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„Frauen an den BRANDherd“

Fernwald | So lautete der Slogan einer Kampagne des Deutschen Feuerwehrverbandes, die von 2005 – 2008 Frauen ermuntern sollte, den Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren beizutreten. Tatsächlich führte dieses Projekt dazu, dass sich während der Projektlaufzeit die Anzahl bundesweit von rund 71.000 (Stand 2005) auf rund 80.500 (Stand 2008) weiblicher Mitglieder erhöht hat (vgl. www.feuerwehrverband.de). Wie sieht es jedoch mit Frauen in Führungspositionen bei der Feuerwehr aus? Insgesamt betrachtet handelt es sich um eine relativ junge Entwicklung in der Geschichte der Feuerwehr. Der Kreisfeuerwehrverband Gießen begrüßt es, wenn Frauen in den Freiwilligen Feuerwehren Führungspositionen übernehmen. Anne Sussmann (Gleichstellungsbeauftragte des Kreisfeuerwehrverbandes) sagt dazu „In den letzten Jahren hat sich hier schon einiges getan und es wird sich auch weiter in dem vormals rein männerdominierten Bereich etwas tun.“

Wehrführerinnen aus dem Landkreis Gießen

Erst kürzlich wurde Tamara Pitzer in der Freiwilligen Feuerwehr Göbelnrod zur Wehrführerin ernannt. Eine weitere Frau in der Führung einer Freiwilligen
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Nachwuchsförderung (12)Kreisfeuerwehrverband Gießen (4)Frauen in der Feuerwehr (1)
Feuerwehr im Landkreis Gießen ist Verena Hahn. Sie ist schon seit 2010 stellvertretende Wehrführerin in Albach. Ihrer Erfahrung nach „zählt vor allem Fachwissen, Kompetenz und Durchsetzungsvermögen und da ist das Geschlecht egal.“ Sie sieht den Grund dafür, dass Frauen in der Minderheit sind darin, dass Frauen sich selbst unterschätzen und sich zu wenig zutrauen. Verena Hahn möchte Frauen ermutigen diesen Weg ebenfalls einzuschlagen und sagt „Gerade in den Führungspositionen zählt der körperliche Unterschied nicht mehr – hier ist Köpfchen gefragt. Dem Brand- oder dem Unfallopfer ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau unter dem Atemschutzgerät steckt oder die Einsatzleitung hat. Wichtig ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und das können Frauen genauso gut.“

Erste Führungserfahrungen in den Übungen sammeln

Eine Möglichkeit, um erste Führungserfahrungen zu sammeln, ist die Tätigkeit als Übungsleiterin bzw. Ausbilderin bei einer Übung. Auch die Position als Gruppenführerin ließe sich so ausprobieren. Wenn die Erfahrungen positiv sind, „dann ab zum Führungslehrgang“, rät Verena Hahn. Die Lehrgänge finden in der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel statt. „Auch Frauen mit Kindern können ungestört am Unterricht teilnehmen, denn es wird eine Kinderbetreuung vor Ort angeboten“, weiß Martina Klee, Leiterin der Berufsfeuerwehr Gießen. Zum Thema Ausbildung berichtet Anne Sussmann, dass seit diesem Jahr im Landkreis Gießen eine Kreisausbilderin tätig ist. „Auch in dem Bereich der Ausbildung versuchen wir mehr Frauen für die Tätigkeit zu gewinnen.“

Vereinbarkeit von Familie und Feuerwehr

Martina Klee kennt als Leiterin der Berufsfeuerwehr Gießen die Herausforderungen, die mit der Vereinbarkeit von Familie und der Arbeit im Schichtdienst einhergehen. Ihrer Erfahrung nach berichten jedoch viele Kollegen, dass der Schichtdienst mit den freien Tagen unter der Woche als angenehm und kinderfreundlich erlebt wird. „Im Einsatzdienst der Freiwilligen Feuerwehr ist es dann schwierig, wenn beide Elternteile in der Einsatzabteilung sind. Die Kinderbetreuung muss für den Einsatzfall organisiert sein, oder es kann nur eine/r von Beiden weg. Besondere Lösungen haben wir hierfür nicht.“

Nachwuchsförderung

Der erste Schritt in Richtung Feuerwehr ist die Teilnahme an den Kinder- und Jugendfeuerwehren, die es nahezu in jedem Ort des Landkreises gibt. Bundesweit lag der Durchschnitt des Mädchenanteils in der Jugendfeuerwehr im Jahr 2003 bei rund 25 % (vgl. www.bmfsfj.de). Also durchaus höher als die Frauenquote in den Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren, die damals bei rund 6 % lag. Anne Sussmann vom Kreisfeuerwehrverband sagt, dass es ein grundsätzliches Problem sei, dass Jugendliche kurz vor oder kurz nach dem Übergang in die Einsatzabteilung austreten. Ihrer Einschätzung nach spielen viele Faktoren eine Rolle, wie andere Freizeitaktivitäten, Schule und Ausbildung. „Es muss generell versucht werden die Jugendlichen für die Feuerwehr zu begeistern und sie besser in die Einsatzabteilung zu integrieren, egal ob Junge oder Mädchen!“

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