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Bodenfrost jetzt schon im Oktober

beide Rehe am frühen Morgen, sie äsen friedlich
beide Rehe am frühen Morgen, sie äsen friedlich
Buseck | BODENFROST

Unsere beiden schwarzen Schafe auf dem Grundstück drängeln sich schutzsuchend aneinander, der winzige Unterstand bietet kaum ausreichend Schutz vor Wind, Kälte und Regen, es fröstelt wohl auch sie, warum sollten sie sich sonst so zusammen kuscheln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die Kälte nicht fühlen, auch wenn das dicke Fell sie ausreichend schützt. Sicher ist das Wasser in den Bottichen schon angefroren.
Doch ihre Tage sind gezählt, wie jedes Jahr um diese Zeit.
Es ist Mitte Oktober, um die Null Grad. Werden wir wohl einen harten Winter bekommen? Einen mit Eis und Schnee, oder nur frostige Minusgrade ertragen, gut für die Natur, weniger gut für Frostbeutler wie mich.
Ich liebe die Wärme und den sonnigen Sommer, zwar tut mir die Kälte nichts wenn ich mich dick einpacke, aber ich kann nicht behaupten, dass ich den Winter sehr mag.
Der kleine graue Kater, dessen Lebensgeschichte ich nun schon das zweite Jahr verfolge, würde auch erbärmlich frieren hätte er nicht sein Styroporschlafhäuschen zum unterkriechen, das ich ihm im letzten Dezember hingestellt habe.
Das Futter wird frieren, das Wasser eine Eisschicht bilden, kein angenehmes Leben für eine Katze, die wie wir Menschen - einen warmen Schlafplatz mag.
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Oktober (42)Bodenfrost und Kälte (1)
Wird sie wohl dieses Jahr einen über den Winter bekommen, denke ich mir leise.
Noch ist alles offen, wie der Blick in das leere Haus. Auch herrenlos ist er noch immer.
Doch das ist eine ganz andere, recht traurige Geschichte.
Wie oft hat sie mir schon den Schlaf geraubt?
Blicke ich frühmorgens aus dem Fenster in die dichten Nebelschwaden auf Wiese und Flur, höre ich schon zögernde Schritte aus dem Gebüsch direkt vor dem Haus und erwarte Mutter Reh mit den Jung - Kitzen zu sehen. Meinen Anblick am Fenster ist sie gewöhnt und läuft längst nicht mehr erschreckt weg wenn sich eines der Kleinen in die gefrorene Wiese duckt.
Gestern hat noch der Bauer ein letztes Mal gemäht und alles abgetragen, nun besteht zwar nicht mehr die Gefahr, dass eines der Kitze mit den Sensen erwischt wird, aber der Schutz der bisher hohen Wiesen ist auch damit verschwunden.
Herbstzeit, Herbstlaub fällt – doch nichts mehr ist davon bunt.
Die große Dürre der wochenlangen Sommertage an denen es kaum einen Tropfen Wasser gab, schlug sich auch auf Wald, Feld und Wiese nieder und wenn ich so hinaussehe, dann erblicke ich nur dürres abgestorbenes Laub undefinierbarer Farbe die sich von dem Weiß des kristallenen Rauhreif’s abhebt.
Karge Zeiten für Tier und Mensch brechen an.
Keine sommersatten Farben und Gerüche mehr, keine Ernte, die Böden sind ausgelutscht und öde, nur noch braune Erdhaufen ohne eigene Signatur..
Die Natur braucht den Winter, ich brauche ihn nicht, empfange ihn aber demütig weil ich mich dem Naturgesetz beuge.

© Angelface

Kommentare zum Beitrag

Nicole Freeman
6.944
Nicole Freeman aus Heuchelheim schrieb am 16.10.2011 um 09:17 Uhr
das ist schoen geschrieben. man spuert die trauer um die sommertage.
auch wenn der uebergang von herbst in winter fuer viele eine scheussliche zeit ist hat der winter doch auch was schoenes. kaminfeuer ist doch nur so toll wenns drausen knackig kalt ist. der geruch des bratapfels und die lecker duftenden maronen schmecken doch nur im winter. die naechte sind nicht so dunkel wenn das mondlicht auf dem schnee reflektiert . nach dem spaziergang im schnee geniesst man doch den warmen tee oder kakao bewusst. mir persoenlich gefaellt der fruehling ab besten. wenn alles wieder neu anfaengt.
Angelika Petri
1.728
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 16.10.2011 um 19:39 Uhr
ja, liebe nicole, ein wenig Melancholie schwingt mit i meien zeilen, klar, wer den Frühling und den Sommer so liebt wie ich, für den haben nisternde Herdfeuer zwar auch was urgemütliches, doch: was, wenn man es nicht hat sondern auf die schnöde zentralheizung die so unpersönlich ist, zurückgreifen soll?...lacht, aber egal unter einer Kuscheldecke gemütlich mit Buch den Winter und die kalten Tage zu begrüßen, hat auch was für sich...heute war es noch einmal unglaublich schön, so sehr, dass ich mein gesicht gerne noch einmal der Sonne entgegen gereckt habe....herzlichen Dank für deinen netten Kommentar!
liebe Grüße angel...
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Angelika Petri
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