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Jahreswechsel

Dutenhofen | Liebe Leserinnen und Leser,

wieder einmal geht ein Jahr zu Ende, trotz aller Unkenrufe ist die Welt mal wieder nicht untergegangen, dennoch heißt es wachsam sein hinsichtlich des Klimas und unserer Umwelt. Aber auch hinsichtlich unserer Werte. Sehr dankbar denke ich an die Worte meiner Musiklehrerin Barbara Herr zurück, die mich im Musik-Leistungskurs am Laubach-Kolleg der EKHN in den Jahren 1974-1977 betreut hatte: „Nicht alles, was alt ist, ist schlecht, und nicht alles, was neu ist, ist gut“. Das ging mir damals schon runter wie Öl. Wir verehren noch heute Jesus Christus, wir hören die Musik von Bach, Mozart, Beethoven…, was hochwertig ist, wird über Jahrtausende geschätzt und nutzt sich nicht ab. Andererseits ist es töricht, in ausgetretenen Wegen zu verharren und sich Neuerungen nicht zu öffnen, wo sie gut oder gar unverzichtbar sind. Auch bezüglich „konservativ“ und „progressiv“ ist ein Schwarz-weiß-Klischee unangebracht, das ist zum einen vom Kontext abhängig und oft auch eine Angelegenheit subjektiver Perspektive, z.B. in der Kunst. Genau so kunterbunt durchwachsen ist unsere Gesellschaft, das macht sie interessant. Verflachung in vielen Bereichen auf der einen Seite, aber auch Sensibilität und Tiefgründigkeit auf der anderen.

Das Wort „konservativ“ wird heute primär negativ assoziiert. Zu Recht, wenn es darum geht, „verkrustete“ Anschauungen und Meinungen zu schützen, die der Menschenwürde widersprechen wie z.B. frauenfeindliche Denkmuster oder rassistische… aber im Sinne von „bewahren“, was die richtige Übersetzung von „conservare“ ist (siehe Lehnwort „konservieren“ = „haltbar machen“) sehe ich den Begriff hinsichtlich des Erhaltes von Werten und erst Recht den „Kampf“ um die Erhaltung von Werten sehr positiv. Ein konkretes Beispiel konnte ich am 20.01.2019 in der Kirchenzeitung des Bistums Limburg „Der Sonntag“ veröffentlichen:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/14.jpg

Gott sei Dank schließen Bewahrung von Werten und Fortschritt einander in keiner Weise aus. Ein gutes Beispiel ist die Orgel in St. Walburgis Wetzlar, die in der klangtechnischen und spieltechnischen Konstruktion noch ganz am barocken Vorbild orientiert ist, aber mit der elektrischen Registertraktur und den 2017 installierten 4000 Setzern modernste Technologie beinhaltet, die besonders die Aufführung der Werke ab dem 19. Jahrhundert immens erleichtert:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Byzantinische%20Skizzen%20erklingen%20in%20St.%20Walburgis.pdf

Auch das Vokalensemble Br8tett singt einerseits Motetten aus Renaissance, Barock und Romantik, aber ebensogern Stücke aus dem Rock-Pop-Bereich:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Konzert_Asslar_Br8tett.pdf

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Konzert%20Kloster%20Haina%20am%2023.06.2019.pdf

Die Aufführung des Mulet-Zyklus in St. Walburgis hatte dankenswerterweise eine weitere zur Folge im Abschlusskonzert des Villmarer Orgelsommers:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Rezension%20lq.pdf

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Orgelsommer_Programm_21-07-2019.pdf

Ein grandioses Highlight sowohl für meine geliebte Partnerin Karola Reuter als auch für mich war die Orgelvesper im Limburger Dom am 3. August 2019:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Orgelvesper%20im%20Hohen%20Dom%20zu%20Limburg.pdf

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Programmheft%20Orgelvesper%20Limburger%20Dom%202019.pdf

Nach diesen herrlichen Erlebnissen für etwas mehr als ein halbes Jahr traf uns ein harter Schlag: Unser lieber Freund Pfarrer Peter Kollas erlitt einen Schlaganfall, den er nicht überlebte. Er verstarb in der Nacht vom 25. auf den 26. August 2019 im Alter von nur 66 Jahren. Am 4. August hatte ich in St. Walburgis meinen letzten Dienst mit ihm. Möge er nun im Reich Gottes die himmlischen Wohltaten erfahren, die er mehr als verdient hat. Für mich war er so etwas wie ein großer Bruder, manchmal auch wie ein väterlicher Freund, dafür werde ich ihm immer sehr dankbar bleiben.

Gemeinsam mit dem Br8tett reiste ich am 10. November in meine ehemalige Heimat:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Br8tett%20Schotten%20November%202019.pdf

Auch beim diesjährigen Adventskonzert des GV Eintracht 1863 Limburg e.V. wirkte das Br8tett mit:

http://www.kantor-poths.de/index_htm_files/Adventskonzert%202019%20Pressebericht.pdf

Während das Br8tett, der Limburger Chor und mein katholischer Chor „Tonsprünge“ der Pfarrei St. Anna Biebertal unbeschwert mit mir über die Jahresgrenze gehen werden, gab es einen zwar nicht tödlichen, aber dennoch traurigen zweiten Abscheid in diesem Jahr: der MGV Driedorf musste leider seine aktive Tätigkeit zum Ende des Jahres einstellen. Einzig und allein aufgrund von Überalterung, fehlendem Nachwuchs und daraus resultierendem Mangel an neuen Vorstandsmitgliedern und Aktivitäten. Sowohl der Chor als auch ich sind darüber sehr betrübt, denn die Zusammenarbeit war ungetrübt und die Auftritte immer sehr gelungen.

Beim Abschlusskonzert des Villmarer Orgelsommers hatte ich die große Ehre, den ehemaligen Diözesankirchenmusikdirektor des Bistums Limburg Bernhard Hemmerle kennen lernen zu dürfen. Dieser eignete mir dann im November seine neueste Orgelkomposition, eine Partita über den Adventschoral „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“ zu. Dank des Kollegen Dietrich Bräutigam erhlielt ich am 13.12.2019 in der Unteren Stadtkirche Wetzlar die Gelegenheit zur Uraufführung an der 1989 erbauten Ahrend-Orgel. Am 21.12.2019 erfolgte eine weitere Aufführung im Rahmen der Vorabendmesse in St. Peter & Paul Villmar sowie am 22.12.2019 im Rahmen des Bußgottesdienstes in St. Walburgis Wetzlar. Das Werk macht große Freude, und ich danke Bernhard Hemmerle auf das herzlichste dafür!

Die ersten Termine für 2020 stehen bereits, es werden sicher noch mehr:

http://www.kantor-poths.de/veranstaltungen.htm

Sehr dankbar bin ich in meiner Institutsarbeit dafür, derzeit immerhin fünf Orgelschüler(innen) zu haben, mittlerweile eine weitere Anfrage. Dies zeigt, dass der „Kampf“ um Werteerhalt keineswegs verloren ist. Zwei junge Talente kamen ganz von sich aus, einer 12, einer 14, letzterer hat mich am zweiten Weihnachtstag bereits sehr erfolgreich in einer Kirche vertreten, da ich nicht zeitgleich in zweien spielen konnte.

https://www.youtube.com/watch?v=NoQZXuQqyfc&list=UUOSRs6R1ypYiUZhTVM5fXlg&index=15

Mittlerweile habe ich neun weitere Einspielungen auf meinen You Tube Kanal eingestellt, leider videomäßig nur mit meinem Profilfoto als Dauerbild, weil ich die Aufnahmen um der Klangqualität willen mit meinem Audioequipment gefertigt hatte. Es wird aber in 2020 neue Videoeinspielungen geben.
Ich bin sehr dankbar für likes auf meinen Videos und ebenso dankbar für neue Abonnent(inn)en auf meinem YouTube Kanal:

https://www.youtube.com/user/Orgelyogi

Nun wünsche ich Ihnen/Euch allen einen gesunden und friedvollen Jahreswechsel!
Ihr/Euer
Michael Poths

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