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Gießen blüht auf - mit Samentütchen des Umweltamts

Gießen | Die Stadt Gießen stellt unter dem Motto „Gießen blüht auf“ ab kommenden Montag kleine Samentütchen beim Empfang im Rathaus kostenfrei zur Verfügung. Dieses Samentütchen enthält attraktive ein- und zweijährige Blühpflanzen mit einem langen Blühaspekt von Mai bis Oktober. Der Samen ist überall im Siedlungsbereich einsetzbar. Der Blütensaum wird bis 120 cm hoch und kann bis zu 34 einheimische Blühpflanzen enthalten.

„Die Liste der Negativmeldungen für unsere gemeinsame Welt ist lang. Weit oben auf der Liste steht der Schwund der Artenvielfalt und das Insektensterben,“ stellt Umweltdezernentin Gerda Weigel-Greilich bei einem Pressetermin in der Julius-Höpfner-Straße in Gießen fest und freut sich, dass Dr. Eckart Schneider auf seinem Grundstück eine kleine Blühwiese angelegt hat. Dafür hat er ein Stück seines Rasens umgegraben und vor zwei Wochen eingesät.
„Diese Blühwiese war für mich besonders wichtig, weil mir bei Radtouren um Grünberg im letzten Jahr während der heißen Wochen an mehreren Feldern und Äckern Blühstreifen auffielen, die trotz fehlender Niederschläge volle Blütenpracht zeigten“, erklärt Dr. Schneider
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seine Maßnahme. Auf der Wiese in seinem Garten blühen schon immer Krokusse, Schlüsselblumen, Löwenzahn, Margeriten und Akelei. Aber um die Vielfalt noch zu erhöhen und auch für andere Bürgerinnen und Bürger ein Zeichen zu setzen, hat Dr. Schneider etwa 4 qm für einen Blühbereich vorbereitet, auf dem jetzt die ersten Triebe erscheinen. Dem Magistrat hatte er auch schon vorgeschlagen, auf einem Grundstück am Klingelbach eine Blühwiese anzulegen, dies wurde allerdings zunächst zurückgestellt.
Stadträtin Weigel-Greilich unterstützt das bunte Vorhaben von Dr. Schneider ausdrücklich und freut sich natürlich über Nachahmer. Dazu stellt die Stadt Gießen unter dem Motto „Gießen blüht auf“ ab kommenden Montag kleine Samentütchen beim Empfang im Rathaus kostenfrei zur Verfügung. Dieses Samentütchen enthält attraktive ein- und zweijährige Blühpflanzen mit einem langen Blühaspekt von Mai bis Oktober. Der Samen ist überall im Siedlungsbereich einsetzbar, anstatt Rasen, in Rabatten oder an Mauerfüßen. Der Saum wird bis 120 cm hoch und kann bis zu 34 einheimische Blühpflanzen enthalten. Das Samentütchen reicht für einen Quadratmeter Fläche. Leider wurden die Samentütchen erst jetzt geliefert, da die Nachfrage nach Saatgut für Blühflächen bundesweit sehr hoch ist.
Mit der Idee, anstatt Rasenflächen Blühflächen zu entwickeln oder Schotterrasen zum Blühen zu bringen, rennt man in Gießen vielerorts offene Türen ein. Wohnbaugesellschaften zeigen Interesse, genauso wie Bauherren für ihre Freiflächenplanung oder Schüler für ihren Schulgarten.
Das städtische Gartenamt hat schon zahlreiche Blühflächen in Gießen hergestellt, neu ist eine 5.000 m² große Blühfläche in Gießen-Wieseck am Sellnberg.
Sehr erfolgreich stellen sich die landwirtschaftlichen Blühflächen in Lützellinden dar. Hier wurden von Landwirten im letzten und in diesem Jahr ca. 60.000 m² Blühflächen hergestellt, die mindestens 5 Jahre Bestand haben und besonders wertvoll für Rebhühner sind, weil die Flächen ausreichend groß sind. Das Saatgut wurde vom Amt für Umwelt und Natur der Stadt Gießen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe zur Verfügung gestellt. Weiteres einheimisches Saatgut ist noch vorhanden und kann unter umweltamt@giessen.de angefordert werden.

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Kommentare zum Beitrag

Peter Baier
10.321
Peter Baier aus Gießen schrieb am 18.05.2019 um 21:53 Uhr
Bitte diese „Samentütchen nicht mit Kondome verwechseln!


Sonst eine Gute Idee.
Nicole Freeman
10.359
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.05.2019 um 06:23 Uhr
ich finde die idee auch super!
Wolfgang Heuser
7.996
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 19.05.2019 um 09:17 Uhr
Find ich auch, es tut sich was in diese Richtung, selbst bei den großen Einkaufsmärkten gibt es inzwischen Aktionen!

Etwas wildere Gärten machen natürlich auch etwas mehr Arbeit, wenn das so akzeptiert wird kann es funktionieren!
Nicole Freeman
10.359
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 20.05.2019 um 08:35 Uhr
die meherarbeit hält sich in grenzen, es sei denn man hat so einen kiesgarten grrrr. Man muss eben die richtigen Pflanzen an den richtigen stellen wachsen lassen. Brombeere ist klasse, muss aber immer wieder gestutzt werden. die triebe übernehmen sonnst den jeden platz und ersticken die anderen pflanzen. brennessel für schmetterlinge machen nur sinn wenn sie auch in der sonne stehen. tipps zum naturnahen garten bekommt man beim nabu oder beim gärtner. im baumarkt ist man mit solchen fragen schon eher überfordert.
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