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Silvester – arbeitsreich für Feuerwehr, Rettungsdienst und Leitstelle

von Ramona Rühlam 30.12.20151302 mal gelesen1 Kommentar
Fernwald | Mülltonnen- und Containerbrände, entflammte Büsche und Hecken sowie Brände auf Balkonen. Das sind die häufigsten Gründe für die Feuerwehren des Landkreises Gießen, um in der Silvesternacht ausrücken zu müssen. „Leider mussten die Feuerwehren in den vergangenen Jahren aber auch immer wieder zu größeren Bränden ausrücken, meist zu Wohnhaus- und Dachstuhlbränden“, weiß Michael Weber, 1. Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Gießen e.V. „Die größten Ereignisse der letzten Jahre verzeichneten wir in Lich, Pohlheim, Rabenau, Biebertal und Linden“, erinnert sich Michael Weber. Unachtsamer Umgang mit Feuerwerkskörpern, nicht geprüfte, illegal eingeführte oder auch selbst gebaute Knallkörper stellen eine besondere Gefahr dar. Zwei Silvestereinsätze im Laufe seiner langjährigen Amtszeit als aktiver Feuerwehrmann wird Michael Weber so schnell nicht vergessen. „Zum einen der Einsatz zum Jahreswechsel 1999/2000 . Überall führten die Feuerwehren Bereitschaftsdienste ein, um schnell eingreifen zu können. Denn man vermutete, dass mit dem Jahreswechsel die Infrastrukturen der Versorgung zusammenbrechen könnten. Der sogenannte
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Silvester (65)Leitstelle (6)Feuerwehr (542)Brandgefahr (1)
Einsatz „Y2K“ wurde lange Zeit im Voraus geplant. Zum Glück blieb das befürchtete Szenario aus und es galt lediglich die üblichen Einsätze abzuarbeiten. Zum anderen erinnere ich mich an einen Dachstuhlbrand in Leihgestern vor einigen Jahren. Kurz nach Mitternacht lösten die Funkalarmmelder aus und riefen die Einsatzkräfte aus Linden bei frostigen Temperaturen sowie Schnee und Eis zum Einsatz. Hier brannte der Dachstuhl eines Wohnhaus komplett nieder.“

Um in diesem Jahr schlimme Brand- und Verbrennungsunfälle zu vermeiden, möchte der Kreisfeuerwehrverband Gießen e.V. auf die wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit Feuerwerks- und Knallkörpern hinweisen:

•Feuerwerkskörper und Raketen sind „Sprengstoff“. Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren.

•Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.

•Zünden Sie Feuerwerkskörper nur dort, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen der Böller in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Fachwerkhäuser.

•Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg – und zielen Sie niemals auf Menschen. Bei größeren Ansammlungen, wie beispielsweise am Berliner Platz in Gießen, keine Feuerwerkskörper in der Menschenmenge anzünden.

•Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.

•Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her. Hierbei kann es zu schwersten Verletzungen kommen! Artikel, die in Deutschland zum Verkauf zu Silvester freigegeben sind, müssen über eine Prüfnummer der BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) verfügen.

•Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.

•Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.

•Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe.

Aber nicht nur die Feuerwehren sind an Silvester vermehrt im Einsatz. Auch der Rettungsdienst der Feuerwehren und das Leitstellenpersonal ist zum Jahreswechsel stark gefordert. „Vielfach fallen, zum Teil schwere, Verletzungen durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern an, die ein Eingreifen des Rettungsdienstes erfordern. Zudem häufen sich erfahrungsgemäß um Mitternacht die Zahlen der eingehenden Notrufe“, berichtet Michael Weber.

Abschließend möchte Michael Weber im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes allen danken, die an Silvester bereitstehen, um im Notfall Hilfe zu leisten. „Hier seien genannt die freiwilligen Feuerwehren im Landkreis, Berufs- und freiwillige Feuerwehr der Stadt Gießen, die Kollegen vom Rettungsdienst und unsere Disponenten auf der Leitstelle. Herzlichen Dank für Euren Einsatz! Danke aber auch an die Familien, die an Silvester unter Umständen auf ihre Lieben verzichten müssen, da diese zu einem Einsatz gerufen werden.“

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Kommentare zum Beitrag

Christine Stapf
6.751
Christine Stapf aus Gießen schrieb am 30.12.2015 um 21:21 Uhr
Danke, das Sie alle für unsere Sicherheit sorgen !!!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Ramona Rühl

von:  Ramona Rühl

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