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Kloster Arnsburg im September

Buseck | Qulle: http://www.kloster-arnsburg.de/

Die bisher ältesten Spuren menschlicher Besiedlung in Arnsburg wurden 1961 bei Grabungen im südlichen Querschiff der Kirchenruine gefunden: ein großes Vorratsgefäß der Urnenfelderkultur (1200-800 v.Chr., Bronzezeit). Es ist heute in einer Vitrine am Bursenbau ausgestellt (unten links).

Als die Römer im ersten Jahrhundert n.Chr. ihr Reich nach Norden ausdehnten und um die fruchtbare Wetterau herum den Limes zogen, errichteten sie zu dessen Schutz unweit des heutigen Klosters ein Kastell von der Größe der Saalburg. Hier finden Sie weitere Informationen über das Kastell Arnsburg und den Limes.

Nachdem die Römer im Jahr 260 n.Chr. den Limes aufgegeben hatten und abgezogen waren, vergingen etliche Jahrhunderte bis möglicherweise um etwa 800 n.Chr. die erste von zwei mittelalterlichen Burgen im Umfeld des späteren Klosters entstand. Reste von Befestigungsgräben der sogenannten "Spornburg" sind heute noch an der Nordwestecke der Klostermauer zu sehen. Zwei Holzbrücken führen heute über einen Doppelgraben und durch die Mauer hindurch auf das Gelände des Klosters (oben rechts).

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Im das Jahr 1000 n.Chr. residierten oberhalb der heutigen Klosteranlage die Herren von Arnsburg (Reste der Burg sind auf dem Hainfeld zu besichtigen, Bild unten links). Alsbald wurde dieses Ministerialen-Geschlecht immer einflussreicher und verlegte seinen Sitz in die neu erbaute Münzenburg (das "Wetterauer Tintenfass", Bild unten rechts). Anstelle der nun nutzlos gewordenen Burg gründete man im Jahre 1174 ein Zisterzienserkloster, wobei die alte Burg zunächst noch als "Baukloster" fungierte, bevor man im nahe gelegenen Tal der Wetter mit dem Bau der Klosteranlage begann.

Der Zisterzienserorden war 1098 in Burgund als Reformorden entstanden: Handarbeit besonders in der Landwirtschaft, wurde großgeschrieben, alles sollte schlicht sein, die Regeln des heiligen Benedikt von Nursia streng eingehalten werden. In einer Art Schneeballsystem wurden in wenigen Jahrhunderten in ganz Europa ca.1500 Klöster gegründet, jedes Tochterkloster vom Mutterkloster und vom Generalkapitel (der jährlichen Abtversammlung in Cîteaux) kontrolliert, aber sonst autonom.

Und so lief die Kette der Gründungen: 1098 Cîteaux, 1115 Clairvaux (durch den heiligen Bernhard von Clairvaux), 1135 Eberbach im Rheingau, das 1174 12 Mönche samt Abt, Büchern und Handwerkszeug nach Arnsburg schickte. Der Name der Zisterzienser leitet sich vom Ursprungskloster Cîteaux ab, lateinisch Cistercium, das nahe der französischen Stadt Dijon liegt.

Dank guter Arbeit und in der Umgebung gelobter Frömmigkeit erlangten die Arnsburger Mönche an 253 Orten der Umgebung Besitz (alles in Urkunden und einem Besitzbuch festgehalten). Einzelne Landgüter erstreckten sich im Süden ab einer Linie Mainz-Frankfurt-Gelnhausen über die gesamte Wetterau bis hinauf nach Marburg; von Weilburg im Westen bis an den Fuß des Vogelsberges im Osten. In Wetzlar zeugt z.B. die Arnsburger Gasse und in Frankfurt der Arnsburger Hof vom einstigen Einfluss der Zisterzienserabtei.

Die Zahl der Mönche schwankte zwischen 200 und 10 (einschließlich der Laienmönche). Schwere Zeiten mussten überstanden werden: Wirtschaftskrise im 14. und 15. Jahrhundert, Not im Bauernkrieg, die Reformation im umliegenden Gebiet, große Zerstörungen im 30 jährigen Krieg und lange Auseinandersetzungen mit den Licher Grafen.


Einer neuen Blüte im 18. Jahrhundert (Abteigebäude, Prälatenbau, Küchenbau, Pfortenbau, und Gartenhaus, obere Fotos v.l.) folgte die Aufhebung durch die Säkularisation im Jahr 1803. Der ganze Besitz wurde den Solmser Linien: Braunfels, Lich, Rödelheim und Laubach zugesprochen, wobei letztere bis heute Besitzer der Klosteranlage ist. Zahlreiche Klostergebäude verfielen nach der Auflösung bzw. wurden abgetragen. Arnsburg wurde nun Domänengelände.

Erst nach dem 2.Weltkrieg erwachte Arnsburg aus seinem Dornröschenschlaf durch Gründung einer selbständigen Gemeinde, erste Instandsetzungsarbeiten an mittelalterlichen Gebäuden durch den Freundeskreis, die Anlage eines Kriegsopferfriedhofes durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Ausbau zu einem Naherholungsgebiet.


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