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Anneröder Feuerwehrleute üben für Waldbrandeinsätze „Die Ausrüstung allein macht es nicht“

Fernwald | Bei der freiwilligen Feuerwehr Annerod hat sich in den letzten Jahren eine Spezialisierung auf die Bekämpfung von Waldbränden ergeben. Das liegt unter anderem an der geografischen Lage von Annerod. Der Ort ist von Wäldern umgeben. Laut Risikoanalyse des Landkreises Gießen liegt hier ein erhöhtes Gefahrenpotential vor. Aus diesem Grund hat sich Wehrführer Tobias Hennemuth in diesem Bereich fortgebildet und ist inzwischen Fachberater Vegetationsbrand. Dieses Jahr kam es für die Anneröder bereits zu einem überörtlichen Waldbrandeinsatz in Linden.

Vergangenen Samstag fand eine ganztätige Schulung mit kurzen theoretischen Inputs statt. Unter den Referenten war auch Mark Reitmeier von der i-KAT GmbH. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, die einen schnellen Zugriff auf alle notwendigen Informationen ermöglicht, die für die Beurteilung von Einsatzlagen erforderlich sind. Die Feuerwehren der Gemeinde Fernwald nutzen die App iKAT seit geraumer Zeit, um beispielsweise bereits auf der Fahrt zur Einsatzstelle die wichtigsten Informationen, wie nahe gelegene Wasserentnahmestellen, ausfindig zu machen. Mark Reitmeier zeigte auf, wie die App iKAT im Rahmen von Vegetationsbränden durch die spezielle Waldbrandkomponente unterstützen kann. Hierzu steht spezielles Kartenmaterial in der App zur Verfügung.

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Zudem befassten sich die Einsatzkräfte mit den zur Verfügung stehenden Gerätschaften. Im Feuerwehrhaus Annerod werden für spezielle oder nicht alltägliche Einsatzaufträge fahrbare Rollcontainer, sogenannte Module, vorgehalten. Diese können im Bedarfsfall auf einen Gerätewagen geladen und dann zum Einsatz gebracht werden. So gibt es auch drei Waldbrandmodule, die verschiedene Geräte zur Bearbeitung des Waldbodens, Löschgeräte und persönliche Schutzausrüstung für die Einsatzkräfte beinhalten.

Kürzlich forderte der Deutsche Feuerwehrverband die Anschaffung weiterer Löschhubschrauber. „Das ist nicht verkehrt, aber damit alleine ist es nicht getan. Der kombinierte Angriff aus der Luft und vom Boden aus muss gut abgestimmt sein, damit die Löscharbeiten Wirkung zeigen und keine Gefahrensituationen für die Kräfte am Boden entstehen. In Sachen Kommunikation zwischen Luft- und Bodenpersonal gibt es noch Verbesserungspotential“, weiß Tobias Hennemuth.

Auch einsatztaktische Fragen wurden erörtert. „Früher hat man einfach möglichst viel Wasser auf die brennende Waldfläche geschüttet. Heute weiß man, dass das alleine nicht zielführend ist. Wir müssen den Waldboden so bearbeiten, dass die Glutnester ausgehen und eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden kann. Dafür braucht es tatkräftige und ausgebildete Einsatzkräfte“, erklärt Tobias Hennemuth.

Gemeindebrandinspektor Jens Richmann hat sich ein Bild von der Schulungsveranstaltung gemacht. „Ich danke den Übungsteilnehmern für Ihr Engagement. Der Klimawandel und die immer heißer werdenden Sommer machen uns deutlich, dass wir auf Waldbrände gut vorbereitet sein müssen. In Fernwald sind wir gut aufgestellt, sowohl personell als auch mit der verfügbaren Ausrüstung.“ Die Beschaffungen für die Feuerwehr der Gemeinde Fernwald sind in einem gemeindeweiten Beschaffungskonzept geregelt. Dies beinhaltet die Abstimmung des erforderlichen Materials über beide Feuerwehrstandorte. So wurde beispielsweise beim Kauf der Waldbrandmodule darauf geachtet, dass dies auch vom Gerätewagen der Feuerwehr Steinbach transportiert werden kann.

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von:  Ramona Rühl

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Interessensgebiet: Fernwald
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