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Unterliegen Katzen keinem Schutz mehr ?

von Jenny Burgeram 09.10.20111880 mal gelesen26 Kommentare
Buseck | Wie kann es sein, dass herrenlose Katzen, die ausgesetzt oder zurück gelassen wurden, keinem Schutz mehr unterliegen ?
Gibt es tatsächlich Gesetze, die dem Tierschutzverein Gießen verbieten, hilfebedürftige Katzen ein zu fangen ?

Streunende Katzen, krank und / oder verletzt, dürfen nicht mehr eingefangen werden. Sie dürfen lediglich im Tierheim aufgenommen werden, wenn man sie dort hin bringt.
Das Fangen sei Aufgabe der Polizei.

Wie kann das sein ?
Ungläubig dieser Tatsache recherchierte ich bei der Polizei in Gießen selbst und erfuhr, dass auch die Polizei keine Katzen einfängt.
Die Rede war hierbei nicht von verwilderten Katzen. Sondern von Tieren, die auf einer Straftat basierend ausgesetzt oder zurück gelassen wurden.

Die Polizei fange im Bedarfsfalle einen Hund ein, aber keine Katzen. Dies sei Aufgabe der Bürger, die sich darum kümmern.
Meine darauffolgende Frage, was denn sei, wenn besorgte Bürger eine herrenlose, scheue Katze, die dringend medizinischer Hilfe bedarf, dieses Tier nicht zu fassen bekämen ? Zitat: " Dann hat sie eben Pech gehabt".

Hier stellt sich die Frage, ob es denn nicht auch Aufgabe der Stadt sei, sich um kranke und verletzte Katzen zu kümmern, möglicherweise ihre ehemaligen Besitzer zu ermitteln und diese zur Rechenschaft zu ziehen ?
Ist es nicht sinnvoll, die Ausübung dieser Aufgabe bei kompetenten Mitarbeitern des Tierschutzes zu belassen ?

Soll es wirklich gewollt sein, diese armen Tiere, die den Witterungen nur all zu oft nichts entgegen zu setzen haben, die qualvoll ihren Erkrankungen und Verletzungen erliegen, sich selbst zu überlassen ?

Wie soll eine Population der Strassenkatzen verhindert werden, wenn keiner mehr dafür zuständig ist und allein auf den freiwilligen Einsatz und Mühen einzelner weniger Bürger vertraut wird ?
Gilt das geltende Tierschutzgesetz nicht mehr für Katzen ? Und wo bleibt die Verantwortung der Stadt und der Tierschutz ansich ?

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Kommentare zum Beitrag

Jutta Skroch
11.447
Jutta Skroch aus Buseck schrieb am 09.10.2011 um 23:40 Uhr
Die Verantwortung der Stadt im Bereich Tierschutz lässt allgemein sehr zu wünschen übrig. Die Verantwortung wird ganz offensichtlich im Kreis geschoben. Am Ende fühlt sich, wie so oft, keiner verantwortlich. Warum man das nicht weiterhin dem Tierheim überlässt, ich kann nur vermuten, das die Stadt die Kosten drücken will.
Antje Amstein
5.944
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 10.10.2011 um 10:43 Uhr
Vielleicht sollte die Stadt einen Fonds einrichten dort kann jeder Bürger der Hilfe für die Tierarztkosten braucht, sich das Geld in Gutscheinen oder Bar abholen! Außerdem sollten härtere Strafen in Erwägung gezogen werden, wer Hund oder Katze aussetzt macht sich strafbar und handelt kriminell.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 10.10.2011 um 13:09 Uhr
Ich denke, wir als Bürger dieser Stadt bzw dieses Landkreises, können nicht einfach so stillschweigend hinnehmen, dass Katzenschutz Bürgersache ist.
Sonst könnte die Gefahr bestehen, dass wir genau dahin gelangen, wo wir vehement im Ausland zu helfen versuchen. Ein Irrwitz.
In vorliegendem Falle habe ich mir nun eine Katzenfalle ausgeliehen und sie aufgestellt. Für den Fall, dass diese entwendet wird, habe ich aus meiner privaten Tasche einen Betrag in Höhe von 70,- € (Pfand für die Falle) verloren.
Gebe ich auf und überlasse die kranke und verletzte Katze sich selbst ?
Da sie offensichtlich nicht kastriert ist, wird sie sich, so lange sie noch kann, weiter vermehren.
Aber alles Sache der Bürger !!!
Ilona Kreiling
2.207
Ilona Kreiling aus Heuchelheim schrieb am 11.10.2011 um 14:07 Uhr
Es gab eine Zeit, da wäre sofort eine der ehrenamtlichen 'Katzenleute' vom Tierheim informiert worden, um die Katzen einzufangen. Doch diese Zeiten sind leider vorbei. Aber auf Umwegen ist die Sache nun doch bei der einzigen Ehrenamtlichen, die sich noch für Katzenangelegenheiten im TSV Gießen einsetzt, angekommen und wird hoffentlich im Sinne der Katzen ein gutes Ende finden.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 11.10.2011 um 15:09 Uhr
Informationen und Bitten an das Tierheim sind ausreichend erfolgt. Aber von dort erfuhr man keine Hilfe.
Also bat man die ehrenamtlichen Mitarbeiter der IG Tierschutz Mittelhessen um Hilfe. Und ich gebe zu, dass ich diese Katzen, um die es geht, nicht ohne professionelle Hilfe ein zu fangen kriege. Also bat ich eine mir alt bekannte Tierchützerin, die in solchen Belangen absolut "vom Fach" ist, um Hilfe.
Ich schätze dabei sehr, dass sich hier nicht auf die Zuständigkeiten irgendwelcher Organisationen oder Einrichtungen berufen wird, sondern einfach Hilfe da ist, wo Hilfe gebraucht wird. Das ist Tierschutz.
Menschen, die sich nicht hinter Gesetzen und Zuständigkeiten verstecken. Es geht hier um das Tier, das dringend Hilfe benötigt.
Menschen, die nciht nur reden, sondern handeln.
Peter Herold
23.911
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2011 um 17:44 Uhr
MJ. E. kann es nicht Sache der Polizei sein solche Tier einzufangen. Da müsste die Stadt eventuell beim Ordnungsamt eine Planstelle dafür einrichten.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 13.10.2011 um 17:58 Uhr
Oder man beauftragt damit die bisher kompetenten Mitarbeiter des TSV Giessen oder diverser Organisationen, sofern es denn ein Gesetz gäbe, das das Einfangen von Katzen durch Tierheim-Mitarbeter untersagt.
Peter Herold
23.911
Peter Herold aus Gießen schrieb am 13.10.2011 um 18:00 Uhr
Warum tut dass keiner?
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 13.10.2011 um 18:10 Uhr
Herr Herold, schauen Sie mal in meinen Artikel. Laut Aussage des Tierheimes Giessen sei es ihnen gesetzlich untersagt, verletzte, ausgesetzte und hilfebedürftige Katzen einzufangen, dies sei Aufgabe der Polizei. Was ich wiederum sehr stark in Frage stelle.
Nach Aussage der Polizei Gießen sei das Aufgabe der Bürger, oder die entsprechende Katze habe eben Pech gehabt.
Peter Herold
23.911
Peter Herold aus Gießen schrieb am 14.10.2011 um 09:38 Uhr
Meine Frage war provokativ, denn die von Ihnen im Kommentar zitierten Aussagen ergeben für mich keinen Sinn.
"Laut Aussage des Tierheimes Giessen sei es ihnen gesetzlich untersagt, " Wer sagt das? Wo steht das? Ist es eventuell laut Satzung des Tierheims diesen untersagt so was zu tun?
Wie gesagt. Aufgabe der Poplizei kann es in der Regel nicht sein
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 14.10.2011 um 17:36 Uhr
ISt es auch nicht. Aber das Tierheim selbst behauptet, dass es ihnen verboten sei, Katzen einzufangen.
Ich vermute stark, hier wird die Verantwortund von einem zum Anderen geschoben.
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 19.11.2011 um 20:06 Uhr
Ich habe jetzt erst jetzt Deinen Artikel gelesen und bin fassungslos. Seit wann ist es denn dem Tierschutz verboten herrenlose, verwilderte Katzen einzufangen , um sie zu kastrieren? Wer soll denn das verboten haben? Der Katzenschutz stand immer auf den Fahnen des TSV Giessen! Zu meiner Zeit als Vorsitzende wurden Hunderte von wilden Katzen eingefangen und kastriert. Benachrichtigt wurde der Tierschutzverein von Menschen, welche diese Katzen aus Mitleid füttern, ebenso Katzen, die sich auf Bauernhöfen, an Krankenhäuser, Friedhöfen, einfanden. Für diesen Katzenschutz hat der TSV Giessen sogar einen Preis bekommen. Die Polizei ist dafür nicht zuständig, es sei denn, die öffentliche Sicherheit und Ordnung ist gefährdet. Ein Tierschutzverein hat in seiner Satzung stehen, sich um Tiere in Not zu kümmern. Da kommt mein Verstand nicht mehr mit. Diese satzunggemäße Aufgabe kann doch nicht auf andere übertragen werden. Oder geht es vielleicht um Kosten? Aber es gibt doch zweckgebundene Spenden. Und die wöchentliche Anzeige im Tiermarkt spricht doch eine ganz andere Sprache?
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 20.11.2011 um 20:42 Uhr
Diese Fragen habe ich mir auch gestellt und war einfach nur verwundert, wie sehr sich doch alles geändert hat und wo denn jetzt der eigentliche Tierschutz bleibt ? Wer ?
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 20.11.2011 um 23:29 Uhr
Bitte wende Dich an die 1. Vorsitzende des Vereins und bitte sie um eine Stellungnahme.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 21.11.2011 um 18:07 Uhr
Ich vermute, man wird es nicht für erforderlich halten, mir gegenüber eine Stellungnahme ab zu geben.
Peter Herold
23.911
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2011 um 14:38 Uhr
Schon versucht?
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 22.11.2011 um 15:00 Uhr
Nein, habe ich nicht. Es liegt mir fern, mich mit dem TSV zu überwerfen.
Andererseits hätte ich das vielleicht tun sollen, aber ich nehme die Dinge oft nur als gegeben hin, auch wenn ich sie manchmal nicht verstehen kann.
Der Vorfall liegt nun eine Weile zurück und ich werde jetzt für längere Zeit nicht hier sein, sofern ist bestimmt schon Gras drüber gewachsen :-(
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 22.11.2011 um 15:34 Uhr
Ich habe mit der 1. Vorsitzenden gesprochen, weil mir das keine Ruhe gelassen hat. Die Sachlage wurde mir so erklärt, dass kein Personal vorhanden ist, was von der Arbeit im Tierheim abgezogen werden kann, um Katzen einzufangen. In Zukunft werden Telefonnummern an hilfesuchende Menschen weiter gegeben an Personen, die sich um dieses Tierschutzthema kümmern. Mir wurde versichert, dass weiterhin alle verwilderte und herrenlose Katzen weiterhin kastriert werden, um diese anschließend an ihren betreuten Futterplatz zurück zu setzen. Diese Katzen müssen allerdings zum Einzugsbereich des TSV Giessen sein. Katzenfreunde, die sich selbst zutrauen, "ihren Wildling" einzufangen, wird gegen einen Pfand eine Lebendfangfalle ausgeliehen.
Wer am Telefon saß Jenny, als Du diese Auskunft bekamst, ist natürlich nicht mehr nachvollziehbar. Ich rate allen Tierfreunden, die im Tierheim anrufen, sich den Namen der Person geben zu lassen, die Telefondienst macht. So können Unklarheiten schnell mit dem Vorstand oder Geschäftsführer geklärt werden.
Peter Herold
23.911
Peter Herold aus Gießen schrieb am 22.11.2011 um 17:02 Uhr
Im Namen aller hier Beteiligten DANKE Frau Toth
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 22.11.2011 um 19:14 Uhr
Ja Herr Herold, ich denke, dass die Katzenliebhaber beruhigt sein können.
Es sitzen oft Ehrenamtliche am Telefon jeden Tierheimes. Rührige Menschen, die sich einbringen wollen. Da kann es passieren, dass Auskünfte erteilt werden, die so nicht stimmen. Aber sicherlich nicht mit bösem Willen.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 22.11.2011 um 20:41 Uhr
Schön, dass es nun letztenendes doch noch anders heisst und ich hoffe sehr, man steht zu seinem Wort im TSV.
Mir wurde damals ganz klar und deutlich gesagt, selbst wenn sie wollten, sie dürften nicht mehr, es sei Ihnen verboten. Dazu gäbe es Vorschriften. Dann dürfen wir ja gespannt sein auf das nächste Ereignis.
Danke Ilse :-)
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 22.11.2011 um 22:29 Uhr
Hallo Jenny, ich glaube Frau Rethorn, mit der ich fast 25 Jahre im Vorstand zusammen gearbeitet habe, dass diese Auskunft, die Dir gegenüber gemacht wurde, so nicht stimmt. Das ist sehr bedauerlich.
Frau Rethorn hat übrigens schon 1977 ca. 50 Katzen kastriert, die seinerzeit wild im Uniklinikum lebten. Sie ist für die Kastration herrenloser Katzen. Leider fehlen Menschen, die helfen diese Tiere einzufangen, um sie einer Kastration zu zu führen. Von einer sehr aktiven Katzenschützerin hat man sich getrennt. Aber das sind Internas, zu der ich nichts sagen kann.
Christine Weber
6.832
Christine Weber aus Mücke schrieb am 23.11.2011 um 15:15 Uhr
Warum werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich hier einbringen und ohne die Tierschutz nicht möglich ist, nicht besser geschult. Dann kämen doch solche falschen Auskünfte am Telefon gar nicht zustande und den Tieren würde besser geholfen.
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 23.11.2011 um 19:31 Uhr
Hallo liebe Frau Weber, es kann immer mal eine falsche Auskunft gegeben werden. Frau Rethorn wird sich darum kümmern. Schauen wir doch mal, wie es weiter geht. Es sind so viele Katzen in Not , und die Hilferufe werden noch oft im Tierheim landen.
Frau Rethorn hat 2005 den Hessichen Tierschutzpreis gewonnen. Unter anderem wegen der Kastrationen herrenloser, verwilderter Katzen.
Christine Weber
6.832
Christine Weber aus Mücke schrieb am 24.11.2011 um 08:51 Uhr
Hallo, Frau Tóth, ja leider, sind noch viele Kätzchen in Not und es muss noch viel getan werden. Auch ich weiß, dass Frau Rethorn viel für den Tierschutz tut und getan hat. Aber wir wissen auch beide, dass noch sehr viel - zu viel - im Argen liegt. Man kann nur hoffe, dass beim nächsten Hilferuf für ein Tier kompetentere Menschen im TH am Telefon sitzen und die Hilfe in die Wege leiten.
Ilse Toth
32.918
Ilse Toth aus Heuchelheim schrieb am 24.11.2011 um 11:12 Uhr
Da stimme ich Ihnen zu!
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jenny Burger

von:  Jenny Burger

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