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Warnung, Sonnabend, den 20. Juli 1848

von Jutta Skrocham 06.12.2011578 mal gelesen1 Kommentar
Buseck | Ihr habt richtig gelesen. Folgender Text ist im Butzbacher Museum zu lesen:

Warnung
Die Herausgeber deutscher Zeitungen werden im Interesse der Menschlichkeit gebeten, folgende Warnung zu verbreiten. Sie betrifft die sogenannten "Unterhändler", welche periodisch von England kommen, um, gegen ein kleines Daraufgeld an die Eltern, Knaben und Mädchen unter lügenhaften Vorspiegelungen einer heitern Zukunft zu miethen, oder richtiger, contactrisch an sich zu schmieden.
Denn kaum in England angekommen, werden diese unglücklichen Wesen von ihren Käufern auf's Unmenschlichste behandelt, schlecht ernährt, bei Tage mit einer Drehorgel oder mit Besen ausgeschickt und Nachts Dutzendweise in eine enge Lagerstätte zusammengesperrt, und dabei noch, wenn die Ausbeute des Tages den Erwartungen nicht entspricht, Abends mit Schlägen empfangen. Diese Menschen wissen ihre Opfer so zu umstricken, daß, wenn sie auch von Zeit zu Zeit vor Gericht gebracht werden, es nur selten gelingt, sie zur Strafe ziehen zu können. Es ist daher der Wunsch vieler in England wohnender Deutschen, die betreffenden Behörden (besonders die in Butzbach und Umgegend, woher die meisten dieser Unglückliche kommen), zu veranlassen, ihre Gemeinden auf das unbeschreibliche Elend aufmerksam zu machen, dem solche hülflose, der Landessprache nicht mächtige Geschöpfe zum Opfer fallen, wenn sie den trügerischen Versprechungen dieser abscheulichen Menschenhändler Gehör geben.

Frappierend, dass es zur heutigen Zeit gewisse Parallelen gibt.

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Kommentare zum Beitrag

Ilse Toth
33.935
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 06.12.2011 um 19:52 Uhr
Von der Sklaverei von "damals" haben wir heute eine moderne Sklaverei in vielerlei Hinsicht.
Oder wie soll ich das bezeichnen, was in der Katholischen Kirche endlich öffentlich gemacht wurde?
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
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Jutta Skroch
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