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Claus Fritzsche

Kommentare zu: Die Entstehungsgeschichte der Bachblüten und mehr zu Dr. Bach !

29 Kommentare letzter Kommentar von H. Peter Herold (25.03.2009 10:33 Uhr)

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 11:10 Uhr
Nachfolgend etwas Lektüre für Herrn Hermann Menger:

Im folgenden Artikel beschreibt der Wissenschaftler Prof. Harald Walach, welche Aspekte aus seiner Sicht zu beachten sind, wenn wir uns echten oder vermeintlichen Phänomenen an den Grenzen unseres Weltbildes und an den Grenzen der Wissenschaft nähern.

http://www.psychophysik.com/html/re-071-quantentheorie.html

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 18:25 Uhr
Lieber Herr Menger,

Diskussionen dieser Art werden nicht selten vom Prinzip "Ich sehe nur das, was ich glaube" bestimmt. Genau darum geht es im Artikel von Prof. Harald Walach.

Walach verweist darauf, dass unser Umgang mit grenzwissenschaftlichen Phänomenen durch unser Weltbild geprägt wird. Wir neigen dazu, das auszublenden, was auf der Grundlage unseres Weltbildes nicht sein kann.

Jeder Mensch hat eine bestimmte Weltsicht. Und diese Weltsicht wirkt wie ein Wahrnehmungs-Filter. Je starrer und unflexibler mein Denken, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich primär für die Argumente offen bin, die mit meinem Weltbild korrespondieren.

Ich vermute einmal, dass Sie die Argumente von Prof. Edzard Ernst nicht seriös und professionell bewerten und hinterfragen können. Vielleicht zitieren Sie ihn ja, weil er das schreibt, was Sie auf der Grundlage von GLAUBEN (nicht Wissen) für richtig halten.

Wenn Sie offen dafür sind, Ihr Bild des Ernst-Artikels ein klein wenig abzurunden, dann finden Sie hier einen ergänzenden Blog-Beitrag:

http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=52

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 19:30 Uhr
Liebe Frau Wallenfels,

wenn ich die Zeilen "Ich bin ganz deiner Meinung: Bachblüten-Extrakte kommen für Christen nicht in Frage. " von Herrn Menger lese, dann entsteht für mich der Eindruck, dass es ihm primär um GLAUBEN geht.

Hätte er geschrieben "Bachblüten kommen für MICH nicht in Frage", so wäre dies für mich vollkommen OK. Jeder Mensch soll nach seiner Facon glücklich werden. Ich selbst fühle mich auch nicht in der Lage, den Effekt von Bachblüten wissenschaftlich solide zu bewerten.

"Bachblüten-Extrakte kommen für Christen nicht in Frage." klingt für mich allerdings a) nach einem religiösen Glaubenssatz und b) nach "Ich bin urteilsfähig" (ich weiß, was richtig und falsch ist).

Beides basiert jedoch (so meine ich) nicht auf Erkenntnis ... sondern eben auf GLAUBE. Herr Menger macht (aus meiner Sicht) genau das, was er kritisiert. Er kritisiert eine "falsche Religion" (Bachblüten) und wirbt für die "richtige Religion" (seine Interpretation des Christentums).

Zu Gunsten von Herrn Menger möchte ich allerdings betonen, dass wir alle - meine Person eingeschlossen - weder perfekte Menschen noch Universal-Genies sind. Ich bin mir sicher, dass er sich ... wie wir alle ... in bester und ehrenwerter Absicht geäußert hat. Und vielleicht sollten wir es uns erlauben, nicht perfekt zu sein.

Danke für Ihre netten Zeilen, Frau Wallenfels!

Herzliche Grüße
Claus Fritzsche

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 19:35 Uhr
Danke für Ihren letzten Beitrag, Herr Menger. Volle Zustimmung!

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 19:55 Uhr
... wenn dem so ist, Herr Menger, dann kann es umso wichtiger sein, wie achtsam und respektvoll ich mit jenen Menschen und mit jenen Glaubensweisen umgehe, die von meiner Sicht der Welt abweichen.

Und vielleicht - wer weiß das schon - kommt es nicht so sehr auf den RICHTIGEN GLAUBEN und stattdessen vielmehr auf den Respekt und die Achtsamkeit gegenüber meinen Mitmenschen ... aber auch gegenüber mir selbst an.

Wozu diese Sicht führen kann, sehen wir vielleicht schon bald in den USA. Der Wechsel von George W. Bush (Glaubenssatz: "Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den Schädel ein") hin zu Barack Obama zeigt sich in meiner Wahrnehmung besonders am Wechsel von missionarischer Rechthaberei hin zu Respekt für die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Kulturen.

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 23.03.2009 um 18:26 Uhr
Hallo Herr Herold,

hier alle Beiträge über Prof. Edzard Ernst im H.Blog:

http://www.psychophysik.com/h-blog/?tag=prof-edzard-ernst

Die Lektüre lohnt als Kontrast zur Sichtweise von Edzard Ernst.

Prof. Robert Jütte hat "Gesund ohne Pillen" übrigens in der FAZ rezensiert:
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=4903

Und in der Forschenden Komplementärmedzin (ein wissenschaftliches Journal) empfehle ich noch einen Kommentar von Herausgeber Prof. Harald Walach über Pharma-Lobbyismus zu Lasten der Komplementärmedizin.

Walach nennt zwar keine Namen ... die Scientific Community weiß jedoch wer gemeint ist:

Gegen den Wind segeln
Harald Walach
http://snipurl.com/eeegq

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 25.03.2009 um 08:28 Uhr
Lieber Herr Herold,

Sie schreiben "Nach Prof. Ernst hätte hier nichts geschehen können und bei solchen Verletzungen scheidet wohl ein Placeboeffekt aus."

Das ist nicht ganz richtig. Herr Ernst würde den Heilungseffekt auf einen Placeboeffekt zurückführen.

Richtig ist, dass der Placeboeffekt bei nahezu jeder medizinischen Behandlung, ob nun alternative oder etablierte Therapien, eine sehr große und bisher unterschätzte Rolle spielt. Die argumentative Schwachstelle von Ernst ist die Tatsache, dass er Placeboeffekte als ausschließlich zufällig (unspezfisch) und verwerflich ansieht und ihre Dimension unterschätzt.

Viele seiner Forscher-Kollegen wie z. B. Claudia Witt, Klaus Linde, Harald Walach oder Gunver S. Kienle und Helmut Kiene teilen die Sichtweise von Ernst nicht und sind da schon einige Schritte weiter.

Das ist (auch für Laien) eine sehr spannende Thematik. Hier einige Links mit kleinen Denkanstößen:

Interview mit Prof. Claudia Witt - Wer heit, Methode, Arzt oder der Patient sich selbst?
http://www.schrotundkorn.de/2009/200902b05.php

Zwei Meta-Analysen zur Akupunktur mit unterschiedlicher Bewertung
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=3952

Randomisierte klinische Studien (RCT), vom Goldstandard zum Sorgenkind
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=828

Hier noch ein interessanter SZ-Artikel mit einer aktuellen FORSA-Umfrage zur Akzeptanz alternativer Heilmethoden in der Bevölkerung:
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/235/461856/text/

Zion Nationalpark

Kommentare zu: " Wilder Westen " - Kalifornien - Nationalparks

6 Kommentare letzter Kommentar von Claus Fritzsche (04.03.2009 08:53 Uhr)

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 04.03.2009 um 08:53 Uhr
Schöne Eindrücke! :-)

Kommentare zu: Persönliche Stellungnahme

21 Kommentare letzter Kommentar von H. Peter Herold (29.01.2009 10:40 Uhr)

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 28.01.2009 um 18:43 Uhr
Hallo zusammen,

so paradox es auch klingt: Ich kann mich sowohl mit der Sichtweise von Herrn Fust (»... Wenn z. B. irgendwo von 'Schwingungsfrequenzen' die Rede ist, müsste mir aufgezeigt werden, was genau 'schwingt' und wie und womit die Frequenzen messtechnisch erfasst werden können ...«) anfreunden als auch mit jener von Frau Wallenfels.

Vielleicht helfen die folgenden zwei Artikel, um sich dem Thema - in gegenseitigem Respekt - anzunähern:

Hermann Grösser: Therapeuten im Sog der Pseudophysiker:
Physik der Bioresonanz: Irreführung oder Verdummung?
http://www.psychophysik.com/html/re-0924-bioresonanz.html

Dr. Dr. Walter von Lucadou: Die Magie der Pseudomaschine
http://www.psychophysik.com/html/re-0926-pseudomaschinen.html

Wer davon ausgeht, dass Therapien wie z. B. Homöopathie, Bachblüten oder Bioresonanz im physikalischen Sinne "Schwingungen übertragen", der sollte dies auch experimentell belegen können. Schwingungen sind physikalisch eindeutig definiert ... und messbar. Herr Fust hat hier aus meiner Sicht vollkommen Recht. Und ich finde, dass er sich vorsichtig, freundlich und höflich artikuliert.

Lassen wir die Thematik "Schwingungen" einmal beiseite, so kann ich wiederum Frau Wallenfels sehr gut folgen. Die Quantenphysik regt dazu an, unsere stark MECHANISTISCHE Wahrnehmung der Welt zu hinterfragen und sie öffnet für die Möglichkeit, dass (frei nach Prof. Anton Zeilinger) nicht Materie sondern INFORMATION der Stoff ist, aus dem unser Universum besteht.

Ist dies der Fall, so kann es - im Kontext der Medizin - neben pharmazeutischen bzw. biochemischen Wirkeffekten auch eine neue Kategorie von Wirkeffekten geben, die "geistartigen" Charakter hat und in der nicht MATERIE sonder INFORMATION die entscheidende Rolle spielt.

Die Diskussion wäre übrigens viel einfacher, wenn beide Fraktionen (Befürworter und Skeptiker) seltener abschließende (keinen Widerspruch duldende) Antworten und häufiger Fragen in den Raum werfen würden. (Diese Kritik bezieht sich nicht auf den hier diskutierenden Kreis, eher auf die Fraktion der streng dogmatischen Berufs-Skeptiker.)

Wer wie Herr Fust kritische Fragen stellt, muss nicht automatisch ein Betonkopf sein. Und wer wie Frau Wallenfels auf die Quantenphysik verweist, muss nicht automatisch ein Phantast sein.

Claus Fritzsche
Claus Fritzsche schrieb am 29.01.2009 um 10:24 Uhr
Lieber Herr Herold,

mein Verweis auf "Betonkopf" und "Phantast" bezog sich nicht auf Sie (auf niemanden hier in der Runde) ... sondern auf typische Diskussionen, wie ich sie im Internet schon häufig verfolgt habe.

Ihr Vorschlag des "selbst Ausprobierens" entspricht übrigens auch exakt der Vorgehensweise komplementärmedizinischer Forschung. Phänomene werden zunächst einmal in Hinblick auf ihre Wirkung (nicht in Hinblick auf ihre Plausibilität) studiert und bewertet. Die Wirkung von Aspirin wurde lange Zeit genutzt, ohne dass der Wirkmechanismus bekannt war. Wer heilt, muss zwar nicht automatisch Recht haben ... aber er heilt zumindest.

Der Selbstversuch ist m. E. ein guter Weg, wenn ich mich mit einem therapeutischen Verfahren anfreunden kann, wenn mich primär der Nutzen interessiert und wenn das Risiko einer Fehldiagnose (Krebs: hohes Risiko, Schnupfen: niedriges Risiko) gering ist. Selbstversuche sind allerdings ungeeignet, um die Frage zu beantworten, in welchem Maße spezifische Effekte (die einem Verfahren oder Präparat unterstellte Wirkung) und in welchem Maße unspezifische Effekte (z. B. Vertrauen, Glauben, Erwartungshaltung) an einer Wirkung beteiligt sind.

Diese Herausforderung hat jedoch auch die Erforschung pharmazeutischer Präparate. Siehe zu diesem Thema:

Randomisierte klinische Studien (RCT), vom Goldstandard zum Sorgenkind
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=828

Trotz der kleinen Frozzeleien empfinde ich übrigens das Niveau und den menschlichen Umgang in dieser Diskussion als vorbildlich.

Claus Fritzsche

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