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Lerchenfenster in Steinbach angelegt

Andreas Becker und Tim Mattern am Lerchenfenster in Steinbach
Andreas Becker und Tim Mattern am Lerchenfenster in Steinbach
Fernwald | Kreis Gießen / Fernwald. Wer den Garbenteicher Weg in Steinbach ortsauswärts befährt, dem können zwei Lücken in einem Getreidefeld an der Straße auffallen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um fehlerhaftes Saatgut sondern um bewusst angelegte „Lerchenfenster“. Diese hat Andreas Becker in seinem Acker angelegt, um die Lebensbedingungen für die Feldlerche zu verbessern.

Die Aktion „1000 Äcker für die Feldlerche“ wurde gemeinsam vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und vom Deutschen Bauernverband ausgerufen. Die Aktion wird zudem durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. „Die Aktion ist auf die freiwillige Mithilfe der Landwirte angewiesen“, erläuterte der Pressesprecher des NABU Kreisverbands Gießen, Dr. Tim Mattern. Als Anerkennung können die teilnehmenden Landwirte ein Hinweisschild zur Aufstellung am Ackerrand erhalten. „Zwar gibt es in anderen Bundesländern Entschädigungszahlungen für ähnliche Projekte, in Hessen derzeit jedoch noch nicht.“ Der Ernteausfall sei mit 5 Euro je Hektar gering, und auch falle kein zusätzlicher Arbeitsaufwand an. Lediglich bei der Aussaat müsse die Sämaschine kurz ausgesetzt werden. „Die Feldlerche nutzt die Lücke zur Nahrungssuche, während sie ihr Nest versteckt im Getreide anlegt“, erläuterte Mattern. Auch andere Arten profitierten von den Lerchenfenstern.

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Dieser Tage besichtigten Becker und Mattern die Lerchenfenster im jungen Getreide. Der Nebenerwerbslandwirt bewirtschaftet 12 Hektar Ackerland und begrüßt die Aktion. „Es ist schön, wenn Landwirtschaft und Naturschutz nicht gegeneinander arbeiten“, schließlich hätten beide zum Teil mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

Der Rückgang der Feldlerche ist insbesondere durch die Umstellung von Sommer- auf Wintergetreide verursacht. Das Wintergetreide hat durch die frühere Aussaat einen Entwicklungsvorsprung vor dem Sommergetreide. In den dichten Beständen kann die Feldlerche nur noch wenig Nahrung für ihre Jungen finden, da sie dafür eher offenen Boden benötigt. Außerdem werden mit dem Fortschreiten der Brutzeit vermehrt Nester in den Fahrspuren angelegt, weil die Lerchen einen offenen Anflug an das Nest benötigen. Hier werden die Kinderstuben aber häufig von Nesträubern gefunden oder überfahren.

Weiterführende Links und Tipps zur Anlage der Lerchenfenster im Internet unter www.NABU-Giessen.de/Lerche

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Kommentare zum Beitrag

Christiane Pausch
6.035
Christiane Pausch aus Gießen schrieb am 17.05.2010 um 11:23 Uhr
Finde ich ganz toll,wenn sich unsere Landwirte mit so einem kleinem Stück Acker einer solch großen Aufgabe stellen und zur Rettung dieser Vogelart
beitragen.Ansonsten würde sie wohl kurz über lang aussterben.
Wolfgang Heuser
7.077
Wolfgang Heuser aus Gießen schrieb am 18.04.2012 um 09:02 Uhr
Sehr gut, auch bei uns in der Gemeinde Lohra in Zusammenarbeit mit dem Verein für Vogel- und Naturschutz Lohra e.V. soll dieses Konzept gemacht werden!
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