesellschaft beitragen.

Nicht verschwiegen werden darf natürlich die Wirkung, die bei den Betroffenen, bzw. Opfern einer politischen Marschrichtung erzielt wird, enn es gelingt ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine dastehen. Dabei kann man sich sicherlich fragen ob es sinnvoll ist ihnen eine Stimme in Parlamenten, Medien, usw. zu geben, ob man sie ermutigt selbst für ihre Interessen einzutreten (auch wenn man mitunter von Ordnungshütern als "Störung von Ruhe und Frieden" missinterpretiert werden kann, statt als jemand der die demokratische Ordnung ernst nimmt und Demokratie als greifbaren und wichtigen Wert ansieht). Man kann sich freilich auch fragen, ob das ein zwingender Widerspruch ist.

Dass nicht jeder Mensch mit auf die Straßen gehen MUSS, ist keine Frage. Dass sich jedoch in einer demokratischen Gesellschaft jeder Mensch zutrauen können MUSS, für seine eigenen Interessen einzutreten ist eine ganz andere Frage.

Und nein, ich unterstelle keinesfalls Untätigkeit. Dazu müsste ich einerseits Dein persönliches Engagement besser kennen, andererseits das was in der Vergangenheit vielleicht passiert ist, was da an Erfahrungen aufgelaufen ist, usw. Anders formuliert: Es geht mir keinesfalls um Kritik an einem Menschen "in dessen Stiefeln ich nie gelaufen bin", sondern um die Darstellung meiner Perspektive und vielleicht auch darum Mut zu machen.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 11.06.2010 um 13:59 Uhr
Das widerum ist wahr: Unsere Gesellschaft ist es wahrlich wert, dass man sich für sie engagiert.

Und es ist auch wahr, dass viele Menschen bloß dann Protest anmelden wenn sie gerade direkt betroffen sind. Ich versuche dem seit einigen Jahren mit gutem Beispiel entgegenzutreten, kommuniziere das auch gerne und stelle erfreut fest, dass ich da nicht der Einzige bin.

Das Vertrauen indes für Politiker ist bei mir - sagen wir "reichlich beschränkt". Dafür bin ich auch zu sehr von der Demokratie überzeugt, als dass ich meine Belange allzu sehr und allzu vertrauensvoll von anderen Vertreten lassen würde.

Das Phänomen mit verhinderten Autofahrern kenne ich natürlich auch. Das lässt sich auch verstehen: Da hat der Fahrer/die Fahrerin Angst das der Chef Stress macht wenn er/sie zu spät kommt, dass der Lebenspartner/die Lebenspartnerin sauer reagiert. Da will die entsprechende Person gerne in ihren Feierabend und begreift gar nicht worum die Demonstration geht, usw. Damit muss man vermutlich zum Teil leben - der andere Teil besteht darin auch diesen Menschen die Zusammenhänge und die Interessen der Demonstration zu vermitteln. Ich habe es auch schon erlebt dass der Eine oder die Andere dann sein Auto parkte und sich den Demonstranten anschloss. :)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 12.06.2010 um 02:25 Uhr
Nur mal als Randinfo:

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/33503/jetzt-erst-recht-wir-zahlen-nicht-fuer-eure-krise-raus-auf-die-strasse-am-12-juni-in-berlin-und-stuttgart-letzte-infos/#comment

See you?

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 01.07.2010 um 15:59 Uhr
Ja, da scheint was dran. Auch ich stelle mich immer wieder im Gespräch mit Mitmenschen fest, dass die meisten anscheinend Wahlen bloß noch aus dem Aspekt sehen, dass sie denjenigen auswählen sollen, von dem sie glauben er füge ihnen den geringeren Schaden zu. Vom Sinn der Wahl eines bestimmten Kandidaten oder einer bestimmten Partei hört man eher selten etwas. Eigentlich ein eher trauruges Bild einer Gesellschaft und eines Politiksystems das sich als Demokratie verstanden wissen will.

Die Frage die sich stellt ist die, wie man diesem Problem beikommen kann. Namentlich das Vertrauen in politische Teilhabe herzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass dieses Vertrauen auch gerechtfertigt ist.

Kommentare zu: 29. JUNI - Geburtstag von Antoine de Saint - Exupéry

5 Kommentare letzter Kommentar von Peter Herold (30.06.2010 16:47 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 29.06.2010 um 18:44 Uhr
Ach ja, der gute Antoine de Saint - Exupéry. Ich entsinne mich, dass ich den Autoren seinerzeit an der Abendschule kennenlernte. Dort hatten wir einen Französischlehrer, der sich jederzeit sehr viel Mühe gab den Spracherwerb zu erleichtern indem er den Sprachunterricht gut zu verpacken wusste. Und den Lehrer fand ich, im Gegensatz zur französischen Sprache, auch echt klasse. Ich muss nicht erwähnen, dass mir die Sprache nicht lag? Aber immerhin habe ich auf diesem Wege Antoine de Saint - Exupérys "Der kleine Prinz" kennengelernt. :)

Kommentare zu: PM: „Sozialabbau und Rechtsentwicklung in Europa“

2 Kommentare letzter Kommentar von Thorsten Lux (24.06.2010 11:27 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 24.06.2010 um 11:27 Uhr
Hallo Stefan,

natürlich bin ich nicht die DKP, aber ich kann die DKP fragen und das habe ich. Hier die Antwort die ich bzgl. der zweiten Frager bekommen habe:

"Über die Kritik kann ich mich nur freuen, sie ist Ansporn für die weitere Arbeit. Gewiss bleibe ich auch weiterhin Gegner der LaGa. Da aber CDU/FDP/GÜNE und SPD gemeinsam die LaGa einer privaten Gesellschaft übertragen wollen - Beschluss gegen Fraktion Die Linke und Bürgerliste - haben wir zur Zeit keineMöglichkeit, dies zu verhindern. Ich bleibe dennoch bis 2014 dran, u.a. mit der DKP Zeitung Gießener Echo. Zur Zeit versuchen wir also, wenigstens den Menschen zu helfen, die kein Geld für "Events" haben."

Kommentare zu: "See you.......?"

3 Kommentare letzter Kommentar von Peter Herold (26.06.2010 17:30 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 16.06.2010 um 23:58 Uhr
Bilder "Fotograf fotografiert Fotografen" gibts ja zuhauf - hier haben wir es mal mit einer interessanten Perspektive zu tun, die zudem mit einem Fotografen auskommt. ;o)

Kommentare zu: Wir Gefühl!!!!

57 Kommentare letzter Kommentar von Stefan Walther (14.06.2010 18:53 Uhr)

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 13.06.2010 um 23:31 Uhr
Das mit dem Wir-Gefühl ist eine schwierige Sache, weil sie andere - nicht zur Wir-Gruppe gehörende Menschen - ausschließt, oder ihnen gar den Inhalt des damit verbundenen aufzwingt. Ein kleines aber im Erlebensfall dennoch sehr ärgerliches Beispiel?

Vor geschätzten dreißig Minuten wurde ich von irgendwelchen Chaoten aus dem Bett gehupt, weil diese der Ansicht waren es sei wichtiger dass einige Millionäre an Prestige gewonnen haben, als dass ich in Frieden schlafen kann. Ob es natürlich in dieser Hinsicht ein "wir" gibt das eventuell gar eine Mehrheit stellt, die dann als allgemein anerkannter gesellschaftlicher Verhaltenskodex durchsetzt, dass man sich zwar gerne freuen kann, über den Spielerfolg einiger fremder Menschen, die eben zufällig aus dem selben Land entstammen, aber dass man deshalb seine Mitmenschen trotzdem in Frieden schlafen lassen kann, bezweifle ich irgendwie. Dafür ist es wohl bei einigen Menschen zu "normal" sofort "auszuticken", wenn sie sich gerade mal aufgrund eines mehr oder minder fiktiven Anlasses zu erfreuen. Schon interessant: Bloß weil zweiundzwanzig Typen hinter einem Ball herrennen und dann auf denselben eintreten.

Naja, ich erfreue mich noch einer Weile der Phantasie wie ich im Gegenzug "austicken" könnte und was eventuell geeignete Wurfgeschosse wären um meinem Ärger angemessen Luft zu machen und dann werde ich hoffentlich weiterschlafen können. Jetzt ist anscheinend auch endlich wieder Frieden auf der Straße.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 14.06.2010 um 09:42 Uhr
"Diese Ausgelassenheit sollte von Anderen ausgehalten werden was um so leichter fällt wenn man sich vorstellt selber über irgendetwas begeistert zu sein."

Die Begeisterung sei den Fussballfans durchaus gegönnt sein. Aber: Stellen wir uns mal vor, in der nächsten Woche ist die Billarf-Meisterschaft, die Woche darauf die Tennis-Meisterschaft, die Woche darauf die Dart-Meisterschaft, die Woche darauf ist Vorstandswahl in der CDU, die Woche darauf sind Gummibärchen im Sonderangebot, die Woche darauf werden die Kandidaten für die nächste Kommunalwahl bei der FDP gekürt,...

Wenn mir jedesmal irgendwer den Schlaf raubt, sobald er sich freut, dann sollte ich mir vielleicht tatsächlich mal überlegen ob ich - wenn ich nachts schon nicht schlafen kann - mich nicht besser nachts auf die Lauer legen sollte und dem nächsten Typen der seine Pfoten auf der Hupe parkt nen vollen Aschenbecher durch die Windschutzscheibe zu schmettern... Aber zum Glück schaffen es ja auch manche Menschen sich zu freuen ohne das jemand anderes darunter gefälligst zu leiden hat.

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 14.06.2010 um 10:54 Uhr
Hallo Ilse,

das klingt nach einer Idee - sogar nach einer die gut ist. Steht der Termin denn bereits in den Veranstaltungshinweisen, oder wartest Du noch auf Feedback?

Thorsten Lux
Thorsten Lux schrieb am 14.06.2010 um 12:15 Uhr
Hallo Stefan,

Du hast sicherlich Recht, wenn Du vermutest, dass ich mitunter etwas gereizt reagiere, wenn ich aus dem Schlaf gerissen werde. Du hast sicherlich auch Recht, dass ich deutlich lieber Fussball spiele, als irgendwem dabei zuzusehen. Das sehen andere anders und das sei ihnen auch gegönnt.

Und dass das Millionäre sind hat ja auch seinen Grund: Dass es Menschen gibt, die bereit sind dafür Geld zu bezahlen - sogar richtig viel Geld.

Thorsten Lux

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