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Tierschutz ist wichtig auch zu unserem Wohle und gutem Gewissen

Buseck | ja, ich kann es nicht leugnen, das bewegt mich.


Tierschutz

Gerade in Sachen Tierschutz und Tierliebe streiten sich die Geister.
Ist es sinnvoll lebendes Fleisch in unwürdigen Zuständen Kilometerweit durchs Land zu karren?
Es wird immer Menschen geben, denen Tiere egal und gleichgültig sind, die wegschauen und denen es wurscht ist, was mit Tieren geschieht und jene, die sich engagieren, die mitleiden und mitfühlen, eingreifen wenn sie Missbrauch entdecken oder einem Tier Unglück oder Unrecht geschieht.
Und nicht umsonst sind beide Arten von Menschen erbitterte Gegner, denn jeder verteidigt seine Ansicht und verfolgt seine Interessen, die einen zum Wohle der Tiere, die anderen zu ihrem eigenen Wohle.

Gerade auf den Dörfern herrscht ein oft zwiespältiges Verhältnis zwischen Mensch und Tier.
Der Bauer braucht sie, die Kuh in der Milchwirtschaft, und anschließend zum schlachten, das Schaf zum abweiden der Wiesen und zum fett werden, die Lämmer zum Osterfrühstück, das Pferd um es als Reitpferd zu vermieten, die Sau zum schlachten, das Huhn für die Eier und später für den Hackstock und den Supermarkt. Gegen all das ist nichts einzuwenden, wenn die Tiere bis zur Schlachtbank einigermaßen artgerecht gehalten werden.
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Der privat Engagierte hält sich meist diese Tiere aus Liebe und Besorgnis, aus Interesse am Tier und dessen Wohl und Arterhaltung.

Eine der Tierärztinnen im Dorf habe ich als eine echte Tierschützerin erlebt. Sie rettet ein Kleines mitten in der Nacht als eine trächtige Katze ihr Junges auf der Flucht verlor und päppelte es groß. Sie nimmt ein verloren gegangenes Tier, ebenfalls eine junge Katze von wenigen Wochen auf, die ein anderer mitten am Wegesrand leichtfertig und gedankenlos entsorgte.
Nachdem es entfloht und entwurmt war, wieder gesund und vermittelbar, besorgte sie eine gute Pflegestelle.
Nein, sie knallt es nicht wie so manch Bauer an die Scheunenwand, wie es oftmals geschieht wenn grad keiner hinguckt.
Das habe nur ich selbst schon gesehen.

Sie ist Tag und Nacht verfügbar wenn sie weiß, dass es um Tod und Leben bei einem Tier geht. Denkt nicht an Sonn und Feiertage und greift ein, ohne lange zu fragen wem ein Tier gehört und wer die Rechnung letztendlich bezahlt wenn man ihr ein Tier in Lebensgefahr auf den Tisch legt.
Sie handelt.
Andere schauen zu und blicken weg.
Augen – Ohren – Mund und Nase zu, Hauptsache man wird nicht belästigt und gestört.

Seit Jahren schon wohne ich nun in einem solchen Dorf, in dem ein Bauer seine Kühe im Stall verhungern lässt, verletzt am Leben hält solange es noch Milch gibt.
Sie schreit tagelang im Stall, na und!
Schafe die sich mit dem Hals in Drahtzäunen verfangen, erdrosseln und jämmerlich schreien, na und!
Ein Hund, der wochenlang in einem jämmerlich kleinen ungeschützten Zwinger bei Wind und Wetter tagelang bellt, na und! Wen kümmert’s, er hat einen Besitzer.
Geschichten habe ich schon gesehen, wie ein anderer sein Pferd auf seiner Wiese weiden ließ, die irgendwann weder genügend Gras noch Wasser, noch einen Unterstand gegen die Unbilden des Wetters hatte. Es war ständig verletzt, hinkte, hatte schwärende Wunden an Lauf und Bauch, letztendlich starb es irgendwann, der Tod dauerte 3 Tage lang, es hatte sich aufgegeben. Es ist halt alt, war das was man als Antwort bekam. Zuständig war dafür keiner, aber jeder wusste wer die Besitzer waren.
Ich sah und erlebte eine Kuhherde die sich aus ihrer Umzäunung riss, weil das Wasser tage und wochenlang fehlte, die Tränke sich außerhalb der Umzäunung befand. Wenn die Kühe im Spätherbst noch einmal kalbten erlebte ich jahrelang, dass sich die jungen Kälber nach außerhalb verirrten, es so eiskalt und nass war, dass zeitweilig fast die Milch in der Zitze gefror, sie zu wenig Futter und nie einen Wind und Wetterschutz oder gar Heu hatten wenn die Wiese völlig abgegrast war, sie standen in ihrem eigenen Kot, es kümmerte sich tagelang keiner um sie, na und! Irgendwann waren sie weg, auf einer anderen Weide wo sie niemand sah wenn er nicht extra hinging.
Man hörte Geschichten von Schafen die wochenlang ohne Futter und Licht, ohne Wasser und Stroh in einem winzigen Pferch eingekeilt standen, verdreckt und verkotet, schreiend vor Hunger und Platzangst, bis sie vor Erschöpfung still wurden..
Meldet man unhaltbare Zustände die man bemerkt und sieht beim Ortsvorsteher heißt es, man kümmert sich drum und es passiert nichts.
Na ja, fast nichts, manchmal lässt er sich auch erweichen und kommt, schaut nach und sucht den Besitzer, und dann? Passiert nichts.
Einem Reh wird auf der Wiese ein Hinterlauf von einer Mähmaschine wegrasiert, ach, das kroch ja noch, wird dazu gesagt und weggeschaut.
Der Tierschutz, die Tierheime sind machtlos, wenn ein Tier einen Besitzer hat, wird nichts unternommen. Man kann es nicht - bekommt man als Antwort.
Wer ist zuständig? Keiner.
Einem Tierfreund wird das Herz bluten wenn man ein Tier findet, erschöpft, abgemagert bis zu den Rippen erkennbar, offensichtlich schwer krank und der Besitzer verkündet, dem Tier gehe es gut und man weiß ganz genau, da wird am Tier gespart.

Ein anderes lebt seit über einem Jahr herrenlos auf der Straße, aber da es sich selbst einen vorübergehenden Versorger gesucht hatte, ist der ursprüngliche Besitzer weder an dessen leiblichen noch gesundheitlichen Wohle interessiert, „es wird sich schon was suchen wo es unterkommt, es hat ja Fell“.
Dass es seit fast einem Jahr weder gefüttert noch versorgt wurde, interessierte keinen, aber allgemein hieß es, es gehört auf den Berg und darf nicht da weg. Greift man selbst ein und versorgt es, bekommt man Grundstücksverbot, und wird mit einer Anzeige bedroht, man stört den Heimfrieden des Dorfes.

Doch es gibt auch andere Tage, andere Menschen die beherzt zugreifen.
Eine Bekannte fand vor einigen Tagen eine junge Eule, die sich auf ihrem frühen Morgenflug in einem Drahtzaun so verfangen und verhaspelt hatte, dass sie sich selbst nicht mehr befreien konnte. Dort saß sie, hing sie - man weiß nicht wie lange und schaute hilflos auf die Finderin.
Diese befreite sie und schnitt die Eule samt Maschendraht ein Stückweit heraus und brachte sie in die Vogelstation in Giessen, dort wurde sie sofort operiert und befindet sich nun auf dem Weg der Besserung um später wieder gesund ausgewildert zu werden.

Das ist der Tierschutz den ich kenne. Und das ist ein mehr als nur ein wenig trauriges Gesamtheitsbild.

© Angelface

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Kommentare zum Beitrag

Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 27.09.2011 um 08:52 Uhr
Ich danke Ihnen von Herzen für dieses Statment.
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 27.09.2011 um 08:58 Uhr
dankeschön Jenny und wie sind deine Erfahrungen?...
ich wünschte mir, ich würde bessere machen, und vertraue nach wie vor darauf...
Sandra Ferber
311
Sandra Ferber aus Staufenberg schrieb am 27.09.2011 um 10:41 Uhr
Ich bin entsetzt. Vor allem bin ich auch entsetzt darüber, dass in diesen Fällen offenbar niemand den Mumm hatte einzuschreiten...

Die geschilderten Zustände sind ja überwiegend keine mehr, die "nur" ein großes, tierliebendes Herz für unhaltbar halten muss - es liegen ganz klare Verstöße gegen geltendes Gesetz vor! Und da ist dann eben auch nicht der Ortsvorsteher der Ansprechpartner (dessen oberstes Anliegen es leider oft zu sein scheint, es sich mit den Alteingesessenen nicht zu verscherzen), sondern das Veterinäramt, Ordnungsamt oder einfach die nächste Polizeidienststelle.

Dass es Menschen gibt, die Tiere grausam behandeln und das nicht als Unrecht empfinden, ist leider ein Fakt, den man hinnehmen muss... (Was nicht heißt, TATENLOS hinnehmen muss!)
Aber dass es noch viel mehr Menschen gibt, die Leid sehen, das Unrecht darin erkennen und dennoch nicht handeln - das ist, was mich persönlich oft verzweifeln lässt...
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 27.09.2011 um 13:24 Uhr
mich ebenso oft liebe Sandra, und entsetzen hilft nicht wirklich - (Muss im Artikel heißen ) "auch Ordnungsamt "an das sich in einzelnen Fällen gewandt wurde,
und die Polizei sagt dir, wenn ein Besitzer ermittelt wird, kann der mit seinen Tieren machen was er will.
Frag mal beim nächsten Tierarzt nach, wenn er ehrlich ist, wird er dir das bestätigen.
Augen zu und durch...und selbst handeln, soweit das möglich ist.
dankeschön für den Kommentar...
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 27.09.2011 um 19:17 Uhr
der gute Wille zum ( vernünftigen respektvollen ) Miteinander, so könnte es gehen dass viele Missstände sich zum Guten auflösen, so würde ich es nennen, ...
herzlichen Dank lieber Manfred zum Kommentar...
Zeugnis und Kern dieser Menschlichkeit sah man schon vielerorten, früher wie Heute und nicht wesentlich verändert, leider ... und leider sind Mitmenschlichkeit und gegenseitige Toleranz auch im Humanbereich auch heute noch keine Selbstverständlichkeit.
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 27.09.2011 um 19:54 Uhr
Huhu, auch von mir ein Dankeschön für diesen Beitrag. Ich werde auch selbst von vielen Leuten immer angerufen, die etwas beobachten, was nicht in Ordnung ist und ich werde dann beim Vetamt vorgeschickt. Ich sehe mir die Sache zuerst selbst an und melde mich dann dort, weil andere oft nicht den Mut dazu haben. Leider habe ich bisher dort nicht wirklich gute Erfahrungen macht, denn wenn jemand beobachtet, dass jemand seinen Hund schlägt, fährt das Vetamt hin, stellt fest, dass Wasser und Futter vorhanden ist und die Sache ist für das Amt erledigt. Oft müsste eigentlich eine Anzeige her, das trauen sich aber viele nicht, weil sie Angst haben, die besagten Hundeschläger würden sich rächen. Diese Angst ist oft auch begründet, daher würde ich mir manchmal wünschen, die Leute vom Vetamt wären mit etwas mehr Herz dabei und schauen nicht nur auf Futter und Wasser.......
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 27.09.2011 um 22:59 Uhr
Die Leute vom Vet.amt sind nicht für ihre Herzensansichten dort beschäftigt, sondern aufgrund ihres Wissens und der Erfahrung. Die Leute vom Amt sind Pferdewirt, Metzger, Züchter.....usw.
Soll nicht heißen, dass sie ohne Herz arbeiten, aber sie werden für ihr Fachwissen eingesetzt und bezahlt. Nicht mehr und nicht weniger.
Babs, es gibt noch viel zu tun. Gelle Herr Adirsch, wir geben nicht auf ;-) und Angelika, wir sehen uns :-)
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 28.09.2011 um 09:53 Uhr
schön, dass sich noch jemand zum Artikel meldet, danke liebe Barbara...daran sehe ich dass diese Anliegen nicht nur bei mir bestehen sondern auch andere bewegt, auch noch andere hinsehen, ich habe nicht daran gezweifelt...
das was Jenny über das Vet Amt berichtet ist wahr, wenn Futter und Wasser vorhanden ist, sehen sie keine Handhabe - keinen Anlass dort einzugreifen, obwohl man doch meinen möchte bei Misshandlungen und schlechter Haltung müssten sie...seufz... müssen sie aber nicht.
von einer Anzeige bei den Behörden muss man leider sagen, da kommt meist nix dabei raus und rum was eine Veränderung der Verhältnisse bewirkt - ich selbst habe noch nie eine gemacht um die Gemüter nicht noch mehr aufzupuschen, man schafft sich Feinde und im Tierschutz brauchen wir doch eher Freunde die sich einsetzen , oder?...
und Jenny, ja, das wär schön, ich freue mich...
Sandra Ferber
311
Sandra Ferber aus Staufenberg schrieb am 28.09.2011 um 11:02 Uhr
Ich denke, grundsätzlich gibt es (leider) einfach sehr viel Spielraum, wann ein Tier nun (noch) artgemäß gehalten ist und wann ganz klar nicht mehr oder was als "Erziehungsmethode" geeignet ist und was nicht. Solange da der Hund nicht dermaßen geprügelt wird, dass er sichtbare, erhebliche Verletzungen davonträgt, ist eben noch alles im Rahmen (des Tierschutzgesetzes)... :-(

Aber im Artikel war unter anderem zum Beispiel auch die Rede von einem Pferd, das über drei Tage hinweg elendiglich verreckte oder von "Schafen die wochenlang ohne Futter und Licht, ohne Wasser und Stroh in einem winzigen Pferch eingekeilt standen". Wenn diese Schilderung wortwörtlich zu nehmen ist (vermutlich nicht ganz, denn nach Wochen komplett ohne Futter und Wasser wären alle Tiere verendet gewesen), dann kann ich mir wahrhaftig nicht vorstellen, dass ein hinzugerufener Amtsveterinär keinen Handlungsbedarf sehen würde.

Vielleicht bin ich da aber auch einfach hoffnungslos gutgläubig und naiv?!
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 28.09.2011 um 11:10 Uhr
liebe Sandra,
doch leider ist die geschilderte Geschichte wortwörtlich wahr, ich habe sie allerdings nicht selbst erlebt, die Tiere wurden von privater Hand vor meinem Einzug hier gerettet - und befreit, ich darf allerdings nicht verraten von wem wie auch sonst Namensnennungen mit Vorsicht und Rücksicht auf eventuelle Folgen hier nicht genannt werden.
ich denke aber, wer hier über Jahre hinweg lebt und die Augen offen hält, sieht selbst was - wo geschieht.
das Tierschutzgesetz an sich, kann man im Grunde in der Pfeife rauchen, solange es erlaubt ist Tiere als benutzbare Sache zu bezeichnen mit dem jeder verfahren kann wie er will. s.Tiertransporte, Massenhaltung zum Konsum usw..usw.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 28.09.2011 um 21:45 Uhr
Das mit den Schafen und dem Pferd kann ich nur bestätigen, wenn es sich dabei um die Tiere handelt, an die ich mich erinnere. Die Schafe waren wirklich in einem dunklen Raum gesperrt, es stank und die Nachbarn wendeten sich an den Besitzer. Wenne s das Gleiche ist, wovon Angelika berichtet, dann steht das völlig unbewohnte, vergammelnde Haus mitten in einer Wohnsiedlung, und im Hof in einem dunklen Stall waren die Schafe untergebracht. Sie schrien auch manchmal. Aber das Amt wurde meines Wissens nach nicht eingeschaltet. Der Besitzer entsorgte dann irgendwann die Schafe, dabei wurde ien verendetes Tier heraus getragen, das die ganze Zeit mit im Stall lag. Offensichtlich war der Besitzer, der in einem ganz anderen Haus wohnt, die Beschwerden der NAchbarn leid.

Das arme Pferd, ich habe es selbst gesehen und habe mich informiert. Das Vet.amt kam und bat den Besitzer um Kontaktaufnahme. Zu spät, das Tier verendete auf der Weide nur einen Tag später.
Sandra Ferber
311
Sandra Ferber aus Staufenberg schrieb am 29.09.2011 um 13:03 Uhr
Einfach nur schlimm :-(

Ich frage mich aber immer noch, warum keiner der Menschen, die diese Vorgänge direkt mitbekommen haben - die erwähnten Nachbarn etwa - beherzter und nachdrücklicher eingeschritten sind als sich lediglich beim Besitzer der Tiere zu beschweren...

Traut man da dem eigenen Urteilsvermögen nicht, dass es den Tieren wirklich SO schlecht geht, dass sofortiges und entschlossenes Handeln nötig ist?
Fürchtet man "Rache" oder Repressalien?
Sieht man einfach keine Möglichkeit zu helfen?
Oder woran liegt es?

Mich würde sehr Eure/Ihre Meinung dazu interessieren!
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 29.09.2011 um 19:08 Uhr
Hi Sandra,
meiner Meinung nach kann es verschiedene Gründe haben oder etwas von allem. Vielen ist es vielleicht auch egal???? Ich jedenfalls trete auch immer beim Vetamt noch mal richtig nach, nerve die telefonisch nach dem Kontrolltermin und frage nach, was dabei herausgekommen ist und sage auch anderen Leuten immer, dass es wichtig ist, dass immer mehrere Leute beim Vetamt anrufen, dann nehmen sie es (vielleicht, vielleicht aber auch nicht) ein bisschen ernster.....
Ich habe grade einen Fall, wo sich Leute nicht trauen, selbst zum Amt zu gehen, weil die Betroffenen bereits Drohungen ausgesprochen haben, falls sie jemand "anschwärzt".... Und das ganze anonym zu machen hilft dann irgendwann auch nicht mehr weiter, wenn es eine Anzeige wegen Tierquälerei geben sonn und es eine offizielle Aussage braucht..... Schon blöd das ganze!
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 29.09.2011 um 22:52 Uhr
Ich bat einen unmittelbaren Nachbarn um seine Meinung, er riet mir, das Vetamt nciht einzuschalten, es sei ein altes Pferd und ein ganz natürlicher Vorgang.
Tiere sind eben Tiere !
Es ist immer eine Gratwanderung zwischen dem eigenen Empfinden, handeln zu müssen und der Notwendigkeit, gerade im Dorf mit den Nachbarn freidlich weiter leben zu wollen/müssen/sollen.
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 30.09.2011 um 09:11 Uhr
Genau so ist es wie Jenny es sagt - eine Gradwanderung - "pass dich an, guck weg - und halte den Mund -!"wir tun es auch - " - ist das die Lösung mit gutem Gewissen miteinander und nebenher zu leben?
Oder treibt einen doch das eigene Gewissen und die Verantwortung den Tieren gegenüber, die wir eigentlich alle haben sollten.
die schöne heile kleine Welt die so oft von den Besuchern und Städtern bewundert wird, hat Ecken und Kanten, trägt weder ständig duftende Blüten von blühenden Rosen sondern stinkt manchmal ganz schön voller Missgunst, Neid, Angst - Wirtschaftlichkeit überwiegt - Toleranz ist manchmal nur ein Wort, mitfühlen selten....
und nicht selten hörte ich den satz; "ich kann, will nichts tun, denn ich muss ja neben dem leben"! - Motto: lass mir mei Ruh"!
Sandra Ferber
311
Sandra Ferber aus Staufenberg schrieb am 02.10.2011 um 22:40 Uhr
Ich kann das einfach nicht nachvollziehen.
(Mein Mann, mit dem ich darüber gesprochen habe, zum Glück auch nicht. Da finde ich mal wieder bestätigt, dass ich genau den richtigen Menschen geheiratet habe ;-)

Um es mit Schopenhauer zu sagen: "Wer grausam gegen Tiere ist, kann kein guter Mensch sein."
Oder anders: wer grausam gegen Tiere ist, kann (mir) kein guter Nachbar und ganz bestimmt kein Freund sein.
Was kümmert's mich dann, was so jemand über mich denkt?!
Ich "muss" vielleicht neben dem leben, ja - aber dabei muss ich nicht zwangsläufig etwas mit ihm zu tun haben...

(Ich will noch mal betonen: es geht mir hier wirklich um die ganz drastischen Fälle, wo es nicht mehr "nur" so ist, dass ein Tier vielleicht nicht eben das glücklichste Leben führen darf, das es führen könnte - sondern wo Tiere an Leib und Seele erheblichen Schaden nehmen oder gar zu Tode kommen.)

Und das hier

"[...] wie ein anderer sein Pferd auf seiner Wiese weiden ließ, die irgendwann weder genügend Gras noch Wasser, noch einen Unterstand gegen die Unbilden des Wetters hatte. Es war ständig verletzt, hinkte, hatte schwärende Wunden an Lauf und Bauch, letztendlich starb es irgendwann, der Tod dauerte 3 Tage lang..."

als "ganz natürlichen Vorgang" zu bezeichnen, finde ich schon arg zynisch. :-(

"Tiere sind eben Tiere", ja... und domestizierte Tiere sind Tiere, die von Menschenhand ins Leben gebracht wurden und für die der Mensch meines Erachtens deshalb eine ganz besondere Verantwortung trägt.
Es kann einfach nicht zuviel verlangt sein, einem alt und krank gewordenen Tier, das letztlich sein ganzes Leben nur wegen mir und für mich gelebt hat, das bisschen Mitleid und Respekt oder auch Dankbarkeit zu erweisen, es sich NICHT über Tage hinweg zu Tode quälen zu lassen!

Nun, es ist, wie es ist... und vermutlich kann man es nicht ändern.
Aber vielleicht auch doch...

"Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst."
(Mahatma Gandhi)
Angelika Petri
1.756
Angelika Petri aus Mücke schrieb am 03.10.2011 um 09:39 Uhr
liebe sandra, dem Zynismus anderer kann ich nichts entgegnen, außer Hass und Unverständnis zu ernten wenn ich mich wehre und um Hilfe für die Tiere bitte. Der Umstand dass die Tiere tagelang ohne Wasser waren, dass kein Futter mehr auf der Weide war, dass eines davon schon lange krank war, ist wohl jedem bekannt gewesen, der an der Weide vorbeiging.
die Spaziergänger die mit Hunden und Kindern aus dem Dorf schon lange unsere Abgeschiedenheit in ihrer Freizeitbeschäftigung nutzen sind ja nicht blind und sahen dennoch anscheinend keine Veranlassung etwas zu unternehmen.
Wenn die Besitzer der Tiere den Ämtern gegenüber glaubhaft versichern, sie würden hinreichend versorgt hat auch das Amt keine Handhabe gegen sie vorzugehen. Das betrifft die Aussiedlerhöfe genauso wie die Besitzer der Pferde , der Kühe und der Schafe die wir Privatleute oft schon aus den Zäunen geschnitten haben, damit sie sich nicht erdrosseln..
Wir können nur die Augen offen halten und Missstände melden, eigenes Handeln ist ja verboten und fällt sogar unter Strafe.
Bei einigen Zuständen kann man selbst helfend eingreifen indem man im Verborgenen zum Wohle der Tiere handelt ohne dass es die Besitzer wissen. Fragen sie Ilse die kann ihnen das bestätigen.
Hallo Lieber Leser
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