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Endspiel gewonnen! Klassenerhalt geschafft!

von Marcus Richteram 24.03.20131114 mal gelesen1 Kommentar
Geschafft! Die Blue Dolphins freuen sich über den Sieg und den Klassenerhalt. Foto: Melanie Schneider
Geschafft! Die Blue Dolphins freuen sich über den Sieg und den Klassenerhalt. Foto: Melanie Schneider
Gießen | Damen Basketball Bundesliga: BC Pharmaserv Marburg – BV Wolfenbüttel Wildcats 81:78.

Die Blue Dolphins haben mit einem Sieg am letzten Spieltag den Klassenerhalt klar gemacht. Vor 800 begeisterten Zuschauern rangen sie den amtierende Deutschen Meister mit 81:78 nieder.

„Endlich! Endlich!“, das waren die ersten Worte von Patrick Unger nach der Partie. Es war eine Energieleistung seiner Schützlinge. Und ein taktischer Husarenritt. Das Defense-System, das schließlich die Wende brachte, „haben wir noch nie im Spiel probiert, nur einmal im Training“, gestand der BC-Coach.

Mit 12 Zählern lagen die Gastgeberinnen nach 14 Minuten schon hinten. Vor allem von der Dreierlinie trafen die Wildcats gegen die Marburger Zonen-Verteidigung traumhaft sicher. Doch die Hessinnen kamen wieder zurück. Zur Halbzeit waren sie auf 38:43 heran. Und zur Mitte des dritten Abschnitts schnupperten die Blue Dolphins beim 52:51 schon mal kurz an der Wende.

Die ließ über 62:68 nach 31 Minuten noch auf sich warten. Doch dann drehten die Lahnstädterinnen auf. Ein Dreier von Amanda Davidson und ein weiterer Treffer durch Maggie Skuballa brachten gut fünf Minuten vor dem Ende die Führung zurück (74:73).

Tina Menz, Natta Gohrke und BC-Topscorerin Finja Schaake holten dann den entscheidenden Vorsprung zum 80:75 heraus. Drei Minuten und 17 Sekunden waren da noch zu spielen. In der von beiden Seiten nervös geführten Schlussphase verkürzte Suska Berger für Wolfenbüttel per Dreipunkt-Spiel auf 78:80. Noch anderthalb Minuten. Keine Treffer mehr hüben wie drüben.

Dann noch 23,7 Sekunden. Wolfenbüttel mit dem letzten Angriff. Daneben. Rebound Marburg. Tina Menz ist frei durch und wird unsportlich gefoult. Wildcats-Coach Vlastibor Klimes gratuliert seinem Kontrahenten schon mal. Doch diese letzten 0,8 Sekunden werden noch mal lang. Und viel zu spannend: Tina Menz trifft nur einen Freiwurf. Und der Einwurf geht ins Aus... Letzter Wurf für die Wildcats. Daneben! Geschafft! Klassenerhalt!

„Wir haben 40 Minuten lang als Team gespielt. Keine hat auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass wir es schaffen“, freute sich BC-Captain Maggie Skuballa über die aufopfernde Vorstellung ihres Teams. „Die bessere Mannschaftsleistung hat gegen die besseren Einzelspielerinnen den Ausschlag gegeben. Die Saison war nicht leicht. Für die Mädels war das am schlimmsten. Aber jetzt freuen wir uns über den positiven Abschluss“, sagte Patrick Unger.

Dieses Happy End mit blauem Auge wäre übrigens bei einer eigenen Niederlage sportlich verpasst worden. Das Trio der anderen Kellerkinder Bamberg, Herne und Rotenburg, war nämlich ausnahmslos erfolgreich. Das hätte für das Pharmaserv-Team Rang elf und damit einen Abstiegsplatz bedeutet.

Nach der Partie sickerte allerdings die Information durch, dass ausgerechnet Wolfenbüttel aus finanziellen Gründen nicht an den Playoffs teilnimmt, für die man sich sportlich als Siebter qualifiziert hat. Damit ist der Deutsche Meister automatischer Absteiger – mit Rotenburg. Alle weiteren Teams rücken einen Platz auf.

So hat sich der Tabellenneunte Bamberg als Nachrücker für eine grandiose Aufholjagd noch mit der Meisterschaftsendrunde belohnt. Dass dem BC letztlich dazu nur wenige Sekunden fehlten, nämlich die, in denen Herne in der Verlängerung noch gegen Freiburg gewann, ist zwar schade. Doch geht unser Glückwunsch nach Bamberg. Ein Team, das fünf Abstiegsendspiele in Folge gewinnt, hat sich diese Ehrenrunde wirklich verdient.

Herzlichen Dank auch nach Freiburg. Dass die Eisvögel sich im Herner Hexenkessel erst in letzter Sekunde geschlagen geben mussten, spricht für vorbildlichen Sportsgeist. Höchster Respekt auch an die Wolfenbüttel Wildcats für die starke Saison und die sympatischen Fans!

Statistik:
Viertel: 17:25, 21:18, 24:23, 19:12.
Marburg: Baranowski 6 Punkte, Davidson 11/3 Dreier, Gohrke 8 (7 Rebounds), Masek, Menz 15/2 (6 Assists), Schaake 22/2, Skuballa 19/3 (16 Reb., 7 Ass., 2 Steals); Winterhoff (n.e.).
Feldwürfe 45% (32/70), Freiw. 70% (7/70), Reb. 32 (Off.: 9), Turnover 6, Ass. 18, Steals 2, Fouls 18).
Wolfenbüttel: Berger 6, Callahan 7, Conley 7 (2 Steals), Haldin 9, Hartwich, Kulite 6 (9 Reb.), Morton 2, O'Rourke 16/2 (6 Reb., 3 Ass.), Vincze 2, Whitcomb 23/5; Sprenger, Stapel (beide n.e.).
Feldw. 42% (27/65), Freiw. 80% (17/21), Reb. 27 (Off.: 27), TO 7, Ass. 6, Steals 2, Fouls 14.
SR: Lauprecht, Behm. Z: 800.

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Kommentare zum Beitrag

Michael Guenter
1.186
Michael Guenter aus Lich schrieb am 25.03.2013 um 06:15 Uhr
Glückwunsch an Patrick Unger und sein Team
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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von:  Marcus Richter

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