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Alles Bio, oder was?

Buseck | Hey, bist du auch dem Biowahn verfallen?
Auf die Eier von glücklichen Hühnern, oder auf Bio-Schweinefleisch von zufrieden sich suhlendem Borstenvieh ohne gestutztem Ringelschwanz. Wie ist das mit Bio-Salat, Bio-Möhrchen oder Bio-Eiern? Wie ich mich erinnere fing alles mit Bio-Äpfeln an, die auf dem Markt als gesunde Alternative, von Alternativen angeboten wurden. Diese Äpfel sahen anders aus als die rotbäckigen polierten, die konstant in gleicher Größe von siebzig Millimeter beim Kaufmann die Kunden anlachten. Bioäpfel waren ungleichmäßig, wie gewachsen mit Narben gezeichnet vom normalen Apfelleben, nicht gespritzt und von der Streuobstwiese. Dann schossen die Bio-Läden wie Pilze aus dem Boden, mit Gemüse das biologisch gedüngt war. Es kam der Bio-Käse, Bio-Brot, Bio-Bier. Schneekoppe gab es schon immer im Reformhaus und inzwischen hat der Biowahn auch den Discounter erreicht. Aldi lässt grüßen. Wann kommt die Bio-Zigarette mit Bio-Tabak, die ohne schädliche Substanzen die Lungenbläschen umschmeichelt und ihnen die Farbe des vorgeschlagenen, aber nicht gewählten Papstanwärters aus Ghana verleiht. Apropos Papst,
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Äpfel (27)Blaukorn (1)Biowahn (1)Bio (11)
glauben wir denn alles was uns die neuen Bio-Päpste vorbeten? Nur Bio ist gesund! Was muss sich die Gesellschaft früher ungesund ernährt haben mit selbstgezogenem aus dem Schrebergarten gedüngt mit Blaukorn, Schneckentod und der Ungezieferspritze. Wir haben überlebt mit dem Fleisch vom Pferdemetzger, Wurstbrühe und Wurstfett. Milch von der Kuh, die von Hand gemolken wurde im Stall auf Stroh. War das alles ungesund? Soll der Wirsing im Bioladen für zwei Euro gesünder sein als der vom Discounter für neunundsiebzig Cent das Kilo. Ist das Biohackfleisch für 19 Euro besser als für Dreieuroneunundneunzig, das der Metzger bei Edeka frisch durch den Wolf dreht. Wenn ich die vielen Fertigprodukte in den Gefriertruhen sehe, frage ich mich, wer kauft das alles. Verliert der Mensch nicht das Wissen der Nahrungsmittelzubereitung. Das Kleinschnippeln der Zutaten und das genussvolle Zubreiten. Genug Kochshows gibt es dazu im Fernsehen. Ach, es ist ja so einfach, rein in die Mikrowelle, in drei Minuten kann schon gegessen werden. Und wenn dann ein wenig vom delikaten Pferdefleisch mit drinnen ist, dann hat der Verbraucher eine Delikatesse dazu, mit vielleicht ein wenig Antibiotika und erspart sich damit den Weg zum Doktor. Das kommt der Krankenkasse zugute, deshalb stehen diese auch finanziell hervorragend da und wir sparen die Praxisgebühr. Ich kaufe kein Bio. Einmal habe ich es getan. Hörte ich doch beim Aldi eine Kundin sagen: „Die Bio-Möhren schmecken einfach gut“. Nach dem Kauf habe ich beide, normal und Bio probiert und meine Geschmacksnerven haben keinen Unterschied festgestellt. Beide wuchsen in der Erde und beide wurden vielleicht vom selben sauren Regen gedüngt, oder sogar mit Blaukorn. Bio spült halt mehr gesunde Euros in die Kassen der Erzeuger und Kaufleute. Ist ein Bio-Ei noch Bio wenn mit Fischmehl gefüttert, oder fressen heute die Bio-Kühe aus dem Voralpenland nur grünes, fettes Gras und duftendes Heu. Was verleibt sich ein Schwein ein, gut Schwein frisst alles. Konventionell erzeugte Lebensmittel sind nicht schlechter als teures Bio, das uns als ach so gesund verkauft wird. Somit bekommen wir alle Bio-Schmalz in die Augen geschmiert, Bio-Honig um den Mund gestrichen, von bestimmt biologisch gehaltenen Bio-Bienen. Die Hausfrau oder der Hausmann bittet zu Tisch, heute gibt es Bio, so lecker. Für mich ist Bio der Alfred Biolek, der ein lecker Bio-Weinchen beim kochen schlürfte.

In diesem Sinne alles Bio oder was und ein langes Leben, sowie immer ein paar verschwenderische Euros im Geldbeutel für Bio, wer´s braucht…

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Zutaten: ca. 400 g säuerliche Äpfel, 50 g Butter, 40 - 50 g gehobelte...

Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
33.293
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 12.03.2013 um 22:45 Uhr
Wenn die Tiere in ihrem ohnehin kurzen Leben bis zur Schlachtung ein artgerechtes Leben führen können, hat Bio seinen Namen verdient. Würden wir Fleisch essen, würde ich mehr bezahlen, wie jetzt für die Eier und Milch vom Bauern.
Jetzt höre ich schon den Aufschrei- ja, wenn man sich das erlauben kann. Darauf antworte ich: lieber weniger und besseres Fleisch beim Metzger des Vertrauens, als unbekanntes Fleisch im Sonderangebot vom Discounter. Wieviel Eier essen wir pro Woche? Richtig, wenig - und für eine gute Haltung der Hennen sollten wir bereit sein, mehr zu bezahlen, evtl. pro Woche zwei Euro. Tabakwaren sind teurer und viel ungesünder. Das ist meine Meinung, mit der ich niemanden missionieren möchte.
Peter Baier
9.084
Peter Baier aus Gießen schrieb am 12.03.2013 um 23:50 Uhr
Ein sehr Interessanter Artikel, mit dem Wort Bio lässt sich gutes Geld verdienen.
Bei Familien mit einem geringeren Einkommen oder mehr Personen, eine Hürde welche nicht übersprungen werden kann. Also werden sie sich weiterhin mit normalen Lebensmittel gesund ernähren müssen.
Wer kontrolliert diese Bauern ? Das Bio nicht gleich Bio ist haben wir erst erfahren müssen.
Harald Herrmann
463
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 13.03.2013 um 06:10 Uhr
Man sollte sich schon fragen, wie es kommt, dass der engagierte Bio-Bauer vom Verkauf selbsterzeugter Lebensmittel kaum leben kann, die professionell dargebotenen Waren aus aller Herren Länder in den Bio-Abteilungen der Discounter diesen Firmen dagegen ein sattes Zusatzgeschäft garantieren!
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