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Tiere nach Kellerbrand aus Messie-Haushalt befreit

von Jenny Burgeram 21.01.20131716 mal gelesen32 Kommentare
Buseck | Bei dem Kellerbrand am Abend des 05.01.13 in einem Mehrfamilienhaus in Gießen gab es entgegen den öffentlichen Mitteilungen Verletzte. Eine ältere Dame, deren Hund von der Feuerwehr in die Tierklinik gebracht wurde, wies darauf hin, dass sich noch eine Katze in ihrer Wohnung befinde.
Die IG Tierschutz Mittelhessen e.V. wurde um Hilfe gebeten.
Ein Versuch zweier Mitglieder noch in der Nacht des Brandes die Katze zu befreien scheiterte, da das Haus vollkommen abgesperrt war. Danach wurden ihr wenig Überlebenschancen eingeräumt.
Aber die Katze überlebte.
Die Bewohner des Mehrfamilienhauses waren längst wieder in ihren Wohnungen, ein Nachbar versorgte die Katze, die er aber bislang nie zu Gesicht bekam.

Gestern dann gelang es zwei Mitarbeitern der IG Tierschutz Mittelhessen e.V. in Begleitung der eingesetzten gerichtlichen Betreuerin, die verlassene Wohnung zu betreten.
Womit niemand gerechnet hatte, war der vorgefundene Zustand eines völlig verdreckten Messie-Haushaltes.
Eine alte Dame lebte hier völlig vereinsamt und vollkommne isoliert mit ihren Tieren. Dem Zustand der Wohnung nach zu urteilen konnte es sich eher nur um ein Vegetieren gehandelt haben.
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Messie (1)
Das Aufspüren einer verängstigten und scheuen Katze in Meter hohen Müllbergen erschien aussichtslos.
Zwei noch lebende Vögel konnten recht schnell mit samt ihren Käfigen gerettet und in der Gießener Geflügelklinik untergebracht werden.
Für das Aufspüren und Einfangen der scheuen Katze wurden Stunden benötigt.
Aber alle Mühe hatte sich gelohnt, letzten Endes konnte das völlig verängstigte Tier, ein ca. 11 Jahre alter hübscher Kater, eingefangen und gesichert werden.
Der Kater befindet sich nun auf einer Pflegestelle der IG Tierschutz Mittelhessen e.V., wo er zunächst zur Ruhe kommen kann und liebevoll versorgt wird.

Leider sucht dieser arme Kater, der den Brand im Haus überlebt und dabei sicher unsägliche Ängste durchlitten hat, nun auch ein neues Zuhause, da die Heimkehr seines Frauchens ungewiss ist.

Kommentare zum Beitrag

Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 10:37 Uhr
Ich gehöre zu den (nicht mehr so zahlreichen) Zeitgenossen, welche kein Haustier(e) hatten, haben und wahrscheinlich auch nicht haben wird.

Trotzdem begrüsse ich das in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft zunehmende Engagement für Haustiere.

Der Beitragsschwerpunkt war das Problem des geretteten Tieres, der Verlust der bisherigen Frauchens, welche die Katze nicht mehr versorgen kann. Das Tier muss also dringend vermittelt werden. "Der Verlust" ist aber nicht unspektakulär; es ist die wohl totale Vereinsamung einer älteren Mitbürgerin in Kombination mit der Vermüllung der Wohnung.

Ähh .... sehe ich das richtig? ... wird hier zuerst über Tiere geredet ... und dann eher nebenbei von vereinsamten Menschen .... ????

Logischerweise wurde das von dem Artikeleinsteller (IG Tierschutz Mittelhessen e.V. ) so dargestellt, aber für mich stellt sich da zuerst eine ganz andere Frage: Wie kann es in unserer Gesellschaft dazu kommen, dass Menschen so stark vereinsamen, dass sie mit keinen anderen Menschen mehr kommunizieren (zumindest nicht in nenneswertem Umfang), sondern "ihren Bedarf" an Kommunikation im Zusammenleben mit Tieren "abdecken"?

Nur eine Detailfrage dazu: Warum ist niemand in dem Mehrfamilienhaus aufgefallen, dass die ältere Mitbürgerin sich immer mehr isoliert?

Ich würde mich über Kommantare in diese Richtung freuen.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 21.01.2013 um 10:51 Uhr
Werter Herr Wagner,
dieser Beitrag musste so gestaltet werden, da ich ihn nur und ausschließlich aus Sicht der IG Tierschutz schreiben konnte.
Zu der Dame selbst und was damit zusammen hängt, bin ich nicht befugt zu schreiben.
Aber Sie haben Recht, ich habe es natürlich nicht unterlassen darauf hinzuweisen, dass die Dame völlig allein und zurück gezogen lebte.
Und wir selbst standen lange sprachlos in der Wohnung um nur ansatzweise verstehen zu können, dass hier ein Mensch lebt. Unvorstellbar.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Umstände bei der alten Dame zum Teil bekannt waren. Aber wohlmöglich ließ sie niemanden in ihre Wohnung, suchte keine Kontakte und letzten Endes lebt ein Mensch so wie er leben will. Und damit ist das Thema für die Nachbarschaft erledigt.
So ist das leider nun mal, kaum jemand schaut noch über den eigenen Tellerrand hinaus. Kaum jemand bemerkt eines anderen Not. Kaum jemand ist bereit, von sich ein Teil abzugeben und wenn es nur ein Hinschauen oder Zuhören wäre.
Wir konnten für die alte Dame nur noch das eine tun, in dem man ihr versichern kann, dass ihre Tiere nun alle gut versorgt sind.
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 11:57 Uhr
Ich finde es klasse, dass es Leute gibt, die etwas tun. Meist setzen sich die, die sich darüber aufregen, dass nicht von den Menschen gesprochen wird, gar nicht für irgendetwas ein. Das ist sehr schade und schlimm, denn reden kann ja jeder.
Immer, wenn mir "vorgeworfen" wird, ich kümmere mich "nur" um Tiere und überall in der Welt verhungern Kinder, da erzähle ich meinem Gegenüber, dass ich auch in Kinbderschutzorganisationen helfe, spende usw. Wenn ich dann aber frage, in welcher Kinderschutzorganisation sich mein Gegenüber beteiligt, der ja weiß, dass viele Kinder verhungern (denn das hat er mir ja gerade vorgehalten), dann wird es ganz still und es kommt gar nichts. Ist das nicht schlimm? Anderen Leuten vorhalten, dass sie sich für etwas einsetzen, und zwar NUR für Tiere, und selbst gar nichts tun????
Natürlich sollte auch über die alte Dame gesprochen werden. Wo sind denn die Leute, die sich um solche armen Menschen kümmern? Die können gerne auch etwas über die Menschen mit solchen Schicksalen schreiben und nicht nur den Tierschützern vorwerfen, sie interessieren nur die Tiere! Wir können uns nicht um alles kümmern,während sich andere darauf zurückziehen, nur Vorwürfe zu machen.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 21.01.2013 um 12:04 Uhr
Hallo Herr Wagner, das Schicksal von Menschen und Tieren ist eng miteinander verflochten. Es ist ein Irrglaube, dass sich Tierschützer "nur" um Tiere kümmern. Zwar liegt unser soziales Engagement im Schwerpunkt Tierschutz, aber niemals werden dabei Menschen in Not vergessen. Tiere in Not können mitgenommen , anderweitig untergebracht und versorgt werden. Die Unterbringung in einem Heim oder Pflegeeinrichtung für hilfsbedürftige Menschen gestaltet sich sehr viel schwieriger. Und es ist gut so, dass nicht willkürlich Menschen in Heime eingewiesen werden können. Um die Vereinsamung und die oftmals damit verbundene Verwahrlosung wissen gerade die Tierschützer. Diese Menschen lassen Hilfe für ihre Tiere eher zu als für sich selbst. Sie erkennen oftmals nicht, in wieviel Schmutz und Unrat sie leben. An dieser Stelle über die Schwierigkeiten zu fremden Wohnungen Zutritt zu bekommen, würde den Rahmen sprengen. Viele Menschen wollen sich nicht helfen lassen und verhindern ein Eingreifen. Allerdings stimme ich auch zu, dass die Nachbarschaftshilfe sehr klein geschrieben wird. Hausgemeinschaften, wo einer dem anderen half, die sind in Deutschland rar geworden. Gestatten Sie mir, verehrter Herr Wagner die Frage, ob Sie sich sozial betätigen und wenn ja, in welchem Bereich.
Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass die Kritik: "warum Hilfe für die Tiere und nicht für die Menschen" oft von denjenigen kommt, die schnell kritisieren aber selbst untätig sind. Bitte haben Sie Verständnis für diese Bemerkung, die auf keinen Fall Grundlage für ein Streitgespräch sein soll. Wenn wir alle nur ein wenig soziales Engagement zeigen, sähe unsere Welt besser aus. Es gibt so viel zu tun.
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 12:06 Uhr
@ Hr.Wagner,ich kann Ihren Unmut absolut verstehen.Ich habe selbst so eine Situation erlebt.In dem damaligen Mehrfamilienhaus in dem mein Partner und ich lebten,brannte es vor etlichen Jahren.Nachdem wir die Feuerwehr verstänigt hatten,und diese dann anrückte,folgte alsbald die Kripo.Der Mieter der brennenden Wohnung war Gott sei Dank nicht im Haus .Die Wohnung war in einem Zustand,so was hatten wir zuvor noch nicht gesehen.Schnell war klar was den Brand entfachte.Er hatte sich auf dem Herd eine kleine Müllpyramide gebaut,und alle Herdplatten volle
angeschaltet und das Haus verlassen.Wir hätten alle draufgehn können.Wir waren sehr unter Schock,da wir zwei Jahre direkt unter ihm gewohnt hatten.Er war ein überaus gepflegter Mann und nichts wirklich nichts,wies auf seine Erkrankung hin.Von Nachbarschaftskontakten hielt er wenig.Also haben wir nach den Vorkommnissen Rat gehalten und seine Verwandschaft wurde informiert.Als seine Schwester nach ein Paar Tagen wieder Grund in die Wohnung gebracht hatte,wurde sehr schnell klar,das durchaus einige in dem Haus bescheid wussten,aber nicht drüber sprachen.Wir haben unsere Hilfe sofort angeboten,ehrenamtlich! ,aber das war von der Familie nicht gewünscht.Wir sollten uns um unseren eigenen "Dreck" scheren.Diese Menschen brauchen dringend Hilfe aber was tun wenn geblockt wird?Ich weis das der Herr da immer noch wohnt,ob er mittlerweile Hilfe annehmen kann,ich wünsche es ihm.Nachdem uns die Vermieterin angekackt hat,weil meine Stallschuhe vor der Tür standen,sind wir ausgezogen.Das ganze hatte sich auf einem Dorf abgespielt,wo man doch immer noch glaubt,das der Zusammenhalt grösser ist.Fehlanzeige!
Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 12:43 Uhr
Das ist mir hier in der Online-Ausgabe der Giessener Zeitung (und ich kommentiere häufig - schreibe aber weniger eigene Artikel ) noch nicht passiert, dass innerhalb von 1 1/2 Stunden vier Kommentatorinnen recht umfangreich auf einen Kommentar von mir reagiert haben; vielen Dank dafür.

Frau Jenny Burger, Barbara Felde, Ilse Toth und Brigitte Matuschek, ich hoffe sie haben Verständnis dafür, dass ich nur summarisch ihnen antworten kann bzw. möchte (muss noch einen Artikel für meinen kleinen Verein vorbereiten und hier reinsetzen .....).

Stellvertretend möchte ich auf einen Satz von Frau Felde eingehen. Sie schrieb: " (....) Anderen Leuten vorhalten, dass sie sich für etwas einsetzen, und zwar NUR für Tiere, und selbst gar nichts tun?? (....)"

Also, zugegeben mit etwas Mühe ist mein Kommentar so zu lesen, dass ich da einen Vorwurf in Richtung "nur Einsatz für Tiere" formuliert hätte. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, bedauere ich das.

Mir ging es um den in meinen Augen sehr engen Zusammenhang (ich will das so formulieren): Wer soziale Kontakte mit Mitmenschen pflegt, der vereinsamt nicht und der braucht keine Haustiere zur Kommunikation. (Und wer braucht, zumindest in der Stadt, Haustiere als Nagerjäger oder Wächter?)

Warum das mit dem gutnachbarschaftlichen Miteinander in den letzten Jahrzehnten in unserer Gesellschaft so anders geworden ist, weiss ich auch nicht genau. (Vermutungen habe ich aber!) Aber das sollte doch mal festgestellt werden dürfen. Wer die Ursachen nicht schlüssig benennen kann, sollte sich davor hüten Lösungsansätze zu formulieren und zu propagieren. Dazu werde ich mich hier nicht hinreissen lassen.

Aber für mich ist es schon ein Phänomen, dass in Zeiten zurückgehender Anzahl von Bauernhöfe (dort werden und wurden doch Katzen und Hunde als Nagerjäger und Wächter gebraucht) es immer mehr Haustiere in der BRD gibt. (Beweis dafür, dass an allen Ecken neue Tiermärkte aufmachen).

Meinem Profil ist meine Vorstandstätigkeit in einem im sozialen Bereich tätigen Verein und auch die Tatsache, dass ich recht viel "im politischen Raum unterwegs bin" zu entnehmen.
Harald Herrmann
463
Harald Herrmann aus Mücke schrieb am 21.01.2013 um 13:05 Uhr
Hallo,

wenn man den Gesamtkomlex sieht ...

Rückgang der Großfamilien
hohe Anzahl Scheidungen
Kampf um die Kinder
Verbot des Umgangs mit Kinder/Eltern/Großeltern

... dann ist es nicht verwunderlich, dass es immer mehr vereinsamte Menschen jeglichen Alters gibt, die Nähe uhd Zuneigung im Kontakrt mit Tieren suchen - und teilweise von Anfang an überfordert sind oder sich zu sehr einbringen.
In Verbindung mit Alkoholabhängigkeit und/oder Geldknappheit führt das sehr schnell zuVermüllung von Wohnungen:

Ich spreche aus der Erfahrung als Taxifahrer, da beingt man schon mal "hilflose" Menschen bir zur Wohnungstür und weiter und sieht dann zwar Batterien von vollen. leeren und halbleeren Flaschen, volle Aschenbecher, Klamotten an allen möglichen und unmöglichen Stellen, aber keine Essensreste, lediglich die Geruchsnote deutet auf vor sich hingammelnde Reste vons mehreren Wochen gesammeltem Hausmüll hin,de wohl entweder in Küche, Bad oder speratem Raum aufbewahrt wird.
Das Nicht-Entsorgen von echtem Müll dürfte eigentlich der letzte Anstoß sein, gegen solche Leute vorzugehen, Meldungen an die Stadt laufen aber offensichtlich ins Leere.
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 13:17 Uhr
@ Hr.Wagner,habe mir Ihr Profil grad mal angeschaut.Ist doch ganz klar das Sie bei so was einen leichten Kragen bekommen.Für und mit behinderten Menschen zu arbeiten erfordert ein Höchstmass an sozialen Engament.Weis wo von ich spreche,arbeite seit fast 23 Jahren in diesem Bereich.Was man da mitbekommt ,an menschlichen Schicksalen,ist oft mehr wie zumutbar.Und es ist wichtig sich damit auseinander zu setzen.Falls Sie bei Ihren Wochendausflügen mit Ihrer Crew mal einen menschenfreundlichen Hund benötigen,melden Sie sich bitte.Viel Erfolg bei Ihren Projekten,ich find´s immer klasse wenn sich Menschen mit verschieden Schwerpunkten austauschen und unterstützen.
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 13:21 Uhr
"Gestern dann gelang es zwei Mitarbeitern der IG Tierschutz Mittelhessen e.V. in Begleitung der eingesetzten gerichtlichen Betreuerin, die verlassene Wohnung zu betreten"

Mich würde interessieren, ob diese "gerichtliche Betreuerin" lediglich zum öffnen der Wohnung amtliche Befugnisse hatte, oder ob diese der alten Dame schon länger zugewiesen war.
Solange ich das nicht weiss, kann ich dazu natürlich keine Meinung abgeben.
Dieser Bericht ist sehr ergreifend und beklangenswert !
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 13:34 Uhr
@ Fr.Hofmann-Scharf,dieses Thema kreist die letzten Wochen auch immer mehr durch die Medien,und zu Recht.Es scheint immer mehr schwarze Schafe in der Sparte zu geben.Grausam was da berichtet wird.In einem Bericht wurde gezeigt,das die Dame vom Pflegedienst,noch das Futter für die Katzen gebracht hat.Es waren ca.70 Tiere in der Wohnung.Die Seniorin selbst wurde nicht gewaschen bzw.ordentlich betreut. Die Wohnung war ein Trümmerfeld aus Kot und Müll.Warum schweigen die Menschen da? war das Trinkgeld so hoch? Ich kann so was nicht verstehen.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 21.01.2013 um 13:40 Uhr
Das Tiere wie eine Ware in Märkten angeboten werden ist ein großer Fehler. Lebende Wesen haben in Schaufenstern nichts verloren und werden voreilig und unüberlegt angeschafft. Das zu verbieten müsste der Gesetzgeber regeln. Und wenn Sie, verehrter Herr Wagner, im politischen Bereich "unterwegs" sind, könnten Sie ja Ihr Schärflein dazu beitragen. Tiere sind bestimmt nicht "nur" Ersatzpartner und Gesellschafter für einsame Menschen. Man hat erkannt, dass gerade in einer Familie mit Kindern ein Tier ein wertvolles Familienmitglied ist. Auch Tiere in Behinderteneinrichtungen , Pflege- und Altenheimen bringen Freude für die Bewohner. Hier spreche ich auch vielen Jahren Erfahrung. Ins Detail zu gehen, gehört auch nicht an diese Stelle, wäre aber einen Artikel wert. Ein Haustier ist kein "Nutztier" , sondern ein sozialer Partner. Es macht Freude mit ihnen zu leben. Und wer es nicht möchte, der kann dies für sich entscheiden. Ein Hund ist auch ein "Gesundheitsbegleiter", er zwingt zu Bewegung an frischer Luft. Es ist medizinisch erwiesen, dass Katzen Menschen ruhiger machen und ihr Schnurren und die Berührung beim Streicheln den Blutdruck senkt.
Ein Tier zu haben ist eine Bereichung und schade für alle Menschen, die nicht in diesen Genuss kommen.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 21.01.2013 um 13:46 Uhr
Ich wiederhole mich wenn ich sage, dass gerade Tierschützer in Wohnungen kommen, wo man nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Und wer benachrichtigt die Behörden? Gerade bei animal hording? Die Tierschützer!
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 13:55 Uhr
So sieht´´s aus!In den meissten Fällen waren schon Familie,Betreuer,der Hausarzt,der Getränkemann und weis wer net noch alle,in so Wohnungen.Die Behörden machen es sich dann auch noch schwer.Und da fragt man sich zum Schluss wer für das ganze Chaos zuständig ist,und warum es so weit kommen musste.
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 13:58 Uhr
Nicht urteilen Aufklären! Die Ig Tierschutz betreibt die Futterausgabe dort bekommen die Kunden Beratung, werden aufgeklärt und sensibilisiert.

@ Frau Hofmann- Scharf: Ein gerichtlich bestellter Betreuer verdient zu wenig, außer er hat die gesundheitliche Sorge! Ich denke da ist der Fehler! Manche Betreuer haben bis zu 30 Kunden da reicht die Zeit einfach nicht. Es gibt Menschen da wohnt der Betreuer 60 km entfernt ist telefonisch nicht erreichbar und kann sich nicht kümmern. Die Nachbarn sind meist überfordert und können damit nicht umgehen. In manchen Häusern sterben einsame Menschen und keiner bemerkt es, erst wenn unangenehme Gerüche aus der Wohnung kommen wird gehandelt!
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 21.01.2013 um 14:23 Uhr
Hallo Frau Amstein, Menschen, die niemanden in die Wohnung lassen und selbst das Haus nicht mehr verlassen, gehen sicherlich zur Futterausgabestelle. Beid diesen Menschen herrscht auch in den meisten Fällen keine finanzielle Not. Diese Menschen haben den Überblick verloren, verschließen vor der Realität die Augen, wollen keinen Kontakt und "stehen neben sich". An diese Menschen heranzukommen ist sehr schwer. Oft geht es über die Tiere, dass sie Vertrauen fassen. Und Betreuer, die im Minutentakt arbeiten müssen, haben keine Zeit, selbst Kontakte zu knüpfen. Aber sie hätten Zeit, Behörden zu verständigen. Auch Schweigen ist Schuld. Die Politiker reden und reden und reden. Selbst waren sie sicherlich noch niemals bei den Bedürftigen. Und wenn sich die verschlossenen, einsamen Menschen verschließen, sind wir alle machtlos.
Antje Amstein
5.961
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 15:03 Uhr
Mein Kommentar zur FA, war für die Fälle von "Animal Hording" manchmal kann man so kritische Verhältnisse erkennen!
Ja Frau Toth sie haben recht, wenn sie sagen das uns meist die Hände gebunden sind!
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 15:03 Uhr
Im Fernsehen kann man ja die letzte Zeit immer wieder beobachten,wie Messies ,egal welcher Art, von sogenannten" Therapeuten" innerhalb weniger Tage zur angeblichen Umkehr in ein normales Leben begleitet werden.Was weltfremderes habe ich selten gesehen.Für mich liegt da aber der Knackpunkt.So weit ich weis,gilt das Messitum immer noch als Phänomen und nicht als anerkannte Krankheit wie in den USA.Was in Deutschland nicht annerkannt ist ,wird auch nicht staatlich bezuschusst,und damit fängt der Mist doch an.Immerhin wird bei Animal Hoarding mittlerweile in vier Typen unterteilt,das zeigt das immer mehr auftretende Fälle ,endlich Beachtung finden.Mit der Wegnahme der Tiere ist noch keiner geheilt.Was kommt für den Messi danach? Wer betreut die Menschen,bzw.therapiert sie? Die Kankheitseinsicht dieser armen Menschen läufft sichoft auf null aus,also wird wohl kein Sammler freiwillig eine Therapie beginnen,geschweige denn bezahlen wollen.
Andrea Viehl
300
Andrea Viehl aus Reiskirchen schrieb am 21.01.2013 um 15:28 Uhr
Der Kater hat sich jetzt doch als Katze entpuppt. So langsam taut sie auf und läßt mich auch an sich ran. Sie ist sehr lieb, aber noch etwas verängstigt. Für mich ist wichtig, dass die Katze erst mal zur Ruhe kommen kann. Um die Besitzerin wird sich jetzt gekümmert. Aber es ist schon sehr traurig, dass erst ein Unglück passieren muss, bis man das Leid eines Menschen erkennt.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 21.01.2013 um 15:31 Uhr
Ich glaube, in dem hier beschriebenen Fall kann man nicht von einem Messie sprechen. Das sind ja Menschen, die den Zwang haben, alles zusammen zu tragen und aufzubewahren. So vermüllt langsam der Lebensraum. Diese Menschen können behandelt werden, wenn sie es denn zulassen.
Alte Menschen jedoch, die kaum ihre Wohnung verlassen, können keine Gegenstände mit nach Hause nehmen.
Sie sind einfach nicht mehr in der Lage, Ordnung zu halten. So sammelt sich Müll, schmutzige Wäsche und Geschirr. Es kann weder geputzt, noch aufgeräumt werden. Und irgendwann kommt der Selbstschutz: nichts sehen und hören.
Messies gehören in die Hände von Psychiologen und Psychiatern.
Alte, hilflose Menschen müssen betreut werden. Im Schnellverfahren in den eigenen vier Wänden ist das nicht möglich.
Betreutes wohnen in einem Heim, das wäre die Lösung. Aber diese hohe, finanzielle Belastung können nur wenige tragen. Es gibt auch nicht ausreichend Heime dieser Art.
Voraussetzung jedoch ist, dass die betreffenden Menschen zustimmen. Gefordert sind hier Ärzte, Betreuer, evtl. Angehörige und Bekannte.
Es ist ein sehr schwieriges Thema. Auf der einen Seite ist es ein hohes Gut, selbstbestimmend zu sein, auf der anderen Seite muss "eingegriffen" werden, um die Menschen vor sich selbst zu schützen.
Die Politik redet über dieses Thema viel, sagt aber nicht, welche Hilfen angeboten werden können.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 21.01.2013 um 17:23 Uhr
Werte Frau Hofmann-Scharf,
ich kann hier keine näheren Angaben zu den privaten Umständen der Dame selbst machen, das steht mir nicht zu. Ich denke nicht, dass ich das Recht habe, hier ihr Schicksal näher zu veröffentlichen. Und da gehört auch dazu, wann und warum eine gerichtliche Betreuerin eingestezt wurde. Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Ich möchte nur über diesen Vorfall berichten und dabei natürlich auf das empfindliche Thema unserer vereinsamten Mitmenschen aufmerksam machen. Denn die Dame mit ihren Tieren, die nun alle versorgt sind, ist doch bei weitem kein Einzelfall.
Wer weiß denn schon, ob er nicht selbst einen alten, vereinsamten und verwahrlosten Menschen in der Nachbarschaft hat, von dem man gar nichts weiß ?

Die ältere Dame hatte übrigens auch einen Hund, der wie bereits erwähnt, duchr die Feuerwehr bestens versorgt in die Tierklinik gebracht wurde. Durch diesen Hund war die Frau durchaus auch zuweilen aus dem Haus und sie kaufte auch ein.

Liebe Ilse, doch, diese Dame gehört zu dem Personenkreis der Messies. Tatsache.

Andrea, so so... der Kater ist also doch eine Katze :-)
Nun dann heißt sie sicher auch nicht Charly :-))))
Ich freue mich, dass Du bereits einen Zugang zu ihr finden konntest.
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 18:31 Uhr
H
Birgit Hofmann-Scharf
9.630
Birgit Hofmann-Scharf aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 18:51 Uhr
Hallo Frau Burger,
selbstverständlich verstehe ich, wenn Sie keine privaten Einzelheiten über diese Dame veröffentlichen wollen / können.
Sehr gut Ihr Bericht, Ihr Hinweis auf eine Missere, die sicher kein Einzelfall ist.
Müssen wir uns nicht alle ein wenig schuldig fühlen ??
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 21.01.2013 um 19:24 Uhr
In diesem Einzelfall müssen wir uns ganz sicher nicht alle schuldig fühlen. Aber vielleicht rüttelt mein Bericht auch ein wenig dazu auf, mehr Menschlichkeit zuzulassen und ein bischen mehr nach rechts und links zu unseren Mitmenschen zu schauen.
Ein nettes Wort, auch an eine fremde Person gerichtet, kann schon den ganzen Tag dieser Person erhellen.
Andrea Viehl
300
Andrea Viehl aus Reiskirchen schrieb am 21.01.2013 um 19:49 Uhr
Stimmt!
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 21:18 Uhr
Huhu Herr Wagner,
toll, dass Sie sich auch sozial engagieren. Ich hatte Ihr Profil nicht vorher gelesen. Das find ich echt klasse!

Ich freue mich, dass die Katze langsam auftaut. Andrea, toll gemacht!

Mehr Sinnvolles fällt mir zu dieser Uhrzeit nicht mehr ein, sorry. Nur: Danke, dass Ihr das gemacht habt.
Martin Wagner
2.107
Martin Wagner aus Gießen schrieb am 21.01.2013 um 21:53 Uhr
Frau Toth schrieb:
"Ein Haustier ist kein "Nutztier" , sondern ein sozialer Partner. "
und
"Ein Hund ist auch ein "Gesundheitsbegleiter", er zwingt zu Bewegung an frischer Luft. "
und
"Ein Tier zu haben ist eine Bereichung und schade für alle Menschen, die nicht in diesen Genuss kommen."

Ich möchte Frau Toth nicht generell widersprechen. So habe ich meinen Kommentar bewusst damit "eröffnet", dass ich erzählte, dass ich noch nie ein Haustier hatte. Sicher ist es besser hier von seiner eigenen Befindlichkeit auszugehen. Deswegen fangen jetzt meine Sätze mit "ich bin der Ansicht / für mich gilt ..... "an.

Ich bin der Ansicht, dass Tiere keine soziale Partner für mich sein können. Mit sozialen Partnern möchte ich z.B. über den kategorischen Imperativ bei Kant diskutieren können.

Richtig ist ein Hund kann einen Menschen dazu zwingen regelmäßig sich außerhäusig zu bewegen. Aber ich hoffe auch in Zukunft auch aus eigener Willenskraftt mich zum täglichen Spaziergang motivieren zu können um nicht (noch mehr) übergewichtig zu werden.

Den dritten Satz von Frau Toth kann ich mangels eigener Erfahrungen nicht kompetent genug kommentieren, aber dennoch möchte ich - rein gefühlsmäßig - nicht aussschliessen, dass das auch anders sein kann.
Ilse Toth
33.256
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 22.01.2013 um 00:07 Uhr
Hallo Herr Wagner, mit Ihnen kann man sachlich diskutieren. Das gefällt mir und sicherlich auch anderen Usern. Sie hatten noch nie ein Haustier, deshalb ist es für Sie nicht möglich, über dessen "Nutzen" zu reden. Natürlich kann man mit einem Hund über keine Themen diskutieren. Mit Sozialpartner habe ich gemeint, dass Hundeleute beim Spaziergang oft miteinander ins Gespräch kommen. Hundehalter treffen sich zu gemeinsamen Wanderungen, in Hundeschulen. Der Hund ist die Brücke zu anderen Menschen. Man könnte endlos darüber sprechen. Natürlich ist ein Tier nicht zu vermenschlichen- es ist und bleibt ein Tier und auch selbst nur glücklich, wenn es dies sein darf. Tiere als Kinderersatz haben spätestens dann "ausgedient", wenn ein Baby geboren wird und so manches Tier landet im Tierheim, wenn ein zweibeiniger Partner ins Leben tritt. Tiere müssen für vieles herhalten- auch wenn es ihnen nicht gefällt. Glauben Sie mir, Tiere bereichern unser Leben. Und wenn Sie vielleicht einmal einen Hund oder eine Katze haben sollten, denken Sie ganz anders- glauben Sie mir.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 27.01.2013 um 20:35 Uhr
Die Katze wird inzwischen sehr schön zutraulich und fängt an ihr neues Leben zu genießen .
Brigitte Matuschek
709
Brigitte Matuschek aus Gießen schrieb am 27.01.2013 um 20:58 Uhr
Das ist schön zu hören.Alles Gute für die Süsse und natürlich für die alte Dame.Hoffentlich hat Ihr Artikel dazu beigetragen,das die Menschen Mut fassen bei solchen Situationen einzugreifen,und zwar bevor so ein Chaos entsteht.LG an das Team der IG-Mittelhessen Tierschutz,es war bestimmt ein sehr nervenaufreibender Einsatz.
Angelika Petri
1.754
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 28.01.2013 um 06:40 Uhr
diesen Bericht liebe jenny habe ich aufmerksam gelesen und kann dich nur wie viele andere, die sich dafür einsetzen, aus vollem Herzen bewundern.
ich verfolgte die anschliessende Debatte und dabei fiel mir natürlich sofort die eine Geschichte ein, was die " Nachbarschaftshilfe" angeht.
es gibt Menschen und Menschen und manchmal fasst man sich wirklich an den Kopp und glaubt nicht was geschieht!
Als der Brand vor waren es Drei oder vier? Jahren am Kugelberg ausbrach und die Dame ihre Nachbarn um Hilfe bat, hatte Keiner die Absicht sie auch nur für" einige Tage aufzunehmen", überall bekam sie Ausreden und ein Nein, geht nicht."! ( zu hören) ( sie wohnt seit über 30 Jhr.da und kennt alle!
Spenden was Kleider betraf kamen,
als sie nach der gut einen Woche bei mir wieder auszog weil ihre Tochter ihr einen Wohnwagen beschaffte war ebenfalls kaum einer da der ihr "half".
Nun, das mag an der Nachbarschaft oder an der alten Dame selbst gelegen haben, aber es zeigt doch ein deutliches " ich bin nicht interessiert was andere angeht,".
So ist es mit den Tieren was ich oft auf dem Dorf bisher miterlebt habe und mit den Menschen auch.
Fazit Rückzug freiwillig oder unfreiwillig - es ist einfach so.
ich freue mich, dass der Artikel dazu geführt hat sich mit dem Thema mehr auseinanderzusetzen,
ob sich die Menschen ändern wenn sie "aufgerüttelt werden", bezweifle ich.
Die Realität beweist das Gegenteil.
Das klingt jetzt vielleicht hart, aber wir erleben es täglich.
danke liebe Jenny...und für die alte Katze freut es mich, hoffentlich findet sie ein schönes neues Zuhause wie die alte Dame auch!
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 30.01.2013 um 10:41 Uhr
Dankeschön :-)
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 20.05.2013 um 12:35 Uhr
Beide Tiere haben inzwischen ein liebevolls Zuhause gefunden.
Die alte Dame ist leider verstorben.
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

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Herzlichst, Ihr(e) Jenny Burger

von:  Jenny Burger

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