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Stefan Bechthold, Organisator, Lenker, Lichtgestalt

Stefan Bechthold an seinem Arbeitsplatz.
Stefan Bechthold an seinem Arbeitsplatz.
Fernwald | „Aber ich bin ein großer Grillmeister!“ Jetzt lächelt Bürgermeisterkandidat Stefan Bechthold und gibt direkt danach zu, dass seine Frau sicher der Meinung ist, dass er in Sachen „Hausarbeit“ noch eine Schippe drauflegen könnte. Der SPD-Kandidat für die Wahl in Fernwald kann auch Kochen, aber er hat im Moment zu wenig Zeit. Das zeigt sich auch an seinem Gesicht auf die Frage, wann er denn zuletzt ein freies Wochenende gehabt habe. Er weiß es schlicht nicht mehr. Doch er und seine Familie kommen damit klar. Schließlich hat er diese Kandidatur mit seinen „drei Frauen“ vorher genau abgesprochen und Frau und Töchter haben seinen Plänen zugestimmt. Auch die möglichen Folgen haben sie zu viert besprochen: Bei einem Wahlsieg würde Familie Bechthold mit Hund und drei Kaninchen Lützellinden verlassen nach Fernwald umziehen. Vielleicht trifft er auch auf so viel Verständnis, weil er zu den Männern gehört, die die „klassischen Verschenktage“ wie etwa den Hochzeitstag nicht vergessen. Das sei fest abgespeichert und wird mit Essen gehen gefeiert oder es gibt ein paar Blümchen. Und in diesen Phasen, in denen er seiner Familie einiges an Verständnis abverlangt, überrascht er die Frauen auch einfach mal so mit einer Aufmerksamkeit – oder mit einem gemeinsamen Grillen.
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Der Familienfan beschreibt sich als Mensch der Kommunikation, des Dialoges. Er könne vermitteln, organisieren und moderieren und das hilft ihm auch im politischen Bereich. Er betont, dass er zwar Kompromisse eingehe, auch über Parteigrenzen hinweg, denn er sei nicht ideologisch geblendet. Aber er gehe diese Kompromisse nicht um jeden Preis ein. Für ihn sei wichtig, dass sich alle Beteiligten im erzielten Ergebnis wiederfinden könnten. Diese Haltung erleichtert ihm auch die Aufgaben, die sein aktueller Beruf mit sich bringt: Der Verwaltungsfachwirt ist seit 6 Jahren als stellvertretender Personalratsvorsitzender in Gießen tätig, nachdem er in den 80er Jahren bereits eine Ausbildung zum Forstwirt absolviert hatte und sich 1990 dann noch einmal für einen neuen Berufszweig entschieden hatte.

In die SPD ist er erst 1999 eingetreten. Er habe sich zwar schon vorher für Kommunalpolitik interessiert, aber lange Zeit habe eben der Fußball im Vordergrund gestanden: Training unter der Woche, Spiele am Wochenende, Familie, Beruf – da blieb zunächst keine Zeit für ein politisches Engagement. Doch dann sei der Wunsch, etwas bewegen zu wollen, so stark geworden, dass er seine Prioritäten verschoben habe zu Gunsten der Politik.

Als sich die Ortschaften zur Gemeinde Fernwald zusammenschlossen, war Bechthold fünf Jahre alt. „Vermutlich war ich zu diesem Zeitpunkt als Lausbub mit meinen Freunden in Daubringen mit dem Rad unterwegs oder wir haben Fußball gespielt. Ich habe eine echte Straßenkindheit genossen.“ Doch warum gibt der gebürtige Daubringer den Kandidaten für Fernwald? Er sei von der SPD-Fernwald gefragt worden, habe sich danach intensivst mit der Gemeinde auseinandergesetzt, bereits schon jetzt viele Bürgerinnen und Bürger kennen und schätzen gelernt und er möchte die Gemeinde in ein erfolgreicheres Fahrwasser lenken. Und dies will er, sollte er Bürgermeister werden, indem er eine aktive, professionelle Wirtschaftsförderung verwirklicht. Einen weiteren Schwerpunkt möchte er auf den Ausbau der bereits bestehenden Betreuungsmöglichkeiten legen. Dabei hat er die Kitas im Blick, denkt aber auch an Angebote auf Vereinsebene und an Ganztagsschulen. Als weiteren Punkt nennt er den Erhalt der Ortskerne im baulichen Sinne. Die Orte sollen attraktiv für ihre Einwohner sein. Dazu würden auch noch mehr Lärmschutzmaßnahmen beitragen, die aber auch kostengünstig geplant werden sollten, so Bechthold. Bürgermeister definiert der Kandidat so:„Bürger und Meister; einer, der für die Bürger in allen Bereichen etwas bewegt.“

Es folgte das Frage und Antwortspiel: Er glaubt, die Eintracht bleibe in der 1. Bundesliga, weil sie das nächste Spiel gewinnt. Zuletzt im Gießener Stadttheater war er anlässlich des 50. Geburtstags von Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann. Er sei kein regelmäßiger Theaterbesucher, aber ein Muss gebe es im Jahr: Der Besuch des Weihnachtsmärchens.
Er lebt in Mittelhessen, weil das für ihn der schönste Fleck der Welt ist. Die einschneidendsten Geschehen im Leben des 42-Jährigen waren die Geburten der beiden Töchter. Mit der Großen gemeinsam hat er auch sein letztes Buch gelesen: Der 7. Band von Harry Potter. Und die Nachricht, die ihn in den vergangenen Wochen am meisten beschäftigt habe, seien die Meldungen rund um Opel gewesen.

Säße er in diesem Moment ...
in der Oper, „wäre ich sehr gefesselt und begeistert.“ auf einem Zahnarztstuhl, „ginge es mir nicht besonders gut.“ in der Kirche, „wäre ich sehr nachdenklich.“ im Flugzeug nach New York, „würde ich mich auf New York freuen, denn ich war noch nie da.“ Beim Tierarzt, „hätte ich meinen Hund dabei.“ Im Auto im Stau, „bringt mich nicht aus der Ruhe. Ich bin tatsächlich ein sehr ausgeglichener Typ.“ Am Strand, „würde ich relaxen.“ In einer Almhütte, „würde ich mich sehr wohl fühlen; denn ich gehe auch gern wandern.“ Sein Lieblingsland des gelernten Forstwirts ist Spanien, sein Traumland Mexiko. Dann lacht er wieder: “Aber vielleicht nicht im Moment.“

Zum Schluß durfte sich Bechthold noch etwas wünschen: Als zusätzliches Können oder Begabung würde er gerne malen können – singen kann er schließlich und das reicht qualitativ für die Mitgliedschaft in einem Verein. Und wenn er nicht Stefan Bechthold wäre, wäre er gern „Franz Beckenbauer, eine Lichtgestalt, ein Glückskind eben.“

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von:  Simone Linne

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