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Bürgerversammlung zur Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes - Bürger fordern: Die Treppe muss bleiben!

Diskussionsstoff: Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofsgebäude und Kopfbau
Diskussionsstoff: Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofsgebäude und Kopfbau
Gießen | Am Montag hatte Stadtverordnetenvorsteher Dieter Gail zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Thema des Abends war die geplante Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes in Gießen. Die lebhafte Debatte um dieses „heiße Eisen“ entwickelte sich wie erwartet sehr emotional und dauerte mehr als dreieinhalb Stunden. Knapp 200 Besucher nahmen die Einladung an und erschienen im restlos gefüllten Konzertsaal des Rathauses am Berliner Platz.

Die Mehrheit der Besucher war der Meinung, dass die historische Treppe entgegen der aktuellen Planungen an Ort und Stelle restauriert werden müsse. Dem widersprach allerdings Architekt Birger Rohrbach: „Außer den Fundamenten für die Seitenrampen ist alles marode. Vor Ort kann sie nicht saniert werden. Abriss und Neuaufbau sind unvermeidbar.“
Manfred Blechschmidt, Sprecher des Denkmalbeirates dazu: „Im Gutachten ist festgehalten, dass die Fundamente in Ordnung sind. Deshalb kann die Treppe an Ort und Stelle erhalten werden samt dem jetzigen grünen Hügel“.
Auch der Wiederaufbau des historischen Kopfbaus des Gebäudes in Richtung Bahnhofstraße wurde von en Bürgern mehrheitlich befürwortet.
Vom Denkmalbeirat ist dieser allerdings nicht unbedingt erwünscht. Doch in der schon so oft diskutierten und bereits vom Parlament beschlossenen Variante ist dieser Kopfbau als moderner Kubus mit integrierter Aufzugsanlage vorgesehen. Vielen der anwesenden Bürger ist gerade dieser Kubus ein Dorn im Auge und bewegt die Gemüter. Mehrheitlich wurde das alte Kutscherhaus anstelle des geplanten „Klotzes“ gefordert. In einer anderen wäre dieses „Monstrum“ samt Aufzug nicht vorhanden, sondern die Personenaufzüge im Hintergrund an die Gleise geplant. Die Bürgerinitiative ist mit dieser Variante einverstanden und hat bereits über 3000 Unterschriften dafür gesammelt.

Baudezernent Thomas Rausch betonte immer wieder, dass eine Verlängerung der Treppe und eine Erhöhung des Aufgangs unabdingbar seien, sodass der ursprüngliche Charakter schwerlich zu erhalten sei. Vor bereits zehn Jahren war eine Lösung von Rot-Grün beschlossen worden, bei der für die Treppe keine Funktion mehr vorgesehen wurde. Auch den finanziellen Aspekt der Verhandlungen hob Rausch hervor: „wenn es um das Geld geht, muss man sowieso ohne sie (die Treppe) planen. So können 500.000 Euro gespart werden.“

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz konterte „Man kann Parlamentsbeschlüsse auch verschieben, muss nicht mit knappen Mehrheiten alles durchsetzen. So spalten Sie die Stadt.“
Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1904 mit Vorbau
Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1904 mit Vorbau
Aber nicht nur zum Umgang mit der historischen Treppe gab es viele Wortmeldungen, sondern auch zur Planung der künftigen Verkehrsabläufe, zur Gestaltung der Freiflächen und der Unterbringung der Fahrräder.

OB Grabe-Bolz ließ in einer Presseerklärung nach der Bürgerversammlung einige eigene Eckpunkte zur Überarbeitung der Umgestaltungsplanung des Bahnhofsvorplatzes als Konsequenz aus der Bürgerbeteiligung und der anhaltenden Finanzkrise der Stadt verlauten. So spricht sie sich unter anderem für einen Verzicht des umstrittenen und teuren Kopfbau neben der historischen Treppe, eine denkmalgerechte Sanierung der Treppe und des Hügels am heutigen Ort, den Verzicht auf das unterirdische Fahrrad-Parkhaus sowie die Schaffung weiterer kostenfreier Fahrradabstellmöglichkeiten aus. „Da lasse sich“, da ist sich die OB sicher, „noch Einiges bewegen.“

Gleichzeitig seien aber auch punktuelle Nachbesserungen im Bereich des Öffentlichen Nahverkehrs notwendig. Es müssten vor allem die Bussteige und –wartehallen und der Durchgang vom Vorplatz zum Gleis 1 des Bahnhofs auf Funktionalität hin neu überprüft werden und ebenso eine neue Führung der Taxen vorzulegen was unproblematischer und unschwerer zu gestalten sei so Grabe-Bolz.

Historisch und hässlich. Die Treppe aus rotem Sandstein.
Historisch und hässlich. Die Treppe aus rotem Sandstein.
„Mir ist durchaus bewusst, dass sich die Mehrheit des Parlaments hier anders festgelegt hat“, so die OB. „Dennoch appelliere ich an sie, diese Lösung nicht mit der Brechstange und gegen jede Vernunft durchzusetzen. Wenn die Gesamtplanung im November zur Abstimmung steht, kann sie sinnvolle Änderungen enthalten. Noch ist kein Bagger gefahren. Noch ist es nicht zu spät.“ Grabe-Bolz warnte wiederholt davor Beschlüsse zu fassen ohne die Kosten zu kennen. Weiter war es ihr immer von besonderer Wichtigkeit, Bürgerinnen und Bürger wie auch Beiräte, Vereine und Verbände rechtzeitig einzubeziehen und deren Votum abzuwarten und ernst zu nehmen.

In diese Kerbe schlägt auch der SPD-Stadtvorsitzende Gerhard Merz. „Der Bürger muss ernst genommen und der Denkmalschutz beachtet werden.“ Daher fordert Koalition und Magistrat zu der Korrektur bei den Planungen zum Bahnhofsvorplatz auf. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass eine Planung erst nach einer ordentlichen Bürgerbeteiligung und der Klärung der offenen Fragen bezüglich des Denkmalschutzes und der Finanzierung
Teil der historischen Treppe vor dem Bahnhof-Hauptgebäude.
Teil der historischen Treppe vor dem Bahnhof-Hauptgebäude.
von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden kann“
, so Merz. Leider habe laut Merz weder seitens des zuständigen Stadtbaurats Rausch (CDU), noch seitens der Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/ Die Grünen die Bereitschaft bestanden, den Projektbeschluss auch nur um eine Sitzungsrunde zu verschieben. „Jetzt realisiert sich leider genau das Szenario, dass wir immer warnend aber leider ungehört gegenüber dem Stadtbaurat und der Koalition bezeichnet haben.“ Die Koalition setze zum Zwecke der Machtdemonstration die grundsätzlich hohe Bereitschaft in der Bevölkerung bezüglich der Sanierung des Bahnhofvorplatzes unnötig aufs Spiel so Merz. Weiter„Wenn die Koalition die Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen will, dann muss spätestens jetzt ein Umdenken stattfinden und unter Einbeziehung von Bürgern, Initiativen, Institutionen und Opposition eine Umplanung vorgenommen werden.“

Sowohl aus funktionaler als auch denkmalschutzrechtlicher Sicht müsse die Planung zum Vorplatz inklusive der historischen Sandsteintreppe unbedingt neu überdacht werden.
Durch die Gemeindehaushaltsverordnung sei der Magistrat ohnehin verpflichtet Alternativplanungen vorzulegen. Auch die von Stadtbaurat Rausch (CDU) nach langem Zögern
Die historische Treppe mit Rampe (links).
Die historische Treppe mit Rampe (links).
herausgegebene Stellungnahme der unteren Denkmalschutzbehörde lasse eine Umplanung unvermeidbar erscheinen. Hier herrschen noch einige Bedenken. „Diese Bedenken werden bisher von der Koalition einfach geleugnet“, so Merz. Er betonte wiederholt „Wir wollen das Gelingen des Projekts. Damit wir dabei helfen können, müssen jedoch die von uns und zahlreichen Bürgern aufgestellten Forderungen und Einwände bezüglich Funktionalität, Denkmalschutz und Finanzierung ernst genommen werden."

Ein weiterer Einwand auf der Bürgerversammlung war zum Beispiel der in Bezug auf das Fahrrad-Parkhaus. „Was haben wir von einem teuren Parkhaus, wenn es 80 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer gar nicht annehmen?“, fragte Grabe-Bolz mit Hinweis auf eine entsprechende Äußerung des Vertreters des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs bei der Bürgerversammlung.„Wir müssen vor allem jenen 80 Prozent der Radfahrer eine Möglichkeit bieten, die nicht bereit sind, eine Parkgebühr zu zahlen oder in ein unterirdisches Parkhaus zu fahren. Diese Räder werden nämlich ansonsten wild abgestellt“, so die OB.
Noch gar nicht diskutiert, aber nicht weniger wichtig sei der Umgang mit der 150 Jahre alten und durch die Rote Liste der gefährdeten
So stellen sich es die Planer vor: Blick von der historischen Treppe.
So stellen sich es die Planer vor: Blick von der historischen Treppe.
Arten geschützten alten Platane auf dem Vorplatz. Nicht nur, dass der Baum von kulturhistorischer Bedeutung sei, da er aus der Gründungszeit des Bahnhofs stamme, er sei zudem auch gutachterlich bestätigt kerngesund. „Der Baum darf nicht gefällt werden, wie es für die Variante 3 b derzeit vorgesehen ist“, erklärte Grabe-Bolz.

Welche realen Kosteneinsparungen ihre Vorschläge brächten, werde sie umgehend prüfen lassen, kündigte Grabe-Bolz an. Dies wie auch ihre Vorschläge werde sie – falls sie nicht in befriedigendem Maße in die Abwägungen im Verfahren einbezogen würden – selbst zur Abstimmung stellen.
„Bislang hoffe ich aber, dass die Mehrheit in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung sich beim nunmehr kommenden Bau- und Finanzierungsbeschluss gegenüber guten Argumenten in der Sache öffnet.“

Bereits in der Einladung zur Bürgerversammlung hatte Dieter Gail versprochen, es werde „ausreichend Gelegenheit geben für Anregungen zur Neugestaltung. Diese werden gesammelt, eingehend geprüft und den Stadtverordneten zur Abwägung vorgelegt“.
„Und das bedeutet: Die Planung muss offen sein. Auf diese Offenheit hoffe ich nun“ so auch unsere OB.

Die Varianten 1 und 3
Was sehen diese Varianten vor und wo besteht der Unterschied?

Mischvariante aus 1 und 3b mit sanierter Treppe, modernen Kopfbau und Fahrradparkhaus.
Mischvariante aus 1 und 3b mit sanierter Treppe, modernen Kopfbau und Fahrradparkhaus.
Variante 1:
Die Treppe samt Rampenanlage wird in Variante 1 umfassend saniert und ergänzt. Die stadträumlichen Proportionen bleiben unverändert. Links der Rampe würde, dort wo jetzt der Obst- und Gemüseladen steht, ein halboffenes Fahrradparkhaus mit 425 Stellplätzen errichtet werden. Rechts der Treppe ist ein Personenaufzug zur Fußgängerbrücke Richtung Alter Wetzlarer Weg vorgesehen.

Variante 3b:
Diese Variante ist eine Mischlösung. Hier wird die historische Treppe abgerissen und in ähnlicher Form wieder aufgebaut. Eine Rampe ist auch vorgesehen, allerdings befände diese sich dann auf der rechten Seite der Treppe parallel zu den Gleisen. "Der neue Rampenkopfbau bildet einen klaren räumlichen Abschluss zum Bahnhofsplatz und zu der Verlängerung des Freibereiches. Der Kubus nimmt alle wesentlichen Funktionen auf und umschließt die sanierte historische Treppe, die versetzt wird, aber die räumlichen Proportionen werden durch die deutliche Formulierung
einer Raumkante gefestigt." so die Planer.
Gemeint ist links der Treppe ein moderner, eckiger Kopfbau - ähnlich den Kubussen am Marktplatz nur nicht aus Glas - mit integrierten Personenaufzügen und Platz für zum Beispiel einen Blumenladen.

Im Anhang sind einige Bilder, mit der freundlichen Genehmigung des Baudezernats Gießen, angehängt. Dort sieht man die Variante 3b mit dem Fahrradparkhaus aus Variante 1 kombiniert.

Einige Ansichten der Varianten 1 bis 5 gibt es auch auf der Internetseite der Gießener Grünen unter: http://www.gruene-giessen.de/index.php?category=28&content=354&set=1

Diskussionsstoff: Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofsgebäude und Kopfbau
Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1904 mit Vorbau
Historisch und hässlich. Die Treppe aus rotem Sandstein.
Teil der historischen Treppe vor dem Bahnhof-Hauptgebäude.
Die historische Treppe mit Rampe (links).
So stellen sich es die Planer vor: Blick von der historischen Treppe.
Mischvariante aus 1 und 3b mit sanierter Treppe, modernen Kopfbau und Fahrradparkhaus.
Blick vom Bahnhofsgebäude Richtung Bahnhofstraße.
Blick von der Bar "Mr.Jones" Richtung Treppe.
1
Blick auf den modernen Kopfbau aus der Richtung Alte Post.

Kommentare zum Beitrag

Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 11:24 Uhr
Also auch bin für den Erhalt und die Sanierung der Treppe. Gießen hat schon viel zu viel historische Bausubstanz verloren.
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 12:11 Uhr
Auch in Gießen wird ein großes Loch in den Haushalt gerissen, deshalb sollte sich auch hier ein Widerstand bilden. Eine Tiefgarage für Fahrräder, die Bahnhofstreppe weg was kommt dann noch alles. Für die Sanierung unserer Strassen ist kein Geld da. Der Bahnhof das Prestigeobjekt der Stadt.
Wir werden doch genauso versch....t wie die Stuttgarter.
Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 12:17 Uhr
Also da bin ich doch etwas anderer Meinung.

1. Der Bahnhof bzw. sein Vorplatz ist eine der großen Visitenkarten für Gießen.
2. Der Bahnhofsvorplatz sieht schrecklich aus und ist in einen m.E. erbärmlichen Zustand, so dass dringend was getan werden muss
3. Die Treppe abzureisen und was neues zu bauen ist sicherlich billiger als eine Sanierung vor Ort. Aber dennoch sollte man das tun.

Ich hätte da andere Sparquellen. Erninnert sei nur an die Aktion "drei Reichen". ;-)
Antje Amstein
6.024
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 12:38 Uhr
Sanieren ja, aber doch nicht gleich alles abreißen. Eine neue Treppe ist nicht billiger!
Es ist ein Prestigeobjekt. Ich gebe ihnen Recht es muß was gemacht werden.
Irgendwie geht es doch hinter verschlossenen Türen. Nur Menschen die Zugang zur Tagespresse haben wissen überhaupt etwas davon.
Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 16.10.2010 um 12:53 Uhr
Oder, die die sich in einer entsprechenden Gruppe, wie die der Unterschriftensammler engagieren.
Leider habe Sie völlig recht, aber da wird wohl wir Bürgerreporter gefragt.Die 2 Frau Redaktion der GZ mag das wohl nicht leisten können. :-(
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 18.10.2010 um 15:09 Uhr
Liebe Frau Amstein,
da muss ich vehement widersprechen - auch wir von der Gießener Zeitung haben regelmäßig über den Stand bezüglich des Gießener Bahnhofsvorplatzes berichtet. Das hat auch nichts mit 2-Frau-Redaktion zu tun - schließlich haben wir ja auch noch freie Mitarbeiter. Die Bürgerreporter sind allersdings aufgefordert, hier bei uns ihre Meinung zu vertreten.
Nicole Freeman
10.613
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 18.10.2010 um 21:22 Uhr
erst s21 jetzt Giessen. Wie viele historische Gebaeude gibt es denn noch in Giessen. Der Bahnhof ist ein fast komplett erhaltener Komplex an Gebaeuden den es meiner Meinung nach zu erhalten gilt. Aufzuege koennen doch im nicht sichtbaren Bereich gebaut werden und ein Parkhaus fuer Fahrraeder sehe in diesem Masse nicht fuer noetig. Die alte Treppe und das Bahnhofsgebaeude sollte saniert werden und nicht durch Modernisierung zerstoert werden. Und wieder hat keiner eine Ahnung was das alles ueberhaupt kosten soll. wieder ein reines prestige objekt.

Sanieren ja Kaputtmodernisieren nein Danke !
Dr. Manfred Klein
1.398
Dr. Manfred Klein aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 13:12 Uhr
Ich bin auch für den Erhalt der alten Treppe, aus den Gründen, wie sie auch Herr Momberger bereits ausgeführt hat.

Also dann Mal nur zu und Gießen 21 oder 22 initiieren...
Nicole Freeman
10.613
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 19.10.2010 um 13:22 Uhr
Wenn ich die Wahl zwischen der alten Treppe mit dem alten Bahnhofsgebaeude und einem Fahrradparkhaus und einem Neubau mit Aufzuegen im Vorplatz habe werde ich mich fuer die alten Gebaeude entscheiden. Giessen hat kaum noch alte Gebaeude . Die wenigen die den 6.12.1944 ueberlebt haben sind unbedingt schuetzenswert. Man Bedenke Giessen wurde in dieser Nacht zu 67 % zerstoert. 90% der Innenstadt wurde vernichtet. Selbst in Wikipedia wird der Bahnhof erwaehnt als einer der wenigen intakten Gebaeudekomplexen die Giessen noch hat. Jetzt kommt die Bahn mit einer weiteren Prestigesache
Simone Linne
5.040
Simone Linne aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 14:04 Uhr
Ich mach mich jetzt sicher unbeliebt, aber ich bin nicht für den erhalt einer treppe um jeden preis. ich bin kein "abreißer", aber manche dinge sind eben so zerstört, dass es sich irgendwann nicht mehr lohnt ... ich finde es nur schwierig, in der aktuellen debatte klare position zu beziehen, denn "der eine sagt so - der andere so". kann die treppe nun vor ort saniert werden oder nicht? und auch die kostenseite scheint mir nicht transparent ...
Bjoern Gerdes
1.411
Bjoern Gerdes aus Gießen schrieb am 19.10.2010 um 14:10 Uhr
Habe eben noch eine PDF Datei verlinkt mit den Ansichten der Varianten die Anfangs besprochen wurden.
Bei jeder Variante sind neben einer Illustration auch eine Kostenrechnung die zumindest grob auflistet was da so zusammen kommt.
Monika Bernges
8.205
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 19.10.2010 um 18:14 Uhr
Die Treppe soll bleiben und dafür
kann ja das alte Haus "Samenhahn"
abgerissen werden.
Hugo Gerhardt
6.700
Hugo Gerhardt aus Gießen schrieb am 20.10.2010 um 14:01 Uhr
Guter Vorschlag Monika, aber das liegt wohl nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt , oder täusche ich mich.
Zur Treppe,
ich habe mir dein PDF angeschaut.
Die neue Brücke ist doch sowas von hässlich, brrrr.
Ich weiss nicht wie oft ich diese Brücke gegangen bin?
Mir würde in Gießen was fehlen.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 20.10.2010 um 15:03 Uhr
Hallo Frau Bernges,
auf das Samen Hahn-Gebäude hat die Stadt leider keinen Einfluss, ebenso wenig wie auf die Alte Post in Gießen.
Monika Bernges
8.205
Monika Bernges aus Staufenberg schrieb am 20.10.2010 um 15:13 Uhr
Hallo,Frau Glinke!
Ich weiß,dass die Stadt keinen Einfluss darauf hat.
Aber man kommt nicht umhin,es immer wieder zu erwähnen.
Der Bahnhofsvorplatz bekommt ein neues Erscheinungsbild
und 100m weiter steht die beklebte alte Post.
H. Peter Herold
28.741
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 20.10.2010 um 17:27 Uhr
Danke Frau Bernges für Ihre Bemerkung zu Samen Hahn. Will sich die Stadt diesen Schandfleck wirklich noch lange anschauen? Denkmalöschutz Dass ich nicht lache. Da kümmert sich scheints es keiner darum. Ist es denn nicht so, dass ein solches Gebäude vom Eigentümmer gegen Witterungseinflüsse zu schützen ist? Bei Samen Hahn ist das Dach am einfallen, alle Fenster sind kaputt oder stehen offen, damit Wind und Wetter so richtig ihr Zerstörungswerk verrichten können und am Schluss wird doch abgerissen, da einsturzgefährdet. Da wäre ich für gleich abreißen und Rasen ansäen.
Kurz noch zum Bahnhof, wenn auch nicht die Historische Treppe. Da gibt es eine Treppe im Parkhaus Lahnstraße, die ist bald nicht mehr begehbar. Wenn es schneit und friert wird sie wohl gesperrt werden müssen, da die Renovierung doch länger dauert als gedacht. Ich frage mich wie kommen derzeit Leute mit Behinderung auf die andere Seite, nachdem die einmalige Chance mit dem Tunnel zugebaut wurde. Da wollten auch die Taxis halten.
Ich glaube da hat die Stadt nicht ernsthaft genug verhandelt. Sei's drum. Die Bürger können ja schauen wo sie bleiben.
Sabine Glinke
5.278
Sabine Glinke aus Wettenberg schrieb am 20.10.2010 um 17:30 Uhr
Lieber Herr Herold,
mit Denkmalschutz hat das nichts zu tun - das Gelände gehört eben nicht mehr der Stadt, daher kein Einfluss. Dass da in der Vergangenheit Fehler beim Verkauf gemacht wurden ist unbeschritten.
Leute mit Behinderung kommen derzeit tatsächlich nur von der anderen Seite zum Bahnhof. Und dass da nicht alles super gelöst ist, hat ja auch unser Live-Test mit Rollstuhlfahrern im Frühjahr auch gezeigt.
Bram Vingerling
960
Bram Vingerling aus Gießen schrieb am 20.10.2010 um 23:58 Uhr
Danke Bjoern für deinen sachlichen Beitrag. Es wäre ein historischer Fehler bei dem was in Gießen überhaupt noch übrig geblieben ist auch noch diese historische Treppe verschwinden zu lassen. Dann lieber kein sündhaft teures Fahrradparkhaus, sondern eine leicht überdachte oder gar offene ebenerdige Fahrradparkfläche. Der fatale Fehler mit dem Tunnel könnte immer noch rückgängig gemacht werden, auch wenn es schwierig sein mag. Nichts gilt für die Ewigkeit. Es würde eine enorme Entlastung des Bahnhofsvorplatzes bedeuten.
Christiane Pausch
6.441
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 21.10.2010 um 13:55 Uhr
Mir geht es so wie Hugo,ohne diese Treppe sieht es einfach nicht schön aus und ich stimme ebenfalls Bram mit seinem Beitrag zu.
Bjoern Gerdes
1.411
Bjoern Gerdes aus Gießen schrieb am 21.10.2010 um 14:32 Uhr
Ich habe jetzt schon mehrfach mit Personen gesprochen die in Reaktion auf diesen Artikel gesagt haben das ein so sündhaft teures Fahrradparkhaus totaler Schwachsinn wäre. Niemand würde da für Geld sein Fahrrad abstellen sondern irgendwo im Umkreis anketten wie eh und je.

Theorie und Praxis sind hier wieder mal zwei Welten.
H. Peter Herold
28.741
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 21.10.2010 um 16:24 Uhr
Sind denn die von Bürgermeisterin gestern genannten 1.000 Plätze für Fahrräder im Alten Wetzlarer Weg und an den Gleisen ich nehme an mit denen in der geplanten Fahrradtiefgarage eigentlich realistisch? 1.000 Fahrräder!!!
Liebe Frau Glinke, auch der denkmalschutz hat bei der Tereppe nichts richtiges zu sagen. Verhindern werden die das von Rausch geplante nicht. Also was soll dann der Denkmalschutz überhaupt?
Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 22.10.2010 um 23:25 Uhr
Also ich bin nach wie vor noch für Treppe und Gebäude erhalten. Und eine Art Fahrrad-Parkhaus gibt es doch schon im Alten Wetzlarer Weg, direkt vor der Brücke über die Gleise.
Konrad Greilich
41
Konrad Greilich aus Gießen schrieb am 23.10.2010 um 12:48 Uhr
Über den Erhalt der Treppe streitet sich doch keiner, die Frage hier ist nur, wie sie Restauriert werden muss.
Ich für meinen Teil bevorzuge die Variante, die länger hält! Da ich und wahrscheinlich auch die meisten anderen hier, was das angeht keinen Experten sind, sollten wir diese Entscheidung auch den Experten überlassen.
Lieber Björn, dir muss ich widersprechen. Ich hab mich in den letzten Wochen auch intensiv umgehört und dabei festgestellt, dass es doch großes Interesse an dem Fahrradparkhaus gibt. Ein Pendler hat mir sogar erzählt, dass ihm in den letzten drei Jahren, vier Fahrräder am Parkhaus gestohlen wurden und er deswegen sehnsüchtig auf das gesicherte Parkhaus wartet. Ich halte eine Nutzung von 20% der Radfahrer für durchaus realistisch.
Die Abstellmöglichkeit am Alten Wetzlarer Weg als Parkhaus zu bezeichnen, ist schon ziemlich lustig. Undichtes Dach, kaputte Fahrradständer und sicher ist es auch nicht. Ich stell mein Fahrrad da nicht ab, wenn ich es wieder mit nach Hause nehmen will!
Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 23.10.2010 um 14:08 Uhr
Gut, ich gebe zu ich bin kein Fahrradpendler, Herr Greilich junior, aber ich laufe halt regelmäßig morgens und nachmittags daran vorbei und sehe, dass da viele Fahrräder parken und dachte halt es wäre so was wie eine Art Parkhaus für Fahrräder.
H. Peter Herold
28.741
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 23.10.2010 um 18:00 Uhr
Das sind ein Teil von den 1.000 die Frau Bürgermeisterin Weigl-Greilich meint ;-))
ADFC Gießen
477
ADFC Gießen aus Gießen schrieb am 24.10.2010 um 12:56 Uhr
Derzeit gibt es rund um den Bahnhof 645 Fahrradstellplätze, die ein rahmenfestes Anschließen ermöglichen. Davon sind 360 überdacht. Die genaue Lage und Anzahl der Stellplätze, können dieser Karte entnommen werden:
http://www.openstreetmap.org/?lat=50.57967&lon=8.66465&zoom=17&layers=C

Bei den mittlerweile 27 Fahrradzählungen durch den ADFC seit Dezember 2009 wurden rund um den Bahnhof maximal 774 Fahrräder gezählt.

An der Lahnstraße waren es bis zu 75 Fahrräder. Am Alten Wetzlarer Weg wurden bis zu 328 Räder gezählt und zwischen dem Oberhessischen Bahnhof und Main-Weser-Bahn waren es bis zu 428 Räder.

Würde die Stadt für den jetzigen Bedarf von 428 Rädern zwischen Main-Weser-Bahn und Oberhessischen Bahnhof Stellplätze schaffen, gäbe es dann 908 Bike&Ride-Stellplätze im Bahnhofsgebiet. Dabei wäre noch nicht einmal ein Zuwachs von Fahrrädern durch Qualitätsverbesserungen eingerechnet. Wie hoch dieser Zuwachs sein wird, ist schwer zu prognostizieren. Das im Dezember 2009 im Bauausschuss vorgestellte Gutachten der Stadt hat mit 25% Zuwachs für den Bike&Ride-Verkehr gerechnet. Wenn man dies auf alle Fahrräder anwendet, ergäbe sich im Bahnhofsplatzbereich ein Bedarf von 525 Fahrrädern. Verlagerungen insbesondere vom Alten Wetzlarer Weg zum Bahnhofsplatzgebiet kämen aufgrund der (hoffentlichen) Angebotsverbesserung im Bahnhofsplatzgebiet vermutlich noch hinzu. Mehr als 1.000 Fahrradstellplätze rund um den Bahnhof sind also durchaus notwendig.
Christian Momberger
11.260
Christian Momberger aus Gießen schrieb am 24.10.2010 um 13:04 Uhr
Danke für das ausführliche Zahlenmaterial.
Bernhard Kröger
377
Bernhard Kröger aus Gießen schrieb am 24.03.2011 um 22:48 Uhr
Und hier noch ein Link zum Thema. Der Herr Rausch soll doch auch mal zu Wort kommen! http://www.youtube.com/watch?v=glXdikDiz0A
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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