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Im Streit um G9 fordert das Marburger Stadtparlament nach CDU-Antrag von der Landesregierung eine Übergangslösung für die Klassen 5 und 6

Gießen | Die Marburger Stadtverordnetenversammlung fordert auf Antrag der CDU-Fraktion die Landesregierung "mit Nachdruck" auf, eine Übergangslösung zu schaffen für die Klassen 5 und 6 an Gymnasien, die künftig kein G8 mehr anbieten wollen.
Damit unterstützt das Stadtparlament die Forderung der Initiative www.G9-Wahl.de und des ebh (Elternbund Hessen). In der Begründung der Stadtverordneten Karin Schaffner und Mathias Range heißt es, „In einer Demokratie sollte der Elternwunsch respektiert und berücksichtigt werden. Es kann nicht sein, dass wieder einmal fehlgeschlagene Politik auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird.“

Die Initiative G9-Wahl.de, die mittlerweile über 27.000 Unterstützer vorweisen kann, begrüßt diese Forderung als „sehr mutigen Schritt, sich als städtische CDU gegen die Landesregierung zu stellen, der anderen Stadtverordnetenversammlung als gutes Beispiel dienen“ könne.
Bemerkenswert ist insbesondere die Tatsache, dass sich erstmals eine Fraktion aus dem Lager der Landesregierung offen auf die Seite der Elterninitiative www.G9-Wahl.de gestellt hat und damit massiv von der Position der Landesregierung abweicht.

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Auf Anfrage teilte Herr Range mit, in Marburg wollten alle Gymnasien zu G9 zurück, der Antrag sei im Stadtparlament einstimmig angenommen worden, jedoch habe der Ministerpräsident das Ansinnen bereits am nächsten Tag mündlich abgelehnt.

Betroffene Eltern werfen den Verantwortlichen in der Regierung vor, nach wie vor kein echtes Ohr für die Bevölkerung zu haben und Fehlentscheidungen in der Bildungspolitik lieber auf dem Rücken der Kinder auszutragen, anstatt sinnvolle Korrekturen durchzuführen.

Die Elterninitiative fordert die hessischen Stadtparlamente auf, dem Beispiel aus Marburg zu folgen, und das Interesse der Eltern und Kinder über die politischen Interessen der Parteien zu setzen.

Viele Fachleute, Lehrer und Verbände bezeichnen heute - wie auch die große Mehrheit der Bevölkerung - das Modell G8 als den falschen Weg, der den betroffenen Kindern langfristig schadet.
Was ursprünglich als Elite-Abi gedacht war, wird heute vielfach als Abi-light gehandelt.
Eltern und Lehrer kritisieren, dass es unter G8 weniger Bildung gibt, der die nötige Nachhaltigkeit fehlt und die zudem noch mit erhöhtem Stress in der Pubertät verbunden sei.

Die Regierung hat der vielfachen Kritik an G8 Rechnung getragen und den Weg zu G9 eröffnet.
Ihr wird jedoch immer wieder vorgeworfen, dass die propagandierte Wahlfreiheit keine echte Wahlfreiheit sei und sie einen als falsch erkannten Weg wider besseres Wissen weiterhin unschuldigen Kindern aufzwingt. Den Kindern, die noch eine Alternative zu G8 hätten und den besseren Weg wollen, muss diese auch unbedingt ermöglicht werden.

In Umfragen unter Eltern von Schülern der Klassen 5 und 6 wünschen sich in Hessen meist 70 bis zu 100% der Eltern G9 für ihr Kind. Mehrheiten, die die Landesregierung endlich ernst nehmen muss, will sie sich nicht weiterhin den Vorwurf gefallen lassen, den Bürgerwillen unnachgiebig zu missachten und wissentlich tausende Kinder extrem zu belasten.

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