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ADFC Gießen

Durch bodentiefe Fenster und eine tiefe Sitzposition sind Fußgänger und Radfahrer für den Fahrer gut zu erkennen. Zukünftig sollen auch elektronische Abbiegeassistenten für noch mehr Sicherheit sorgen.

Kommentare zu: LKW-Abbiegeassistenten - Lob für Stadtreinigungsfahrzeuge der Stadt Gießen

3 Kommentare letzter Kommentar von Peter Baier (14.07.2018 00:26 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 13.07.2018 um 13:52 Uhr
Hallo Frau Skroch, "steinigen" sollte Sie keiner für Ihre Ansicht. Wer in erster Linie aufpassen muss, ergibt sich aus der StVO: "Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, [...] Fahrräder auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren. [...] Auf zu Fuß Gehende ist besondere Rücksicht zu nehmen; wenn nötig, ist zu warten."
Gerade weil viele Fußgänger und Radfahrer immer wieder auf ihren Vorrang gegenüber Abbiegern verzichten, wird diese StVO-Regel so oft missachtet. Da setzt sich das "Recht des Stärkeren" durch: Nicht ohne Grund werden drei von vier Unfällen zwischen LKW und Rad durch LKW verursacht und zwei von drei Unfällen zwischen PKW und Rad durch die PKWs. Es ist staatliche Aufgabe, die Schwächeren zu schützen und diejenigen einzuschränken, von denen die Gefahr ausgeht. (Das bedeutet für uns selbstverständlich auch, die Fußgänger vor Radfahrern zu schützen, denn in der Mehrzahl werden Unfälle zwischen Fußgängern und Radfahrern durch Radfahrer verursacht.)

Sie können gerne auch mal zu Fuß stadtauswärts entlang der Frankfurter Straße die Alicenstraße queren und schauen, wie viele Autofahrer Ihnen Vorrang gewähren, obwohl Sie nicht herangeprescht kommen und bestens zu sehen sind. Es dürfte die Minderheit der Autofahrer sein, die Sie vor dem Abbiegen passieren lässt. Das liegt auch daran, dass die Polizei Abbiegefehler kaum kontrolliert, obwohl es ein schwerer Verstoß ist, bei dem ein hohes Bußgeld von 70€ bis 85€ fällig wird. Ein Punkt in Flensburg kommt noch dazu.

In vielen Fällen stellt sich übrigens gar kein Radfahrer neben den LKW oder neben den PKW, sondern es kommt z.B. vor, dass Radfahrer an einer Ampel auf dem Radweg warten und sich dann ein LKW neben die Radfahrer stellt. Genau deshalb fordern wir und auch das Stadtparlament vorgezogene Haltelinien für den Radverkehr an allen Ampeln, damit diese Situationen ohne Unfall ausgehen.
Es geht auch nicht darum, dass sich LKW-Fahrer oder Radfahrer blind auf elektronische Systeme verlassen, sondern dass die Systeme ggf. eine Notbremsung veranlassen, wenn der LKW-Fahrer unaufmerksam ist.

Von daher ist Ihre Empfehlung, dass auch die Radfahrer aufpassen sollten - gerade wenn sie von hinten kommen, natürlich auch richtig. Wenn Sie aber z.B. mit dem Rad von der Innenstadt in die Weststadt über die Rodheimer Straße fahren, dann können Sie einfach nicht an jeder Einmündung und Hofeinfahrt anhalten und sich umschauen, ob ein Auto aus der durchgehenden Schlange (ggf. auch ohne zu Blinken) nach rechts abbiegt. Dafür sind zu viele Autos unterwegs, die alle plötzlich abbiegen könnten.
Leider sind es übrigens vielfach auch nicht junge, wilde Radfahrer, die tödlich verunglücken, weil sie "herangeprescht" kommen, sondern auch Senioren, die bei Abbiegeunfällen mit LKW tödlich verunglücken.

Die sieben touristischen Freizeitrouten haben Streckenlängen von 27 bis 56 Kilometer. Sie heißen Gleiberger Land-Tour, Lahn-Limes-Radweg, Traumstern-Route,  Lumda-Radweg, Wieseck-Radweg, Kleebachtal-Radweg (Piktogramm) und Radweg Solmser Land.

Kommentare zu: Satte Förderung für Radwegebeschilderung: Sieben neue Freizeitrouten im GießenerLand erhalten neue Schilder

1 Kommentar letzter Kommentar von ADFC Gießen (06.01.2016 15:33 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 06.01.2016 um 15:33 Uhr
Wir freuen uns auf die ersten Schilder. Vielen Dank, dass der Landkreis das Projekt über viele Jahre vorangebracht hat.

Die Rathenaustraße ist eine wichtige Radverkehrsverbindung zwischen den Uni-Standorten.

Kommentare zu: ADFC begrüßt Tempo 30 auf Rathenaustraße - Mehr Sicherheit für Fuß- und Radverkehr

5 Kommentare letzter Kommentar von ADFC Gießen (25.02.2015 15:35 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 24.02.2015 um 14:29 Uhr
Der ADFC spricht sich natürlich auch für die Forderung des VCDs aus, dass schnellstmöglich das fehlende Gehwegstück gebaut wird. Tempo 30 ist also nur eine kleine Verbesserung aber keine Lösung für das Problem des fehlenden Gehwegs.

Für einen Radweg oder Radfahrstreifen mit ausreichend breiten Gehwegen ist die Rathenaustraße zumindest zwischen Schiffenberger Weg und Heegstrauchweg derzeit zu schmal. Nur wenn die Anlieger einen Teil ihres Grundstücks abgeben, wäre ausreichend Platz, um auf beiden Seiten Radwege zu bauen.

Dass die Sicherheit durch den Bau eines Radwegs gewährleistet wäre, ist eine häufige Annahme, die aber leider nicht stimmt. Radwege erhöhen nur das SicherheitsGEFÜHL vieler Radfahrer. Die Unfallgefahren (Unfallraten und Unfallschweren) steigen jedoch innerorts, wenn Radwege gebaut werden. Dies zeigen seit Jahrzehnten alle Studien zu dem Thema - selbst die Studien, die das Ziel hatten, die Sicherheit von gut gebauten Radwegen zu beweisen. Aus diesem Grund wurde übrigens schon vor mehr als 15 Jahren in Deutschland die allgemeine Radwegebenutzungspflicht abgeschafft.

Warum Radwege die Unfallgefahr erhöhen, lässt sich in folgenden Quellen nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehrsanlage#Kritik_wegen_stark_erh.C3.B6hter_Unfallgefahr
http://www.adfc-hessen.de/public_downloads/dokumente/ADFC-ERA-RWBP_Fortbildung_Frankfurt_WWW.pdf
http://bernd.sluka.de/Radfahren/Radwege.html

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 25.02.2015 um 15:35 Uhr
Die "allgemeine Radwegebenutzungspflicht" wurde Ende der 90er Jahre abgeschafft. Bis dahin musste jeder Radweg benutzt werden, egal wie schlecht und holprig oder gefährlich er war. Seitdem gibt es noch eine Radwegebenutzungspflicht, die durch blaue runde Schilder mit Fahrradsymbol (Zeichen 237, 240, 241) immer dann ausnahmsweise angeordnet werden kann, wenn das Fahren auf der Fahrbahn ausnahmsweise besonders gefährlich und das Fahren auf dem Radweg sicherer ist. In der "Petition zur Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht" ging es daher darum, dass auch durch die Zeichen 237, 240 und 241 keine Radwegebenutzungspflicht mehr angeordnet werden soll, weil die Schilder oft falsch aufgestellt werden.

Oft wird angeführt, dass Radwege nur dann gefährlicher als die Fahrbahn wären, wenn sie besonders schlecht gebaut sind. Dies wurde aber bereits 1992 wiederlegt: Im Forschungsprojekt 8952 "Sicherung von Radfahrern an städtischen Knotenpunkten" wurden nur ausgewählt "gute" Radwege an innerörtlichen Hauptverkehrstraßen untersucht: Besondere Problemfälle wie linksseitige Radwege, Radwege, die in beiden Richtungen befahren werden dürfen und Radwege, auf denen auch Fußgänger erlaubt sind, wurden extra ausgeschlossen und nur Radwege betrachtet, die Mindestkriterien an Breite, Gestaltung und Übersichtlichkeit aufweisen. Dennoch sind die dort vorgestellten Ergebnisse eindeutig: Die Unfallgefahr an Kreuzungen wird durch Radwege vervielfacht, beispielsweise an Kreuzungen ohne Lichtzeichenanlagen (Ampeln) rund verfünffacht. Durch aufwändige bauliche Maßnahmen (Aufpflasterung der Radwegfurt) läßt sich die Sicherheit verbessern; die Radwege sind dann "nur noch" doppelt so gefährlich, als auf der Fahrbahn mit dem Rad zu fahren.

Natürlich haben Sie aber recht: Schlechte Radwege sind nochmal deutlich gefährlicher als "gute" Radwege. Aus diesem Grund begutachten wir vom ADFC Gießen ja auch die meisten neuen Radwege bevor sie gebaut werden und machen entsprechende Verbesserungsvorschläge, die zum Teil auch berücksichtigt werden.

Kommentare zu: FDP Antrag OBR Kleinlinden zur Verkehrsführung Katzenbach

3 Kommentare letzter Kommentar von H. Peter Herold (15.01.2015 12:27 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 15.01.2015 um 11:03 Uhr
Für die Katzenbach ist der Antrag sehr sinnvoll, sofern dort wirklich vergessen wurde, das Zeichen "Vorfahrt gewähren" aufzustellen.

Für die Saarlandstraße darf die Straßenverkehrsbehörde dem Antrag nicht folgen, denn die Kreuzung Saarlandstraße/Bergwaldstraße liegt innerhalb einer Tempo-30-Zone. In Tempo-30-Zonen muss gemäß § 45, Absatz 1c der StVO "grundsätzlich die Vorfahrtregel nach § 8 Absatz 1 Satz 1 ("rechts vor links") gelten." Das funktioniert auch an anderen für den Radverkehr freigegebenen Einbahnstraßen im Stadtgebiet seit vielen Jahren sehr gut.

2009 wurde übrigens folgende Erläuterung in die StVO aufgenommen, damit jeder versteht, wie er sich verhalten muss: "Beim Vorbeifahren an einer für den gegenläufigen Radverkehr freigegebenen Einbahnstraße bleibt gegenüber dem ausfahrenden Radfahrer der Grundsatz, dass Vorfahrt hat, wer von rechts kommt (§ 8 Absatz 1 Satz 1) unberührt. Dies gilt auch für den ausfahrenden Radverkehr. Mündet eine Einbahnstraße für den gegenläufig zugelassenen Radverkehr in eine Vorfahrtstraße, steht für den aus der Einbahnstraße ausfahrenden Radverkehr das Zeichen 205."

Kommentare zu: Verkehrsgeographie im Wandel der Zeiten: Perspektiven nachhaltiger Verkehrspolitik in Stadt und Land

2 Kommentare letzter Kommentar von Christian Momberger (29.05.2014 00:37 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 28.05.2014 um 18:21 Uhr
Prof. Monheim ist sicherlich einer der interessantesten Vortagenden zur Verkehrsgeographie und Verkehrspolitik in Deutschland. Schön, dass er nach Gießen kommt.

Hier findet sich übrigens ein Porträt des SWR über ihn:
http://www.youtube.com/watch?v=zhEFNFrOUQU

Das folgende Zitat aus dem Porträt passt sicher auch zu vielen GZ-Autoren: "Heimat bedeutet für mich: Das ist eine Stadt an der man sich auch immer ein Bisschen abarbeiten kann."

Kommentare zu: Vergessen, die Beschilderung in der Ringallee, oder zu

9 Kommentare letzter Kommentar von Peter Baier (13.01.2014 21:48 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 13.01.2014 um 18:30 Uhr
Der gestrichelt markierte "Radweg" heißt offiziell "Schutzstreifen".

Die Straßenverkehrsordnung führt zu Zeichen 340 aus: "Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden. Wer ein Fahrzeug führt, darf auf durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für den Radverkehr nicht parken." Autos dürften also auf den Schutzstreifen kurz halten, wenn es die Halteverbots-Schilder nicht gäbe.

Das Problem an diesem Schutzstreifen ist jedoch ggf. dass er wie folgt in der Verwaltungsvorschrift zur StVO definiert wird: "Ein Schutzstreifen ist ein durch Zeichen 340 gekennzeichneter und zusätzlich in regelmäßigen Abständen mit dem Sinnbild "Fahrräder" markierter Teil der Fahrbahn."

Da die Markierung der Fahrradpiktogramme noch fehlt, könnte es sein, dass die Stadt Gießen befürchtet, dass dass sie gegen das Parken nicht vorgehen kann. Möglicherweise wurden daher die Schilder nur temporär aufgestellt, bis im Frühling dann bei gutem Wetter wieder Markierungsarbeiten durchgeführt werden können.

Kommentare zu: Narrenfreiheit für Radfahrer in Giessen?

18 Kommentare letzter Kommentar von Nicole Freeman (29.10.2013 07:25 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 26.10.2013 um 20:50 Uhr
Auch nach Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes wird es weiterhin zu wenig Fahrradstellplätze geben, wie der ADFC schon vor Jahren deutlich gemacht hat: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/26987/adfc-neuer-bahnhofsvorplatz-benoetigt-mehr-fahrradabstellplaetze/

Derzeit gibt es im Bahnhofsbereich 90 Stellplätze an der Alten Post, 372 Plätze am Alten Wetzlarer Weg und 108 Stellplätze am Parkhaus Lahnstraße. Geplant sind zusätzlich 230 überdachte Fahrradstellplätze an Gleis 9 und vor dem Hotel Adler. Weggefallen sind 172 Fahrradstellplätze an Fahrradbügeln vor dem Hotel Adler.

Insgesamt erhöht sich also die Anzahl der Fahrradstellplätzen somit von ursprünglich 652 auf 800. Hinzu kommen wohl noch einzelne dauerhaft zu mietende Fahrradboxen und ggf. einige weitere Stellplätze am Alten Wetzlarer Weg. Dazu sind dem ADFC aber keine genauen Zahlen bekannt.

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 26.10.2013 um 22:08 Uhr
Da hier von mehreren Personen überlegt wurde, ob das Ordnungsamt auf dem Bahnhofsplatz oder den Gehwegen grundsätzlich ein Fahrradparkverbot anordnen darf, sei noch kurz angemerkt, dass dies rechtlich nicht möglich ist. Gehwege und Fußgängerzonen dürfen grundsätzlich zum Parken von Fahrrädern genutzt werden. Schilder, die das verbieten wollen, sind nicht zulässig bzw. sind nicht zu beachten, wie die Gerichte wiederholt entschieden haben (u.a. Oberverwaltungsgericht Niedersachsen, Az. 12 LB 68/03 vom 06.06.2003).

Selbstverständlich müssen aber die Fahrräder so abgestellt werden, dass keine Fußgänger geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt werden. Wenn Fußgänger nicht gefährdet werden, dürfen abgestellte Fahrräder jedoch nicht entfernt werden und dem Radfahrer auch keine Kosten für das Entfernen in Rechnung gestellt werden (u.a. OVG Lüneburg, Az. 11 LA 172/08 vom 12.03.2009).

Im Bereich der Rampe kann man den Radfahrern nur empfehlen, keinesfalls mehr Fahrräder abzustellen und anzuschließen, denn das könnte insbesondere bei Glätte eine Gefährdung von Fußgängern darstellen, auch wenn die drei verschiedenen Höhen des Geländers und der fehlende Handlauf an der Rampe eher darauf hindeuten könnten, dass die Stadt das Geländer nie als Handlauf, sondern nur als Absturzsicherung geplant hat.

Als ADFC haben wir übrigens der Stadt schon im Jahr 2010 empfohlen, an Stellen, an denen das Fahrradparken nicht akzeptabel ist, keine Gitterkonstruktionen, sondern Mauern oder Glaselemente zu verwenden, damit an diesen Stellen Fahrräder gar nicht erst angeschlossen werden können. Leider wurde das (und auch der Bedarf für weitere Fahrradstellplätze) nicht im notwendigen Maße berücksichtigt, so dass die sich nun abzeichnenden Folgen leider zu erwarten waren.

Der neue Bahnhof Wetzlar wird von den öffentlichen Vertretern offiziell freigegeben. Bildherkunft: T. Kraft

Kommentare zu: Eröffnung Umbau Bahnhof Wetzlar - PRO BAHN sagt: Für aktuelles Zugaufkommen gelungen - jedoch Ausbau und nennenswerte Kapazitätserweiterung unmöglich

1 Kommentar letzter Kommentar von ADFC Gießen (14.09.2013 19:00 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 14.09.2013 um 19:00 Uhr
Der Bahnhof ist wirklich sehr schön geworden. Insbesondere die Aufzüge sind eine große Erleichterung. Leider wurden jedoch auf der Südseite zu wenig Fahrradstellplätze geschaffen. Schon im ersten Jahr nach Eröffnung reichen sie nicht aus, so dass eine Erweiterung erforderlich ist.

In Karlsruhe wird die Unterführung kaum noch genutzt, seit es die oberirdische Querung über die Bundesstraße 10 gibt.

Kommentare zu: Bundesweiter Trend zu ebenerdigen Querungen - ADFC informierte sich über Akzeptanz von Ampelquerungen

13 Kommentare letzter Kommentar von Gertraud Barthel (09.08.2013 15:27 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 01.08.2013 um 22:47 Uhr
Der ADFC weist auch regelmäßig auf die Pflichten für Radfahrer hin, wie z.B. in diesem Artikel: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/73647/ oder in diesem Verkehrsquiz, welches über mehrere Monate in der Gießener Allgemeinen lief: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/quiz,8_regid,1_puid,1_pageid,170.html
Erst im Mai gab es diese Pressemitteilung und Broschüre des ADFC Hessen gegen das gefährliche Befahren der Radwege entgegen der Fahrtrichtung:
http://www.hessen.adfc.de/presse/130514.html

Dass einzelne Radfahrer Gehwege nutzen, finden auch wir vom ADFC nicht gut, denn das ist nicht nur für Fußgänger gefährlich, sondern auch für die Radfahrer selber, denn andere Verkehrsteilnehmer rechnen nicht damit, so dass es schnell zu Unfällen kommen kann. Leider glauben jedoch viele Radfahrer, dass sie auf den Gehwegen besonders sicher wären, was nicht stimmt. Der Irrglaube ist aber auch nicht verwunderlich, weil seit Jahrzehnten den Radfahrern eingeredet wird, dass sie auf der Fahrbahn besonders gefährdet wären, was jedoch nach allen Studien zumindest innerorts nicht stimmt. Das Polizeipräsidium Mittelhessen hat das sogar noch 2013 in einer Pressemitteilung behauptet und musste sich dann beim ADFC Hessen für diese Falschmeldung im Nachhinein entschuldigen. Gleich mehrfach haben wir versucht, diesbezüglich aufzuklären, wie Sie auch unseren Artikeln zum Thema "Radwegebenutzungspflicht" entnehmen können.

Auch die Öffnung von Einbahnstraßen führt dazu, dass Radfahrer die Fahrbahn und seltener die Gehwege nutzen. Auch dazu haben wir wiederholt öffentlich aufgeklärt.

Der ADFC setzt sich auch immer wieder für getrennte Wege von Fußgängern und Radfahrern ein, gerade damit die Fußgänger ihre eigenen Wege bekommen und nicht gestört und gefährdet werden. Dass benutzungspflichtige Radwege nur ausgewiesen werden dürfen, wenn ausreichend Platz für den Fußverkehr vorhanden ist, war auch stets eine Forderung des ADFC, auch wenn viele Behörden diese seit 2009 geltende Gesetzeslage bis heute nicht umgesetzt haben.

Gerade auch an der Ostanlage begrüßen wir, dass Radfahrer nicht mehr schiebend zusammen mit den Fußgängern die Unterführung nutzen müssen, sondern nun ihre eigene Radwegefurt im Zuge der Ampelquerung bekommen. Es ist eben nicht so, dass die Unterführung gut und sicher war, sonst hätte man an der tiefsten Stelle auch keine Umlaufsperren aufbauen müssen.

Durch die neue Ampel wird übrigens auch vermieden, dass Radfahrer vom Verwaltungsgericht zum Landgericht entlang der Ostanlage auf dem Gehweg fahren, so wie das derzeit einige Radfahrer machen, weil sie eben die Unterführung nicht fahrend benutzen dürfen bzw. weil diese unattraktiv ist. Die geplante Ampelanlage reduziert also genau das Fehlverhalten von Radfahrern, welches im obigen Kommentar von Herrn Baier beschrieben wird.

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 01.08.2013 um 23:10 Uhr
@Jörg Jungbluth:
Auf dieser Internetseite können Sie sich die Pläne für die Querung ansehen:
http://www.giessen.de/loadDocument.phtml?ObjSvrID=684&ObjID=9737&ObjLa=1&Ext=PDF (Seite 10)
Aus Richtung Innenstadt fehlt leider in der Landgrafenstraße der Platz, um einen Radaufstellstreifen (wie er in der Gutfleischhstraße zu sehen ist) anzulegen. Daher müssen die Radfahrer eine Aufstellfläche auf dem "Gehweg" rechts bekommen. Diese Aufstellfläche kann aber nur entstehen, wenn die Fußgängerampel etwas in Richtung "Platz der Deutschen Einheit" verrückt wird. Ansonsten würden die wartenden Radfahrer den Rechtsabbiegern in die Ostanlage den Weg versperren.
So wie wir die Pläne verstehen, muss daher die Ampel zwingend da gebaut werden, wo die Unterführung verläuft und die Unterführung muss daher auch zugeschüttet werden, wenn eine funktionierende Querung bei den beengten Verhältnissen entstehen soll.

Wir haben auch lange geprüft, ob nicht eine bessere Führung möglich ist, aber keine bessere Lösung gefunden, als dass die Ampel genau dort entsteht, wo derzeit die Unterführung ist.

Ein weiteres Problem ist laut Stadt, dass die Fahrbahnen der Ostanlage unterschiedlich hoch sind, so dass die Mittelinsel zwischen den Richtungsfahrbahnen der Ostanlage entsprechend breit sein müssen, um den Höhenunterschied barrierefrei zu überwinden. Durch die breitere Mittelinsel muss dann auch die Fahrbahn der Ostanlage etwas nach Süden verschoben werden, was nur geht, wenn die Unterführung geschlossen wird.

Es gibt also abgesehen von den Kosten für den Unterhalt der Unterführung (12.000 Euro pro Jahr) noch zwei weitere Gründe, warum die Unterführung nicht erhalten werden kann, wenn eine barrierefreie Ampelquerung entstehen soll.

Foto: Katharina Wieland Müller/pixelio.de

Kommentare zu: Damit Radler sicher ans Ziel kommen: Landkreis nimmt Radwege unter die Lupe

5 Kommentare letzter Kommentar von ADFC Gießen (24.05.2013 15:18 Uhr)

ADFC Gießen
ADFC Gießen schrieb am 24.05.2013 um 15:18 Uhr
Für die Reinigung der Radwege ist der jeweilige Straßenbaulastträger zuständig. Straßenbaulastträger ist entweder die jeweilige Kommune oder an den meisten Kreis-, Landes- und Bundesstraßen die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung (Hessen Mobil). Nach unserem Wissen hat Hessen Mobil jedoch in ganz Hessen die kleinen Räum- und Kehrmaschinen abgeschafft, so dass meist Wind und Regen die Reinigung übernehmen sollen und wohl nur punktuell per Hand gereinigt wird. Dass das nicht funktioniert, ist überall zu erkennen. Der ADFC kritisiert das immer wieder, aber erfährt da wenig politische Unterstützung. Sie können sich aber bei zugewachsenen und verschmutzten außerörtlichen Radwegen jederzeit an Hessen Mobil wenden, die aufgrund der Verkehrssicherungspflicht dann in der Regel auch tätig werden müssen:

Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement
Schotten
Vogelsbergstraße 51
63679 Schotten
Tel.: 06044-609 0
E-Mail: info.schotten@mobil.hessen.de

Eine andere Alternative ist die Meldeplattform Radverkehr:
http://www.meldeplattform-radverkehr.de/

Die Aufghebung der Radwegebenutzungspflicht hätte eigentlich schon Ende der 90er Jahre geprüft und durchgeführt werden müssen und es ist keinesfalls so, dass dies mit viel Verwaltungsaufwand zu tun haben muss. Der Regelfall ist, dass es keine Benutzungspflicht gibt. Nur im Falle von besonderen Gefahrenlagen auf der Fahrbahn, muss im Einzelfall geprüft werden, ob eine Radwegebenutzungspflicht die Gefahr beseitigen kann oder ob andere Regelungen wie z.B. Tempolimits besser geeignet sind. Innnerorts ist eine radwegebenutzungspflicht in der Regel ungeeignet, weil auf Radwegen die Unfallgefahr höher ist. Außerorts gibt es dazu kaum Untersuchungen.

Wenn die Rechtslage einmal umgesetzt ist, bräuchte es bei getrennten Rad- und Gehwegen in der Regel keine Schilder mehr. Ein entsprechendes Bild sehen Sie hier: Ein Radweg, der nur durch die Markierung zu erkennen ist, aber kein Schild mehr hat:
http://www.adfc-giessen.de/pic/Markierung_Rodheimer_Strasse.jpg

Die Regelung in der StVO führt also durchaus zur Reduktion des Schilderwaldes, wenn sie denn konsequent umgesetzt wird.

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