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Libyen unter Gaddafi – es war die Hölle auf Erden

von Dennis Falkam 15.11.20111689 mal gelesenkein Kommentar
Buseck | Als 1969 der von den USA und Großbritannien eingesetzte König Idris gestürzt wurde, war Libyen trotz der 1961 angelaufenen Erdölexporte noch ein bettelarmes, vom Kolonialismus schwer gezeichnetes, unterentwickeltes Land. Unglaublich, aber wahr: Revolutionschef Gaddafi , Motor einer ökonomischen Umverteilung und Fortschrittsorientierung, führte es zum höchsten Lebensstandard von ganz Afrika.

Einige Fakten aus der Wikipedia:

Libyen hatte den höchsten Menschlichen Enwicklungsindexin ganz Afrika.

Libyen hatte diehoechste Lebenserwartung in ganz Afrika (74,5 Jahre).

Libyen hatte dieniedrigste Kindersterblichkeitsrate in ganz Afrika.

Libyen hatte das grössteBruttoinlandsprodukt pro Kopf in ganz Afrika.
Libyen hatte das größte Pro-Kopf-Einkommen in ganz Afrika.

In Libyen gab es das Menschenrecht auf eine Wohnung. Neu verheiratete Paare bekamen 40.000 Dollar zum Aufbau eines eigenen Hausstands. Elektrizität/Haushaltsstrom war für alle privaten Haushalte kostenlos. Vor Gaddafi, waren nur 1/5 der Libyer schulisch gebildet, durch ihn wurde die Bildung kostenlos und bekam eine hohe Qualität. Die Ausbildungsrate
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lag bei 83%. Die Regierung bot ihren Bürgern außerdem eine unentgeldliche Gesundheitsversorgung. Krankenhausbesuche und die meisten Medikamente waren kostenfrei. Bei schwierigeren Diagnosen oder notwendigen Operationen wurden Libyer jahrzehntelang ins Ausland geschickt.

Auch Bonner Kliniken machten gute Geschäfte mit Patienten aus Libyen, deren Aufenthalt staatlich komplett finanziert wurde. Jeder Libyer war mit 5,000 € für den Krankenhausaufenthalt ausgestattet. Mit »Regierungs-Subventionen in Gesundheit, Landwirtschaft und Nahrungsimport« wurde bei »gleichzeitiger Steigerung der Haushaltseinkommen« frühere »extreme Armut« praktisch beseitigt, wie das UN-Entwicklungsprogramm jüngst feststellte. Das UN-Entwicklungsprogramm bescheinigte Libyen »einen signifikanten Fortschritt in der Gleichstellung der Geschlechter«, besonders im Bereich Bildung und Gesundheit. Frauen genossen unter Gaddafi eine rechtliche Gleichstellung, wie sonst nirgends im arabischen Raum.

Die Zentralbank von Libyen wurde durch den Staat kontrolliert und emittierte schuldfreies Geld. Daher konnten alle Darlehen und Kredite zinslos gehalten werden und lagen bei 0% laut Gesetz. Die libysche Sozialversicherung umfasste – was im arabisch-afrikanischen Raum keine Selbstverständlichkeit ist - Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Wenn man in Libyen ein Auto kaufte, zahlte die Regierung 50% vom Preis. Der Preis von Benzin lag bei 0.14/Cent Die schulische Ausbildung war bis zum Alter von 15 Jahren kostenlos, ebenso wie das Hochschulstudium. Der Bildungsindex, in den neben der Alphabetisierung auch die Anzahl der Oberschüler und Studenten eingeht, rangierte an der afrikanischen Spitze und übertraf selbst das Ranking der superreichen Scheichtümer Kuwait und Katar. Jeder Libyer, der Bauer werden wollte, bekam kostenlos ein Stück Land, eine Hütte, Zubehör, Samen und Arbeitsmaterial.

Wer ein Geschäft gründete, erhielt 20.000$ an staatlicher Unterstützung. Geschäftskredite wurden vielfach ad infinitum gestundet, und agrarische Betriebe/Beschäftigte zahlten keine Steuern. Die hohen Abgabensätze der (meist mit der einträglichen Ölindustrie verbundenen) Unternehmen generierten so viel Mittel, dass die Einkommenssteuer für Arbeiter und Angestellte (also die Masse des Volkes) extrem gering (15%) gehalten werden konnte.

Und, dies vielleicht der erstaunlichste Fakt: Bevor das Chaos losbrach, hatte Libyen eine niedrigere Rate an Gefaengnisinsassen (200 von 100.000) als Neuseeland (203), die EU-Staaten Tschechien (207) sowie Polen (214), Israel (325), Russland (577) und der einsame Spitzenreiter dieser traurigen Bilanz USA (743) Warum intervenierte die NATO also ausgerechnet in Libyen mit dieser Härte? Die angebliche Sorge um die Demokratie in Libyen kann nichts als Heuchelei sein. Als die Menschen in Bahrain gegen die US-gestützte Monarchie auf die Strasse gingen und zusammengeschossen wurden, war keine Rede von einem Eingreifen. Obwohl dort die 5. US-Flotte stationiert ist, die zweifellos sehr schnell eine „demokratische Lösung“ hätte herbeiführen können.

Die Motive gegen Libyen lauteten: Öl, Gold, Atomfragen, finanziell-organisatorische Abnabelungsversuche Afrikas vom Neokolonialismus. Letztere Bestrebungen waren vor allem von Gaddafi ausgegangen, der zur Einigung des schwarzen Kontinents zusammen mit Mandela die „Afrikanische Union“ begründete und weitgehend auch finanzierte. Die in ihrer Struktur ähnlich wie die EU aufgebaute und 53 Nationen umfassende AU ist die einzige legitime Organisation der afrikanischen Staaten. Ihre Ziele laut Gründungsakte: Frieden, Wohlstand, demokratische Partizipation.

Die nachhaltige und souveräne Außenpolitik Libyens leitete sich aus dem unabhängigen Finanzsystem und der autonomen, starken Ressourcenwirtschaft ab. Der reiche Wüstenstaat wurde und blieb unter seinem Revolutionsführer praktisch schuldenfrei. Das CIA-World-Factbook bietet eine Liste, in welcher die öffentlichen Schulden von 133 Ländern im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt einzusehen sind. An erster Stelle finden wir Zimbabwe mit einer Verschuldung von 234,1 % des BIP. Japan steht mit 197,5 % an zweiter Stelle. Griechenland thront mit 142,8 % auf Platz 4. Deutschland nimmt zwischen Kanada und Frankreich den 16. Rang ein. Libyen steht mit 3,3 % an 133. und somit letzter Stelle.

Dorian Grey hat diese und andere Gründe in der Vergangenheit beleuchtet und wird dies auch künftig tun. Wobei das Fassungsvermögen der Leserschaft - zumal mainstreamig gebildeter - sicherlich immer wieder über Maß strapaziert wird.

Wer eine griffigere Formel für den nun beendeten Krieg will, die man sich gut merken kann, der halte sich vorzugsweise an den Ausspruch, welchen der republikanische US-Senator Lindsey Graham am Vorabend des NATO-Krieges gegen das libysche „Alptraumregime“ im Februar 2011 tat: Es gibt Regime, die wir stürzen wollen, und solche die wir stützen müssen.

Das ist einfach. Danke! Wir werden es uns zu merken haben.

(Quelle: doriangrey.net 30. Oktober 2011)

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