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Karfreitag und das Gedenken an ein großes Unrecht.

Gießen | Wiederholt muss in diesem Jahr zu Karfreitag an ein großes Unrecht erinnert werden. Das Tanzverbot. Auch 2016 kann ein Verstoß dagegen mit hohen Geldbußen belegt werden. Denn spielt ein Schankbetrieb drei Töne Musik und es zuckt dabei einem Gast im Bein ist der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit gegeben. Das in einem Land in dem angeblich Religionsfreiheit herrscht.
Für alle die, die Hintergründe nicht kennen seien sie hier nochmal grob umrissen. Jungfrau bekommt Kind, Kind ist angeblich Gottes Sohn (was fast jede Mutter von ihrem Nachwuchs behauptet), Kind reist herum und scharrt 12 Jünger um sich (wovon einer auch weiblicher Prägung gewesen sein mag), der Junge reift zum Manne und begeht allerlein Wundertaten, Störung der Totenruhe (Lazarus) ,er verwandelt Wasser in Wein (die Schorle ward erfunden) ging übers Wasser ,predigte wild und ausdauernd vom nahen Untergang der Welt (wir kennen diese Gestörten mit den Schildern in der Innenstadt von deren Aluhüten die Sonne so keck reflektiert), wurde dann von seinem Homie verraten, bekam eine Gestrüppkrone und einen Schauprozess, wurde ans Kreuz genagelt (als Zimmermann möglicherweise mit den eigenen Nägeln) weigerte sich den Tot anzuerkennen (mal wieder), entstieg am drittem Tag dem Grabe, spukte noch ein wenig bis er dann doch hoch zum Himmel fuhr.
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Zimmermannsnägel (1)Tanzverbot (16)Satire (62)Karfreitag (19)Jesus (16)
Auf dieser in sich sehr plausiblen und stimmigen Geschichte gründete sich eine Religion. Das Christentum. Anfangs nicht sehr beliebt, gewann es mehr und mehr an Bedeutung auch durch seine Angewohnheit Andersgläubige bis zur Letalität zu erhitzen. Da man die Toten auch recht gut beklauen und die Lebenden danke Bildungsmonopol super bescheißen konnte, gewann die Kirche als Vertreter des Wahns immer mehr an Einfluss.
Deswegen wird das Tanzverbot auch gerne mit den sogenannten Christlichen Werten begründet welche in unserem Christlichen Abendland herrschen. Das ist in so fern absurd als das die Leute heute Angst vor einer Islamisierung haben, hätten wir wirklich noch eine reine christliche Prägung sähe es hier nicht viel anders aus, als das wovor alle Angst haben. Wir sind in erster Linie durch die Aufklärung geprägt und verdanken viele unserer Rechte einem erbitterten Kampf gegen Kirche und Religion.
Jetzt könnte man sagen, ok der Karfreitag dient als Gedenktag der Christen, und Andersgläubige oder Atheisten können ja da auch arbeiten gehen. Nun Frühlings- und Fruchbarkeitsfeste gab es auch schon vor den Christen. Man muss also nicht unbedingt ein geschichtlich fragwürdiges Ereignis als Begründung eines Feiertages heranziehen. Viel schwerer wiegen aber die bestehenden Verflechtungen aus Kirche und Staat. Wer glaubt die Kirche finanziert sich alleine über die Kirchensteuer also den Mitgliederbeitrag der Gläubigen, der glaubt auch an die Jungfrauengeburt. Zu der Kirchensteuer kommen Subventionen, Steuererleichterungen, Zuschüsse und sogenannte Staatsleistungen aus dem allgemeinen Steuertopf. Damit wird zum Beispiel das hohe geistliche Personal bezahlt. Und wenn ALLE den Bums finanzieren dann sollen auch ALLE von (angeblich) Christlichen Feiertagen profitieren.
By the Way, es ist ja nicht nur das Tanzen untersagt, auch andere öffentliche Darbietungen, Sportveranstaltungen und selbst ein Schachturnier wurde einst untersagt. Schach!!!
Eine atheistische Gruppe aus Bochum zeigt zu Karfreitag jedes Jahr das Evangelium nach Cleese, Idle, Chapman, Palin, Jones und Gilliam. Der Film „Das Leben des Brian“ ist eine nicht minder absurde Geschichte die sich aber anders als vorgenannte nicht ernst nimmt. Dieses brachte den Vorführenden bereits mehrere Anzeigen und ein Bußgeld von 300€ ein.
Religionsfreiheit ist ein hohes Gut und muss für jeden gelten. Religionsfreiheit bedeutet aber auch Freiheit von Religionen und sollte Anders- oder Nichtgläubige nicht verpflichten sich an Ritualen oder Glaubenssätzen einer Religion beteiligen zu müssen. Wer den Karfreitag im stillen Gedenken begehen will hat dasselbe Recht darauf wie andere es haben sollten die Sau raus zu lassen. Für Nichtgläubige hat der Tod von Jesus Christus keine Bedeutung und sie können nicht gezwungen werden eine Anteilnahme zu heucheln. Schon gar nicht wenn die Gruppe der Konfessionslosen bereits größer ist als die jeweilige katholische bzw. evangelische Gruppe in der Bevölkerung.

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Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
9.396
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 24.03.2016 um 16:49 Uhr
genau so ist es. wenn schon dann echte religionsfreiheit. tanzverbot und reliunterricht in öffendlichen schulen, mehr kirchliche kindergärten als städtische, kirchliche krankenhäuser in denen andere löhne und rechte gélten als in den wenigen nichtreligiösen betrieben, kirchensteuer das zeigt doch wie frei wir sind !
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 18:23 Uhr
Es gibt weiß Gott wichtigeres als das Tanzverbot an bestimmten Tagen, ich glaube es sind im Jahr nur zu 2 Zeiten solche Verbote.

Meine Zeit wäre mir zu schade mich darüber aufzuregen und ein wenig Toleranz wäre hier angebracht, denn die kirchlichen Feiertage werden doch auch ganz gerne mitgenommen, auch wenn man nicht gläubig ist.
Karl-Ludwig Büttel
3.595
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 24.03.2016 um 18:49 Uhr
Genau Herr Herold ein bischen Toleranz wäre angebracht. Warum stört es denn wenn Menschen Tanzen wollen.
2 Verbote sind drei zu viel.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 18:54 Uhr
Herr Herold, haben sie eigentlich gelesen was ich geschrieben habe oder ist ihr Brägen nach dem Wort "Tanzverbot" schon auf Stand By gegangen. Wieso fordern die Christen immer Toleranz und lassen mich als Atheisten in ihren staatlich finanzierten Krankenhäusern nicht einmal das Klo putzen? Und ja, ich nehme die von den Kirchen besetzten GESETZLICHEN Feiertage sehr gerne mit. Es fliesst ja auch genug allgemeine Steuerknete an die Kirchen. Wieso sollte ich da ein schlechtes Gewissen haben?
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:31 Uhr
Es ist eine scheinheilige, um das Wort zu verwenden Debatte. Viele wollen einfach alles haben. Da wäre es dann konsequent auf kirchliche Feiertage zu verzichten.
Lieber Herr Schmidt, Ihre meisten Argumente treffen sicher zu, aber warum es presse wirksam immer wieder jedes Jahr am Karfreitag am Tanzverbot aufhängen? Ich behaupte ja auch immer Kirche und Gewerkschaften sind die schlimmsten Arbeitgeber und trotzdem gehe ich in die Kirche und war nahezu 40 Jahre organisiert.
Michael Beltz
7.225
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:31 Uhr
Wieso weiß Gott, dass es Wichtigeres gibt als Tanzverbot. Weiß Gott auch, in welchen Staaten Religion und Staat eng verbunden sind ? Aufgabe; Nenne mir je einen isalmischen, christlichen, jüdischen Staat.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:33 Uhr
Haben wir denn keine anderen wichtigere Dinge?
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:38 Uhr
Herr Herold, wenn ich an kirchlichen Feiertagen arbeiten gehe, darf ich dann erwarten ein e entsprechende Anzahl voll vergüteter Urlaubstage zu bekommen? Oder haben wir hier das zwölfte Gebot gefunden. "Wenn du aber einen Christen beschäftigst so stelle ihn an bestimmten Tagen bei voller Bezahlung frei damit er mir Huld und Ehre erweisen kann. Die Heiden aber Knechte in ihrem Joch denn sie sind des Ruhens nicht würdig"
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:55 Uhr
Lieber Herr Schmidt, bisher habe ich immer gemeint Sie wären nicht so wie Back und andere.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 19:56 Uhr
Herr Herold, das müssten sie dann mal näher ausführen.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 20:16 Uhr
Bisher hatten Ihre Kommentare noch etwas was was ich verstehen konnte. Ich lasse anderen doch auch ihr Leben, Gedanken und ihre Meinung. Ich greife Sie auch nicht an für Ihre Art nicht zu glauben. Diese Freiheit steht jedem zu. Was Frau Back und andere mir gegenüber so äußeren, ist nicht das, was ich von Menschen mit Bildung erwarten könnte.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 20:28 Uhr
Herr Herold, was sie glauben oder nicht geht mir am gluteos maximus vorbei. Aber wenn sie sich angegriffen fühlen wenn ich ein gewisses Missverhältnis in Fragen der Religionsfreiheit anspreche liegt das nicht an mir.
Es ist schon nicht ohne eine gewisse Ironie dann von "Freiheit" zu sprechen.
Wie gesagt, es steht Ihnen und all den anderen Christen frei morgen Jesus Christus zu gedenken.
Aber bitte verlangen sie nicht von Menschen denen diese Geschichten absolut nichts bedeuten deswegen an Karfreitag auf ihre Freiheiten zu verzichten. Es wird kein Christ gezwungen eine Sportveranstaltung, ein Konzer oder eine Disco zu besuchen. GEGENSEITIGE Toleranz ist das Stichwort. Ich möchte auch keine Flugblätter irgendwelcher Gemeinden im Briefkasten haben die mich zum Osterfest laden. Aber ich verlange von denen nicht ihre Versammlung abzusagen weil sie nicht meiner Weltanschauung entspricht.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 24.03.2016 um 23:59 Uhr
Gibt noch weitere Aspekte der Feiertagsgesetze:
http://www.tanzen-gegen-tanzverbot.de/index.php/filmverbot/
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 01:46 Uhr
Herr Praschak, ja ja die "Schwarze Liste" der Filme die Karfreitag nicht gezeigt werden dürfen. Darunter fällt übrigens auch Heidi!
Nicole Freeman
9.396
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 25.03.2016 um 06:56 Uhr
und das sandmänchen. ist echt traurig was die kirche da macht.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 09:33 Uhr
Nun, die Filmzensur erfolgt durch die FSK:
https://de.wikipedia.org/wiki/Freiwillige_Selbstkontrolle_der_Filmwirtschaft#Feiertagsfreigabe

Da dürften die Kirchen nicht direkt involviert sein, wäre aber auch mal interessant die FSK genauer zu durchleuchten.

Ansonsten werden die Gesetze immer noch vom Bundestag und den Landtagen gemacht.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 10:50 Uhr
... und dort von den von uns allen gewählten Volksvertretern.

Lieber Herr Schmidt, warum muss ich jetzt an die ewige Diskussion Raucher / Nichtraucher denken.

Keiner zwingt mich zum Rauchen, ich muss aber den Rauch den Raucher erzeugen erdulden.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 11:06 Uhr
Nein, denn da ist immer noch ein generelles Rauchverbot gibt es nicht. Dabei kann Rauchen tödlich sein.
Und ich bleibe dabei. Es geht ja nicht um das Tanzen allgemein, sondern nur um einige wenige Tage im Jahr, an denen es gilt.
Auch Sportveranstaltungen dürfen an manchen Tagen nicht sein und in der Regel gilt immer noch das Verbot an Feiertagen zu arbeiten(Ausnahmen möglich)
Sie können ja an den Tagen dann bei sich zuhause tanzen. Wenn Sie schon nicht darauf verzichten wollen.
Ich lebe so schon seit 76 Jahren so. Es stört mich nicht. Ich muss ja auch sonst an Regeln und Gesetze einhalten, obwohl manche unsinnig sind.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 11:55 Uhr
Es ist nicht meine Religion. Sie steht jedem offen wenn er nur will. Es ist kein Zwang dahinter. Wenn Sie das mit dem Tanzverbot abschaffen wollen, dann reden Sie mit den von Ihnen gewählten Volksvertretern.
Ansonsten müssen Sie Menschen nicht mit Ihren Vorstellungen belästigen. Werden Sie an der richtigen Stelle tätig und reißen Sie nicht nur große Worte.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 13:26 Uhr
Herr Herold, es fehlt ihnen an Hintergrundwissen, aber den meisten Anderen in diesem Land leider auch. Die volksvertreter sind zum größten Teil in kirchlichen Lobbyverbänden ZDK oder EKD. Darunter auch Theologen und sogar hohe Funtionsträger. Manche treten sogar wieder in die Kirche ein weil die Karriereleiter sonst keine Sprossen mehr hat.
Jetzt kann man Augen, Ohren und Mund geschlossen halten und das akzeptieren oder mit diesen Informationen immer wieder nerven bis sich daran was ändert.
Karl-Ludwig Büttel
3.595
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.03.2016 um 13:41 Uhr
Genau es war ja schon immer so. Nur weil Sie es 76 Jahre so machen müssen dass andere noch lange nicht machen. Die Rechte der KIrchen und wegen mir auch die kirchlichen Feiertage gehören abgeschafft. Wegen mir bekommt jeder Arbeitnehmer drei zusätzliche freie Tage die er dann nehmen kann wann er will. Der Gläubige dann halt an Ostern und Weihnachten wenn ihm denn wirklich soviel daran liegt und die Anderen wann sie wollen. Das wäre Gerecht und Tolerant.
Wer nicht Tanzen will oder Andächtig sein will hat doch genug Möglichkeiten. Warum muss man so intolerant sein und andere Menschen beschneiden. Nächstenliebe ist wohl nur geheuchelt.
Ich nutze jede Gelegeheit an solchen Tagen wie heute Privat zu feiern denn es bietet sich ja an. Die Leute haben frei und können nirgens hin. Da ist wenigstens zu Hause die Bude voll.
Karl-Ludwig Büttel
3.595
Karl-Ludwig Büttel aus Hungen schrieb am 25.03.2016 um 15:41 Uhr
http://www.der-postillon.com/2015/04/aus-langeweile-wegen-tanzverbot-junger.html

Der Postillion eine ehrliche Zeitung.....immer wieder gerne
diese Art der Berichterstattung :)
Michael Beltz
7.225
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 16:03 Uhr
Peter Herold:
"In der Regel gilt immer noch das Verbot an Feiertagen zu arbeiten."
Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Busfahrer, Bahnbeschäftigte, Taxifahrer, Kellner und -innen, Köche und -innen, Polizisten und -innen, Feuerwehr....
Geheimdienstagenten, Radio und Fernsehprecher und -stars, ........
auch die Hausarbeit ruft, wenn ansonsten wegen Beruf keine Zeit ist, .....
Verbrecher und andere Nazis.... denn Einbruch und Mord kennt keine Sonntagsruh....
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 16:10 Uhr
Kann er ja machen wenn dazu keine Musik läuft.
Kurt Wirth
1.539
Kurt Wirth aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 19:05 Uhr
"Macht Euch die Erde untertan!" Das verstanden die Christen (wie auch der Islam) nie nur als das Unterwerfen der Natur zum Wohlergehen der Menschen, sondern eben der Natur inklusive all ihrer Bewohner allüberall. Die jüdische Religion hatte wohl zu wenig Zeit zu dieser (Fehl-)Entwicklung, obwohl sie ja auf dieselben Grundlagen zugreift. Die asiatischen Religionen kennen diesen penetranten Missionierungsanspruch meiner oberflächlichen Kenntnis nach nicht, und die Naturreligionen ebenfalls nicht. Der arbeitsfreie und dem Gebet zu widmende Sabbat, Sonntag und Freitag (Islam) ist ebenfalls ein gemeinsames Merkmal dieser drei im Nahen Osten entstandenen Religionen. Und weil das immer noch zu wenig Gebete waren, kamen diese und jene Feiertage hinzu. Außerdem konnte man die jeweils neu unters Joch Gekommenen ein bisschen besänftigen, indem man deren traditionelle Feste (Sonnenwende etc.) integrierte.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 21:57 Uhr
Der Kampf um die Liberalisierung der Feiertagsgesetzgebung sollte sich nicht der Religionskritik bedienen, denn die Religionsfreiheit ist auch ein Grundrecht und schließt obendrein die Freiheit von jeder Religion mit ein.
Hermann Menger
2.315
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:01 Uhr
Alle Jahre wieder kommt an Karfreitag diese Diskussion und erstaunlicherweise mit fast identischen Protagonisten. Ich habe noch mal nachgeschaut: Im Jahr 2012 haben gab es 56 Kommentare, da sind wir hier noch weit entfernt.
Meine Meinung zum Tanzverbot wird vielleicht den einen oder anderen überraschen: Ich hätte nichts dagegen, wenn das Tanzverbot abgeschafft würde. Mich stört es nicht, wenn an Karfreitag getanzt wird.
Mich stört es aber, wenn Menschen, die den Sinn dieses Feiertages nicht verstehen (oder nichts damit zu tun haben wollen) über den christlichen Glauben spotten und mit schlecht gemachter "Satire" etwas ins Lächerliche ziehen, was anderen Menschen viel bedeutet.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:12 Uhr
Nun, mit dem Verspotten haben Sie recht.

Aber Satire ist durch die Meinungsfreiheit als Grundrecht gedeckt - auch wenn man den Inhalt nicht verstehen oder gar teilen mag.

Aber Verständnis ist zum Glück keine Bedingung auch nicht für Feiertage und gerade Ostern plus Weihnachten sind durch kommerzialisiert.

Das Argument, dass dann doch alle Arbeiten sollen und die Feiertage abgeschafft werden sollten, hat auch eine humoristische Komponente. Insbesondere wenn man bedenkt, welche Dienstleistungen man an Feiertagen dann doch selbst in Anspruch nimmt - die ja auch von Menschen erarbeitet werden.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:15 Uhr
Herr Paschak, wie soll man das denn trennen? Wenn es mit einem christlichen Trauertag begründet wird die Menschen in ihrer freiheit zu beschränken, dann muss man die Hintergründe schon auch ansprechen.
Herr Menger, der Sinn dieses Feiertages ist mir schon bewusst, er interessiert mich aber nicht weil mich damit nichts verbindet. Wenn sie das Tanzverbot liberal sehen spricht da ja für sie. Leider wurde es eben mit fadenscheinigen Begründungen abgeblicher christlicher Prägungen erst wieder durch die Politik bekräftigt. Das passt nicht mehr ins Jahr 2016 und verdient es dann auch immer wieder beleuchtet zu werden. Satire ist auch nicht dafür da etwas objektiv und zurückhaltend mit gegebenem Respekt zu beleuchten sondern eben drauf zu hauen dass es spritzt.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:26 Uhr
Diese Trennung ist eben die Kunst und daran wird man in einem sachlichen Diskurs dann auch gemessen.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:42 Uhr
Herr Praschak, ich sehe das so. Ob es Jesus Christus gegeben hat ist strittig. Es mag einen jüdischen Prediger (oder besser gesagt Apokalyptiker) gegeben haben und möglicherweise wurde der auch hingerichtet. Darüber gibt es außerhalb der Bibel keine eindeutige nicht umstrittene Quelle.
Im Lauf der Zeit wurden einer möglicherweise historischen Figur allerhand Wundertaten zugesprochen. Die Sache mit Lazarus zum Beispiel gabe es auch schon mit einem fast Namensgleichen Protagonisten bei den Ägyptern. Man baute also eine Legende auf an die heute geglaubt wird. Demnach ist die Kreuzigung und Widerauferstehung kein belegbare Ereignis wie etwa der Mauerfall. Hier wird jetzt ein religiöses Motiv zu rechtfertigung eines Gesetzes herangezogen und das macht diesen Fall einfach zu einem thema bei dem auch Glaubensinhalte und Religion klar dasskutiert werden dürfen.
Hermann Menger
2.315
Hermann Menger aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:53 Uhr
Schauen Sie sich doch mal den neuen Kinofilm "Auferstanden" an, wir haben ihn letzten Montag gesehen und waren echt begeistert. In der Rahmenhandlung versucht ein römischer Tribun die Auferstehung Jesu als Schwindel zu entlarven bis er persönlich auf Jesus, den Auferstandenen trifft. Das hat sein Leben total umgekrempelt. Ansonsten hält sich der Film erstaunlich eng an die biblische Vorlage.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 22:55 Uhr
Diskutieren darf man fast alles ;)

Aber Glauben ist eben keine rationale Angelegenheit. Deswegen ist die Vermischung von Religionskritik und der Forderung nach Liberalisierung einer weltlichen und möglichst neutralen Feiertagsgesetzgebung nicht hilfreich.

Sieht man ja z.B. an Herr Mengers Reaktion. Über die Verbote diskutieren, aber die Religionsfreiheit und die Würde des Anderen wahren. Er greift ja auch nicht die "üblichen Protagonisten" an.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 23:02 Uhr
Das wäre so einfach. Der Staat erlässt keine Gesetze die in positiver oder negativer Form in Glauben oder nicht Glauben von Menschen Einfluss nehmen. Jeder hat das Recht seinen religiösen Traditionen zu folgen und umgekehrrt. Aber es kann nicht sein, dass ein säkularer Staat mit Bezug auf eine bestimmte religion allgemeine freiheitsrechte einschränkt.
Ps. Herr Menger, da lese ich lieber Kubitza.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 23:11 Uhr
Zwischen Ideal und Realität gibt es immer Lücken - zumal in einer Demokratie in der Regel Mehrheiten für Veränderungen notwendig sind.

Politik ist halt nicht frei von Lobbyismus und Menschen ;)
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 23:20 Uhr
Ja, wie wir das ja gesehen haben als es um die sterbehilfe ging. Rund 80% waren gegen eine Gesetzesverschärfung und die ist ja dann auch nach dem Willen des Großteils der Bevölkerung gekommen.
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 23:21 Uhr
Ja, ich hätte da auch lieber via Bürgerentscheid auf Bundesebene selbst drüber abgestimmt
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 23:39 Uhr
Wie glauben sie würde das Ergebnis eines Bürgerentscheides zum Tanzverbot aussehen?
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 26.03.2016 um 01:23 Uhr
Mir ging es zwar um die Sterbehilfe, aber auch ein Feiertagsgesetz könnte gerne via Bürgerentscheid novelliert werden.

Klar, würde es wahrscheinlich um beides derzeit schlecht aussehen - insbesondere wo das Pendel gerade nach rechts schwingt.

Aber ich kann mit demokratischen Entscheidungen, die viele Treffen und wo man für die eigene Position werben kann, besser umgehen als mit einer statischen Mehrheit gekoppelt mit Fraktionsdisziplin und ggfs. Lobbyisten-Einfluss.

Zudem müssten wir wohl massiv die Bildung hochfahren.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 26.03.2016 um 07:14 Uhr
Herr Praschak, was hat ein nach rechts ausschlagendes Pendel mit säkularen Positionen zu tun?
Ralf Praschak
846
Ralf Praschak aus Gießen schrieb am 26.03.2016 um 09:22 Uhr
Das ist doch offensichtlich. Eine Tendenz zu früher war alles besser, das Befürworten von (gefühlter) Sicherheit mit einhergehenden Einschränkungen von Freiheitsrechten sowie die stärkere Akzeptanz von Autoritäten.

Oft geht dies dann mit dem Propagieren der christlich-abendländischen Kultur einher.

Daraus ergibt sicher die Annahme, dass über direktdemokratische Prozesse in nächster Zeit eher keine Liberalisierungen zu erwarten sind oder es zumindest schwerer haben werden.
Florian Schmidt
4.554
Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 26.03.2016 um 13:16 Uhr
Was hat denn nun das Christentum mit Demokratie zu tun. Und im Sinne der Trennung von Kirche und Staat war früher sicher nichts besser.
Michael Beltz
7.225
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 26.03.2016 um 19:19 Uhr
Herr Menger, die Geschichte vom römischen Tribun wiederholt sich vielfach in zeitlichen Abständen. Saulus wurde zum Paulus, ein böser Mensch hat plötzlich eine Marienerscheinung oder Gott spricht zu ihm. Ich galube diesen Menschen. In einer persönlichen Not erleben sie einen derartig psychischen Stress, dass die Einbildung sie an eine Religion, an einen Glauben bindet. Ich könnte Ihnen viele derartige Beispiele nennen, auch aus unserem Haus in der Diezstraße.
Jeder soll seinen Glauben behalten solange mich niemand aggressiv missioniert. Als Lehrer habe ich mich jedoch dagegen gewand, wenn ein Pfarrer den Kindern mit der Hölle Angst machen wollte.
Legenden, Märchen und Sagen sind jedoch nett und lehrreich. Den Koran oder die Bibel auswenidg lernen halte ich für Unfug.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 10:38 Uhr
Nächstes Jahr und so weiter werden wir hier, wenn wir wollen, weiter diskutieren. Aber, ich möchte wetten, es wird sich nichts ändern.
Ich glaube da hat Herr Schmidt recht, siehe Florian Schmidt aus Gießen schrieb am 25.03.2016 um 13:26 Uhr ......

Diese unsere so genannten Volksvertreter vertreten gar nicht das Volk, sondern eigene und ihrer Partei Interessen(Fraktionszwang).
Solange sich dort nichts bewegt, wird z.B. das Tanzverbot und anderes bestehen bleiben.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 13:02 Uhr
Liebe Frau Back, aber hier nur schreiben und so tun als wären nur Sie allwissend, wird auch nichts ändern. Tipp von mir. Gehen Sie in die Politik, da wären Sie sicher gut aufgehoben.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 13:06 Uhr
So wie sich äußern könnte man es annehmen.Viel schwätzen, heiße Luft erzeugen und dann ..... Dann war es. Den Spruch von Adenauer kennen Sie ja;-)
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 13:16 Uhr
Ich sprechen nicht von Substanz, Sie sollten es nur in die Praxis umsetzen und nicht nur hier schreiben.
H. Peter Herold
27.180
H. Peter Herold aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 13:21 Uhr
Ich bestätige Ihnen hiermit, Sie sin genau so uneinsichtig wie ich, sonst würden Sie die Korrespondenz nicht immer weiter führen.
Hier in dem Beitrag mein letzter Versuch es Ihnen klar zu machen. Wir, d. h. die Gesellschaft lebt von der "Vielfalt der Meinungen." Nicht vom Einheitsbrei.
Michael Beltz
7.225
Michael Beltz aus Gießen schrieb am 28.03.2016 um 16:53 Uhr
Peter Herold, Nina Back - beinahe scheint es mir, dass hier eine Absprache vorliegt, um vom Thema wegzukommen.
Hallo Lieber Leser
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Herzlichst, Ihr(e) Florian Schmidt

von:  Florian Schmidt

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