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Atemschutz bei den Feuerwehren

von Dieter Finkam 01.03.2009847 mal gelesen1 Kommentar
Hier die Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers bestehend aus: v.l. Feuerwehrhelm, Atemschutzmaske, Atemschutzgerät mit Lungenautomat, Namensschild und Notfallmelder für die Atemschutzüberwachung, Notfalltasche
Hier die Ausrüstung eines Atemschutzgeräteträgers bestehend aus: v.l. Feuerwehrhelm, Atemschutzmaske, Atemschutzgerät mit Lungenautomat, Namensschild und Notfallmelder für die Atemschutzüberwachung, Notfalltasche
Buseck | Unter Atemschutz versteht man hauptsächlich den Schutz der Atemorgane von Personen vor Atem- und Umweltgiften. Atemschutz findet Anwendung im Berufsleben z. B. beim Umgang mit Chemikalien oder bei Arbeiten an Rohrleitungen,
beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln oder bei Arbeiten mit Staubentwicklung. Atemschutz soll vor allen bekannten und unbekannten Umwelteinflüssen schützen, die über Mund und Nase aufgenommen werden können. Schutz der Atemorgane wird mit Atemschutzgeräten erreicht. In der einfachsten Ausstattung sind dies Papierfilter oder Mund-Nase-Hauben an die ein Filter angeschraubt wird. Dies sind Umluftabhängige Atemschutzgeräte. Die häufigste Anwendung finden Atemschutzgeräte bei den Feuerwehren. Hier sind die Atemschutzgeräte und Ausrüstung technisch viel aufwendiger. Sie bestehen aus einem Atemschutzgerät mit angeschlossener Luftflasche. Der Geräteträger trägt eine Vollmaske die das ganze Gesicht umschließt. Luftflasche und Maske sind mit einem Druckminderer und einem Verbindungsschlauch mit Lungenautomat verbunden. Man spricht vom Umluftunabhängigen Atemschutz. Kaum noch ein Brandeinsatz ist heutzutage
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ohne Atemschutz durchzuführen. Zwingend notwendig ist dies bei Zimmer- oder Wohnungsbränden. Auch bei den sogenannten „Technischen Hilfeleistungen“ muß sich das Personal der Feuerwehren vor giftigen Gasen und Dämpfen schützen. Immer wieder treten bei Verkehrsunfällen mit Lastkraftwagen oder Transportern Chemikalien aus. Atemschutz ist somit ein wesentlicher Bestandteil des Eigenschutzes der Einsatzkräfte geworden.
Dementsprechend gut muß die Schulung und Ausbildung der Atemschutzgeräteträger sein. Bei jedem Einsatz unter Atemschutz sind die Einsatzkräfte Gefahren ausgesetzt.
Immer wieder verunfallen Atemschutzgeräteträger. Seit 2000 sind in Deutschland 9
Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren tödlich verunglückt. Über 150 Atemschutzgeräteträger verletzten sich bei Unfällen. Deshalb haben Risiko-
und Gefahrenminderung besondere Bedeutung. Bevor Einsatzkräfte Atemschutz tragen dürfen, müssen sie sich einer medizinischen und körperlichen Untersuchung unterziehen. Diese Tauglichkeitsuntersuchung muß später regelmäßig wiederholt werden. Danach müssen die Einsatzkräfte einen sogenannten Atemschutzgeräte- trägerlehrgang erfolgreich absolvieren. Anders wie beim Führerschein muß ein Atemschutzgeräteträger jährliche seine Tauglichkeit neu bestätigen lassen. Jährlich sind eine Einsatzübung unter Atemschutz, eine Schulung oder ein Unterricht zum Thema und eine „Leistungsüberwachung in einer genormten Atemschutzübungsanlage“
durchzuführen. Alle Feuerwehren der Stadt und des Landkreises Giessen absolvieren das ganze Jahr über diese Ausbildungen in der Atemschutzübungsanlage des Landkreises. Sie befindet sich auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr in Giessen.
Am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Buseck sollen die Aktivitäten im Bereich Atemschutz einmal dargestellt werden.
Am 19. Februar hatte die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Buseck ihren ersten Ausbildungstermin in 2009. Daran nahmen 23 Einsatzkräfte aus allen 5 Busecker Ortsteilen teil. Nach einem theoretischen Unterrichtsteil folgten die praktischen Übungen mit den Atemschutzgeräten. 120 m auf einem Laufband, 20 m Endlosleiter und 40 mal muß ein Gewicht von 30 kg gezogen werden. Dann muß man sich etwa
70 m durch ein Gitterlabyrinth in einem abgedunkelten Raum, größtenteils kriechend, bewegen. Den Abschluß bilden 2 Minuten Fahrrad fahren auf einem Fahrradergometer,
Nach etwa 30 Minuten ist diese anstrengende Übung beendet. Alle Teilnehmer sind froh, das sie erst in 12 Monaten wieder hier erscheinen müssen.
Nach den Übungen und Einsätzen muß eine zuverlässige Desinfektion, Wartung und Prüfung der eingesetzten Geräte erfolgen. Durch diesen hohen Arbeitsaufwand ist das Sachgebiet Atemschutz für die Feuerwehren und Kommunen finanziell sehr aufwendig geworden. So sind nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Folgekosten für die Ausrüstung und die medizinischen Tauglichkeitsuntersuchungen zu berücksichtigen.

In 2009 gab es für die Busecker Feuerwehr bisher 5 Einsätze bei denen zusammen 41 Atemschutzgeräteträger zum Einsatz kamen. Das waren 2 Wohnhausbrände, 1 Dachstuhlbrand und 2 Maschinenbrände. Bis Ende Februar wurden 2 Übungen durchgeführt. Daran nahmen 33 Atemschutzgeräteträger teil, weiterhin fand in jedem Ortsteil eine theoretische Schulung statt.
Die Ziele der Ausbildungen und der ständig notwendigen Fortbildungen sind die Gewöhnung an die erschwerten Einsatzbedingungen, sowie der fehlerfreie und sichere Umgang mit den Gerätschaften.

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Kommentare zum Beitrag

Carsten Kestawitz
245
Carsten Kestawitz aus Lich schrieb am 07.03.2009 um 18:02 Uhr
Sehr gut geschrieben - auch für "nicht-Atemschutzgeräteträger"! Verständlich und informativ!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Dieter Fink

von:  Dieter Fink

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Interessensgebiet: Buseck
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