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Die Treibjagd

von Jenny Burgeram 18.11.20111084 mal gelesen3 Kommentare
Buseck | Jäger die selber die bestialischsten Jagdformen nebst der Treibjagd praktizieren und gleichzeitig von Achtung gegenüber den Wildtieren sprechen oder einem Dienst an der Natur, wie es einige von ihnen tun, sollten ihren Jagdschein umgehend abgeben.

Dies ist nämlich nur albernste Heuchelei.

Die Treibjagd hat Eventcharakter, wo auch von nah und fern Tierquäler eingeladen werden und ganze Regionen mit unzähligen unbeteiligten Tierarten in Todesangst und Panik versetzt werden (niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen (§ 1 TierSchG). Treibjagd ist sehr wohl auch eine Hetzjagd, denn es wird absichtlich und systematisch unnatürlicher Lärm und Unruhe in der Natur produziert. Viele Wildtiere verletzen sich aus panischer Angst auf der Flucht.

Wenn Schüsse fallen, Jagdhunde bellen, Blashörner usw. zum Einsatz kommen, ist die ganze Um- und Tierwelt gestresst. Jagd ist immer eine Form von Krieg! Nicht selten reissen die Jagdhunde noch lebenden Wildtieren ganze Fleischstücke aus dem Leib oder angeschossene Wildtiere irren aus Angst vor den Jagdhunden und Jäger in der Gegend herum. Bei Bewegungs- bzw. Treibjagden, wo auf flüchtende Wildtiere geschossen wird, ist eine 100% Trefferquote nur schwer zu erreichen.

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Treibjagd (1)Tierschutz (1009)Jagd (56)
Gejagte Wildtiere (insbesondere die Rehe sind mit ihrem kleinen Herzorgan nicht in der Lage lange Distanzen zu fliehen) sondern in Angstsituationen gesundheitsschädigende Angsthormone ab, die sich im Fleisch zusammen nebst anderen hochgradigen Giften, wie Reste der bleihaltigen Munition, manifestieren. Die Todesangst geht also ins Gewebe ein und wird vom Menschen mitgegessen im Wildbret.

Die sektenartigen Jagdrituale, Zeremonien, Jägerlatein usw. der Jägerschaft können einen gesunden Menschenverstand nicht über die zugefügten Qualen an den Wildtieren durch das schmutzige Jagdhandwerk hinweg täuschen.

Jagdhunde helfen den Jägern bei der Treibjagd und Nachsuche von Wildtieren. Dabei werden nicht selten Strassenabschnitte regelmässig zuerst von Wildtieren und anschliessend von einem oder mehreren Hunden überquert. Bei diesen Strassenquerungen kann es für Mensch und Tier zu gefährlichen Situationen kommen.

Die Jagdhunde fristen das ganze Jahr hindurch ein trauriges Dasein in Käfigen oder an der Leine, weil der unnatürlich angezüchtete Jagdtrieb ein Problem ist. Nicht wenige Jagdhunde leiden zudem an einer schleichenden Bleivergiftung durch den von den Jägern verursachten Bleistaub.

Die Jägerschaft ist damit mitverantwortlich für die vielen Wildunfällen. Schweizweit kollidiert durchschnittlich jede Stunde ein Auto mit einem Reh. Daraus ergeben sich pro Jahr 20 000 verunfallte Tiere im Strassenverkehr. Dabei werden 60 Personen verletzt und es entsteht Sachschaden von 25 Millionen Franken. Es gibt eine Studie aus Frankreich, die zeigt, dass die Jägerschaft viel mehr Schaden anrichtet, als das Wild dem die Jägerinnen und Jäger hinterherjagen. Die Jägerschaft verursacht Personenschäden (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz), Umwelt-, Sachschäden, Artenschäden usw, die weit über den durchschnittlichen 2% der Verbissschäden durch das Wild an Pflanzen bzw. Holzertrages liegen.

Durch unfachmännisches und sorgloses herumgeballere der Jäger, nebst anderen Faktoren, vermehren sich Wildtiere unkontrolliert. Normalerweise hat z.B. nur die Leitbache einer Rotte Frischlinge (Junge) bei den Wildschweinen. Bei ungestörten und jagdfreien Säugetierrevieren unterdrücken die dominanten Weibchen die Reproduktionsfähigkeit und -bereitschaft der unterlegenen Weibchen durch bestimmte Duftmarkierungen (Pheromone). Wird die Leitbache abgeschossen - was sehr oft der Fall ist, weil es sehr schwer zu bestimmen ist, welches eine Leitbache ist, kommt es zu diesen unnatürlichen Vermehrungen und Populationsexplosionen.

Die Jäger vergiften die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit ihrer bleihaltigen Munition auf der Jagd. Blei ist ein Schwermetall und tötet angeschossene und unauffindbare Tiere nicht nur grausam, sondern es gelangt auch durch chemische Umwandlung in die Nährstoffkreisläufe der Natur und landet schliesslich im Boden, Trinkwasser und Lebensmitteln. Die selten vergiften sich auch andere Tiere an dem Aas und gehen elendig zu grunde.

Immer mehr Wildbiologen gelangen zu der wissenschaftlich untermauerten Ansicht, dass die Tiere ihre Populationsdichte selbst regeln und Überpopulationen vor allem durch die Jagd entsteht. Die Treibjagd ist ein massives, zerstörerisches und gewalttätiges Eingreifen in natürliche Rhythmen und kann nicht als eine positive Notwendigkeit bezeichnet werden!

Die Treibjagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern und sogar in Städten.

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie zeigt auf, dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren dynamisch aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima, Krankheiten, Ressourcen sowie sozialen und physiologischen Faktoren usw. ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nicht zerschossen wird. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man nicht nur bei den Wildschweinen, Füchse, Rehen, Hirschen, Tauben sondern bei jeder Spezies (Arterhaltung, Überlebungsinstinkt, Geburtenausgleich usw.) beobachten kann.

Auch wenn Menschen die Jagen unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, vereint die Jäger doch letztlich alle das gleiche Tun: Ein gewalttätiger Umgang mit friedliebenden Tieren und der Natur oftmals nur als Spass, Freizeitvergnügen oder auch als Sport sowie die Vergiftung der Natur mit bleihaltiger Munition. Psychologen, Psychiater und Psychoanalytiker sprechen im Zusammenhang mit der Jagd von psychischen Defekten bei den Jägern. Jäger wollen töten!

Die heutige Treibjagd ist nichts anderes, als die Fortsetzung eines mittelalterlichen Lustmordens an Tieren, unter Anwendung modernster Mittel.

Leider ist es heute so, dass man in der Natur wie Wald und Berge kaum noch Wildtiere zu sehen bekommt und wenn, diese sich fluchtartig entfernen, aus Angst vor den Jägern.

Natürlich machen die Jäger ein vielfaches mehr Schäden in Wald und Flur als die beschuldigten Wildtiere, die in der freien Natur auch ihre Daseinsberechtigung haben. Allein die Jäger ver­ur­sa­chen enorme Per­so­nenschäden, Umweltschäden, Wildunfälle, Sach­schä­den, Arten­schä­den, Soziale Gewalt usw., die man gar nicht mehr beziffern kann.

Der ökologische Fussabdruck der Wildtiere ist um ein vielfaches umweltfreundlicher, als z. B. jener der Jäger und Förster. Was für eine Belastung die Jäger für die Natur, Umwelt, Menschheit, Tierwelt, usw. sind, kann man anhand diversen Rechner und Studien, beim Bund, Versicherungen, SUVA (rund 300 Jagdunfälle pro Jahr in der Schweiz) Gesundheitsämter, WWF, Greenpeace usw. selber anschauen. Kein Wildtiergruppe hat so miserable Werte wie die Jäger!

(aus:Tierschutznews)

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Kommentare zum Beitrag

Bernd Zeun
10.255
Bernd Zeun aus Gießen schrieb am 19.11.2011 um 10:56 Uhr
Da bei uns die großen Raubtiere ausgerottet sind, Wölfe wandern erst langsam als Einzeltiere von Osten wieder ein und Luchse gibt es auch nur in geringer Zahl in wenigen Gebieten, dürfte es zur Regulierung der Populationsdichte bei Rotwild und Wildschweinen vorerst kaum ohne Jagd gehen, ob das allerdings als Treibjagd geschehen muss, ist eine andere Frage. Auch für Bleimunition gibt es Alternativen.
Jenny Burger
1.671
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 19.11.2011 um 18:39 Uhr
Diesen Gedanken hatte ich auch, hätte ihn hier aber nicht erwähnt.
Ich denke, eine verantwortungsbewusste ausschließlich der Regilierung des Bestandes dienende Jagd in diesem Sinne gibt es nicht mehr. In jedem Falle spielt eine Leidenschaft mit eine Rolle. Die Leiden schafft.
Ilse Toth
34.656
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2011 um 19:50 Uhr
Ein trauriges Kapitel hast Du angesprochen, liebe Jenny! Bei all der "Jagdleidenschaft" sind auch unsere Haustiere Opfer. Und ob diese gewildert haben, das weiß nur der Jäger, der dann entscheidet, ob er schießt. Er ist also Richter und Hinrichter in einer Person.
Ich sage : die Jagd in ihrer jetzigen Form ist out. Doch die Jäger haben eine unglaublich2 Lobby!
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