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Breitbandversorgung in Buseck - ein Generationskonflikt?

Buseck | Wer in der Bürgerversammlung in Beuern im März den Redebeitrag des jetzigen Fraktionsvorsitzenden der SPD verfolgte, konnte ganz schnell feststellen, dass er mit seiner Fraktion zum Thema Breitbandausbau absichtlich gegen die Kabelgebundene Version intervenieren will. In seiner Rede war sogar heraus zu hören, dass er eine solche Investition im Hinblick auf den Haushalt nicht tragen will. Hierbei wird aber vergessen, dass es langfristig absolut keine Alternative zum kabelgebunden Internet gibt. Bei dem bereits über Funk angebotenen Internet, WiDsl, und auch beim gewünschten LTE wird vom Netzbetreiber eine bestimmte Bandbreite an Funkzellen zur Verfügung gestellt, die sich alle teilen müssen. Im Klartext: Je mehr gleichzeitig surfen, umso langsamer und instabiler wird die Verbindung!

Diese Frequenzen teilen sich nicht nur die Einwohner, die zu Hause surfen, sondern auch später (nach Einführung von neuen LTE Standards) sämtliche Besitzer eines Smartphones, die mobil ins Internet gehen. Hierbei werden erfahrungsgemäß die theoretischen maximalen angepriesenen Bandbreiten nie erreicht. Eine konstante Geschwindigkeit wird und kann niemand garantieren.

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Für Unternehmen in diesen Gebieten, die für einen externen Mitarbeiter einen Homeoffice Arbeitsplatz einrichten wollen, kann dies nur erreicht werden, wenn der benötigte uplink in der Firma hoch genug ist, um stabil und dauerhaft betrieben zu werden. Hier ist der Blick auf den Upload eines Tarifes zu richten und nicht die angegebene hohe Download Geschwindigkeit. Ab einer Upload Geschwindigkeit von 786KBit/s kann dies erst flüssig umgesetzt werden. Manche LTE Tarife versprechen diese Upload Geschwindigkeiten, nützt einem nur nicht viel, da meist nur Volumentarife erhältlich sind. Wenn dieser erreicht ist, wird man meist auf ISDN Geschwindigkeit herunter gedrosselt. 10Gb Trafik sind bei einem Homeoffice Platz je nach Betätigungsfeld in 7 Tagen erreicht. Und wie setzt die Firma ihren Mitarbeiter in den letzten 3 Wochen des Monats ein?

Haushaltskonsolidierung ist ein wichtiges Thema, aber das hier behandelte Thema ist in diesem Jahrzehnt eines der Wichtigsten überhaupt und sollte auch so behandelt werden. Hier wird von ca. einer Million Euro gesprochen. Na und? Es ist viel Geld, aber auch eine Investition in die Zukunft. Dann muss halt mal bei einem Grundstückverkauf das maximalste rausgeholt werden. Ohne Rücksicht auf andere Gesichtspunkte. Andere bauliche Verschönerungen, die nur dem Auge dienen, müssen eben zwei, drei Jahre warten. Und da wäre noch der Kita Neubau in Buseck. Eine andere Version des Baus hätte die Einsparung gebracht, um die kabelgebundene Internet-Versorgung für Oppenrod umzusetzen. Wie hoch waren die Mehrkosten alleine dafür nochmal? Sich aber jetzt bei dem Thema als Haushalts-Moralapostel vor die Gemeindevertretung zu stellen und vorher mitverantwortlich zu sein, dass anderweitig unnötig Gelder ausgegeben werden, ist lächerlich. Der kommunalpolitische Generationskonflikt an dieser Stelle muss schnellstmöglich beendet werden.

Der Bürgermeister und der Fraktionsvorsitzende der SPD gehören der Generation an, die mit dem Medium Internet nicht viel anfangen wollen oder können. Aber es gibt auch einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Bevölkerung der schnelleres Internet will und braucht. An meinem Standort ist z. B. kein HomeOffice mit DSL-Light (Down 384 kbit/s - Up 64kbit/s) möglich. Der Blick zum WiDsl Mast auch nicht gegeben.

Geografisch gelegen liegen Alten-Buseck und Beuern in einem engen Raster, so dass hier eine zukunftssichere Umsetzung der kabelgebunden Glasfasertechnologie umgesetzt werden sollte, ohne Leistungsschwächung. Warum wird hier mit fadenscheinigen Argumenten (wie der Telekom die Trasse zu bezahlen) gearbeitet und die Umsetzung absichtlich behindert und verzögert? Die Telekom ist zwar der Hauptmieter aber letztendlich entscheide ich als Verbraucher, welchen Anbieter ich wähle und der bezahlt die Anmietung.
Funk (LTE) ist keine Alternative, wenn hier mit einer zukunftssicheren Technologie gearbeitet werden kann. Internet gehört zum täglichen Bedarf wie Wasser und Strom!

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Kommentare zum Beitrag

Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 11.04.2012 um 07:47 Uhr
Uuuuuuhhhhh... liest sich grad wie Omas Märchenstunde oder wie die Presseverlautbarung einer politischen Gruppierung oder BI... nicht nur der Bürgermeister scheint sich noch nicht viel mit Übertragungstechnik befasst zu haben...

Nicht nur beim drahtlosen Internetanschluss über LTE oder UMTS oder Satellit teilen sich die Benutzer die zur Verfügung stehende Bandbreite sondern auch beim Kabel-Internetanschluß.

Dass jeder ein eigenes Kabel hat an dem er angeschlossen ist gilt genau bis zum ersten Konzentrator (vulgo auch Telefonverteiler genannt). Das sind ein Teil der grauen Kästen am Straßenrand (der andere Teil ist die Stromversorgung).

Wer das nicht glaubt, kann sich gerne mal an Zeiten erinnern, wo man zu Silvester mit dem Telefon nicht durch kam... dann telefonierten eben 3-4 der Nachbarn und belegten die abgehenden Leitungen des lokalen Konzentrators. Heute im digitalen Zeitalter wird an dieser Stelle das Internet langsam...

Bandbreite ist Bandbreite, ob nun auf dem Kabel oder per Mobilfunk. Sorry, aber die Herleitung im Artikel, dass nur beim Mobilfunk eine Einschränkung auf die Bandbreite des Übertragungskanals auftritt ist einfach nur technischer Unsinn.

Und wenn Sie sich mal ihren Providervertrag durchlesen, dann werden Sie schnell feststellen, dass auch ihr kabelgebundener DSL-Anbieter nur eine maximale Geschwindigkeit garantiert - aber keine minimale. Leitungen mit garantierter minimaler Bandbreite kann man auch mieten - aber die sind richtig teuer...

Übrigens gibt es Länder wie z.B. Irland, da gibt es schnelles Internet fast nur "over the air" weil in diesem zersiedelten Land niemand die Kabelkosten bezahlen kann, um jede Hütte anzuschließen. Und selbst die Mobilfunkmasten sind wiederum over the air per Richtfunk angebunden...
11
Roger Allamode aus Buseck schrieb am 11.04.2012 um 21:39 Uhr
Haha, Omas Märchenstunde? Das habe ich mir auch bei Ihrem Kommentar gedacht. … Politische Presseverlautbarung?... Ich habe kein Parteibuch und wenn Schwarz, Grün oder die Piraten sich so verkauft hätten, hätte ich es so geschrieben, da es ein Parteiübergreifendes Problem ist. BI? Wäre keine schlechte Idee, dann könnte man ja mal für etwas sein, als nur gegen was oder jemand!!
Aber Hauptsache mal einen halbwegs beleidigenden Kommentar schreiben.

Aber nun mal zu Sache.

Da Sie ja in puncto Übertragungstechniken Voll-Profi sind, können Sie mir sicher im Detail erklären, welche Vorteile die Funk- oder die LTE-Technik gegenüber der kabelgebunden Glasfasertechnik hat. Im Idealfall: Welche Bandbreite steht bei der Funklösung an der Funkzelle zur Verfügung und welche Bandbreite steht bei der Glasfaser gebundenen Variante vor dem „Konzentrator“ (DSLAM) zur Verfügung, die sich alle teilen?
Wenn man den Verlust durch die alten Kupferkabel berücksichtigt, ist die zur Verfügung stehende Kapazität immer noch schneller und gleichbleibend stabiler als die Funkvariante. Funk ist außerdem sehr vom Wetter abhängig. Bei einem heftigen Regenschauer schwankt die Verbindung so sehr, dass sie sogar stellenweise abbricht.

Ach so noch etwas .... mit den Dingern, die eine Wählscheibe hatten, habe ich auch schon telefoniert und die Intention meines Artikels war ein ganz andere …
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Herzlichst, Ihr(e) Roger Allamode

von:  Roger Allamode

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Interessensgebiet: Buseck
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