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"(Alb-)Traum Lebensabend? Älter werden in der Fremde" AK "Migrantinnen" des Kreisausländerbeirates"

Fernwald | Welche Probleme und Beschwerden prägen das Älterwerden zugewanderter Frauen in Deutschland und warum? Welche Therapienmöglichkeiten gibt es? Wie könnten Gesellschaft und Familien verhindern, dass der Lebensabend manch einer Migrantin zum Albtraum wird...?

Statement...

Frauen mit Migrationshintergrund, insbesondere die ersten Generationen, die entweder Hausfrauen oder berufstätig sind, sind älter geworden. In Deutschland, bzw. in Gießen und im Landkreis Gießen alt zu werden, war ursprünglich nicht Teil der Lebensplanung der Mehrheit ältere Migrantinnen. Der Lebensabend sollte im Herkunftsland verbracht werden. Heute ist die Situation anders, viele Migrantinnen werden ihren Lebensabend in Gießen und im Landkreis Gießen verbringen.
Leider gibt es unterschiedliche Zugangsbarrieren über die zu informieren und gegen die vorzugehen ich es sehr wichtig finde.
Zugangsbarrieren für Migrantinnen zur Kranken- und Altenhilfe in Gießen und Umgebung
• Die „Sprachbarriere“ der älteren Migrantinnen ist ein zentrales Problem beim Umgang mit Gesundheitsversorgung.
• Mangelnde oder unklare Information über die Angebote, Dienste und Einrichtungen
Mehr über...
• Angst von deutschen Institutionen aufgrund unklarer Vorstellungen
• Angst von Benachteiligungen bei Inanspruchnahme von Sozialleistungen
• Sie haben sich mit dem direkten Altersbild noch nicht auseinandergesetzt.
• „Die Illusion der Rückkehr,“ die eine Art von Überlebensstrategien war, ist weg. Vielen wird klar, dass eine dauerhafte Rückkehr nicht möglich ist. Die realen Umständen stehen dem meist entgegen.
• Die kulturellen Ausprägung, wie Religion, Ritualen und Gewohnheiten lassen sie sich mit der Realität des Alter in einem Fremden Land nicht gut in Einklang bringen.
• Unterschiedliche Sicht- und Umgangsweise bezogen auf Alter und Krankheit, z. B. die Ansprüche an die Familie in Sachen Betreuung und Pflege.
Die Probleme treffen ganz besonders auf psychiatrische Störungen und Demenz zu.
Persönlich bin ich der Meinung, dass die dringende Zeit gekommen ist, in Gießen und im Landkreis Gießen die Versorgung, Begleitung und Betreuung für alternden Migrantinnen gezielt zu organisieren.
Migrantinnen sollen unterrichtet und informieren werden - über unterschiedliche präventive Maßnahmen, Beratungsangebote, Selbsthilfeorganisationen u. a. Aufgrund der Sprachbarriere sollten alle Angeboten in die Muttersprache weitergegeben werden.
Der Bereich „Demenz“ macht mir besondere Sorge. Es sollte gefragt werden, wie weit diese Erkrankung in der Familie wahrgenommen wird. Meiner Meinung nach, es wird das Thema "Demenz“ in viele Familien noch nicht ernst genommen, weil Demenz seltener als Krankheit erkannt und akzeptiert wird.
Ich würde mich sehr freuen, wenn viele von Ihnen einverstanden sind, dass wir eine Selbstgruppe für Migrantinnen gründen, die an dem Thema Demenz bei alternden Migrantinnen interessiert sind. In dieser Gruppe, die ich gerne aktiv unterstützen möchte, sollten wichtige Informationen ausgetauscht und ihre Weitervermittlung angestrebt werden. Melden Sie sich bei Interesse im Büro des Ausländerbeirates des Landkreises Gießen.

Silvia Ernst-Tijero, Arbeitskreis Migrantinnen des Ausländerbeirates des Landkreises Gießen 12.03.13.

 
 
 
 

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Kommentare zum Beitrag

Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.03.2013 um 14:03 Uhr
Wichtig wäre eine sofortige Integration für alle Ausländer die hier in Deutschland bleiben(wollen?).
Nicht sich unter seinesgleichen verstecken, nein offen auf die anderen zugehen.
Silvia Elizabeth Tijero Sanchez
3.023
Silvia Elizabeth Tijero Sanchez aus Gießen schrieb am 14.03.2013 um 15:11 Uhr
Hallo Herr Herold,
Hier geht es um alternden werden...das Altenhilfesystem ist auch für die einheimliche schwer zu verstehen, es ist auch für mich schwer für mich schwer zu verstehen, obwohl ich mich sehr gut integriert habe.
Sie sollen das Alterwerden für Menschen mit Migrationshintergrund auf andere Perspektive ansehen und verstehen.
Viele Grüße
Peter Herold
24.460
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.03.2013 um 17:11 Uhr
Bin ich nicht auch ein ganz kleiner Migrant. Allein in Hessen aus Bayern(Süddeutschland) zugezogen. Auch ich muss mich hier integrieren. Ja ich spreche Deutsch, aber alt(73) und allein bin ich nach dem Tod meiner Frau 2011und dem Wegzug der Tochter 2010 auch. Glauben Sie mir, auch ich mache mir so meine Gedanken um das noch älter werden.
Silvia Elizabeth Tijero Sanchez
3.023
Silvia Elizabeth Tijero Sanchez aus Gießen schrieb am 14.03.2013 um 18:00 Uhr
Ich glaube Ihnen Herr Herold, wir uns beide wissen, dass das Thema wichtig ist, ich werde bald 53 Jahre alt, aber mir macht Sorge, Älter in der Fremde zu sein...
Adelbert Fust
5.284
Adelbert Fust aus Gießen schrieb am 02.04.2013 um 15:58 Uhr
Ich muss Herrn Herold recht geben, ein Integrierung sollte sofort in Angriff genommen werden. Leider liegt es in der Natur der Menschen immer den leichtesten Weg einzuschlagen. Man bleibt möglichst in einer Gruppe die die gleiche Herkunft hat. Die trifft nicht nur auf Personen mit Migrationshintergrund hier in Deutschland zu, sonder man kann dies auch im Ausland bei Deutschstämmigen Feststellen. Auch sie ziehen meist dort hin wo schon deutsche leben. Sinnvoller wäre es sich auch einen Bekanntenkreis im "Gastland" zu suchen. Zum Beispiel in Vereinen des Gastlandes eintreten und aktiv werden. Nach meiner Meinung und Erfahrung wird dieser Weg viel zu selten genutzt. Frau Ernst-Tiero ich sehe es auch so, dass dieses Problem besonders für Personen mit Migrationshintergrund zutrifft aber im Nachhinein ist das Versäumte nur noch schwer zu beheben.
Ich Grüße Sie aus Wiesbaden
Adelbert Fust
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von:  Silvia Elizabeth Tijero Sanchez

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