Bürgerreporter berichten aus: Buseck | Überall | Ort wählen...

Tauben sind kein Ungeziefer

von Jenny Burgeram 06.09.20111256 mal gelesen7 Kommentare
Buseck | Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN äußert heftige Kritik an einem Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, das einem Falkner in Darmstadt das Töten verwilderter Tauben erlaubt.

Tauben sind keine „Schädlinge“, sondern intelligente, fühlende Lebewesen, stellt VIER PFOTEN klar. Dass es in vielen deutschen Städten zu einer Überpopulation der Tiere gekommen ist, sei Schuld der Menschen – schließlich handelt es sich bei „Stadttauben“ nicht um Wildtiere, sondern um verwilderte Haustauben. VIER PFOTEN weist darauf hin, dass jedes Jahr bei Brieftaubenwettflügen zigtausende verirrte Vögel in den Städten stranden. Die Tierschutzorganisation fordert die Stadtverwaltung Darmstadt nun auf, im Sinne des Tierschutzes zu handeln und die Taubenpopulationen durch kontrollierte Taubenschläge einzudämmen. Hier hat der Mensch die Möglichkeit, den Tauben Gipsei-Attrappen unterzuschieben. In ca. 20 deutschen Städten haben die Behörden die Zahl der Vögel mit dieser Methode bereits erfolgreich verkleinert. So schwärmt z. B. die Augsburger Stadtverwaltung dank acht betreuter Taubenschläge und fünf kontrollierter Futterplätze davon, enorme Kosten bei der Gebäudereinigung einzusparen. Allein für die Säuberung des Rathauseingangs fielen zuvor rund 10.000 Euro jährlich an. Die Futterkosten für einen betreuten Taubenschlag betragen dagegen ca. 90 Euro im Jahr.

Mehr über...
Der Autor hat diesem Beitrag leider keine Tags (Stichwörter) zugeordnet!
„Taubenpopulationen durch Massentötungen zu dezimieren ist nicht nur Tierquälerei, sondern auch uneffektiv“, sagt Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN. Niemals könnte der Falkner alle Tiere töten – die verbleibenden Vögel würden sich durch das größere Nahrungs- und Platzangebot umso stärker vermehren. Tauben können 35 Kilometer weit scharf sehen, erfassen auch ultraviolettes Licht und hören Infraschall. Durch kleine Eisenteilchen im Schnabelrand können sie das Magnetfeld der Erde erkennen und sich daran orientieren. Schon 1997 bestätigte der Präsident des Bundesgesundheitsamtes, dass Tauben nicht gefährlicher für den Menschen sind als andere Tiere. Auch Gebäude sind durch den Taubenkot nicht in Gefahr: Schäden an Fassaden werden in erster Linie durch sauren Regen verursacht. Der Kot der Tauben ist basisch und verätzt das Mauerwerk nicht.

Kommentare zum Beitrag

Ulrike J. Schepp
1.180
Ulrike J. Schepp aus Reiskirchen schrieb am 06.09.2011 um 22:42 Uhr
Also das mit den zig tausenden verirrter Brieftauben halte ich jetzt erst mal für Propaganda von sog. Tierschützern.

Betreute Taubenschläge sind in der Tat eine sehr gute Methode zur Dezimierung des Taubenbestandes.

Außerdem wäre zu empfehlen, dass die Städte den Erbauern von Hochhäusern vorschreiben, mehr Greifvogel-Nistmöglichkeiten vorzusehen, damit die natürliche Falkenpopulation in den Städten wieder zunimmt. Der Turmfalke ist wie die Taube mittlerweile auch ein Kulturfolger geworden. Auch der Wanderfalke, der im Gegensatz zum vorwiegend Mäuse fressenden Turmfalken mehr auf Tauben jagt, fängt an, sich in den menschengemachten Klippen wohl zu fühlen.

Zum Taubenkot gibt es Hier eine interessante Stellungnahme, die den Taubenkot als schwach sauer und nicht als alkalisch beschreibt.

Dass Tauben nicht infektiöser sind wie andere Wildvögel mag schon wahr sein - aber wann steht man schon mal hautnah in einem Schwarm von 100 Kranichen? Bei Tauben passiert das dagegen sehr häufig. Und wenn das Licht richtig steht sieht man wieviele Federchen, Federspelzen, Staub und Vogelflöhe so ein Tier beim Start verteilt. Danke, ich hab sie dann lieber im gleichen Abstand zu mir wie einen Kranichschwarm!

Wie krank Tauben sind kann man gut sehen, wenn man sich mal in der Stadt ein paar Minuten Zeit nimmt und Tauben beobachtet. Da gibt es massenweise Tiere, die Probleme an den Füßen und Beinen haben, ich sehe in Frankfurt immer wieder welche mit völlig verkrüppelten Füßen. Auch Gefiederprobleme in Kopf- und Körperbereich sind nicht gerade selten.

Ich persönlich sehe Tauben eher als fliegende Ratten an...

BTW: Die Stadt Frankfurt hat sowohl betreute Taubenschläge als auch, wenn ich mich recht entsinne, ein Förderprogramm zur Ansiedlung von Greifvögeln in der Stadt.

Zu guter Letzt: MAN MUSS BEI DER ÜBERSCHRIFT NICHT SCHREIEN
Wir sind doch hier nicht bei der Zeitung mit den 4 großen Buchstaben...
=:-)
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 08.09.2011 um 09:57 Uhr
Jenny,
Du hast vollkommen Recht. Nicht nur Vier Pfoten, sondern auch peta haben in letzter Zeit bzgl. Brieftaubensport recherchiert und und sind zu Ergebnissen gekommen, die echt schockierend sind. Die Zahl "zigtausende" verirrte Tauben stimmt, auch peta usw. saugen sich solche Zahlen nicht einfach aus den Fingern, wer da mal hinter die Kulissen schauen durfte, weiß, dass das wohl recherchierte und RICHTIGE Zahlen sind.
Wer sich weiterhin für Tauben interessiert oder ihnen etwas Gutes tun will, der sehe sich einmal www.stadttaubenprojekt.de an. Eine super Einrichtung, die mir schon sehr geholfen hat, als ich mal eine geschwächte Taube gefunden habe. Das Stadttaubenprojekt ist in Frankfurt und trägt auch u.a. mit dem Austausch von Taubeneiern zur Lösung des vermeintlichen Problems bei. Es muss halt nicht immer gleich Töten sein. 2007 hat das Stadttaubenprojekt den hess. Tierschutzpreis gewonnen.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 08.09.2011 um 14:31 Uhr
Sicher war ja nicht gemeint, dass all die tausenden Stadttauben alles verirrte Brieftauben seine. Sondern dass hier der Ursprung zu suchen sei, die verirrten Brieftauben vermehrten sich unaufhaltsam.
Offensichtlich auch ein von menschenhand selbstgemachtes Problem, analog der Strassenhundeproblematik.
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 25.09.2011 um 13:18 Uhr
HAllo, willkommen im Club, liebe Frau Eckhardt :-)
Barbara Felde
405
Barbara Felde aus Gießen schrieb am 26.09.2011 um 18:49 Uhr
Endlich mal noch jemand unserer Meinung. Ich finde es auch echt anmaßend von der Menschheit, sich als das Wichtigste und Beste zu bezeichnen, und sich einfach herauszunehmen, mit Schwächeren zu machen, was man will, nur weil man meint, der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Im Krieg tötet man sich gegenseitig, macht sich seinen eigenen Lebensraum kaputt und bezeichnet sich dann noch als intelligent,.... hm, ich weiß nicht, ob es intelligent ist, so zu handeln!
Jenny Burger
1.588
Jenny Burger aus Buseck schrieb am 26.09.2011 um 21:32 Uhr
So ist es leider mit allem hier auf der Erde. Der Mensch ist dabei, alles zu vernichten im Namen der Wissenschaft und Forschung.
Aber eines macht mir Mut : Ich begegne sehr serh vielen jungen Menschen, eine Generation nach mir, die die Augen aufmachen, die kritisch bewerten und verantwortungsbewußt handeln. Ich bin glücklich darüber, zu sehen, wieviele junge Menschen sozial engagiert sind, sich umweltfreundlich und tierschutzgerecht verhalten, sogar Vegetarier oder Veganer sind. Genau diese jungen Menschen und acuh die Generationen danach müssen wir unbedingt fördern. Sie sollen die Wahrheit über unsere politischen Hintergründe und den Skandalen mit unserer Umwelt und Sicherheit erfahren. Nur allein auf sie können wir hoffen und bis dahin ein jeder seinen eigenen Beitrag leisten.
Antje Amstein
5.944
Antje Amstein aus Gießen schrieb am 24.01.2012 um 22:50 Uhr
Urteil rechtskräftig: Falkner hat Lizenz zum Tauben töten

24.01.2012

Ein Falkner aus Hessen hat sich endgültig das Recht erstritten, Tauben im Auftrag gewerblich töten zu dürfen, wenn sie zur Plage geworden sind. Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel von September 2011 zu seinen Gunsten sei nun rechtskräftig, sagte Falkner Berthold Geis aus dem mittelhessischen Villmar der Nachrichtenagentur dpa. Das Revisionsverfahren am Bundesverwaltungsgericht sei eingestellt worden, so die Pressestelle in Leipzig (AZ: 7 C 28.11). Der Landkreis Limburg-Weilburg hatte seine eingelegten Rechtsmittel aus nicht näher genannten Gründen wieder zurückgezogen. Der Falkner hatte gegen den Landkreis geklagt, weil der ihm das Töten von Tauben verboten hatte. Somit konnte er auch nicht einem Großauftrag eines Rüsselsheimer Autoherstellers wie gewollt nachkommen, der über eine Taubenplage auf dem Gelände geklagt hatte.
Quelle:FFH
Hallo Lieber Leser
freut mich, dass Sie meinen Artikel lesen. Sind Sie schon Bürgerreporter der Gießener Zeitung?
Auf www.giessener-zeitung.de kann jeder aus seinem Ort berichten. Lokaler geht's nicht!

Mitmachen ist ganz einfach und alles ist kostenlos: Gleich registrieren und los geht's!

Herzlichst, Ihr(e) Jenny Burger

von:  Jenny Burger

offline
Interessensgebiet: Buseck
Jenny Burger
1.588
Nachricht senden
Aktuellste Beiträge des Autors:
Zwei Katzenmädchen verlieren ihr Zuhause // sind in Obhut
Die beiden Katzenmädchen Meggy und Peggy sind Geschwister und sind...
Eine Trainingsstunde der besonderen Art
Eine Trainingsstunde der besonderen Art bot die Ausbildungs-und...

Weitere Beiträge aus der Region

Sonnenuntergang heute, ich mische auch mal mit. ;-)
Der Sonnenuntergang war ja wieder mal grandios, das müsste Frau nur...

Dieser Beitrag als Banner

Um diesen Beitrag als Banner auf deine eigene Homepage einzubinden, kopiere einfach folgenden Link und füge diesen Code in deiner Homepage ein.
Link:
Übrigens: unter "Meine Seite" findest du auch einen Banner zum Einbinden der letzten Beiträge, die du selbst verfasst hast.